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    AW: Eure Meinung über Thesen eines Coaches

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Für die meisten Krebserkrankungen sind erebte/angeborene oder in Laufe des Lebens erworbene Genmutationen verantwortlich.
    Für Genmutationen, die man im Lauf des Lebens erwirbt, die haben ja meist eine verhaltensbezogene Komponente.. Alk trinken, rauchen, zu viel an die Sonne, zu wenig Schlaf, zu viel Sitzen... und Verhalten wird stark psychisch gesteuert. Verhalten wird stark über Entscheidungen gesteuert, die man trifft. "sich entscheiden" ist in erster Linie eine psychische, nicht körperliche Sache.

    Von daher: dass die Psyche eine Rolle spielt, ist wohl kaum abzustreiten. WELCHE Rolle die Psyche spielt, sowohl beim Entstehen von Gesundheitsproblemen, wie auch bei der Therapie von Problemen, ist allerdings schwer zu sagen.

    Psyche ist, noch mehr als der schon genug komplizierte Körper, ein subtiles Ding, und schwer fassbar. Die Schwierigkeiten, Zusammenhänge zwischen Psyche und Krebs zu finden (oder gegebenenfalls auch: zu widerlegen), werden in diesem Artikel ganz gut beschrieben:
    "Krebspersonlichkeit": Warum Beweise fur einen Zusammenhang zwischen Psyche und bosartigem Wachstum fehlen: Krebserkrankung und die Seele | ZEIT ONLINE

    Aber dass eine gesunde Psyche Krebs verhindern kann, ist m. M. nach nicht besonders wahrscheinlich, weil eben im Körper Gen- und Zellveränderungen die Auslöser sind.
    Wenn man einen Vorgang auf genetischer bzw zellulärer Ebene festhält, bedeutet das ja nicht, dass die Psyche NICHT beteiligt ist an diesem Vorgang.

    Mal sehr simpel: Geschmacksknospen im Mund sind eine physische Angelegenheit - aber man kann die recht leicht davon überzeugen, durch ein bisschen Meditation und Vorstellungskraft, dass da gerade eine Zitrone sei, und alle Phänomene des Zitronen-Essens im Menschen auslösen - Empfinden von saurem Geschmack, Speichelfluss etc - ohne dass da tatsächlich eine Zitrone ist, die (psychische) Vorstellung allein kann das schon auslösen!

    Psyche und Körper sind EIN gemeinsames System, nur unterschiedlich bezeichnet als "façon de parler", nicht weil es da eine absolute Trennung tatsächlich gäbe. Die gibt es nicht.

    Nicht zu vergessen - die meisten Krebserkrankungen sind Erkrankungen des Alters - je älter, desto mehr Fehler in der Zellreproduktion, desto häufiger Krebs.
    drum wird es mit fortschreitendem Alter auch immer wichtiger, sich zu pflegen. Wenn ich so bei den Leuten im mittleren Alter schaue - jene Gruppe, die sich aktiv um ein gesundes, ausgeglichenes Leben bemüht, ist doch im Schnitt deutlich gesünder, fitter, stärker als jene, die das nicht tut...


    Gefährlich wird es, wenn Patienten eingeredet wird, den Krebs mit irgendwas anderem als Medikamenten/OP besiegen zu können.
    Wobei man durchaus festhalten kann, dass viele Medikamente/OPs den Krebs leider auch nicht besiegen können.

    Ich kann's durchaus verstehen, wenn sich jemand sagt: ok, ich hab jetzt diesen Krebs, shit happens, die Wochen und Monate, die mir noch bleiben, will ich nicht in Spitälern und Kliniken verbringen, sondern ich lass den Krebs jetzt Krebs sein und geniesse noch den Rest Leben, den ich haben kann!

    Ob man Qualität oder Quantität wählt, im Falle eines Falles - ist eine psychische Angelegenheit. nicht eine körperliche.

    Die eigene Endlichkeit zu akzeptieren, nicht eine Krankheit "besiegen" zu wollen (um welchen Preis? Jeden Preis? Bis zu einem gewissen Mass?), sondern damit zu leben versuchen, solange Leben eben dauert - ist eine psychische Einstellung. Nicht eine körperliche.

    Was man den Leuten bei einem Schnupfen rät und was diese dann machen, ist dagegen wohl ziemlich egal.
    nicht, wenn man ihnen rät "schluck ein paar Pillen, dann sind die Symptome weg und du kannst weiterhin ohne Pause funktionieren!"

    Das kann man ja einmal so machen, wenn's sein muss. Vor einer wichtigen Prüfung, einem wichtigen Anlass. Und dann später halt die Regeneration holen, die man braucht. kein Problem damit.

    Aber wenn man das systematisch und immer macht, und sich nicht regeneriert - wird es früher oder später notwendigerweise dazu kommen, dass sich die Natur ihr Recht holt, und je mehr und je länger da weggedrückt wurde, umso heftiger wird's dann sein.

    .... langer Rede kurzer Sinn: Holzhammermethoden wie die zitierte "Krebspersönlichkeit" sind viel zu grob, um was Sinnvolles in der Therapie damit anzustellen - aber die Psyche ist immer dabei, die Psyche ist immer extrem relevant.

    Hat jemand Kampfgeist oder nicht?
    Kann jemand sich selbst wertschätzen oder nicht?
    lässt sich jemand in Strudel von Angst und Panik herein ziehen, oder nicht?

