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  1. Inaktiver User

    Desinteresse / Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    So, ich muß mir jetzt auch mal ein wenig Luft über eine Sache machen, die mich jedes Jahr zu/nach Weihnachten auf’s neuste beschäftigt – aber eigentlich ein über das ganze Jahr verteiltes „Ärgernis“ ist. - Mal schauen, wie Ihr darüber denkt.

    Ich selbst bin jemand, der sich über die Menschen, mit denen er zu tun hat, viele Gedanken macht. Das betrifft die Familie genauso wie Freunde und Bekannte oder Arbeitskollegen.

    Hier einige Beispiele:
    Wenn jemand Geburtstag hat, dann gebe ich mir viel Mühe um etwas zu finden, über das sich der Beschenkte freut. Da man sich meist schon länger kennt, weiß man um Interessen, etc. so dass es nicht allzu schwer ist. Ansonsten versuche ich aufgrund von Äußerungen das passende zu finden. Und liege damit auch zumeist richtig.
    Es macht mir Spaß, in den Geschäften zu suchen und dazu noch das passende Papier, Geschenkband und Karte zu kaufen.

    Natürlich mache ich mir diese Gedanken auch, wenn ich aufgrund von Einladungen ein Mitbringsel suche bzw. ein anderes Ereignis ansteht, zu dem das Überreichen von Geschenken üblich ist.

    Wenn ich Karten verschicke, dann suche ich auch dem Anlaß und der Person und ihrer Hobbies oder sonstigen Interessen passend eine Karte aus. Und auf jede Karte schreibe ich noch einige persönliche Wünsche und Grüße mit Füllfederhalter. Versehe sie teils auch noch mit dem Anlaß entsprechenden Streuern.

    Habe ich Gäste, so ist es für mich selbstverständlich, dass ich mir mit der Tischdeko alle nur erdenkliche Mühe gebe – egal, ob sie zünftig, verspielt oder edel sein soll. Der Anlaß der Eindladung gibt die Art der Tischdeko vor. Und dann sind Tischdecke, Geschirr, Servietten, Deko, etc. aufeinander abgestimmt.
    Ich würde mich an meinem eigenen Tisch unwohl fühlen, wenn ich es anders machen würde.
    Ebenso ist es selbstverständlich, dass ich mir mit dem Essen/Kuchen größte Mühe gebe. Was bedeutet, dass ich einige Stunden in der Küche stehe, um meinen Gästen nicht nur eine für den Gaumen, sondern auch für die Augen ansprechende Leckerei zu bieten. Die Gäste sollen sich wohl fühlen, einen schönen Nachmittag/Abend bei mir verbringen und das Gefühl haben, dass sie mir wichtig sind.
    Wenn mir bekannt ist, dass jemand ein bestimmtes Gericht oder eine Zutat nicht mag, dann gibt es entweder eine Alternative oder ich bereite von vorneherein ein Essen zu, von dem ich sicher bin, dass alle es mögen.

    Für mich sind diese Beispiele alle selbstverständlich, da sie eine Wertschätzung meiner Mitmenschen zum Ausdruck bringen und ihnen zeigen sollen, dass ich mir Gedanken gemacht, mich mit ihnen auseinandergesetzt habe.

    Leider befinde ich mich mit dieser Einstellung – abgesehen von der Familie und einigen wenigen anderen Menschen – in einer Sackgasse.

    Manchmal bleibt mir nur verständnisloses Kopfschütteln.

    Da bekomme ich z.B. Weihnachten Karten, die wohl einer Werbesendung beilagen und aufgrund ihrer Motive nicht selten in die Klamottenkiste gehören. Oftmals steht dann nach dem vorgedruckten Text lediglich der Name – keine persönlichen Wünsche und nichts dazu.
    Höhepunkt in all den Jahren war jedoch eine halbe Aufklappkarte. Eine Karte, die die Absenderin wohl selber bekommen und einfach abgeschnitten hat, so dass nur noch das bebilderte Stück verschickt wurde.
    Ebenso gerne genommen: Ein Briefumschlag, der überhaupt nicht zur Karte gehört, sondern eher den Eindruck vermittelt, dass er bereits ein jahrelanges zerknittertes Dasein in der hintersten Schubladenecke gefristet hat.

