+ Antworten
Seite 5 von 7 ErsteErste ... 34567 LetzteLetzte
Ergebnis 41 bis 50 von 61
  1. Avatar von Daiva
    Registriert seit
    08.02.2017
    Beiträge
    556

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Ebenfalls noch eins: Aus dem o.g. Artikel der Abendzeitung, die einem weiteren, dort aufgeführten Artikel der Frage nachgeht, weshalb dieser Täter frei herumlaufen durfte:

    Am 22. Februar 2010 lautete das Urteil des Landgerichts München gegen den heute 43-jährigen Christoph K. vier Jahre und elf Monate Haft wegen sexuellen Missbrauchs in 17 Fällen. Er kam in die Psychiatrie.

    I
    m Zuge des Maßregelvollzugs fragten die Ärzte im Bezirkskrankenhaus Haar Ende 2018 bei der Staatsanwaltschaft an, ob eine Lockerung der Bedingungen möglich sei. Ein normaler Vorgang in einem Rechtsstaat, so die Staatsanwaltschaft. Ausschlaggebend sei, ob von einem Straftäter auch nach Jahren noch eine Gefahr für andere Menschen ausgeht.

    "Die Entscheidung lag ausschließlich in der Verantwortung der Klinik in Haar", betont Oberstaatsanwältin Anne Leiding. Ein Veto der Staatsanwaltschaft hätte nichts verhindern können.

    Vier Ärzte waren in diesem Fall an dem Entscheidungsprozess beteiligt. Am Ende gaben sie grünes Licht. Es wurde die sogenannte Lockerungsstufe D genehmigt. Im November 2018 durfte der verurteilte Kinderschänder in eine gesicherte therapeutische Wohneinrichtung ziehen. Er bekam einen Job, durfte sich unter Auflagen sogar frei bewegen
    .

    Nunmehr 18 Opfer, die therapeutische Hilfe benötigen oder zum Teil bereits erhalten - wieviele dürfen es denn noch werden, ehe solche Täter für immer weggesperrt werden ? 18 Familienangehörige, die ihre mißhandelten Kinder auffangen, trösten und schützen müssen - wie hoch auch deren Belastung (psychotherapeutische Kenntnisse fehlen in Gänze und woher soll sie auch kommen?) ist weiten Teilen dieser Gesellschaft vollkommen gleichgültig. Das Augenmerk richtet sich stattdessen auf den Täter, dem sogar ein Pflichtanwalt zugestanden und -bei fehlendem Einkommen- auch bezahlt wird nebst den bereits erwähnten Hilfen.

    Jeder Mensch macht mich glücklich: Die einen, wenn sie den Raum betreten. Die anderen, wenn sie den Raum verlassen.
    Geändert von Daiva (28.06.2019 um 10:41 Uhr)

  2. Avatar von FrauE
    Registriert seit
    22.01.2009
    Beiträge
    12.613

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Zitat Zitat von Sasapi Beitrag anzeigen
    Welchen Vorteil hat "wegsperren bei Wasser und Brot", sprich : Verwahren und Zeit absitzen lassen?

    Und : Es gibt nicht wenige Fachleute, die täglich mit Insassen zu tun haben, die sagen Haft allein bringt keine Verhaltensänderung. Der Täter passt beim nächsten Mal nur besser auf, nicht erwischt zu werden.
    Also ich persönlich sehe einen großen Vorteil darin, die nächsten 17 Opfer gar nicht erst zustande kommen zu lassen. Der Mann war einschlägig vorbestraft und hat wieder zugeschlagen. Wer will dem Opfer samt Familie das denn plausibel machen?

    Der bekommt seine nächste Chance.

    Das Kind hat keine mehr ein jemals unbelastetes Leben zu führen. Ich kenne einige Frauen, die geschlagen sind mit dem Missbrauch aus ihrer Kindheit und keine hat das weg gesteckt. Teilweise jahrelange Therapien helfen dir da auch nicht raus. Die Bilder im Kopf sind da und bleiben eingebrannt.
    Halts Maul - ich bin voll nett !

  3. Avatar von Paraplumeau
    Registriert seit
    03.11.2014
    Beiträge
    10.148

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Zitat Zitat von FrauE Beitrag anzeigen
    Das Kind hat keine mehr ein jemals unbelastetes Leben zu führen. Ich kenne einige Frauen, die geschlagen sind mit dem Missbrauch aus ihrer Kindheit und keine hat das weg gesteckt. Teilweise jahrelange Therapien helfen dir da auch nicht raus. Die Bilder im Kopf sind da und bleiben eingebrannt.
    Vielleicht kann man ja auch mal daran arbeiten, dass es eben nicht zum lebenslangen Opferdasein kommt. DAS wäre nämlich mal eine wirklich wichtige Aufgabe der Opferhilfeeinrichtungen.
    Tertiäre Viktimisierung - also die Annahme der Opferidentität für das eigene Leben - kann nicht der Weg sein.
    Wenn ich anderer Leute Innerstes sehen wollte, wäre ich Gerichtsmedizinerin geworden.


  4. Registriert seit
    09.10.2018
    Beiträge
    3.524

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Nee, sicher nicht. Auch wenn diese Aussage natürlich wieder einmal mehr die Verantwortung dem Opfer zuschiebt.

    Es wäre m.M.n. vernünftiger, Menschen wie solche Täter tatsächlich "wegzusperren" und von der sozialromantischen Fantasie runterzukommen, dass alle Menschen therapierbar seien und man nur das Gute irgendwie hervorkitzeln müsse.
    Manche Menschen sind Bestien, und ja, das ist auch tragisch für sie selbst, aber warum andere dafür bezahlen sollen, ist mir unklar.


