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  1. Avatar von Ulina
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    AW: Vergewaltigung/Sex. Missbrauch: Befragung durch die Polizei - ist das wirklich so

    Zitat Zitat von Malaita Beitrag anzeigen
    Aber selbst wenn man den Schluss daraus zieht, dass es vielleicht keine K.O.-Tropfen waren, dann war wohl die Nora nicht "normal", als sie im Taxi mitfuhr. Man könnte das eventuell auf Alkoholkonsum zurückführen. Dann bleibt sowieso ein Geschmäckle, ob der/die Täter ihren Zustand nicht ausgenutzt haben....
    Ich erinnere mich immer wieder mal und besonders nach dieser TV Sendung an einen Fall, den ich als Schöffin miterlebt habe und als einzige für den "Täter" gestimmt habe, also überstimmt wurde.
    Es wurde in irgendeiner Wohnung gefeiert, alles junge Leute. Opfer und "Täter" kannten sich und schliefen nachts zusammengerollt (mit Kleidung) auf einem engen Sofa (es lage eine Foto vor). Morgens erwachte das Opfer und schrie, dass der Mann sie vergewaltigt hätte. Sie hatte noch sehr viel Alkohol im Blut, er sehr viel weniger. Er bestritt die Vergewaltigung und rief die Polizei. Es wurde alles aufgenommen, die Frau wurde untersucht, Unterwäsche wurde beschlagnahmt.
    Es stellte sich heraus, dass keine Vergewaltigung statt gefunden haben kann, weil in der Scheide der Frau weder Sperma noch irgendwelche DNA von dem Mann gefunden wurde, aber an seiner Unterhose DNA von ihr..
    Der Mann muss nachts die Frau ohne ihr Einverständnis befummelt (ich weiß nicht wie ich es sonst ausdrücken soll) haben.
    Er wurde verurteilt, weil er die unter Alkohol stehende Frau, in einer Situation, in der sie nur eingeschränkt willensfähig war, sexuell missbraucht hat.

    Ich habe mich oft gewundert, dass oft sogar bewiesener Vergewaltiger freigesprochen und eine sehr geringe Strafe bekamen.
    Bei einer Vergewaltigung sind leider ganz selten Zeugen dabei und die meisten Vergewaltiger streiten alles ab, selbst
    Weinstein, der von siebzig Frauen beschuldigt wird.

  2. Avatar von Malaita
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    AW: Vergewaltigung/Sex. Missbrauch: Befragung durch die Polizei - ist das wirklich so

    Zitat Zitat von Cara123 Beitrag anzeigen

    Ich finde es nur richtig, dass man bei diesen Vorwürfen genau nachfragt. Auch bei den Zeugen. Denn eines ist sicher: Zeugenerinnerungen sind immer mit Vorsicht zu genießen.
    Nun ja, so eine Zeugenaussage entsteht ja nicht aus einem luftleeren Raum. Dazu gibts meist einen Kontext, aus dem sich schließen lässt, ob "was an der Sache dran ist", sprich die Umstände, die Situation, wie haben sich die Protagonisten verhalten.
    Dabei spielt sicher auch eine Rolle, ob der Zeuge beteiligte Personen kennt oder ob er relativ objektiv sein kann, weil er die Beteiligten als Außenstehender wahrnimmt.
    Wenn sich ein Zeuge in Widersprüche verstrickt, weil seine Erinnerung nicht mehr so frisch ist, dann muss das Gericht den Kern der Sache herausfinden.
    Und so weiter.

    Abgesehen von Zeugen: ich denke, wenn das Gericht Zweifel hat, ob tatsächlich eine Vergewaltigung vorliegt, sollte herausgefunden werden, ob das Opfer irgendein Interesse daran hat, den Angeklagten zu Unrecht zu bezichtigen.
    Wenn in der Richtung keine Motivation erkennbar ist, senkt sich die Waagschale schneller in Richtung Schuld des Angeklagten.
    Natürlich könnte der Rechtsanwalt des Angeklagten ein Motiv "aus dem Hut zaubern".

    Ist halt sehr schwierig, einen solchen Prozess zu führen und für ein wahres Opfer auszuhalten.....