    Was Geschenke anbelangt: Nun, falls jemand so gar keine Idee hat, so gibt es niemanden, der unkomplizierter zu beschenken ist als Bijou. Ein Parfümerie-Gutschein ist immer herzlichst willkommen. Manch einer mag es einfallslos finden. Aber lieber einfallslos als ein Geschenk, das niemandem gefällt.
    Immer wieder gibt es Dinge, bei denen ich mich frage, wie lange mich die Person, die es mir überreicht, denn nun kennt. Meist komme ich zu dem Ergebnis, dass es lange genug ist, um meine Interessen, meine Wohnungseinrichtung, meinen Deko-Stil, etc. zu kennen, so dass es recht einfach sein müsste, um das richtige zu finden. Dennoch tun sich manchesmal Abgründe auf.

    Und leider bin ich zu höflich, um zu äußern, dass es nicht mein Geschmack ist.

    Und was Einladungen anbelangt:
    Auch da befinde ich mich oftmals in einer Einbahnstraße. Selten erlebe ich das, was eigentlich für jeden guten Gastgeber selbstverständlich sein sollte. Es gab schon Situationen, in denen ich mich gefragt habe, ob die Gastgeberin das Bettlaken über den Tisch gelegt hat.
    Als ich in einem der letzten Sommer, in denen es brüllend heiß war, Bekannte, die ich selten sehe, eingeladen hatte, da war es selbstverständlich für mich, dass ich auch bei 35 Grad Außentemperatur am Backofen/Herd stand - auch wenn der Schweiß in Strömen rann.
    Als dann jedoch bei gleichen Temperaturen die Gegeneinladung erfolgte, bekam ich ein „Mir war es zu heiß, ich hatte keine Lust zu backen und habe einen TK-Kuchen gekauft“ zu hören. Aber nur wenige Sätze später erwähnte man, dass man nur eine Woche zuvor für den Kegelclub einen leckeren Kuchen selber gebacken habe – bei wohlgemerkt den gleichen Temperaturen.
    Außerdem wäre die Tischdeko so toll gewesen, da lege man ja auch großen Wert drauf.
    Ich habe daraufhin sofort überlegt, ob ich überhaupt meine Kontaktlinsen trage, da von selbiger weit und breit nichts zu sehen war, ich vielmehr den Eindruck hatte, dass das bereits erwähnte Bettlaken zum Einsatz gekommen war, auf dem dann lediglich das Geschirr stand. Noch nicht einmal die elementarsten Dinge wie Kerze oder Blumen waren zu sehen.

    Die Menschen, bei denen ich dies erlebe, sind eigentlich alles Menschen, die ich mag, die sympathisch sind, sonst hätten wir ja keinen Kontakt.
    Aber ich ärgere mich immer mehr darüber. Ich finde, dass es absolutes Desinteresse ausdrückt (sonst würde man nicht ständig die falschen Geschenke kaufen) sowie eine Geringschätzung meiner Person als Gast.
    Mich ärgert es umso mehr, als in Gesprächen geäußert wird, dass für sie auch bestimmte Dinge selbstverständlich sind. Ich erfahre sie aber seltsamerweise nie. Man genießt es, meine Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen, aber die eigene Gastfreundschaft wird auf ein Minimum reduziert und demonstriert sogar so etwas wie Gleichgültigkeit.

    Ich habe in der Vergangenheit mal versucht, das gleiche Verhalten an den Tag zu legen. Aber, ich fühlte mich dabei so unwohl, weil es nicht meinem Charakter entsprach.

