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    AW: Unsere Städte nach '45

    Alt und klein ist unser Hof auch... aber wir haben viele kleine Räume, dazu eine wirklich große Küche. Gefällt mir so.

    Nur die Anschaffung von Wonhzimmermöbeln war schwierig. Die Stube ist zu klein für die derzeitigen Wohnlandschaften....

  2. Inaktiver User

    AW: Unsere Städte nach '45

    Ich weiß es von Stuttgart, dass da nach dem Krieg mehr an Altbausubstanz vernichtet wurde als im Krieg.

    Stichwort autogerechte Stadt, das schaut dann so aus:

    Stuttgarter Kulturmeile: Planer bruten wieder uber B 14 - Stuttgart - Stuttgarter Nachrichten

    Was ich grundsätzlich unverständlich finde: in der Architektur ist ganz viel Wissen und Können einfach verloren gegangen über die Zeit, warum auch immer.

    Meine Grundschule aus dem Jahr 1904 steht immer noch - das Gymnasium meiner Tochter aus den 70er Jahren musste man abreissen, weil nicht mehr sanierungsfähig.

  3. Moderation

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    AW: Unsere Städte nach '45

    Ist diese Woche "Städtebau" im Programm auf 3sat und Phoenix?

    Ich habe die letzten Tage schon spannende Reportagen auf diesen Sendern gesehen.

    Beide Staaten nahmen sich in der Hinsicht nichts, die DDR hinkte wohl nur 10 Jahre hinterher.

    Interessant auch, dass die damaligen Hausbesetzer jetzt als die Bewahrer der alten Bausubstanz gesehen werden. Als Beispiel wurde das Frankfurter Westend angeführt.
    Moderatorin in
    *Gesundheit* und *Frauengesundheit*
    *Fasten* und *Welchen Nutzen haben Diäten?*
    *Haushalt - Tipps und Tricks*


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    AW: Unsere Städte nach '45

    Nach dem Krieg war auf schönheit achten das kleinste Problem.Viele Städte waren zu 80 oder 90% zerstört und da ging es erst mal ums Wohnraum schaffen so schnell es geht.Allerdings meinte man in den 60ern dann das Beton der letzte Schrei wäre und riss dafür ganze Stadtviertel mit schönen Patrizier und Jugendstilhäusern ab.Resultat waren dann Seelenlose Klotzbauten die heute schon bröckeln und zugunsten besserer Planung wieder abgerissen werden.
    Zeige den Menschen die Realität und sie werden dich beschimpfen, dich schlagen, dich verachten, dich ignorieren...
    Zeige ihnen eine Lüge, an der sie kaputt gehen und du bist ihr Gott...


    Am 13.juli 2013 hab ich nach
    6 jahren meinen 5000.beitrag geschrieben.viele
    Mädels schaffen das bei der BRI an einem Tag

  5. VIP

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    AW: Unsere Städte nach '45

    Ich denke, damals ging es nicht um Schönheit, schon gar nicht um Geschichtserhaltung (die aktuelle Geschichte gab seinerzeit auch wenig Anlass zur Erhaltung ), sondern um praktische und schnelle Lösungen für den dringenden Wohnraumbedarf.

    Man kann heute um einges weinen, aber man muss sich auch mal in die damalige Zeit und ihre Nöte zurückversetzen, um manche Bausünden zu verstehen. Es mussten viele Menschen schnell und praktisch untergebracht werden.
    Die Innenstädte boomten. Kaufhäuser und Fußgängerzonen entstanden, die zunehmenden Autos brauchten Parkraum (=Parkhäuser). Es war nicht schön, was seinerzeit entstand, aber es war das damalige Bedürfnis der Bevölkerung.

    Heute schauen wir zum Teil aus einer Luxusposition darauf zurück, vergessen aber, dass die Menschen nach 1945 ganz andere Bedürfnisse hatten, als wir heute.

    Altbauten waren damals eben wirklich nur alt... und marode... und nicht, wie heute teilweise, chic und teuer saniert.
    Die Menschen brauchten aber Wohnraum, und zwar reichlich und bezahlbar, und mit anständigen Stromleitungen, mit dichtem Dach, ohne bröckelnden Putz, dafür mit dichten Fenstern. Heute selbstverständlich, damals Luxus.

