„Zeichen des friedlichen Zusammenlebens“: Politiker schlagen muslimische Lieder für Weihnachtskirche vor - Deutschland - FOCUS Online - Nachrichten
Das macht mich sprachlos - und ratlos auch.
Warum wirft er das gerade in diesen sensiblen Zeiten auf? Ist das eine Provokation oder einfach nur ahnungslos - und zwar in alle Richtungen?
Weder wird in der Moschee gesungen (ausser vom Imam), noch könnte je ein gläubiger Muslim z.B. Stille Nacht singen (wg. Gottes Sohn) - darum wird es ja auch in den Schulen idR nicht mehr gesungen.
Ich kann mir auch nicht viele Gemeinden vorstellen, die an Weihnachten gerne ein Lied von Cat Stevens singen möchten.
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Thema: Die Weihnachtsliederdebatte
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22.12.2014, 14:42
Die Weihnachtsliederdebatte

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22.12.2014, 14:49Inaktiver User
AW: Die Weihnachtsliederdebatte
Es wird wiedermal aus der Blöd zitiert,gibts nicht noch andere Möglichkeiten die Medien zu füllen?Zum Beispiel könnte man in den Redaktionen doch mal eine Serie starten in denen berichtet wird wie die Menschen über alle Kulturen miteinander funtionieren.So etwas fände ich lesenswert und nicht irgendwelche Zitate aus irgendwelchen Interviews mit irgendwem der das bloss politisch ausschlachten will.
Aber die Blätter verkaufen sich natürlich wesentlich besser wenn von Gewalt und Schrecklichem berichtet wird.Meine EX-Schwiemu weiss auch immer was überall an fürchterlichem vorgefallen ist.Positives weiss sie so gut wie nie zu berichten.Ist sie somit der optimale und angepeilte Leser?
Singen wir nicht schon seit ewigen Zeiten Lieder aus allen Herren Ländern?!
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22.12.2014, 16:57
AW: Die Weihnachtsliederdebatte
Das Zitieren aus anderen Zeitungen oder Pressetexte liegt daran, dass viele Journalistenstellen abgeschafft worden sind und durch "Mitarbeiter" ersetzt wurden - die dann halt keine Texte schreiben, sondern zusammensuchen... Aber das ist ja eine andere Baustelle.
Ich finde in diesem Artikel jetzt weder Gewalt noch Schreckliches, aber die Idee/Forderung macht mich doch ziemlich fassungslos - darum ja dieses Forum.
Lieder aus allen Herren Ländern trifft ja nicht ganz den Kern der Sache, im Weihnachtsgottesdienst werden ja idR auch nicht beliebige Lieder gesungen.
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22.12.2014, 19:29
AW: Die Weihnachtsliederdebatte
Ist aber alles nur halb richtig:
Und man kann ihnen (Bosbach ausgenommen) die Verunsicherung nicht mal richtig übelnehmen, schließlich erweckt die „Bild“-Zeitung den Eindruck, als sei diese Idee — diese „Forderung“ — auf Nouripours Mist gewachsen und als gebe es schon konkrete Pläne für die Umsetzung. Auch andere Medien, etwa „Spiegel Online“ oder FAZ.net schreiben (bei „Bild“ ab), diese „Forderung“ sei von Nouripour „in die Debatte eingebracht“ worden.
Die Wahrheit sieht aber ganz anders aus. Tatsächlich stammt die Idee nämlich von „Bild“.
Omid Nouripour erklärte uns das Zustandekommen des Artikels heute so: Am vergangenen Dienstag habe ihn „Bild“-Autorin Karina Mößbauer (die den Artikel zusammen mit Ralf Schuler geschrieben hat) angerufen und sinngemäß gesagt:
Wir bringen zu Weihnachten ja immer gute Nachrichten. Und da haben wir uns gefragt, ob es nicht eine schöne Idee wäre, wenn in christlichen Weihnachtsgottesdiensten muslimische Lieder gesungen würden.
Daraufhin habe er geantwortet: Nein, das sei keine gute Idee. Wenn, dann sollte es eine Art Tausch geben: Muslimische Lieder in der Kirche, christliche Lieder in der Moschee. „Tolle Idee!“, habe die „Bild“-Autorin geantwortet.
Ja, toll. Denn so musste sie nur noch ein, zwei andere passende Zitate einsammeln — und fertig war die Schlagzeile. Vermutlich stand sie sogar vorher schon fest, und die „Bild“-Autoren haben nur so lange rumtelefoniert, bis sie prominente Stimmen gefunden hatten, die dazu passten.Vom Untergang des Abendlandes kannAuf seiner Facebookseite schreibt Omid Nouripour heute:
Der Vorschlag, wie er da steht, ist von der BILD-Zeitung – einem Politiker muslimischen Glaubens in den Mund gelegt. Mein Vorschlag war der eines Austauschs. Es würde auch vielen deutschen Moscheen gut zu Gesicht stehen, wenn dort die Weihnachtszeit besinnlich begangen werden würde.
So manche Reaktionen auf meiner Facebook-Seite zeigen, wie richtig mein Vorschlag eigentlich ist. Der gesellschaftliche Graben, der sich in unserem Land derzeit auftut, ist nicht der zwischen Christentum und Islam, sondern der zwischen demokratischen Kräften und der Feinde der Demokratie – ob Islamisten oder Pegida. Der Schulterschluss der Demokraten ist notwendig, nicht eine weitere Spaltung der Gesellschaft – wie ihm der Artikel der BILD-Zeitung Vorschub leistet.Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan
Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.
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22.12.2014, 23:02Inaktiver User
AW: Die Weihnachtsliederdebatte
Marylin-74, Danke für die Zitate.
Das ist ein Hetzartikel, der mit ganz durchschaubaren Mitteln arbeitet: das fängt schon mit der Überschrift "Zeichen des friedliche Zusammenlebens" in Anführungszeichen an. Das ist also schon ironisch gemeint oder warum die Anführungszeichen?
Dann zitiert er die aus dem Zusammenhang gerissenen Sätze aus der "bild" über das Singen von Liedern, um zu Pegida überzugehen. Es werden zwei Nachrichten vermischt, die eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben.
Das Ziel ist wohl klar: Wer sich oben empört hat, kann unten gleich zustimmen:
"Bei den "Pegida"-Demonstrationen würden „Befürchtungen geäußert, dass sich unser Rechts- und Wertesystem ändert durch Menschen, die aus anderen Kulturen und Religionen kommen“"
Von denen, die moslemische Lieder in der Kirche fordern also. Damit auch der einseitig gestrickte Leser weiß, worüber er sich jetzt empören muss.
Es geht gar nicht um Weihnachtslieder in Moscheen oder moslemischen in Kirchen. Der Artikel dient nur der Pflege eines Feindbilds.
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23.12.2014, 12:01
AW: Die Weihnachtsliederdebatte
Auch von mir ein Danke für die Zitate, Maryland.

Und mal ganz abgesehen davon, wie da jemand das Wort im Mund praktisch verdreht wurde: Ich wäre sofort dazu bereit,
"austauschweise" mal ein Moslemisches Lied zu singen, obwohl das ja wahrscheinlich nicht möglich wäre. aber wenn es das gäbe - warum nicht?
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23.12.2014, 15:13Inaktiver User
AW: Die Weihnachtsliederdebatte
Zum ersten Teil: Könnte man bei mir vorbei kommen. Da ist es schon extrem witzig, dass die Wohnungen meiner muslimischen SchülerInnen i.d.R. weihnachtlicher aussehen als meine, incl. Baum und Geschenken. Von jüdischen Freundinnen kenn ich den Begriff "Weihnukka", christlich-muslimisch müsste man noch erfinden ;-)
Zum zweiten: Du willst nicht wirklich Anasheed (muslimische fromme Lieder) singen ;-). Ich zumindest kenn nur gruselige, die Tonalität wirkt auf mich sehr sehr seltsam (was nix heißen muss, aber ich werd im Leben keinen Anasheed singen und treibe mich hin und wieder in Moscheen rum ... wo die im übrigen auch nicht gesungen werden. Die Mehrheitsmuslimische Liturgie kennt keine Lieder, es gibt ein paar Ausnahmen bei Sufis)Geändert von skirbifax (23.12.2014 um 15:26 Uhr) Grund: Zitat repariert
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27.12.2014, 17:00
AW: Die Weihnachtsliederdebatte
Nicht in der Kirche, aber bei einer Weihnachtsfeier in einem Dorf in der Nachbarschaft ist es nun geschehen.

die Lokalzeitung berichtete von einer Weihnachtsfeier, wo sich syrische Flüchtlinge mit einem landestypischer Festmahl bei den vielen Freunden aus dem Helferkreis revanchieren wollten.
Unter dem Christbaum gab es ein trauriges syrisches Lied des Widerstands im Bürgerkrieg, deutsche Weihnachtslieder von einer Allgäuer Stubenmusik und gute Unterhaltung bei ausgezeichnetem Essen.
Der Kirchturm hat nicht gewackelt.


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