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Ich lese gerade die Vorinformationen zum neuen Zweiteiler "Die Flucht", und mir wird speiübel.![]()
Ich weiß von Berichten aus der Familie, daß die Frauen wirklich vielfach miese behandelt wurden von der roten Armee. Dabei: Sie haben nichts getan, was diese Handlungen rechtfertigen könnte. Was konnten sie für Hitler, SS und Wehrmacht?Christel Jolitz aus Naugard (Ostpommern) trifft es noch härter!
Sie wird vergewaltigt, ihre ganze Familie erschossen: „Einer der Russen packte meine Schwägerin und zerrte sie aus dem Raum. Wir hörten drei Schüsse. Er kam wieder und wollte nun uns haben. Wir aber sagten zu ihm, er solle uns auch erschießen. Daraufhin erschoss er die Oma Schwiechtenberg.
Wir fingen an zu beten. Nachdem mein Vater allen die Hand gegeben und allen ‚Auf Wiedersehen‘ gesagt hatte, erschoss der Rotarmist meinen Vater, dann meine Mutter. Meine Schwester saß an der Seite und hatte rechts und links ihre beiden Jungen im Arm. Die hat er auch alle erschossen. Und meine Tochter dazu. Als er sah, dass ich noch lebte, wollte er mich vergewaltigen. Aber ich widersetzte mich. Da schlug er mit dem Gewehrkolben auf mich ein, dass ich dachte, ich müsste ohnmächtig werden.
Er hat mir die Hose aufgeschnitten und mich vergewaltigt. Danach ist er los, kam aber noch einmal zurück und schaute in den Kinderwagen. Das Baby lebte noch. Da schoss er durchs Verdeck, dreimal.
Da hab ich nur gedacht: Warum war nicht einer für mich?“
Meiner eigenen Familie blieb Gewaltanwendung erspart, nur meinen Großvater wollten sie erschießen. Er konnte rechtzeitig fliehen.
Doch wie hielten die Frauen das aus, was ihnen damals wiederfahren ist? Wie stark muss jemand sein, wenn er vertrieben, geschändet, evtl. noch geschwängert irgendwo in die Fremde kommt, die Familie getötet, nichts in der Hand?!
Wir jammern heute so gerne über unser "Elend". Es ist nichts im Vergleich zu dem, was die Generationen vor uns vor 50 Jahren erleben mussten.
Habt ihr in eurer Familie auch Vertriebene?
Wie ist es ihnen ergangen? Und wie geht es ihnen heute?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 169
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27.02.2007, 08:37
Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Geändert von spoookie (27.02.2007 um 08:42 Uhr)
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27.02.2007, 08:45Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Ja, es ist furchtbar, was die Familien damals mitmachen mussten.
Viele Frauen wollten sich der Vergewaltigung verweigern, indem sie den Tod vorzogen. Doch ihre Peiniger meinten nur: "Wir erschießen dich schon, aber erst deine Kinder und zwar das Kleinste zuerst..."
Vor ein paar Jahren lief auf ZDF der Mehrteiler von Guido Knopp "Die große Flucht". Einfach erschütternd. Die Geschichte, die du schilderst, meine ich in diesem Fernsehfilm auch gehört zu haben, das mit dem Baby.
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27.02.2007, 09:03
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Ich hab die Ankündigungen zu dem Zweiteiler auch gelesen ... und weiß nicht, ob ich mir das konkret antue ...
Ich pers. brauch eigentlich keine Geschichtsstunde dieser Art im TV als berührende Abendunterhaltung, ich verzichte auch gerne immer auf die KZ und Deportationsfilme, die sind alle einfach nur schlimm.
Mir ist das alles bekannt, ich möchte auch nichts unter den Tisch kehren oder leugnen ... aber, ich muß es nicht zu meinem pers. Grusel Samstagabends im warmen Bett am besten mit Schokchips an meiner Seite konsumieren ...
Ich hab die Berichte noch von der älteren Generation meiner Familie und deren Freundeskreis im Ohr ... wir haben auch ganz furchtbare Briefe bei den Unterlagen meiner Oma gefunden, die zur Verwandtschaft nach Bayern floh, als der Krieg im Endstadium war .. . ihre Nachbarn und Freundinnen nicht, die haben die Rote Armee voll abgekriegt und das aufgeschrieben, wahrscheinlich nur im Ansatz, aber es genügte schon auch ...
Gruß, B.
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27.02.2007, 09:09Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Solche Art von "Kriegsführung" hatte die Deutsche Wehrmacht in den Jahren vorher in den Gebieten östlich von Deutschland und anderorts bereits vorgemacht.
Zitat von spoookie
In Sachen Unmenschlichkeit konnte den Deutschen wohl keiner etwas vormachen. Deutsche Soldaten töteten Zivilisten, machten keinen Halt vor Kindern und vergewaltigten systematisch Frauen, die sie dort vorfanden, wo sie z.B. Unterstützer für Widerstandskämpfer vermuteten.
