Neulich hatte ich eine Bindehautentzündung - tat weh, tränte, war lästig.
Ich ging damit zum Augenarzt. Die nette Damen am Counter konnte mir zwar keinen genauen Termin sagen, bat mich aber, im Wartezimmer Platz zu nehmen, damit sie einen Sehtest machen könnten. Auf meine Frage, warum ich denn bei einer Bindehautentzündung zu Sehtest müsste, bekam ich eine ausweichende Antwort..
Ich bin ohne Sehtest gegangen...und habe einen Arzt gefunden, der sich mein Auge ansah und mir eine Salbe gab..warum nicht gleich so?
Ähnliche ungebetene Fürsorge erlebte ich beim Ohrendoc...Eigentlich wollte ich nur für meinen Mann was abholen, da fragt mich die Arzthelferin, mit der ich mich einen Mment unterhielt, wie lange denn mein letzter Hörtest her wäre (???) und ob ich nicht mal einen Hörtest machen wollte...
Nein. Wollte ich nicht.
Die neue Hausärztin..eigentlich sollte sie nach meiner Schulter schauen, die ab und zu mal zwickt.
Warum sie drauf bestand (!) meinen Bauchraum abzutasten, mein Herz abzuhören und zwingend einen Termin zu Blutentnahme vereinbaren wollte, habe ich nicht so recht verstanden :-(
Es folgte ein laaanger Vortrag über Zusatzuntersuchungen, die man gegen Kostenerstattung bei ihr quasi "buchen" könnte. (ach - danke..kein Interesse..mir gehts sonst prima)
Dann drückte sie mir noch Info zu einer Darmuntersuchung in die Hand - das würde ihr Kollege machen, täte auch gar nicht weh...ich empfand ihr Verhalten als aufdringlich und suche mir nun einen neuen Hausarzt.
Ich habe das Gefühl, die nutzen es richtig aus, wenn sie einem mal in ihren Fängen haben ;-)
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen?
Antworten
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18.08.2016, 22:54Inaktiver User
Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
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18.08.2016, 22:59Inaktiver User
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Es geht eben immer nur um eins, nämlich Kohle, Kohle und nochmals Kohle ....
(Es gibt allerdings auch noch andere Ärzte.)
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18.08.2016, 23:06
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Naja ... Einerseits möchte jeder Selbstständige eine Gewinn erwirtschaften. So weit, so banal.
Und dann ist in der Medizin nicht immer alles so, wie es dem Laien auf den ersten Blick erscheint.
Da kann ein Augenbrennen von einer Bindehautentzündung kommen - aber eben auch von einer Fehlsichtigkeit / Linsentrübung. Stell Dir mal vor, Du gehst zum Augenarzt und der erkennt eine eventuell vorliegende Fehlsichtigkeit nicht. Da wäre das Geschrei hinterher auch groß.
Und zu den Schulterschmerzen: Die sind besonders fies. Da kann nämlich von der Gastritis über einen Infarkt bis hin zu einem Muskel-/Gelenksproblem ALLES dahinter stecken.
Für mich klingt das eher nach Sorgfalt als nach Abzocke.
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19.08.2016, 06:28Inaktiver User
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Nichts für ungut, Ruby....... Aber jeder versteht und akzeptiert, dass der Bäcker seine Brötchen verkauft, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und der Automechaniker aus dem gleichen Grund an Autos rum schraubt....
Nur wenn es um Medizin geht, sollen die Leute das möglichst umsonst und aus Idealismus machen ..... Und die Pharmaindustrie ist ganz pöse, weil sie nicht aus Idealismus zig Millionen für die Erforschung eines neuen Medikaments ausgibt, sondern weil sie damit Geld verdienen will.....
Was schaden Dir solche Angebote? Als mündige Bürgerin sagst Du "nein" und gut ists.
Und wie schon gesagt wurde: Hinter einer Bindehautentzündung kann auch anderes stecken. Bei mir war es mal ein Metallsplitter, der im Auge steckte.
Sowas erkennt man nur bei einer Untersuchung. Einfach eine Salbe zu verschreiben, verschleppt das, und wenn es ganz dumm läuft, verliert man das Auge.
