+ Antworten
Seite 14 von 24 ErsteErste ... 41213141516 ... LetzteLetzte
Ergebnis 131 bis 140 von 235
  1. VIP Avatar von xanidae
    Registriert seit
    23.02.2001
    Beiträge
    17.912

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Danke, Antje für deinen Bericht. Ich erlebe das ähnlich, allerdings erlebe ich auch, dass kaum einer außerhalb der z. B. Studentenkreise über diese Möglichkeiten informiert ist. Hinzukommt, dass viele unserer Fairteiler an den Hochschulen sind, da trauen sich vielleicht auch „Normalos“ nicht hin. Der Fairteiler in dem Gemeindehaus hat ein bunteres Publikum.

    Ich bin z.B. Nicht offiziell registriert, hole aber für uns und unsere Nachbarn regelmäßig bei bestimmten Foodsharern Essen ab. Da werden wir durchaus auch mal angefragt für schon verarbeitete Lebensmittel.

    Auch hole ich nicht nur Essen für mich privat ab, sondern auch für die Obdachlosenhilfe. Engagierte Menschen kochen dann aus den Lebensmitteln die Mahlzeiten, die sie verteilen. Heute habe ich 10 Baguette vorbei gebracht.
    Evangelisch schlecht gelaunt, zieh ich meine Runden
    „Fünf Jahre nicht gesungen“ Thees Uhlmann

  2. Avatar von ereS
    Registriert seit
    28.08.2012
    Beiträge
    15.457

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen
    Ich erlebe im Alltag zu dem Thema ganz viel "man müßte" "es müßte" "die Regierung müßte" "es sollte"...... aber ganz wenig "ich werde" "ich mache" "ich engagiere"...

    Und mein Alltag ist Foodsharing. Ich hole im Schnitt 3 - 4 mal pro Woche an unterschiedlichen Stellen ab. Ich erlebe dabei übrigens NICHT, daß es den Läden egal wäre, daß Lebensmittel übrig sind - sondern das genaue Gegenteil. Eine Bäckerei friert sogar das Brot extra für die Tafel ein, weil die nur 1 x die Woche abholen können. Die geben also an die Tafel, einen Kindergarten und an Foodsharing.....

    Foodsharing würde für viele 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen - es wäre für viele, die ein sehr knappes Haushaltsbudget haben eine großartige Bereicherung des Menueplans.
    Und für jeden, den Lebensmittelverschwendung und Vernichtung stört, ist es eine tolle Möglichkeit, flexibel Abhilfe zu schaffen.
    danke fuer die umfangreiche info

    mich stoeren aber gerade im beriech lebensmittel viele gesetze
    warum darf der baecker seine waren nicht einfrieren und regulaer weiterverkaufen ? um mal ein beispiel zu nennen

    oder warum muessen alle leebnsmittel die in einem flugzeug waren weggeworfen werden ?
    wieso duerfen sich mitarbeiter nicht fuer kleines geld oder umsonst lebenmittel mitnehmen, die stattdessen weggeworfen werden ?

    und da gibt es ganz viel was nicht in ordnung ist
    das auge der moderatoren ist ueberall...

    ueber rechtschreibfehler in meinen beitraege bitte ich hinwegzusehen, ich sehe sie aktuell auch nicht richtig...


  3. Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    9.582

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Zitat Zitat von ereS Beitrag anzeigen
    warum darf der baecker seine waren nicht einfrieren und regulaer weiterverkaufen ? um mal ein beispiel zu nennen
    Hätte ich auch nix dagegen - wenn er das aber intransparent tut und es nicht entsprechend kennzeichnet und denselben Preis verlangt wie für frisches Brot, dann hielte ich es für betrügerisch.

    Wenn allerdings, das als "wieder aufgetaut und daher günstiger" etikettiert wird - wäre ich total dafür. Warum nicht!

    Problem ist - und so sind die zig detailierten Anordnungen im Lebensmittelbereich auch entstanden - dass es viele Schlaumeier gibt.... Die halt ihre eigene "Verwertungs-" oder Verwurstungsmethoden anwenden - NICHT, weil ihnen die vielen schönen Lebensmittel zum Wegwerfen zu schade wären. Sondern weil es den Gewinn erhöht (oder den Verlust mindert), wenn man die Überreste der letzten Wochen als Eintopf oder Bolo serviert - oder Cervelatwurst draus macht - nur um ein paar klassische Zweitverwertungen zu nennen.