    Schönheit hatte in den 50ern keine Priorität.
    Bleiben Sie gesund und bleiben Sie bei Trost. (Lisa Feller)



  6. gesperrt

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    AW: Unsere Städte nach '45

    Zitat Zitat von niederrheiner Beitrag anzeigen
    .Resultat waren dann Seelenlose Klotzbauten die heute schon bröckeln und zugunsten besserer Planung wieder abgerissen werden.
    immerhin der letzte Teil des Satzes lässt hoffen, dass die modernen Scheusslichkeiten nicht allzu lang überleben werden!

    Jetzt müssen wir nur wieder lernen, wie man schön und funktional baut. Hatten die Alten ja auch gekonnt.

    Warum können wir keine Dörfer und Städte mehr, die sich in eine Landschaft einfügen, wie ein Edelstein in seine Fassung? - müsste doch hinzukriegen sein.

    Schönheit braucht wieder Priorität. Wenn man sieht, was heute mit schönen Orten wie Venedig geschieht, die zu einer Disneyland-Kopie ihrer selbst wurden, weil so von Touris überlaufen... da ist offenbar ein grosser Hunger nach Schönheit. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

    gruss, barbara

  7. Inaktiver User

    AW: Unsere Städte nach '45

    Zitat Zitat von Utetiki Beitrag anzeigen
    Ist diese Woche "Städtebau" im Programm auf 3sat und Phoenix?
    Scheint so - das meiste habe ich leider verpasst.


    Beide Staaten nahmen sich in der Hinsicht nichts, die DDR hinkte wohl nur 10 Jahre hinterher.
    In der damaligen DDR ging man wohl in manchen Städten nicht so konsequent vor aber vieles wurde dann einfach dem Verfall preis gegeben.
    Dafür konnte nach der Wende noch einiges behutsam gerichtet werden.
    Ich war letztes Jahr in Stralsund, ein schönes Beispiel. War bestimmt teuer, aber es haben alle was davon.
    Es geht ja nicht nur um die Bewohner - die Menschen sehen das alles ja auch von außen.

    Interessant auch, dass die damaligen Hausbesetzer jetzt als die Bewahrer der alten Bausubstanz gesehen werden. Als Beispiel wurde das Frankfurter Westend angeführt.
    Fand ich auch.

    Und dass es auch ganz normale Bürger gab die sich wehrten - erfolgreich. Z.B. in Bietigheim-Bissingen.

    Hier ein Artikel der für mich ganz gut darstellt worum es geht:

    Schone und hassliche Architektur - Die Wunden von Hannover – HAZ – Hannoversche Allgemeine

    Die Wunden von Hannover

    Daraus:

    Für Bauherren besteht Architektur aus Bruttogeschossflächen und Kostenplan. Für Architekten ist sie die Gestaltung eines Objekts an einem bestimmten Ort. Für den gewöhnlichen Bürger aber geht es oft um etwas ganz anderes: um Gefühle. Um Identität. Es geht darum, eine Straße entlangzugehen und zu empfinden: Hier komme ich her. Diese Straße, diese Häuser gehören zu meiner Vergangenheit, zu meiner Gegenwart. Hier gehöre ich hin.

    Das setzt eine gewisse Wertigkeit voraus. Die Gebäude müssen Qualität ausstrahlen, Charakter haben, sie müssen in Würde altern können. Und daran hapert es in Hannover. Denn Hannover ist eine verletzte Stadt.

    ......

