Jetzt hab' ich einen Knoten in der Zunge.
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04.08.2017, 14:57Inaktiver User
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
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04.08.2017, 14:58Inaktiver User
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Sobald ich lesen konnte, hab ich nicht gelesen sondern alles um ich herum, was Buchstaben hatte aufgesogen wie ein schwarzes Loch. Wirklich alles, dessen ich habhaft werden konnte.
Lesen war mein Lebenselixir.
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04.08.2017, 14:58
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04.08.2017, 15:05
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Ich auch, und zwar mit diesem schönen Buch, das seit etlichen Jahren bei meiner Oma im Schrank stand. Mit einer Engelsgeduld hat sie mir die Buchstaben gezeigt, immer wieder haben wir geübt. Allein die Schrift war ja schon spannend, von "Backfischen" mal ganz abgesehen. In der Schule war es dann anfangs auch langweilig. Das erste Lesebuch dort trug den Titel "Meine liebe Fibel". Die Nachbarin meiner Oma hatte auch oft ihre Enkelin da, Georgia und ich haben Verkleiden gespielt, und ich habe dazu die grüntürkisgoldfarbenen Pantöffelchen (mit Absatz) ihrer Oma "ausgeliehen". Pantöffelchen, die man wohl eher zum Negligé trägt als zur Hausarbeit. Als ich die zu meinen Eltern nach Hause mitbrachte, da war Gott weiß was los. Das Kind hat gestohlen!Mein Vater hat mit mir Schach gespielt, meine Oma Halma, meine Mutter hat sowieso den ganzen Tag gesungen, manchmal auch englisch (London's burning, Loch Lomond), deutsch-französisch als Mischmasch (Non Monsieur, das kann nicht etre, mon papa steht am fenetre) oder Bona nox, bist a rechter Ochs, buona notte, liebe Lotte ... Dass ich Mathematik nicht konnte, das war für sie nicht nachvollziehbar. Am liebsten hab ich mit Legosteinen gespielt, nur mit den weißen, und mit den Fensterteilen hab ich Bungalows gebaut. Ich wollte ja später kein Haus, sondern einen Bun-ga-lo. Papa musste Millimeterpapier kaufen, und ich hab dann "Grundrisse" gezeichnet.
So eine Brotbackmaschine hatten wir nicht, aber wir hatten eine Wäscheschleuder. In die hinein haben wir unseren jüngsten Bruder gepackt, unerträglich diese Schreierei
, Deckel drauf, Ruhe im Dom! Mama war einkaufen, Papa kam zuerst nach Hause. Das gab Stubenarrest für eine ganze Weile.
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04.08.2017, 15:18
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Wie toll
Englisch konnte bei uns leider keiner. Dafür war ich dann in der Schule Feuer und Flamme für all things British.
Mit meinem Opa hab ich immer Mensch ärgere dich nicht in der 6-Spieler-Version mit dem sternförmigen Spielplan gespielt
Seine Spielesammlung war in einem alten Weinkarton in Form einer Schatztruhe
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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04.08.2017, 15:30
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Mensch ärgere dich nicht war ein Kapitel für sich, ich hab mich nämlich sehr wohl geärgert und dann auch ein paarmal gleich das Spielbrett samt Figuren vom Tisch gefegt. Aber damit kam ich auch nur ein paarmal durch, dann haben sich alle Erwachsenen geweigert, da waren sie sich vermutlich aus erzieherischen Gründen einig, und sie haben mich nicht mehr mitspielen lassen.
Meine Oma hat immer meinem Willen nachgegeben, aber Großvater und meine Eltern nicht. Großvater hat immer aus Büchern von Fritz Reuter vorgelesen, von seiner Marinezeit erzählt, vom Treffen in Laboe (ein immer wieder unerschöpfliches Thema), und er wollte mir Skat beibringen. Das hab ich allerdings bis heute nicht kapiert. Aber ich kann sehr gut Canasta spielen.
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04.08.2017, 15:35Inaktiver User
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04.08.2017, 15:55
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
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Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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04.08.2017, 16:25Inaktiver User
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
"Besessen" hieß bei mir damals, dass ich neben meinen Kinderbüchern, den Büchern meiner älteren Schwester, den alten und neuen Schullesebüchern als Kind auch sämtliche Agatha Christie- und Victor Gunn-Krimis meiner Mutter sowie alle Einbände in der Schrankwand gelesen hatte. Sowas wie "Der große Regen", "Madame Bovary", "Hölle wo ist dein Sieg?", "Atom", "Madame Curie" und "Sauerbruch - Das war mein Leben" etc. Meine Lieblinge waren "Desirée" und "Kalifornische Sinfonie"
An "Auferstehung" von Tolstoi bin ich gescheitert. Das einzige, dass sich dem Sog des Schwarzen Lochs widersetzt hat. Bis heute.
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04.08.2017, 16:32
AW: Die kleinen Fassungslosigkeiten - Runde 8
Oh ja das kenne ich. Dabei ging es mir nicht mal so um das verlieren, ich habe mich immer geärgert, wenn mein Vater ein vier brauchte um mich rauszuschmeissen...dann hat er das auch immer noch groß angekündigt...so jetzt brauche ich ja eine vier!!! und das kam dann...dreimal dürft ihr raten


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