    Dagegen ging der Gesetzgeber mit zig Gesetzen an. Jede Vorschrift entsteht ja erst mal retrospektiv weil jemand was getan hat - dann wird reagiert und ggfs. Varianten der Tat antizipiert.

    @Mitarbeiter und Essen - traurige deutsche Rechtssprechung: 2 alte! Semmeln, ein anderes Mal 1 alte Frikadelle - die Mitarbeiter landeten vor dem Kadi.

    Und: immer geldwerter Vorteil wenn die Überreste gegessen werden, sind sie geldwerter Vorteil un dazu versteuern.
    Wenn die Überreste weggeworfen werden sind sie : Müll und MINDERN die Steuerlast dessen, der sie wegwirft

    Made in Germany

  4. Avatar von GuteLaune
    Registriert seit
    21.03.2005
    Beiträge
    7.075

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Wer Mitarbeiter Reste mitnehmen oder einfach so verputzen lässt, begeht Steuerhinterziehung.
    Das lässt sich mit ein bisschen Fantasie regeln. Eine Bekannte arbeitet in einem Altenheim. Die Mitarbeiter dürfen sich Reste vom Mittagessen mitnehmen, müssen sie allerdings bezahlen. Pro Portion 2 Euro. Wie groß dann letztlich eine "Portion" ausfällt und ob davon ggf. auch eine 5-köpfige Familie satt wird, ist nicht festgelegt.


  5. Registriert seit
    24.12.2019
    Beiträge
    212

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Zitat Zitat von Antje3 Beitrag anzeigen

    Die Realität bei Foodsharing sieht so aus: Es engagieren sich Berufstätige und Studenten. Ich hole in verschiedenen Teams ab - und in keinem habe ich keinen einzigen kennengelernt, der beispielsweise Arbeitslos ist.

    Meine Schätzung sieht so aus: 50 % engagierte Berufstätige in qualifizierten (eher hochqualifizierten) Berufen, die das aus gesellschaftlichem Engagement machen. 30 % Studenten, 10 % Rentner und optimistisch angenommenen 10 % Bedürftigen.

    Hergeben tun wir etwa 80 % der Lebensmittel an Bedürftige über Fairteiler, an Flüchtlingsheime, an Sozialdienste für Obdachlose etc.

    Was passiert dort: Man wird angesprochen, ob auch was spezielles "bestellt" werden kann (nein...) "Ist das auch von heute"..... mithelfen will keiner.

    Im Klartext: es sind wie immer die gleichen, die sich engagieren und die gleichen, die gerne reden, aber im Grunde wollen, daß andere das regeln.
    Immer wieder liest man, dass ehrenamtliches Engagement v.a. von Berufstätigen, oft Besserverdienenden, ausgeübt wird.
    Ich finde dieses gesellschaftliche Phänomen interessant.

    Meine Erklärung: Auch das (wie so vieles andere auch) hat mit Bildung zu tun.
    Das ist zum einen empirisch beobachtbar: Besserverdienende sind im Durchschnitt gebildeter, und die Nicht- oder Geringerverdienenden, die ehrenamtlich tätig sind, sind meist Studenten oder die Gebildeteren innerhalb dieser Gruppe.
    Zum anderen hat das m.E. mit einem Wertekanon zu tun, den Bildung vermittelt.
    The sky is always blue above the clouds.


  6. Registriert seit
    21.04.2014
    Beiträge
    13.255

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Ich weiß nicht. In meinem Umfeld engagieren sich auch viele Menschen, die jetzt Rentner sind und in Helferjobs gearbeitet haben, also gerade mal eine "Grundbildung" haben...

    Ich glaube eher - ein ständiges Leben in äußerst prekären Verhältnissen, wie es z. B bei Langzeitarbeitslosen der Fall ist führt zu einer Art Lethargie. Man kann sich dann vermutlich kaum mehr aufraffen.

    Fiel mir dann immer auf, wenn Termine bei Behörden wahrzunehmen waren und die als unglaublich stressig empfunden wurden - hinfahren, in einem bestimmten Zeitkorridor da sein müssen, zurück fahren... Ich fragte mich dann zwar immer innerlich - wo ist denn dein Problem? Du bist tagein, tagaus zu Hause, wieso ist dann ein einziger Termin in der ganzen Woche bzw im Monat so ein Drama?

    Aber für die Betroffenen war es augenscheinlich eins.

