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    AW: Outtake: Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz

    Die Flutkatastrophe ist inzwischen ja nicht mehr so im Fokus der Berichterstattung. Aber es wäre ein Fehlschluss zu denken, dass dort alles wieder gut ist. Im Gegenteil: vier Wochen nach dem Flutereignis das behördliche Krisenmanagement an der Ahr noch immer nicht wirklich funktioniert.

    Viele Anwohner und Helfer sind inzwischen desillusioniert. „Was hier fehlt, ist eine vernünftige Organisation“, ärgert sich Lange. Eine Koordination gibt es nicht. Jeder packt irgendwo an, macht das, was er kann. „Mit der geballten Arbeitskraft und den Maschinen, darunter viele Spezialfahrzeuge, hätten wir viel mehr erreichen können. Die Hierarchiekette ist einfach zu lang.“ Offizielle Anweisungen – Fehlanzeige. Vertreter der Verwaltung sind vor Ort nicht anzutreffen. Informationen bekommen die Helfer nur durch Hörensagen.

    Das hat zur Folge, dass nun freiwillige Helfer frustriert wieder nach Hause fahren. Markus Wipperfürth berichtet täglich Gleichlautendes auch auf seinen Facebook-Videos.

    Und dies hier macht mich auch fassungslos:

    Gut funktionierende, private Verpflegungsstationen, die fast rund um die Uhr arbeiteten, mussten Anfang der Woche das Feld räumen. Das DRK übernimmt. Essensausgabe ist von 12 bis 14.30 Uhr. Dann bleibt die Küche kalt.

    Viele Leute haben immer noch keinen Strom, Kühlschränke und Herde sind weggespült, falls das Haus überhaupt noch steht. Und die sollen jetzt nur noch in dieser kurzen Zeitspanne verpflegt werden?

    Frustrierte Fluthelfer im Ahrtal : „Ich wäre gerne länger geblieben“

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    AW: Outtake: Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz

    Deutsche Bürokratie wie sie leibt und lebt. Wollen überall in der Welt mit erhobenem Zeigefinger mitmischen, kriegen es aber nicht gebacken im Katastrophenfall schnelle, koordinierte Hilfe im eigenen Land zu organiseren. Das macht wirklich fassungslos und wütend zugleich.

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    AW: Outtake: Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz

    Deutschland ist hier sehr großzügig. Immerhin will der Bund mittels eines Solidarfonds den Nicht-Versicherten unter die Arme greifen. Den Unternehmen sollen 80 Prozent der entgangenen Gewinne erstattet werden und den Hausbesitzern 80 bis 100 Prozent der Wiederaufbaukosten.

    Die BaFin hat festgestellt, dass mehr als die Hälfte (!) der Unternehmer und Hausbesitzer keine Elementarschadenversicherung abgeschlossen hat, obwohl ihnen das möglich gewesen wäre. Sie werden den Großteil der Staatshilfen bekommen. Den Versicherten wird immerhin ebenfalls Staatshilfe gewährt, wenn die Versicherung nicht die gesamte Schadenssumme deckt.

    Ich bin da schon etwas zwiegespalten, was die Hilfe angeht. Ich möchte natürlich nicht, dass die Hausbesitzer mittellos und obdachlos bleiben, aber ich habe immer gelernt Eigentum verpflichtet. Wenn ich grob fahrlässig handle und keine Elementarversicherung in einem Flußtal zu haben, ist grob fahrlässig, dann muss ich auch dafür haften. Ich wohne auf der platten Schotterebene von München und habe eine Elementarversicherung, weil einfach überall Starkregen auftreten kann.
    Geändert von Nocturna (18.08.2021 um 08:56 Uhr) Grund: Genitiv :)
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Outtake: Flutkatastrophe in NRW und Rheinland-Pfalz

    Heute Morgen war der Geschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes im ARD-Frühstücksfernsehen zu Gast, um über die Situation an der Ahr zu sprechen. Einerseits will er schnelle, unbürokratische Hilfe ermöglichen, andererseits träumte er den ganz großen Traum für diese Gegend.

    Gerd Landsberg, Geschäftsführer Deutscher Städte- und Gemeindebund, sprach sich für ein Wiederaufbau- und Beschleunigungsgesetz zur Bewältigung der Flutkatastrophe aus. "Für dieses Gebiet gelten bestimmte Regeln einfach nicht mehr. wir machen es schneller, wir machen es unbürokratischer, wir verzichten auf bestimmte Einwände, die Bürgerinnen und Bürger und Organisationen sonst haben können. Und wir geben den Kommunen mehr Spielraum.“

    So schlug er z.B. vor, in die Straßen Sensoren rein baut, dass der Bus demnächst autonom fahren kann. Die Hotels sollen als Öko-Hotels der Zukunft aufgebaut werden und die ganze Gegend soll mit Glasfaser ausgebaut werden.

    Und ich frage mich, wovon dieser Mann eigentlich nachts träumt. Die Menschen in den betroffenen Gebieten wollen doch höchstwahrscheinlich so schnell wie möglich wieder ein Dach über dem Kopf haben, funktionierende Heizungen, Stromversorgung, Telefon- und Internetanschlüsse und Straßen, auf denen man zur Arbeit fahren kann.

    Würde man jetzt auch noch die Straßen mit Sensoren für autonomes Fahren ausstatten wollen, dann hätten diese Dinger womöglich Lieferzeiten von 50 Wochen und mehr und ein vorhandenes Kabelnetz zu reparieren ginge wahrscheinlich wesentlich schneller, als das komplette Netz ausgerechnet jetzt auf Glasfaser umzustellen. Für mich war dieses Interview ein weiteres abschreckendes Beispiel dafür, wie weit sich manche Institutionen von Bürgerinteressen entfernt haben und in Luftschlössern leben.

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