    Natürlich gibt es in meinem Umfeld auch andere Menschen, die sich auch äußerst viel Mühe geben und das, was man ihnen gibt, auch zurückgeben. Bei denen ich auch das Gefühl vermittelt bekomme „He, da hat sich jemand sehr intensiv mit mir beschäftigt, um mir diese Freude machen zu können.“
    Aber leider ist es halt nicht bei allen so.

    Und mich würde mal interessieren, wie Ihr darüber denkt. Habt Ihr auch schon solche Erlebnisse gehabt und Euch gefragt, warum Ihr Euch immer ein Bein ausreißt, während es sich die anderen ziemlich einfach machen? Und wie habt Ihr darauf reagiert?

    Einen schönen Abend wünscht ..... Bijou.........

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    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    liebe bijou,

    das lässt sich ganz einfach beantworten: unterschiedliche menschen haben unterschiedliche maßstäbe.

    du scheinst aber zu versuchen, deine persönlichen ansprüche an aufmerksamkeit, zuwendung etc. zur messlatte für die menschen in deiner umgebung zu machen.

    das kann nur scheitern, bestenfalls noch führt es zu grübeleien, wie sie dich gerade plagen.

    versuch, es entspannt zu sehen, und vor allem: versuch mal, es nicht als affront zu sehen, wenn dir die menschen, die dir wichtig sind, sich nicht in gleichem maße gedanken um geschenke und zuwendung im allgemeinen machen.

    mein allererster eindruck war: hm, den aufwand, den bijou da treibt - verbunden mit dem unausgesprochenen anspruch, das gleiche maß zurückzubekommen - könnte auf dauer ziemlich anstrengend für die anderen sein. ansprüche in freundschaften (und noch mehr im kollegenkreis!) sind problematisch, das kann schnell und böse nach hinten losgehen.

    schau: es verlangt doch keiner, dass du dir ein bein ausreißt. wenn du das gern und freiwilig tust: bitte. aber du darfst nicht von anderen verlangen, dass sie das gleiche tun. es ist letztlich eine frage de verhältnismäßigkeit, des maßes. und deine ansprüche kommen eher unangemessen hoch rüber.

    lizziegruß :-)
    dodadadiamoisongdesisahoidaso!

    Wer ist eigentlich dieser Leif Heck? Lange verschollener Bruder von Dieter Thomas?


    Was Leute tun, tun sie normalerweise wegen sich. Nicht wegen dir.(Zitatgeschenk vom Wusel)

  3. gesperrt

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    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Puh, ist ja toll, was Du so alles machst - trotzdem, ich sehe es wie Lizzie, das muss kein Maßstab für die Allgemeinheit sein.

    Mir persönlich ist Weihnachten auch sehr wichtig, und Freunde und Verwandte werden jedes Jahr mit wirklich schönen Karten bedacht. Jedoch habe ich gelernt, dass es eben auch Leute gibt, denen Weihnachten einfach sch...egal ist, für die es keine Bedeutung hat und die einfach froh sind, wenn der Rummel vorbei ist.
    Für die ist Kartenschreiben lästige Pflichtübung. Auch wenn ich das nicht nachvollziehen kann, kann ich es akzeptieren.

    Was verstehst Du unter Tischdeko?? Du schreibst was von Geschirr und Deko und Servietten und alles abgestimmt, mal ehrlich, das klingt supertoll, aber ich habe nicht so viel Geschirr im Schrank, um es auf jeden Anlass abstimmen zu können.

    Bei 35°C würde ich auch eher zur Tiefkühltorte greifen als selbst zu backen (zumal meine Backkünste an C&W -Torten sowieso nicht ranreichen ) und würde das auch bei anderen mitnichten erwarten.
    Für's Kochen gilt das Gleiche. Vor 3 Jahren, in dem 40°C-Sommer hatten wir mehrere Tage Besuch von meiner Schwester nebst Familie. Kein Mensch wäre auf die Idee gekommen zu kochen, in der Mittagshitze gab es Salat, Obst, Cornflakes, Joghurt... wer will auch bei solchen Temperaturen Roulade mit Klößen essen?

