Gekürzt von mir
Ich habe nicht von Unqualifiziertheit gesprochen, sondern von Personalmangel und Überlastung.
Mein Jüngster ist Kindergartenkind und es ist keine Seltenheit, dass er nach dem Kindergarten so fertig und auch überlastet ist, dass er einfach erstmal runterkommen muss und einfach nur seine Ruhe braucht.
Das geht auch (vielen!) anderen Eltern so.
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17.09.2020, 10:25
AW: Helikopter-Mutti
Geändert von Milk_ (17.09.2020 um 10:31 Uhr)
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17.09.2020, 10:27Inaktiver User
AW: Helikopter-Mutti
Herrlich!Mein "Highlight" war, als meine damals 75-jährige Großmutter ihm seine Studenten-WG geputzt hat, weil man ihm als 20-Jährigen natürlich nicht zutrauen konnte, selbst sauber zu machen.
Meine Omi (1912-2009) hätte bereits ihren Kindern den Vogel gezeigt.
Geändert von skirbifax (17.09.2020 um 15:50 Uhr) Grund: Zitat repariert
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17.09.2020, 10:27
AW: Helikopter-Mutti
Nicht nur meine Tochter ist Erzieherin, auch eine Freundin und meine Tochter hat schon fast eine universitäre Ausbildung genossen (neue Ausbildungsrichtlinien). Darauf aufbauend könnte sie jetzt Sozialwissenschaften studieren.
Meine Freundin ist noch vom "alten Schlag", aber auch hier stehen regelmäßige Schulungen an, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Und ja, was mir die beiden mitunter berichten, kommt bei mir schon fast der Verdacht der Vernachlässigung auf.
Gerade diese Kinder freuen sich riesig auf den Kindergarten, auf ihre Freunde, auf die Spiele und auf die Erzieherinnen.
Vielleicht haben gerade die Mütter, die sich so vehement gegen "Fremdbetreuung" streuben, ein schlechtes Gewissen? Machen die es vielleicht besser als ich?
Wir sind nicht in den Kindergarten gegangen, sind mehr draußen als drinnen großgeworden und hatten aber jede Menge Kumpani und streiften durch die Botnick. Die Freiheit habe ich noch sehr gut in Erinnerung.
Und wo ich früher rodelte stundenlang, spiele ich heute Golf und meine "Todesbahn" ist mir noch sehr präsent.
Wir wohnten eng, aber ja, ich hatte doch eine schöne Kindheit.
Meine Mutter hat den ganzen Tag geputzt, viel gewaschen (allerdings schon mit Maschine) und etwas über 60 qm sind jetzt auch keine hausfrauliche Herausforderung. Es gab allerdings sehr gutes Essen (sie war eine hervorragende Köchin), aber etwas mit uns gemacht hat sie auch nicht.
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17.09.2020, 10:27
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17.09.2020, 10:29
AW: Helikopter-Mutti
Wenn das dein Vorbild bzw. dein Bild von einer Hausfrau ist, dann kann ich dein Unverständnis verstehen.
Bei meiner Mutter und meinen Schwestern war das völlig anders - angefangen damit, dass sie viele Kinder haben, dass sie viele interessante Dinge gemacht haben und dass die Männer sich richtig in den Beruf reingehängt und Karriere gemacht haben.
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17.09.2020, 10:29
AW: Outtake: Ist es emanzipiert, zugunsten der Kinder die Arbeitszeit zu reduzieren?
Noch was zum Thema Fremdbetreuung, (das letzte was ich jetzt schreibe, ich muss auch noch arbeiten
)
Ich bin zutiefst überzeugt davon, dass Kinder ihre Eltern vor allem hinsichtlich einer stabilen Beziehung, dem Vermitteln von Werten, einem gesunden Selbstwertgefühl und einem unabdingbaren Sicherheitsgefühl brauchen. Je kleiner die Kinder, desto mehr brauchen sie davon.