Was haben die Zivilisten getan, über die die Deutsche Armee über Jahre herfiel?
Ich verstehe Deine einseitige Sicht nicht.
vita
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27.02.2007, 09:17Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
es mag sicherlich sehr gute verständliche gründe geben, daß du, spooki, über 60 jahre in die vergangenenheit zurückschaust und über die damaligen greueltaten entstetzt bist ! keine frage....und auch wichtig gegen das vergessen.
aber wir haben 2007 und die probleme derzeit sind natürlich andere, aber keinesewegs "ohne", denn meiner ansicht nach kommt da etwas auf uns zu, daß alles gewesene noch toppen könnte !
in so fern wäre es wichtig sich den jetzigen problemen zu zu wenden statt sich ständig über vergangenes aufzuregen.
schau dich um und schau was sich immer mehr breit macht - die ähnlichkeiten zu damals sind durchaus da, und wenn ich da nur ein "nicht sehen wollen" meine oder leider auch pure ignoranz oder fehleinschätzung bis dahin, was ich leute "für blöd verkaufen" nennen möchte, gerade bez. innere sicherheit in D....
bleib hier im realen leben - da gibts inzwischen reichlich aufgaben, finde ich !
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de
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27.02.2007, 09:19Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Was sie dafür konnten? Sie haben das Hitlerregime zumindest bis zu einem gewissen Punkt mit unterstützt, sei es nun aktiv oder nur passiv. Sie waren für die Russen vielfach die einzig noch greifbaren "Schuldigen" an denen Rache für die eigenen, durch Deutsche erlittenen, furchtbaren Verluste und Erlebnisse genommen werden konnte. Da hieß es vielfach nur noch: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Bitte, bitte nicht falsch verstehen, das ist keinerlei Rechtfertigung für das, was vor allem vielen Flüchtingsfrauen angetan wurde. Ich finde das ebenso schrecklich und verabscheuenswert wie Du.
Zitat von spoookie
Es ist leider eine der ganz besonders dunklen und widerwärtigen Seiten von Kriegen. Da wird sich dann, wenn alles in Schutt und Asche liegt und die wirklich Verantwortlichen nicht mehr greifbar sind, an denen gerächt, die es am wenigsten verdient haben und am wehrlosesten sind. Da waren die von dir genannten Ereignisse leider kein Einzelfall. Mir fallen da z.B. spontan die Massenvergewaltigungen in Bosnien ein.
Die Familie meines Großvaters wurde in einer Nacht- und Nebalktion aus dem damaligen Schlesien vertrieben. Sie hatten eine Stunde Zeit, ihre Heimat, in der sie seit Generationen ansässig waren zu verlassen, durften nahezu nur das mitnehmen, was sie am Leibe trugen. Mein Urgroßvater, der sich zunächst weigerte, wurde fast tot geprügelt, meine Großtante, damals hochschwanger konnte einer Vergewaltigung nur knapp entgehen.
Es sind ganz furchtbare Erlebnisse, die so viele Unschuldige Menschen erleiden mussten. Die deutschen Flüchtlingsfrauen nach dem Krieg und vor allem die unzähligen Menschen der Nationen, in denen zuvor Deutsche ihr Unwesen in gleichermaßen, wenn nicht noch brutalerer Form getrieben haben.
Gruß, SpellboundGeändert von Inaktiver User (27.02.2007 um 09:25 Uhr)
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27.02.2007, 09:22Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Und wenn wir den Blick mal weg von Deutschland vor vielen Jahrzehnten bewegen, sehen wir, dass in der Gegenwart weltweit solche Grausamkeiten statt finden und in jüngster Vergangenheit auch in Europa direkt vor unserer Tür Frauen ähnliches passierte.
Zitat von Inaktiver User
Da bin ich eher fürs Eingreifen aufgrund der Erfahrung als fürs historisierende Bejammern.
Gruss
vita
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27.02.2007, 09:25Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Kann man nicht einfach mal - aus gegebenen Anlass - wegen einer grauenvollen Sache erschüttert sein, ohne dass gebetsmühlenartig wieder der Zeigefinger kommt: "Aber guckt mal hier, schaut mal da, ist doch noch viel schlimmer" ???
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27.02.2007, 09:28Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Völlig richtig. Und darum macht es mich immer wieder fassungslos, wie die Welt viel zu lange zuschaut (Stichwort Bosnien und unzählige andere Schauplätze), bevor eingegriffen wird. Wir sollten doch aus unserer eigenen Geschicht endlich gelernt haben.
Zitat von Inaktiver User
Gruß, Spellbound
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27.02.2007, 09:29Inaktiver User
AW: Das Leiden der Frauen (Winter 1944/45)
Nein, kann man nicht. So lange diese Vorgehensweise für viele zum Krieg gehört und Zivilisten nicht geschützt werden, kann und darf man meiner Meinung nach nicht.
Zitat von Inaktiver User



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