    Versuch einfach, das Ganze etwas lockerer zu sehen!

    Gruss
    Jen

  4. Inaktiver User

    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Erstmal volle Zustimmung Jennifer und Lizzie,
    Liebe Bijou, das ist ja nett, dass du dir soviel Mühe gibst mit deinen Mitmenschen.
    Aber auch ich meine, du kannst die Ansprüche, die du an dich hast, nicht auf andere übertragen.
    Als Geringschätzung dir gegenüber würde ich ihr Verhalten auch nicht werten. Als Geringschätzung empfinde ich, dass du dich nicht in erster Linie über einen Weihnachtsgruß freust, sondern die Karte bewertest. Würdest du von mir eine Weihnachtskarte bekommen, die aussieht "als würde sie in die Klamottenkiste gehören", so wäre das ein Zeichen ganz besonderer Wertschätzung dir gegenüber, weil ich alte Karten sammle und nur selten eine davon verschicke. Wer weiß, vielleicht war es ja in deinem Fall auch so.
    Fakt ist, wer dir eine Karte schickt, denkt an dich und will dir eine Freude machen.
    Versuch doch mal, eher den den ideellen Wert dessen zu sehen, was Leute für dich tun oder gar nicht darauf zu achten, was sie für dich tun. Das macht zufriedener auf Dauer.

  5. Inaktiver User

    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Ich finde das auch Klasse, was Du machst.
    Du bist dafür talentiert. Aber bitte erwarte nicht, daß andere es auch sind.
    Ich komme in viele Wohnungen; oft teuer eingerichtet, aber:
    Manchen Menschen fehlt das Geschick und der Geschmack.
    Ein unbeholfenes, dämlich wirkendes Geschenk kann genauso von Herzen kommen wie ein tolles, passendes, das Du mit viel Liebe und Stilgefühl ausgesucht hast. Das kann längst nicht jeder.

    Es gibt Leute, die nicht viel Geld haben, und sich freuen, wenn sie irgendwo eine billige Weihnachtskarte ergattern. Das heißt nicht, daß ihre Weihnachtsgrüße "wertloser" sind, als die teuren Karten besser betuchter Menschen.
    Ich freue mich über jede Karte, weil sie zeigt, da hat jemand an mich gedacht, egal, wie die Karte aussieht.

    Dann gibt es noch solche, die weder toll backen noch kochen können. Kochen kann ich einigermassen, aber backen? Da fehlt mir die Übung, weil niemand in unserer Familie gern Kuchen isst.
    Meine Freundinnen sind also wesentlich besser mit einer guten Tiefkühltorte bedient, als wenn ich selbst drögen Staubkuchen oder
    handgefertigte Brandenburger fertige...ich habe halt andere Talente.

    Freu' Dich, daß Du bestimmte Dinge so gut kannst und sei ein wenig nachsichtig mit denen, die nicht so fit sind. Werte ihre Versuche, auch wenn sie Deinen Ansprüchen nicht genügen, als positiv. Steh' mit Rat und Tat zur Seite, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
    Vielleicht haben ja einige Angst, sich zu blamieren, weil Du es besser kannst? Ich hätte Probleme, einer Superbäckerin einen selbstgebackenen Kuchen mitzubringen - Du verstehst schon, warum ...
    Ruby

  6. Inaktiver User

    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Hm, ich finde es auch toll, was du machst. Aber ehrlich gesagt würdest du mich als Freundin mit dieser Art oder Angewohnheit etwas streßen. Für mich ist das irgendwie nichts, auch wenn ich alle paar Jahre mal einen Bastel- oder Backwahn habe. Dann freu ich mich über die tollen Karten, die ich gemacht habe, bin sehr, sehr stolz, schick sie raus, will das im nächsten Jahr unbedingt wieder tun - und mach es garantiert ein Jahrzehnt nicht mehr.