  7. gesperrt
    Registriert seit
    03.07.2005
    Beiträge
    37.159

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Fiel mir dann immer auf, wenn Termine bei Behörden wahrzunehmen waren und die als unglaublich stressig empfunden wurden - hinfahren, in einem bestimmten Zeitkorridor da sein müssen, zurück fahren... Ich fragte mich dann zwar immer innerlich - wo ist denn dein Problem? Du bist tagein, tagaus zu Hause, wieso ist dann ein einziger Termin in der ganzen Woche bzw im Monat so ein Drama?

    Aber für die Betroffenen war es augenscheinlich eins.
    ja, ein Termin pro Woche ist deutlich schwieriger, als vier Termine pro Tag. Wenn man erst mal in einer Schiene ist und ein gewisses Tempo hat, geht alles viel leichter.

    Ferien bedeuten bei mir vor allem "keine Termine"!

    gruss, barbara

  8. Avatar von GuteLaune
    Registriert seit
    21.03.2005
    Beiträge
    7.075

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Foodsharing ist eine tolle Initiative. Ich lese schon seit geraumer Zeit mit und trage mich mit dem Gedanken, mich dort zu engagieren.
    Allerdings streiten sich da noch zwei Seelen in meiner Brust: Zum einen bemühe ich mich seit langem, sehr bewusst einzukaufen. Keine Plastikverpackungen, Obst und Gemüse ausschließlich regional und saisonal, Fleisch und Wurst nur in kleinsten Mengen.
    In den foodsharing-Kisten, die ich bis jetzt gesehen habe, finde ich: viel abgepackte Wurst in Plastik, viele Produkte, die von weit her kommen, manches, was ich im Leben nie kaufen würde. Einen Fairteiler gibt es in unserem Ort noch nicht (foodsharing ist hier sehr neu), die Gruppe selber ist auch sehr klein. Natürlich wird dann auch was weggegeben an andere, aber viele konsumieren die "geretteten" Lebensmittel selbst. Und da wäre dann halt vieles dabei, was meinen Einkaufsgrundsätzen widerspricht.

    Wie gesagt: Ich bin gerade hin- und hergerissen...


  9. Registriert seit
    20.07.2010
    Beiträge
    9.582

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    ich fände es auch zielführender, statt zu die Überreste zu sharen, gar nicht soviel auf einmal zu kaufen, dass es dann wegmuss oder verdirbt....

  10. Avatar von GuteLaune
    Registriert seit
    21.03.2005
    Beiträge
    7.075

    AW: Entsorgung von Lebensmitteln aus Großküchen

    Und zum Thema "Buffet":
    Ich war neulich zu einem Seminar in einem Kloster. Dort wird sehr bewusst und nachhaltig gewirtschaftet. Gemüse und Obst wird auf dem Klostergelände selbst angebaut, Marmelade wird selbst gekocht. Alles, was nicht selber erzeugt wird, wird von regionalen Produzenten bezogen. Von kleinen Ausnahmen abgesehen. Tee und Kaffee aus fairem Handel. Also alles in allem ein Konzept, das mir gut gefällt.

    Die Mahlzeiten gab es vom Buffet, was ganz angenehm war, weil man sich da halt raussuchen konnte, ob man z.B. als Beilage Kartoffeln oder Reis nimmt. Allerdings waren Platten immer mit sehr wenig Speisen gefüllt. Es waren immer mehrere der Ordensfrauen unterwegs um aufzufüllen. So war immer genug von allem da, es blieb aber am Ende wenig übrig.
    Beim Abendessen standen dann schon auch mal die Reste vom Mittagessen wieder da: Das Gemüse mit Käse überbacken, der Eintopf nochmal aufgewärmt - schön, wenn man abends noch mal eine warme Kleinigkeit wollte. Ansonsten gab es abends Wurst, Käse, Brot. Was schon auf den Platten lag, wurde gegen Ende des Essens nochmal ordentlich zusammengelegt, dann kam eine Abdeckhaube drauf und das ganze wanderte in einen Kühlschrank in dem Trakt, in dem die Gruppenräume waren. So konnte man sich bedienen, wenn man spät abends noch Appetit auf einen kleinen Imbiss hatte.
    Ich denke, unterm Strich war da sehr wenig übrig, was letztlich entsorgt werden musste.

+ Antworten
Seite 14 von 24 ErsteErste ... 41213141516 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •