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  1. Avatar von Rowellan
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    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was genau ist da eigentlich der Aufreger?
    Daß ein geliebtes Haustier wie irgendein Sachgegenstand behandelt wurde? Da hängen doch Bindungen dran, sowohl von Hund als auch von der Familie.

    Zitat Zitat von ereS Beitrag anzeigen
    geld fuer den rasse-hund anzuschaffen, war aber offensichtlich da...
    Lebensumstände können sich ändern. Jobs können verloren werden, Menschen können durch Arbeitsunfälle erwerbsunfähig werden usw.
    Daß die Familie jetzt finanzielle Probleme hat, heißt ja nicht, daß sie die schon hatte, als der Hund angeschafft wurde.
    *lost in the woods*

  2. Avatar von Janinebremer
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    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Ich frag mich an der Stelle auch: Wer kauft denn diesen Hund? Man fragt doch beim Verkäufer in so einer Situation an und will etwas über die Historie dieses Tiers wissen. Wenn dann die ehrliche Antwort kommt, sieht man doch sofort von einem Kauf ab.

    Tut mir ehrlich leid für die Familie. Das ist eine Schande!

  3. Inaktiver User

    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Wenn ich es richtig verstanden habe, handelt es sich um ein reinrassiges Tier vom Züchter, das erst ein Jahr alt ist. Das wirft schon Fragen auf vor dem Hintergrund, dass die Familie ansonsten rein gar nichts (mehr) an Wert besitzt.

    Aufreger wäre für mich hier übrigens die Käuferin des Hundes. Die hat die Sache erst publik gemacht, als sie von der Stadt die Tierarztkosten wieder haben wollte. Vorher hat sie sich anscheinend einfach nur über den Schnäppchenhund gefreut.

  4. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Zitat Zitat von Kleinfeld Beitrag anzeigen
    Für mich ist es schon unfassbar, das ein Haustier überhaupt gepfändet werden darf! Ein Hund wie hier, hat doch eine Bindung zu seiner Familie, den kann man doch nicht irgendwo abstellen wie ein Auto!
    .
    Darf es nicht:

    Nach Paragraf 811c Absatz 1 der Zivilprozessordnung gilt ein Tier, das im häuslichen Bereich und nicht zu Erwerbszwecken gehalten wird, grundsätzlich als unpfändbar. Warum die Stadt Ahlen den Hund trotzdem aus der Familie riss, konnte ein Sprecher zunächst nicht erklären. Man werde der Sache auf den Grund gehen, wird er im "Ahlener Tageblatt"zitiert. Und: "Was da passiert ist, ist nicht die übliche Vorgehensweise bei Vollstreckungen durch die Stadt Ahlen", erklärte er demnach weiter.
    Quelle:Stadt Ahlen pfandet Mops - und verkauft ihn danach auf Ebay | STERN.de

    Mich erinnert das an die Staatsanwältin in Schleswig-Holstein, die mit zweifelhafter rechtlicher und sachlicher Begründung ganze Tierbestände gepfändet hat und unter Wert verkaufen ließ und die Besitzer in den Ruin trieb: Reiterhofbetreiber und ich glaube auch eine Hobby-Hundezüchterin, die darüber sogar die Anwaltzulassung verloren hat.

  5. Inaktiver User

    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    Darf es nicht:
    Ich habe in einer anderen Pressemeldung gelesen, dass es zulässig ist, wenn das Tier als Luxusgegenstand angesehen werden kann. Einen 10 Jahre alten Mischling hätte vermutlich niemand gepfändet.

  6. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Zynisch könnte man nachfragen, ob der Hund mit dem Augenleiden auch noch Luxus ist...

    Wertlos bzw. nicht zum regulären Preis verkäuflich unter Zucht- und ökonömischen Gesichtspunkten - allerdings sehr teuer in der Haltung und Pflege.

    Was ist da maßgeblich?
    Geändert von lunete (28.02.2019 um 09:25 Uhr)


  7. Registriert seit
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    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Ich bin über die Geschichte - gelinde gesagt - verwundert.

    Selbstverständlich sind Haustiere (anders als Nutztiere) unpfändbar, § 811c Abs. 1 Zivilprozessordnung. Eine Ausnahme besteht nur bei wertvollen Haustieren - das könnte bei einem Rassehund gerade noch der Fall sein, an sich denkt man eher an Reitpferde -, zusätzlich müsste die Unpfändbarkeit für den Gläubiger eine unzumutbare Härte darstellen. Bei der Stadt als Gläubiger schwer vorstellbar, die kann wahrscheinlich die Unpfändbarkeit von 750 € schon verschmerzen.

    Erst recht unpfändbar ist natürlich ein Rollstuhl, auf den der Schuldner angewiesen ist, § 811 Abs. 1 Nr. 12 ZPO, und zwar unabhängig davon, in wessen Eigentum der steht.

    Dass auch die Verwertung über Ebay-Kleinanzeigen nicht rechtens ist, fällt daneben m.E. schon kaum mehr ins Gewicht. Und wenn tatsächlich auch noch die Angaben über den Gesundheitszustand des Hundes bewusst falsch waren: .


  8. Registriert seit
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    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Ach so, der Wert des Tieres soll nach der üblichen Auslegung des § 811c Abs. 2 ZPO deutlich über 250 € liegen. Das wäre bei einem (gesunden) relativ jungen Mops mit Stammbaum sicher der Fall. Dann bleibt aber immer noch die Interessenabwägung, und dass die zu Gunsten der Stadt ausgefallen sein soll, erstaunt mich.

    Allerdings ging es wohl gerade um Schulden bezüglich der Hundesteuer, was möglicherweise die Bereitschaft des Gerichtsvollziehers zur Pfändung erhöht haben könnte (nach dem Motto: beseitigt auch gleich die Ursache für weitere Schulden).

  9. Inaktiver User

    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Zitat Zitat von lunete Beitrag anzeigen
    Zynisch könnte man nachfragen, ob der Hund mit dem Augenleiden auch noch Luxus ist...

    Wertlos bzw. nicht zum regulären Preis verkäuflich unter Zucht- und ökonömischen Gesichtspunkten - allerdings sehr teuer in der Haltung und Pflege.

    Was ist da maßgeblich?
    Das mit dem Augenleiden war wohl nicht abzusehen - ist wohl auch ein Grund, warum man von der Pfändung von Tieren, auch wertvollen, Abstand nehmen sollte. Wie man sieht, bringt das auch für die Verwaltung nur Ärger.

    Immerhin hat das Tier jetzt wohl die nötige medizinische Versorgung bekommen.

  10. Moderation Avatar von lunete
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    AW: Stadtverwaltung Ahlen: Mops Edda gepfändet und bei Ebay Kleinanzeigen verkauft

    Zitat Zitat von Petra-Silie Beitrag anzeigen
    Ach so, der Wert des Tieres soll nach der üblichen Auslegung des § 811c Abs. 2 ZPO deutlich über 250 € liegen. Das wäre bei einem (gesunden) relativ jungen Mops mit Stammbaum sicher der Fall. Dann bleibt aber immer noch die Interessenabwägung, und dass die zu Gunsten der Stadt ausgefallen sein soll, erstaunt mich.

    Allerdings ging es wohl gerade um Schulden bezüglich der Hundesteuer, was möglicherweise die Bereitschaft des Gerichtsvollziehers zur Pfändung erhöht haben könnte (nach dem Motto: beseitigt auch gleich die Ursache für weitere Schulden).
    Zum Kleingedruckten: das ist, denke ich, maßgeblich.
    Ich weiß nicht, ob das faktisch begründet ist, aber ich erinnere mich, dass mir als Kind erklärt wurde, unser Hund (Mischling 😉) müsse draußen immer die Steuermarke tragen, sonst könne er behördlich „mitgenommen“ werden.
    So viele kommunale Hundefänger gab es damals zwar nicht im ländlichen Rheinland-Pfalz, aber beeindruckt hat mich das doch.

    Diese Logik - keine Steuern gezahlt = keine Marke = Hund weg - scheint hier ja gegeben.

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