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  1. Avatar von Lukulla
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    Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Als ich das eben las, kam eine fassungslose Wut hoch. Wie kann man diese Landschaft mitten im Inka Gebiet durch einen Flughafen für immer zerstören?

    Der neue Flughafen werde mit einer Fläche von 40.000 Quadratmetern geplant, einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge soll er über mehr als zehn Flugsteige verfügen.
    Bis zu sechs Millionen Passagiere pro Jahr würden einen einfacheren Zugang zu dieser und anderen Inkastätten aus dem 15. Jahrhundert - wie auch Machu Picchu - bekommen, schreibt die Zeitschrift "Science" unter Berufung auf peruanische Behörden.

    Im Jahr 2017 haben mehr als 1,5 Millionen Touristen Machu Picchu besucht - das entspricht doppelt so vielen Menschen wie maximal von der Unesco empfohlen. Konsequenz: Die Steinoberflächen leiden und drohen zu zerfallen.
    spiegel

    Es gibt eine Petition, die die Regierung darum bittet, das Projekt zu überdenken. Grossteil des Textes ist auf spanisch. Attention Required! | Cloudflare

    aber es sind schon Tatsachen geschaffen worden:

    Millionen Tonnen Erde seien bereits umgegraben worden, schreibt die britische Zeitung "The Guardian". Für Archäologen und andere Wissenschaftler ist das ein Desaster. "Dies ist eine gestaltete Landschaft", sagt Natalia Majluf, peruanische Kunsthistorikerin an der Cambridge University. "Die Inkas haben hier Terrassen und Wege angelegt. Ein Flughafen hier würde alles zerstören."


    Jetzt schon kommen doppelt so viele Menschen auf die steinernen Terassenanlagen in Machu Picchu, die vom Inka Volk errichtet worden sind. Jetzt schon leiden die historischen Stätten durch den Tourismus.

    Und nun baut Peru einen Riesenflughafen mitten in das Gebiet, um noch mehr Menschen auf diese Stätten am Rand des Flughafens zu locken? Ein Flughafen mit betoniertem Grund und betonierten Zufahrten und Flügen in der Luft und Vibration in der Erde könnte das gesamte Gebiet zerstören.

    Mehr Info:

    In der kleinen Ortschaft Chinchero, rund 30 Kilometer von der Stadt Cusco entfernt und am Eingang des „Heiligen Tals der Inkas“ liegend, sind die Bagger aufgefahren. Das Millionenprojekt, für dessen Bau bereits eine Reihe von Konzernen Interesse bekundet hat, soll bis 2023 fertiggestellt werden. Ursprünglich hätte der Flughafen von privater Hand gebaut werden sollen. Doch wegen Preiserhöhungen und unlauteren Geschäften um das Projekt geriet dieser Plan ins Stocken. Nun wird der Staat den Flughafen praktisch im Alleingang umsetzen und dann den Betrieb voraussichtlich per Konzession vergeben.


    Perus Präsident Martín Vizcarra sprach von einem der emblematischsten Bauwerke, das Peru anlässlich seines zweihundertjährigen Bestehens feiern werde.
    In der Gegend befinden sich zahlreiche archäologische Stätten. Bereits jetzt hat das Projekt seine Spuren hinterlassen. Die Yanacona, eine der drei indigenen Gemeinschaften in Chinchero, sollen praktisch ihr gesamtes Land für 35 Millionen Dollar an den Staat abgetreten haben.

    FAZ

    Mich macht das völlig fassungslos!
    Man kann die Petition unterschreiben.
    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  2. Avatar von Lukulla
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

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  3. Avatar von Lukulla
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Mehr Info, und viele Fotos, Text auf englisch, bitte schaut Euch die Fotos an:
    'It would destroy it': new international airport for Machu Picchu sparks outrage | Cities | The Guardian
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  4. Avatar von Lukulla
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Bei diesem Bild könnte ich echt zu heulen anfangen:
    'It would destroy it': new international airport for Machu Picchu sparks outrage | Cities | The Guardian

    Und darüberhinaus, wir reden hier vom Klimaschutz und von der Weltenrettung und von dem Erhalt unserer Artenvielfalt und wollen tatsächlich etwas tun und dort wird eine wunderbare intakte kleine Dorflandschaft mit historischen Baudenkmälern platt gewalzt und das Land für immer zerstört-
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    Geändert von Lukulla (16.05.2019 um 19:16 Uhr)