Dann gäbe es hier einen Strang über Ärzte-Pfusch.Geändert von Inaktiver User (19.08.2016 um 06:34 Uhr)
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19.08.2016, 06:55
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
- Ärzte wollen Geld verdienen
- Ärtze wollen ihre Existenz rechtfertigen, indem sie mehr machen als das unmittelbare Problem auf die einfachste Art zu lösen
- Ärtze wollen juristisch auf der sicheren Seite sein, und wenn man etwas macht (und das dokumentiert) ist das eher der Fall als wenn man nichts macht.
ich boykottiere allerdings auch Bäcker und Mechaniker, die auf die Antwort "nein danke" wenn sie fragen "darf's sonst noch etwas sein?" nicht einfach aufhören, sondern weiter dies und das und jenes verkaufen wollen und es noch nicht mal begründen können, wieso ich das jetzt unbedingt kaufen soll.
Wenn ich Dienstleister habe, die nicht nur ihr Portemonnaie, sondern auch meine Interessen im Blick haben (was sich oft widerspricht), gehe ich auch gerne wieder, bei Bedarf.
gruss, barbara
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19.08.2016, 07:16
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Du verstehst das vielleicht nicht.
Bei einem neuen Patienten, den man noch nicht gesehen hat, macht man sich ein Bild. Hat man sich ein Bild zu machen. Eine Basis zum späteren Vergleich. Gerade als Hausarzt, der meist erste Anlaufstelle ist.
Dazu gehörte schon immer wenigstens eine Auskultation der Lunge und des Herzens, die Palpation des Bauchraums, Größe/Gewicht, tastbare Lymphknoten, eine Blutuntersuchung. Heute kann man mittels einer Sono Leber, Galleblase, Pankreas etc. besser beurteilen. Und ein Basis-EKG schadet auch nicht.
Übrigens wird über meine Veterinär-Kollegen oft laut hergezogen, weil sie bei einem neuen Patienten keinen Basisstatus erheben ...Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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19.08.2016, 08:23Inaktiver User
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Genau SO siehts aus.
Meiner Meinung nach müsste jeder Arzt, speziell bei Patienten die Schmerzen beklagen, den Patienten quasi "auf links" drehen.
Und im Fall, wenn sich Arzt und Patient zum ersten mal gegenüberstehen erst recht.
Schmerzen, egal wo, können dermassen viele Ursachen haben, auch in Zuammenhängen die vollkommen ... ja ... zusammenhanglos scheinen ... da sollte man heutzutage froh sein, dass ein Arzt so umfangreich untersucht. Und nicht gleich Geldschneiderei vermuten ...
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19.08.2016, 08:31
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Der Basisstatus ist wichtig, gerade weil der Hausarzt im Allgemeinen der Verteiler zum Spezialisten ist. Er kann anhand ders Basisstatus einen Verlauf beurteilen und mögliche behandlungsbedürftige Ereignisse erkennen. Mit dem Wissen, dass der Befund 17 Monate vorher anders war oder sich etwas nicht weiter verändert hat.
Eher ist es der Spezialist, der nur einen Teilbereich sieht - so, wie in der Autowerkstatt auf Wunsch neue Reifen montiert werden und das defekte Getriebe nicht gesehen wird.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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19.08.2016, 08:39Inaktiver User
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Danke, katelbach, Lorelei und Baselitz.
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19.08.2016, 08:43Inaktiver User
AW: Warum wollen einem Ärzte Zusatzuntesuchungen andrehen?
Ja, leider.

Ich werde deswegen jetzt zum dritten Mal die gynäkologische Praxis wechseln - die Nachfolgerin meiner langjährigen Ärztin ist in dieser Hinsicht auch absolut schmerzfrei und will mir immer wieder Zeug aufdrängen, obwohl ich ihr schon mehrfach gesagt habe, dass ich das nicht schätze. Jetzt reicht es mir. Und dann auch noch immer mit so einem Unterton, als täte ich etwas Unerhörtes, persönlich Beleidigendes, wenn ich z.B. nicht alle zwei Jahre zum Mammographiescreening renne (okay, keine Ige-L, aber auch so ein Punkt ...).
Ätzend, sowas.


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