Recht schnell, schon ab dem Säuglingsalter, kann dies nicht nur die Mutter, sondern natürlich auch der Vater geben. Auch recht schnell werden andere Bezugspersonen wichtig (Oma, Opa, Verwandten etc.). Nach dem Säuglingsalter fängt ein Kind dann an die Welt zu entdecken. Ab hier ist meiner Meinung nach Fremdbetreuung für ein Kind vorteilhaft. Natürlich in Maßen, damit die stabile Beziehung zu den Eltern und das Sicherheitsgefühl erhalten bleiben. Je älter, desto mehr ist möglich und sinnvoll. Ab ca. 3, finde ich, können Kinder sehr gut und auch länger am Stück ohne Eltern um sich herum sich selbstbewusst entwickeln. Was sie dadurch zusätzlich lernen ist von einer Mutter gar nicht zu leisten.
Unser Kind ist jeden Tag bis 14.30 Uhr in der Schule/Betreuung. Im Kindergarten war sie je nachdem bis 14-15 Uhr. Ich finde sie entwickelt sich ganz wunderbar und wir haben eine enge Bindung. Mein Mann und ich haben beide eine 35 Stunden Woche mit Homeofficeanteil. Da wir uns Kind und Haushalt teilen bin ich nicht gestresst. Mein Job macht mir spaß, ich empfinde meine Tätigkeit als sinnvoll und bereichernd. Ich kann mich entsprechend meines Studiums und Persönlichkeit weiterentwickeln, verbringe aber auch noch genug Nachmittage und Zeit mit meiner Tochter um sie in jeder Hinsicht zu begleiten. Dieses Konstrukt ermöglicht auch, dass mein Mann auch an drei Nachmittagen für sie da ist. Wir können beide auch in finanzieller Hinsicht für uns sorgen. Ich persönlich würde nicht anders leben wollen.
Man kann natürlich auch ganz in die Kinderwelt abtauchen und zuckerfreie Lutscher machen. Wenn es einem das Wert ist, dafür die anderen Nachteile in kauf zu nehmen. Es ist auch legitim, da nicht jeder für eine Erwerbstätigkeit und schon gar nicht für Karriere geschaffen ist. Wie bei jeder Lebensentscheidung ist eben ein mehr oder weniger hoher Preis zu bezahlen.Kontrolle ist unser größtes Streben und eine der größten Illusionen.



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17.09.2020, 10:30
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17.09.2020, 10:31
AW: Outtake: Ist es emanzipiert, zugunsten der Kinder die Arbeitszeit zu reduzieren?
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17.09.2020, 10:31Inaktiver User
AW: Helikopter-Mutti
Personalmangel kann/darf es hier in Bayern nicht geben, dann müssen/dürfen die nur weniger Kinder betreuen, da gibt es einen ziemlich strengen Personalschlüssel. In unserem Kindergarten wurden wegen Erziehermangels vor zehn Jahren zwei Gruppen geschlossen. Mittlerweile hat sich das Team da gut eingependelt, die meisten arbeiten immer noch da seit meine Kinder da waren. Kann natürlich sein, dass das ein Ausnahmefall ist.
Nach meinem Empfinden kommt es auch darauf an, wie groß die Einrichtung ist, rein räumlich gesehen. Unser Kindergarten hat einen riesigen Außenbereich und man geht auch oft mal in den Wald. Da ist dann der Lärm- und Stresspegel nicht so heftig wie in anderen Einrichtungen, wo die Räume beengter sind. Hier hat jede Gruppe zwei Räume und einen eigenen kleinen Innenhof. Der kleinere der Räume ist still.
Das mit dem Runterkommen find ich normal, geht mir nach dem Großraumbüro auch so... (seit März Homeoffice, ich vermisse den Großraum nicht).
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17.09.2020, 10:32



Zitieren
Schräg finde ich die Anspruchshaltung trotzdem. Aber vielleicht ist das Beispiel auch einfach unglücklich gewählt. Da kommt ja klischeehaft alles zusammen, was es an Schwierigkeiten so geben kann (Angststörung, hochsensible Kinder, Gewalt unter der Geburt, ...). Es gibt sicherlich auch Beispiele von Müttern, die vernünftig begründen können, warum sie zu Hause bleiben.