  5. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Lukulla, der Link funktioniert nicht.
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    Christian Morgenstern


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  6. Avatar von Lukulla
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Ich hab's neu eingesetzt.
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  7. Avatar von Fourthhandaccount
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Als ich das gelesen habe, dachte ich, es sei der 1. April. Ich verstehe aber auch das hier nicht:

    Die Yanacona, eine der drei indigenen Gemeinschaften in Chinchero, sollen praktisch ihr gesamtes Land für 35 Millionen Dollar an den Staat abgetreten haben.

    Da kenne ich geglücktere Versionen. Siehe "Indianercasinos".
    Die Arche wurde von Laien gebaut, die Titanic von Fachleuten | Unbekannt

    Hoffnung ist in Wahrheit das übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert | Nietzsche
    Kein Wunder, dass er in der Anstalt landete ...


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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Kein Trost, aber FJS baute einen Flughafen in eines der letzten intakten Hochmoore Europas.

    Inzwischen allen wurscht

  9. Avatar von FrauE
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Ich glaube wir müssen uns alle davon verabschieden, dass diese Wunderwerke vergangener Epochen und Kulturen noch ewig da stehen oder erhalten werden. Die Reisehysterie der Menschheit, im Leben die ganze Welt gesehen haben zu müssen halten wir nicht mehr auf. Damit ist gerade in den armen Ländern anscheinend viel Geld zu verdienen. Solche Kulturstätten werden nach und nach alle dran glauben müssen deswegen.

    Ich erwische mich doch ab und an mal dabei, dass ich mir denke: Warum machen wir uns deswegen eigentlich verrückt? Wenn in 150 Jahren davon nix mehr übrig geblieben ist, weil unsere Generation da millionenfach drüber trampeln muss, dann ist das so. Sind aber nur kurze Anwandlungen.

    Aber dennoch macht es mich auch traurig. Ich selbst hätte gerne mal die Pyramiden in Ägypten gesehen. Als ich jung war, hatte ich das Geld nicht für so eine Reise. Danach war es dort zwischenzeitlich mal unglaublich unruhig und wir hatten Leute kennengelernt, die dort bei Anschlägen zugegen waren. Heute könnte ich mir die Reise leisten, aber ehrlich: Da laufen so viele Touristen rum, klettern auf die Pyramiden, obwohl es verboten ist, der Ausverkauf findet da auch statt - ich will das nicht sehen. So betrachte ich mir schöne Bilder davon und bewundere sie trotzdem, ohne vor Ort gewesen zu sein.

    Stonehenge in England wollte ich auch gerne mal sehen. Unser britischer Freund klärte mich dann mal auf, dass man die nicht mehr aus der Nähe sehen kann, weil ein Zaun drum herum gezogen werden musste, damit die nicht kaputt geklettert werden. Die Unvernunft der Menschheit halt. Möchte ich mir so nicht angucken müssen. So gibt es viele Orte, die ich nicht bereisen werde, weil ich das nicht unterstützen will.
    Halts Maul - ich bin voll nett !

  10. Moderation Avatar von Analuisa
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    AW: Flughafen in Peru mitten im Inka Gebiet

    Liebe Lukulla,

    vielen Dank für's Aufmerksammachen.

    Ich hatte bisher noch nicht von den Plänen gehört und mich ein bisschen durch deine Links gelesen. Sehr aufschlussreich ist auch der Artikel der Zeitschrift Science, auf den die anderen Berichte sich berufen. Er benennt neben den Gefahren, die auch anderswo genannt werden (Erschütterungen, Luft- und Lärmbelästigung durch den Flugverkehr als solchen, ein höheres Aufkommen an Touristen, Verschmutzung des Sees, aus dem Cusco sein Trinkwasser bezieht) auch den Schaden für die archäologische Forschung. In dem Gebiet, das für den Flughafen vorgesehen ist, fanden wohl bisher keine Grabungen statt. Ist das Gelände erstmal zubetoniert, wird dies nicht mehr möglich sein.