  5. Registriert seit
    26.10.2016
    Beiträge
    5.044

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Das gelingt primär durch effektive, weiterqualifizierte Therapeuten mit Schwerpunkt Traumatherapie.

    Diese sind, im Angesicht des Bedarfs, weiterhin Mangelware.
    Cave: Beiträge können ggf. marginale Rückstände von Ironie und Sarkasmus aufweisen.
    Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Posting oder fressen Sie die Verfasserin.


  6. Registriert seit
    21.09.2014
    Beiträge
    9.668

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Vielleicht kann man ja auch mal daran arbeiten, dass es eben nicht zum lebenslangen Opferdasein kommt. DAS wäre nämlich mal eine wirklich wichtige Aufgabe der Opferhilfeeinrichtungen.
    Tertiäre Viktimisierung - also die Annahme der Opferidentität für das eigene Leben - kann nicht der Weg sein.
    Danke dafür!

    Der Umgang mit PTB ist noch relativ neu. Wie Menschen traumatische Erlebnisse verarbeiten oder besser verarbeiten können, das ist ein wichtiger Bereich und auch da sollte man offen forschen und Behandlungsmethoden (weiter) entwickeln.
    Die Vornahme einer lebenslangen Opferidentität halte ich dabei für nicht hilfreich.

    P.S.: ich hoffe, du hast auch mein Lob für die Ermittler gelesen
    Think before you print.

  7. Inaktiver User

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    R-Rokeby,
    ich bin in Allem, was Du schreibst, ganz nah bei Dir.

    Mehr möchte ich nicht schreiben, da es erstens nicht NUB-konform wäre, und zweitens keinen Sinn hat.

    LG,
    B-Vision

  8. Moderation Avatar von maryquitecontrary
    Registriert seit
    03.04.2003
    Beiträge
    6.360

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Zitat Zitat von FrauE Beitrag anzeigen
    Das Kind hat keine mehr ein jemals unbelastetes Leben zu führen. Ich kenne einige Frauen, die geschlagen sind mit dem Missbrauch aus ihrer Kindheit und keine hat das weg gesteckt. Teilweise jahrelange Therapien helfen dir da auch nicht raus. Die Bilder im Kopf sind da und bleiben eingebrannt.
    Zitat Zitat von Paraplumeau Beitrag anzeigen
    Vielleicht kann man ja auch mal daran arbeiten, dass es eben nicht zum lebenslangen Opferdasein kommt. DAS wäre nämlich mal eine wirklich wichtige Aufgabe der Opferhilfeeinrichtungen.
    Tertiäre Viktimisierung - also die Annahme der Opferidentität für das eigene Leben - kann nicht der Weg sein.

    Beide Perspektiven greifen zu kurz. Sexueller Gewalt ausgesetzt gewesen bzw durch sexuell grenzüberschreitende Handlungen traumatisiert worden zu sein, bedeutet dennoch nicht, einer homogenen Gruppe anzugehören.

    Es gibt Risikofaktoren und beschützende Faktoren, es gibt höhere oder weniger hohe Dispositionen zu chronischen Störungen, die ganz multifaktoriell sind; darüber hinaus haben auch die Handlungen bzw Erfahrungen unterschiedliche Auswirkungen.

    Daher muss man jedes Kind individuell sehen.

    Um es ganz platt zu sagen, das junge Kind, das ich zur Zeit behandle, welches als Säugling und innerhalb einer Bindungsbeziehung mehrfach unter anderem vergewaltigt wurde, hat andere Voraussetzungen zur Bewältigung als zum Beispiel ein sicher gebundenes Schulkind, das einmalig eine Vergewaltigung durch eine Person außerhalb der Familie erfährt.

    Das sind Perspektiven aus meiner klinischen Erfahrung, die sollen nichts relativieren, nur das Bild ein wenig justieren.
    that was the river - this is the sea


    Moderation im Forum "Persönlichkeit"

  9. Avatar von Hair
    Registriert seit
    31.12.2014
    Beiträge
    2.506

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    Zitat Zitat von print Beitrag anzeigen
    Danke dafür!

    Der Umgang mit PTB ist noch relativ neu. Wie Menschen traumatische Erlebnisse verarbeiten oder besser verarbeiten können, das ist ein wichtiger Bereich und auch da sollte man offen forschen und Behandlungsmethoden (weiter) entwickeln.
    Die Vornahme einer lebenslangen Opferidentität halte ich dabei für nicht hilfreich.

    P.S.: ich hoffe, du hast auch mein Lob für die Ermittler gelesen
    Das ist jetzt zwar wieder ot, doch ein sehr interessantes Thema. Weil es eben in Richtung Verarbeitung und positiver Veränderung zeigt.

    Sollten wir da nicht doch einen Strang aufmachen?

  10. Avatar von Hair
    Registriert seit
    31.12.2014
    Beiträge
    2.506

    AW: Mann mit Wolfsmaske vergewaltigt Kind in München

    @maryquitecontrary, hat denn dieser Säugling die Chance jemals ein ganz normales Leben mit Familie und normaler Sexualität zu leben?

    Ist zwar wieder ot, würde mich aber sehr interessieren. Gewalt gibt es ja nicht erst seit heute, dazu gibt es bestimmt Studien.

+ Antworten
Seite 5 von 7 ErsteErste ... 34567 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •