Ich hatte keine älteren Geschwister und mir hat auch niemand das Lesen beigebracht - ich konnte es eben irgendwann. Wie das lief, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, aber nichts und niemand hätte mich zurückhalten können. Außer Bücherentzug, und das wäre Kinderquälerei gewesen.
Ich finde es falsch Kinder zurückzuhalten - dass Kinder in der Entwicklung ihrer Fähigkeiten unterschiedlich sind muss eine gute Grundschullehrerin managen können.
Bei mir haben die Lehrer das über die ganze Grundschulzeit hinweg nicht hinbekommen. Ich wurde entweder gedeckelt, damit ich nicht "zu selbstbewusst" wurde oder bekam die Hausarbeit der anderen Kinder von der Lehrerin "zum Vorkorrigieren".
Was das für meine soziale Situation in der Klasse bedeutete war ihr wohl nicht klar, was mich noch in der Erinnerung fassungslos macht.
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05.08.2017, 09:04Inaktiver User
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
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05.08.2017, 10:52
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Meines auch. Und ich bin den Touristen sehr dankbar dafür, dass sie ihre ausgelesenen Bücher in den Hotels zurücklassen. So habe ich hier mengenweise Büchereien, und das kostenlos

Da tausche ich die Bücher immer um, und bin so ständig versorgt. Früher war ich eine gute Kundin der Kölner Stadtbücherei. Da habe ich mir die Bücher verständlicherweise selber ausgesucht. Hier nehme ich was kommt. Daher lese ich auch mal was, was ich mir selber wahrscheinlich nie ausgesucht hätte. Und werde tatsächlich auch positiv überrascht.
Mein Lieblingstauschplatz ist ein Hotel, das nicht furchtbar groß ist, jedoch eine ziemlich große "Bibliothek" hat. Schätzungsweise liegen da 3.000 Bücher aus. Sie sind nach Sprachen in große Regale einsortiert. Und immer wenn ich dahin komme, gibt es neuen Lesestoff. Ich vermute auch Touristen tauschen ihre ausgelesen Bücher, und nehmen was anderes dafür mit nach Hause.
Für die Mischung habe ich eine wunderbare, ältere, kulturinteressierte Freundin. Diese versorgt mich mit Sachbüchern die zum Nachdenken anregen. Daher lese ich meistens in zwei Büchern gleichzeitig. In der Sonne die leichte Lektüre und abends im Bett die Anspruchsvolle.
Ja und ja.
Nennst Du ihn deswegen nicht Opa?
Die Problemzone ist bei den meisten Menschen nicht der Bauch, die Beine oder der Po...
sondern viel mehr der Kopf
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05.08.2017, 11:01
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Jaaa, das hatte ich auch. Dann noch ein Buch von einer Hexe aus Wien, und dann gab es noch ein "Fachbuch" über Hexen, mit ganz lustigen Zeichnungen, über die ich mich zerkringelt habe.
Ich würde sagen, eher nicht. Ich hatte auch die Masern, lag nicht abgedunkelt, und habe scharfe Augen, nie eine Brille gebraucht.
Aber vielleicht entspringt dieser Glauben derselben Quelle, wie: ich hatte einen Ausschlag, und meine Eltern haben mir decke fette Creme draufgeschmiert, es war heißester Sommer und ich durfte nicht in den See springen ... weil: "Sonst hast du später ganz hässliche Narben" - der Glauben daran hielt genauso lange bis der Hausarzt kam und sagte: weg mit der ranzigen Creme, und rein in den See - und trotz allem lauf ich nicht vernarbt herum ...
Ja, das ist eine gute Idee - ich habe das erstmals in einem Hotel auf den Kanaren gesehen, da hab ich mir auch was mitgenommen, und war wirklich positiv überrascht, erweitert doch den Horizont ein bisschen.
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05.08.2017, 11:05
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05.08.2017, 12:10
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Und immer wenn wir lachen, stirbt irgendwo ein Problem.
Dornröschen hätte gar keinen Prinzen gebraucht, nur einen starken Kaffee
Friedvoll zu sein bedeutet, von Erwartungen frei zu sein und nichts von anderen zu wollen.
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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05.08.2017, 12:31
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
ich lese nur, was mich anmacht. Das kann der erste Satz sein, aber ich schlage ein unbekanntes Buch auch an zwei, drei beliebigen Stellen auf; was mich da nicht auf Anhieb überzeugt, fällt durch den Rost. Da muss keine action sein, es ist der Sprachduktus und ich hab mich da noch selten geirrt. auf diese Art habe ich schon zu Schulzeiten ganz für mich, ohne dass mir die Namen bekannt waren, ein paar Größen entdeckt. Zwischendurch hab ich aber auch durchaus Spass an Trivialem: so wie ich mir auch einen Hamburger mit Genuss reinziehe. Allerdings gibt es auch da Unterschiede: Hanniundnanni oder Courts-Mahler in ihrem ehrlichen Kitsch sind dann ok, diese Supermarktseller à la Hera Lind ertrage ich nicht mal eine halbe Seite lang
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05.08.2017, 12:38
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05.08.2017, 12:42
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Die kleine Hexe wurde uns im Kur-Kinderheim auf Borkum abends vorgelesen. Vor dem verordneten Mittagsschlaf auf Holzliegen und mit - was weiß ich - rauhen Bundeswehrdecken, las man uns Die rote Zora vor.
Den meisten Ärger hatte ich wegen Enid Blytons "Fünf Freunde ..." und meiner Gier. Dauernd machten die irgendwelche Picknicks mit leckeren Sachen, die in den Büchern auch immer treu und brav aufgeführt wurden. Meine Mutter hat sich bedankt, dass ich mich dann jedesmal aus dem Kühlschrank und an den Tomaten bedient habe.
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05.08.2017, 13:16Inaktiver User
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05.08.2017, 13:23
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
In den Genuss von Hanni und Nanni bin ich nicht mehr gekommen. Ich habe Nesthäckchen, Trotzkopf und Hilde die Wilde gelesen. Außerdem die Bücher, die weit hinten im Bücherschrank meiner Eltern versteckt waren. Z.B. "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind". Ich war also über alle Schwangerschafts- und Geburtsvorgänge aufgeklärt, ohne zu wissen, wie es dazu kommt. Das Buch von Sir Edmund Hillary über den Himalaya hat in mir die Sehnsucht geweckt. Da gab es noch ein schnulzig zu Tränen rührendes Buch über die Liebe des Christusdarstellers von Oberammergau zu einer geschiedenen Frau!


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