    Die peruanische Regierung steht im Konflikt, einerseits das große touristische Interesse an den Schätzen des Landes kommerziell nutzen zu wollen, was verständlich ist, andererseits läuft sie Gefahr, durch unbedachte Förderung des Tourismus genau das, weswegen die Touristen kommen, zu zerstören. Es scheinen gerade Kräfte in beide Richtungen zu agieren, denn gleichzeitig hat kanalisiert man gerade die Besucherströme nach Machu Picchu:
    Die UNESCO fordert jedoch eine Reduktion auf höchstens 800 Besucher täglich, um das Kulturerbe nicht zu gefährden. Seit 2019 wird der Einlass nur stundenweise zwischen 6:00 und 14:00 Uhr mit einem Besucherzahlbegrenzung je Stunde und einer Höchstaufenthaltsdauer zwischen vier und sieben Stunden gewährt [...] Quelle: Wikipedia
    .
    Man ist sich also der Problematik bewusst, d.h. vermutlich ist es die Unesco, die da einen gewissen Druck ausübt. Nicht nur Machu Picchu (das von der Zone, wo der Flughafen geplant ist, immerhin 100 km entfernt liegt), auch die Stadt Cusco steht auf der Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO.

    Hintergrund der Pläne ist, dass Ersatz für den Flughafen Cusco benötigt wird. Dieser liegt mitten in der Stadt und wird als gefährlich eingestuft. Hier ein Artikel, der die Problematik ein wenig sachlicher schildert, als die Spiegel- und FAZ-Artikel: Informationsstelle Perú e.V.

    Zu den "6 Millionen Touristen": Der Originalsatz aus der Science heißt:
    Nach der Fertigstellung im Jahr 2023 sollen 6 Millionen Besucher pro Jahr einen einfacheren und direkteren Weg zu den nahe gelegenen Inka-Stätten haben, und ich habe mich gefragt, worauf diese Zahlenangabe beruht. Habe dann ein bisschen gesucht und folgendes gefunden, von 2017:

    El Aeropuerto Internacional de Chinchero en Cusco, tendrá una capacidad para movilizar 6 millones de pasajeros al año, a diferencia de los 2.5 millones que se trasladan actualmente a través del terminal Alejandro Velasco Astete del Cusco, según lo señaló el presidente de la República, [...]
    Quelle: tvPerú
    Übersetzung: Der Internationale Flughafen von Chinchero bei Cusco wird eine Kapazität zur Beförderung von 6 Millionen Passagieren jährlich haben, im Vergleich zu den 2,5 Millionen, die zur Zeit über den Flughafen Alejandro Velasco Astete in Cusco reisen, so sagte der Präsident der Republik [...]

    Tja, gemeint ist also die Kapazität des Flughafens, Science macht aus sechs Millionen Menschen mal eben sechs Millionen Touristen, und alle anderen schreiben das ab ...

    Man sollte es nicht für möglich halten, aber auch in Perú leben Menschen, die gelegentlich den Flieger nutzen, zumal die Gegend um Cusco bergig ist, die Straßenverhältnisse mit unseren nicht vergleichbar und eine Busfahrt in die Hauptstadt annähernd 24 Stunden dauert. Außerdem wird der Flughafen wohl auch als Frachtflughafen benötigt.

    Und was deine Bezeichnung "Riesenflughafen" angeht, Lukulla: der Flughafen soll eine Größe von 480.000 m² haben, also 48 Hektar, vergleichbar mit Lima. Berlin Schönefeld hat 630 ha, Frankfurt 2160 ... (Zahlen nach Wikipedia), das sind ganz andere Dimensionen.

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Und darüberhinaus, wir reden hier vom Klimaschutz und von der Weltenrettung und von dem Erhalt unserer Artenvielfalt und wollen tatsächlich etwas tun und dort wird eine wunderbare intakte kleine Dorflandschaft mit historischen Baudenkmälern platt gewalzt und das Land für immer zerstört-
    Dass sie Dörfer und historische Stätten plattwalzen, glaube ich allerdings nicht. Das Foto zeigt Landschaft.

    Nein, ich will hier gar nichts schönreden, nur die Diskussion ein wenig versachlichen. Schade, dass die Petition so spät kommt, das Ganze ist ja offenbar schon seit Jahren in Planung.
    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.
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