    Zur Not nehm ich die SOS-Kinderdorf-Karten, ganz ehrlich. Ich find die schön, ich spende dafür und der Adressat - so bildete ich mir bis heute jedenfalls ein - freut sich, dass ich mich überhaupt gemeldet habe. Genauso geht es mir auch mit der Post, die ich bekomme. Kunstvolle Karten und Fotos sind toll, keine Frage. Aber so gesehen ist es mir egal, ob der Schreibende oder Schenkende toll einpackt beispielsweise.

    Und wenn er meinen Geburtstag 10 x vergißt und ich nie, dann weiß ich, dass ich aus irgendeinem Grund nicht auf dem Kalender stehe. Mir passiert sowas auch, aber deswegen mag ich den Menschen doch nicht weniger. Das hat überhaupt nichts mit Geringschätzung zu tun - eher im Gegenteil. Die Leute, die ich richtig gerne mag, beschenke ich komischerweise viel lieber oder selbstverständlicher. Weil sie es nicht erwarten.

    Was Einladungen betrifft, kann ich dich nicht verstehen. Natürlich gefallen mir schöne Ambiente extrem gut und tolle Tischdekos, -karten und Einladungen werden absolut honoriert. Ich krieg mich bei sowas gar nicht wieder ein. Aber wenn ich auf einem Geburtstag bin und da gibt es nur Cola und Pizza und einen Holztisch, dann freu ich mich genauso. Mir kommt es auf die Leute an, die dort sind. Auf die Atmosphäre, die von den Menschen und nur sekundär durch die räumliche Umgebung rührt.

    Deine Ansprüche sind sehr hoch und ich habe bei solchen Menschen ein bißchen das Gefühl, dass sie den ganzen Kram weniger für sich machen als für die anderen. Denn wenn du es nur tätest, weil du es so schön findest, dann würde dich das Verhalten der anderen Leute nicht so ärgern oder kränken.

    LG von Basine.

  7. User Info Menu

    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Du kannst nicht erwarten, dass du das gleiche zurückbekommst, was du gibst. Das funktioniert nicht mal beim Bäcker, schon gar nicht bei Freundschaften.
    Wenn du bei 35° in der Küche stehen willst, dein Ding. Wenn deine flüchtige Bekannte lieber für den Kegelklub bäckt, ihr Ding.
    Beides okay.
    Es sei denn natürlich, du bist Martha Stewart (http://www.marthastewart.com)
    Versuch, das alles lockerer zu sehen. Bewirte deine Gäste zuhause so, wie du es für richtig hältst, aber erwarte nicht, dass sie dafür im Gegenzug das gleiche tun. Mir geht es bei Einladungen immer um die Menschen und nicht um die Tischdeko.