    Architekten und Stadtplaner betonen gern, man müsse solche Entwicklungen aus ihrer Zeit heraus beurteilen. Irrtum. Man muss die Zeit berücksichtigen, das ja. Man muss bedenken, dass damals viele Menschen die Gründerzeithäuser mit dem Klo auf halber Treppe verschmähten. Man muss einbeziehen, dass Wohnraum knapp war, dass es zügig gehen musste mit den Bauten, auch mit den Geschäftshäusern in der Innenstadt. Aber beurteilen darf man es auch aus heutiger Sicht. Man darf also sagen, dass Rudolf Hillebrecht der Stadt geschadet hat. Dass in Hannover immer noch zu viele Betonbanalitäten herumstehen und dass die großen Wohnungsbauprojekte in den Jahrzehnten nach dem Krieg (Vahrenheide, Sahlkamp, Roderbruch, Mühlenberg) mehr Probleme geschaffen als gelöst haben.


    Die Frage ist - wie geht es weiter.

    "Autofreundliche Stadtplanung" hat die Mobilität gefördert - aber um welchen Preis?
    Abgase in der Luft, dreckige Fassaden, Architektur mit einer Ästhetik die eine abweisende Atmosphäre schafft.

    Heute könnte man es wieder anders machen.

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    AW: Unsere Städte nach '45

    S
    seelenlose Klotzbauten die heute schon bröckeln
    Das waren aber im wesentlichen die Zweckbauten der Ende der 60er und 70er Jahre. Beton, Beton, quadratisch und praktisch. Heizöl zu der Zeit noch supergünstig , so etwa 10 Pfg. pro Liter. Sie werden inzwischen fast überall abgerissen, sie sind schon nach 30 bis 50 Jahren Nutzung nicht mehr sanierungsfähig.

    Dass alte Patriziergebäude und Jugendstilvillen erst spät als schön erkannt wurden, konnte ich Ende der 70er Jahre in dem nicht zerstörten Wiesbaden sehen. Sie waren alle völlig herunter gekommen, die Stuckelemente an Fassaden und in den Räumen abgeklopft, da der Zeitgeist glatt und platt war.

    Ich denke, dass bei dem jetzigen Bauboom von Wohnhäusern noch ganz andere Fehler gemacht werden. Gut, niemand baut mehr Plattenbauten, sondern mit versetzten Fronten und alles mit Balkonen. Sofern in den großen Zentren überhaupt noch Jugendstil oder Bürgerhäuser vorfindet, werden sie luxussaniert und für ein Heidengeld verkauft.

    Mietwohnraum, der noch den Anschein des günstigen Wohnens bewahrt (12 - 16 € /m²) wird weiterhin und immer scheußlich sein.
    Geändert von Opelius (10.05.2018 um 07:44 Uhr)
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. Inaktiver User

    AW: Unsere Städte nach '45

    *
    Geändert von Inaktiver User (10.05.2018 um 07:40 Uhr) Grund: doppelt

  10. Inaktiver User

    AW: Unsere Städte nach '45

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    immerhin der letzte Teil des Satzes lässt hoffen, dass die modernen Scheusslichkeiten nicht allzu lang überleben werden!
    Darin liegt auch eine Chance

    Jetzt müssen wir nur wieder lernen, wie man schön und funktional baut. Hatten die Alten ja auch gekonnt.
    Ich frage mich wie viel "altes Handwerk" heute noch gebraucht wird in Zeiten der Digitalisierung. Da hat sich viel verändert, keiner baut heute mehr Fachwerk. Muss man auch nicht.

    Die Ästhetik, das Gefühl für die Atmosphäre von Bauten, von Stadtvierteln ist für mich weitgehend auf der Strecke geblieben.

    Warum können wir keine Dörfer und Städte mehr, die sich in eine Landschaft einfügen, wie ein Edelstein in seine Fassung? - müsste doch hinzukriegen sein.
    Naja. Leider war auch die Stadtplanung in der Schweiz (vom Krieg verschont) ähnlichen Trends unterworfen.
    Dort wurde auch grandios aber hässlich gebaut - ohne Not.

    Schönheit braucht wieder Priorität. Wenn man sieht, was heute mit schönen Orten wie Venedig geschieht, die zu einer Disneyland-Kopie ihrer selbst wurden, weil so von Touris überlaufen... da ist offenbar ein grosser Hunger nach Schönheit. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
    Ich wohne selbst in so einer Stadt, nur in "klein". Und die Stadt lebt genau von diesem Hunger nach Schönheit, es kommen viele Touristen.

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