  3. Avatar von Malaita
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    AW: Vergewaltigung/Sex. Missbrauch: Befragung durch die Polizei - ist das wirklich so

    Zitat Zitat von Ulina Beitrag anzeigen
    Ich erinnere mich immer wieder mal und besonders nach dieser TV Sendung an einen Fall, den ich als Schöffin miterlebt habe und als einzige für den "Täter" gestimmt habe, also überstimmt wurde.
    Den Fall finde ich ja auch interessant.
    Wieso kam die Frau eigentlich drauf, dass sie vergewaltigt worden sein könnte?

    Und ich habe nicht richtig verstanden: du hast für den Täter gestimmt, das heißt: du wolltest, dass er frei gesprochen wird (er wurde ja verurteilt) oder wie verstehe ich das? Und wenn ja (wenn du antworten möchtest): wieso warst du für Freispruch?

    PS. Zeugen gabs da sicherlich nicht, die haben bestimmt alle geschlafen und haben nix gesehen, oder?


  4. Registriert seit
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    AW: Vergewaltigung/Sex. Missbrauch: Befragung durch die Polizei - ist das wirklich so

    In einem Fall, mit dem ich während meiner Ausbildung zu tun hatte waren Angeklagter und Opfer Kollegen, die nach einem etwas ausgeuferten Abend während eines Seminars im Bett landeten.
    Die Frau war verheiratet und sagte, sie habe um ihre Ehe und ihren Ruf gefürchtet, habe deshalb gesagt, er hätte sie vergewaltigt.

  5. Avatar von Ulina
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    AW: Vergewaltigung/Sex. Missbrauch: Befragung durch die Polizei - ist das wirklich so

    Zitat Zitat von Malaita Beitrag anzeigen
    Wieso kam die Frau eigentlich drauf, dass sie vergewaltigt worden sein könnte?

    Und ich habe nicht richtig verstanden: du hast für den Täter gestimmt, das heißt: du wolltest, dass er frei gesprochen wird (er wurde ja verurteilt) oder wie verstehe ich das? Und wenn ja (wenn du antworten möchtest): wieso warst du für Freispruch?
    Die beiden haben ganz eng umschlungen geschlafen, sie waren beide betrunken, sie etwas mehr als er.
    Warum sie morgens geschrien hat, dass er sie vergewaltigt hat, weiß ich nicht. Vermutlich weil sie
    noch betrunken war und ev. geträumt hat.

    Dass ich es nicht in Ordnung fand, dass er verurteilt wurde, lag daran, dass nicht festgestellt werden konnte,
    ob sie an der Fummelei beteiligt war und dass er es war, die die Polizei rief.
    Dass die Unterwäsche beschlagnahmt wurde, fand ich schon merkwürdig, aber wohl üblich.

    Im Vergleich zu dem Fall in der TV Sendung, war in der Videoüberwachung zu sehen, dass die Frau sich in einem hilflosen Zustand befand, der dann zur Vergewaltigung benutzt wurde, finde ich es arg schlimm.
    Hier war es auf jeden Fall eine Situation, in der das Opfer völlig hilflos war, egal ob von Ko Tropfen oder vom Alkohol.

  6. Avatar von Sandra71
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    AW: Vergewaltigung/Sex. Missbrauch: Befragung durch die Polizei - ist das wirklich so

    Zitat Zitat von Malaita Beitrag anzeigen
    Wenn Zeugen ein so schlechtes Beweismittel vor Gericht sind, bräuchte man keine Zeugen zu laden. Dann könnte man sich unter Umständen manche Gerichtstage zu einer Verhandlung sparen, da die Zeugenvernehmung viele Stunden unter Umständen beansprucht und es deiner Meinung nach sowieso "schlecht" ist als Beweismittel.
    Nein, Zeugen sind verdammt wichtig.
    Sachbeweise sind letztendlich schwerwiegender. Und von Zeugenaussagen zieht das Gericht sich halt das raus, was übereinstimmt. Dass Zeugen überflüssig sind, hat übrigens niemand behauptet...
    Geändert von Sandra71 (02.06.2018 um 17:46 Uhr)

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