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    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Alsoo, irgendwie haben hier alle recht -ist ja auch mal ganz schön, oder ?
    Ich kann Bijou gut verstehen - auch mir hat es immer Spaß gemacht für Freunde (oder solche, die ich dafür hielt) kleine Geschenke zu Weihnachten zu besorgen, mal bei mir zu Hause ein schönes Essen oder eine tolle Party zu feiern. Hat auch immer allen gut gefallen (so wurde mir versichert, und die Leute kommen ja auch, wenn man sie ruft) - Rückeinladungen etc. ? Fehlanzeige.
    Habe in einem langen, und teilweise schmerzhaften, Prozeß lernen müssen, daß jeder Jeck anders ist und eine Aktion meinerseits nicht unbedingt eine Reaktion des Gegenüber hervorruft. Fazit: Ich überlege mittlereweile sehr genau, ob es mir die Leute "wert" sind, z. B. einzuladen, ein Kärtchen zu schicken o.a. Und falle trotzdem noch manches Mal auf die Nase - verbuch ich dann unter Lebenserfahrung. Bijou, solltest Du vielleicht auch machen, sonst wirste nicht glücklich.
    Ein aktuelles Beispiel: Ich habe Weihnachten einigen Freunden Weihnachtsgrüße, ganz altmodisch, per Post geschickt. Mal ehrlich, ist es denn wirklich so abwegig und verwegen darauf zu hoffen (wir erwarten ja nix ), daß diese Leute, die man schon jahrelang kennt, evtl. den Jahreswechsel nutzen um sich ebenfalls kurz zu melden, ein gutes Neues Jahr zu wünschen und sich zu bedanken ? Sorry, ich bin so erzogen worden, daß ich zu Menschen, die nett zu mir sind auch nett bin und eigentlich jedem ein Mindestmaß an Höflichkeit entgegenbringe. Da dies aber heutzutage wohl nicht mehr "in" ist, muss ich die allseits gegenwärtige, ich nenn's es mal "Nonchalance" wohl tolerien, denn ändern kann ich's nicht. Aber akzeptieren werde ich es nie, weil da m.E. nach ein gutes Stück des sozialen Zusammenlebens und dessen was eine Gemeinschaft ausmacht, flöten geht. Mal schauen, wann unsere Generation "Cool" das erkennt ?
    Es kann passieren was will. Es gibt immer Einen, der es kommen sah.
    - Fernandel (1903 - 1971)

    Um zu überleben, brauchen wir Fantasie. Die Realität ist sonst zu kompliziert
    - Lady Gaga

  9. Inaktiver User

    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Wenn ich jmd erfreuen möchte, dann tue ich das nicht mit dem Hintergedanken, dass jener sich revanchieren muss.

    Wenn ich ein Beisammensein hübsch ausrichte mit Blümchen hier, Deko dort, dann, weil MIR das gefällt. Wenn ich stundenlang in der Küche stehe, dann, weil MIR das gefällt. Wenn ich ein besonderes Geschenk aussuche, dann, weil es MIR gefällt zu verschenken - für all das, was MIR gefällt, soll ich eine Revanche erwarten? Och nö.

    Man wird doch nicht gezwungen dazu; wenn man es nicht machen möchte, sollte man es sein lassen. Will man es machen - was auch immer das jetzt im Besonderen sein mag -, dann bitteschön deshalb, weil man jmd erfreuen möchte ohne auf eine Revanche zu lauern.

  10. Inaktiver User

    AW: Desinteresse/Geringschätzung gegenüber (zumeist bekannten) Mitmenschen

    Ganz ehrlich, Bijou, ich glaube, ich hätte dich nicht sehr gern zu Gast. Offenbar schwirren deine Argusaugen umher und suchen nach Nachlässigkeiten, die du als persönlichen Affront ansiehst. Ich finde es schön, wenn es wo nett dekoriert ist. Aber wenn ich jedes Mal so einen Aufwand treiben würde, wie du das offenbar tust, dann hätte ich niemals Gäste, denn dafür fehlt mir meist die Zeit und fast immer die Lust. Ich backe auch gern, aber niemals stundenlang. Wenn Gäste das Gefühl haben, dass überdimensionaler Aufwand um sie getrieben wurde, fühlen sie sich auch nicht wohl, möchte ich mal behaupten (Ausnahme sind Hochzeiten o.ä.). Manche Leute haben auch nicht so das Händchen für eine schöne Deko und finden bei einer ungebügelten Tischdecke nix dabei. Na und? Kann man es nicht trotzdem nett zusammen haben?

    Weihnachtspost verschicken die meisten Leute doch gar nicht. Warum freust du dich nicht, überhaupt eine Karte zu bekommen? Du würdest dir das Leben wirklich leichter machen, wenn du etwas weniger streng mit deinen Mitmenschen umgehen würdest.

    Apfeltasche

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