    - all das spielt sehr wohl eine Rolle für Genesung, auch auf so anscheinend simplen Ebenen wie: folgt die kranke Person denn überhaupt ihrer Therapie, oder lässt sie sie schleifen wegen "lohnt sich ja nicht" oder "ist zu mühsam und umständlich"? Gibt sich die Person selbst die Chance zur Genesung? die Chance zu innerem Frieden trotz widriger Umstände?

    ganz jenseits von Beschuldigungen gibt es auf der psychischen Ebene jede Menge Dinge, die helfen oder hindern können. und diese Sachverhalte können und sollen auch therapeutisch genutzt werden, und ihren Teil zur Genesung beitragen, wenn immer möglich.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  2. Avatar von agathe13
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    AW: Eure Meinung über Thesen eines Coaches

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    nein, habe ich nicht. Brauchst dir nicht die Mühe machen mit dem Suchen, du wirst nichts finden.
    Mal schauen. ;-)

    Wenn dieser uralte und längst erledigte Hut das Einzige ist, was du hinkriegst an Belegen (und dann ausgerechnet noch Psiram verlinken! ausgerechnet die!)
    Du hast "ja, stimmt, die These von der 'Krebspersönlichkeit' ist so ein Humbug, der ungefähr das aussagt, was du meinst, dass nämlich Krebskranken die Schuld an ihrer Erkrankung zugeschoben wird" sehr, sehr umständlich ausgedrückt.

    Davon ab: Psiram hat diese krude Theorie von der 'Krebspersönlichkeit' nicht erfunden, diese Leute, die das vertreten, gibt es nach wie vor. Man denke auch an Leute, die die Thesen von Byron Katies "the work" so auslegen.

    muss ich wohl davon ausgehen, dass Aussagen à la "Sie sind an Ihrem Krebs selbst schuld" auch in deinem Umfeld wohl NICHT vorkommen.
    Ich habe nicht gesagt, dass sie in meinem Umfeld vorkommen im Sinne von: dass ein konkreter Mensch IRL, der mir oder jemanden aus meinem Umfeld sagt "Selbst schuld", sondern dass es solche Leute gibt, die so etwas verbreiten, und denen ich z.B. im Internet immer mal wieder begegne. Gerne auch im Zusammenhang mit Byron Katie "the Work".
    Geändert von agathe13 (24.04.2019 um 14:00 Uhr)


  3. Registriert seit
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    AW: Eure Meinung über Thesen eines Coaches

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Du hast "ja, stimmt, die These von der 'Krebspersönlichkeit' ist so ein Humbug, der ungefähr das aussagt, was du meinst, dass nämlich Krebskranken die Schuld an ihrer Erkrankung zugeschoben wird" sehr, sehr umständlich ausgedrückt.
    Bloss dass eben seit eh und je keiner mehr diese Idee auch nur noch erwähnt...

    Du kritisierst ja heutige Geografen ja auch nich tmit dem Hinweis darauf, dass es mal Leute gab, die die Erde für flach hielten? hat doch mit der heutigen Position und Lehre der Geografen nicht das Geringste zu tun?


    Davon ab: Psiram hat diese krude Theorie von der 'Krebspersönlichkeit' nicht erfunden, diese Leute, die das vertreten, gibt es nach wie vor.

    Ich habe nicht gesagt, dass sie in meinem Umfeld vorkommen im Sinne von: dass ein konkreter Mensch IRL, der mir oder jemanden aus meinem Umfeld sagt "Selbst schuld", sondern dass es solche Leute gibt, die so etwas verbreiten,
    nun, du scheinst grösste Schwierigkeiten haben, auch nur eine einzige Person in den unendlichen Weiten des Internets zu finden, die sowas tatsächlich propagiert.

    Psiram propagiert ja nicht, sondern kritisiert.

    scheint mir nach wie vor ein klassischer Strohmann zu sein.

    und denen ich z.B. im Internet immer mal wieder begegne. Gerne auch im Zusammenhang mit Byron Katie "the Work".
    ich hab mal diese Byron Katie gegooglet: weit und breit ist da nicht die Rede von "du bist schuld an deiner Krankheit". sondern es geht darum, sich aus aktuell schwierigen Situationen zu befreien. Völlig wurst, wie man da reingekommen ist, ob mit oder ohne eigene Beteiligung.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  4. Avatar von agathe13
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    AW: Eure Meinung über Thesen eines Coaches

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Bloss dass eben seit eh und je keiner mehr diese Idee auch nur noch erwähnt...
    Wenn du mir schon widersprichst, dann doch bitte nicht mit Behauptungen ,die sich so leicht widerlegen lassen:
    Suchbegriffe gemäß Google Trends: https://trends.google.de/trends/explore?date=all&geo=DE&q=krebspers%C3%B6nlichkeit
    Auch eine Google Suche eingeschränkt auf Treffer nur aus dem letzten Jahr ergibt jede Menge Ergebnisse.

    Du kritisierst ja heutige Geografen ja auch nich tmit dem Hinweis darauf, dass es mal Leute gab, die die Erde für flach hielten? hat doch mit der heutigen Position und Lehre der Geografen nicht das Geringste zu tun?
    Auch heute gibt es leider (wieder) Leute, die die These von der flachen Erde verbreiten. Und natürlich "kritisiere" ich die, bzw. weise darauf hin, dass das Humbug ist. (Bloss dass dieser Humbug im Gegensatz zu bestimmten Thesen zu "Krebspersönlichkeit" niemandem Schaden zufügt.)

    nun, du scheinst grösste Schwierigkeiten haben, auch nur eine einzige Person in den unendlichen Weiten des Internets zu finden, die sowas tatsächlich propagiert.
    Und wenn ich dir ein Zitat liefere, was dann?
    Erklärst du mir dann, dass diese Person ja nicht die richtige Schuhgröße hat und der Beleg daher nichts wert ist?

    Psiram propagiert ja nicht, sondern kritisiert.
    Um etwas kritisieren zu können, muss es ja existieren, oder denken sich die bei Psiram das aus?

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