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  1. Inaktiver User

    Missstände im Jobcenter - Takeout

    Ich war auch fassungslos, als ich das las... Bin selbst arbeitslos und aktuell in einer Umschulung und trotzdem hatte ich immer wieder Stress mit dem Amt, oftmals haben die mir in einer Weise "gedroht", die in mir massive Existenzaengste hervorgerufen hat (z.B. Zahlungen kamen gar nicht oder gekuerzt (und noch viel mehr an solchen "Scherzen") und es kostete sehr viel Zeit und Kraft, all das zu klaeren, die ich besser fuer meine Umschulung gebraucht haette) und ich bin sehr froh, dass ich jemanden habe, der mir dabei hilft, denn alleine haette ich das alles nicht geschafft.

    Das soll keinerlei Rechtfertigung sein fuer das was da (wieder einmal :() passiert ist, aber leider ist es in dem System so, dass Geld gespart werden muss und daher Dinge passieren, die Menschen, die sich in einer schwierigen Situation befinden, massiv an ihre Grenzen treibt.

    Und leider reagieren manche Menschen sehr gewalttaetig auf solche Situationen.

    Ich bedauere auch die Menschen, die in Jobcentern arbeiten muessen, das ist ein harter Job und viele sind damit ungluecklich und es hat hier definitiv den falschen Menschen getroffen (denn die setzen auch nur das um, was ihnen von oben vorgeschrieben wird), aber die Menge dieser Vorfaelle zeigt auch, dass da einfach viel falsch laeuft und dass man die Ursache mal angehen muss, denn das sind IMHO Symptome einer Ungerechtigkeit, die auf dem Ruecken von Menschen ausgetragen werden, die eh am Ende sind und fuer all die "Schwierigkeiten" denen sie durch die Arbeitslosigkeit ausgesetzt sind, keinen Ausweg mehr sehen.
    Geändert von Inaktiver User (03.12.2014 um 21:48 Uhr)

  2. Moderation

    User Info Menu

    AW: Missstände im Jobcenter - Takeout

    Ich bin gebeten worden, die Beiträge über Missstände im Jobcenter nicht in einem Strang über den Tod eines Jobcentermitarbeiters zusammen stehen zu lassen. Wir kommen dieser Bitte gerne nach.
    Geändert von skirbifax (08.12.2014 um 10:16 Uhr)
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  3. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Ich bekomme das seit einigen Monaten auch aus zweiter Hand mit.
    Ähnliche Situation wie bei dir, Mantis. Der Betreffende ist seit fast zwei Jahren in einer Umschulung, schreibt exzellente Noten und hat seit seinem ersten Pflichtpraktikum einen vergleichsweise gutbezahlten Job sicher. Den darf er aber erst am Ende der Umschulung antreten, also im Februar.

    Seit einem Jahr ist er verpflichtet, Hartz 4 zu beziehen.
    Das bedeutet, Familienverhältnisse werden per Hausbesuch überprüft, ob nicht doch irgendwer eng Befreundetes (!) existiert, der - wohlgemerkt, nahestehende Menschen müssen nichtmal Verwandte oder Ehepartner sein - zum Unterhalt verpflichtet werden könnte.
    Jede Kontobewegung wird überprüft, größere Rücklagen oder nennenswerte Nebeneinkünfte sind bekanntlich nicht gestattet.

    Hingegen kommt die "Stütze", die nach einem halben Jahr nochmal gekürzt wurde, regelmäßig nicht in Gänze oder auch mal ein, zwei Monate gar nicht, weil irgendein "Computerfehler im System" Probleme verursacht hat. Oder weil ein Formular, das einen Tag vor der Deadline vom Center verschickt wurde, nicht rechtzeitig zurückgeschickt wurde. Oder die mündliche Information, es gäbe nach der Umschulung einen Arbeitsplatz, führte "versehentlich" zur "fälschlichen Annahme", man hätte bereits jetzt wieder Einkünfte, mit der Folge: seit drei Monaten kein Geld.

    Die Konsequenz ist ein kontinuierlich komplett ausgereizter Dispo, obwohl es kaum Ausgaben gibt, abgesehen von Versicherungen und Miete, die wiederum unter solchen Umständen nicht (rechtzeitig) gezahlt werden können.

    Das Jobcenter gibt in seinen Forderungsbriefen keine Telefonnummern für direkte Rückfragen mehr an. Wenn er an der Zentrale anruft, ist das Telefon abgeschaltet, oder es wird nach dem Abnehmen direkt wieder aufegelgt.

    Du sitzt als Betroffener am dermaßen kurzen Hebel. Was willst du machen? Den Laden verklagen?
    Das wird zur nichts führen, denn, ja, Geld wird durch die Regierung gespart, damit notleidende Banken gerettet werden können.

    Ob das den Mord an einem - zumal persönlich nicht schuldigen - Menschen rechtfertigt?
    Natürlich nicht.
    Aber das Gefühl, nur noch Amok laufen zu können, kann ich bei dem, was ich so mitbekomme, absolut nachvollziehen.

    Und dass jemand mit nichts zu verlieren und noch weniger Affektkontrolle dann so etwas tut, wundert mich überhaupt nicht.
    Geändert von Inaktiver User (06.12.2014 um 15:28 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Es gibt sicherlich Sachen, die nicht in Ordnung sind... also gerade die Überweisungen... aber dehalb jemanden zu erstechen?

    Nein!!! Geht garnicht...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Seit einem Jahr ist er verpflichtet, Hartz 4 zu beziehen.
    Das bedeutet, Familienverhältnisse werden per Hausbesuch überprüft, ob nicht doch irgendwer eng Befreundetes (!) existiert, der - wohlgemerkt, nahestehende Menschen müssen nichtmal Verwandte oder Ehepartner sein - zum Unterhalt verpflichtet werden könnte.
    Jede Kontobewegung wird überprüft, größere Rücklagen oder nennenswerte Nebeneinkünfte sind bekanntlich nicht gestattet.
    Ja... das Gestez sagt, dass nur jemand ALGII bekommt, der es braucht.
    Dafür ist es da... Und das war bei der Sozialhilfe davor nicht anders. Es st auh so, wenn due Grundsicherung oder BaföG beziehst.

    Hingegen kommt die "Stütze", die nach einem halben Jahr nochmal gekürzt wurde, regelmäßig nicht in Gänze oder auch mal ein, zwei Monate gar nicht, weil irgendein "Computerfehler im System" Probleme verursacht hat. Oder weil ein Formular, das einen Tag vor der Deadline vom Center verschickt wurde, nicht rechtzeitig zurückgeschickt wurde. Oder die mündliche Information, es gäbe nach der Umschulung einen Arbeitsplatz, führte "versehentlich" zur "fälschlichen Annahme", man hätte bereits jetzt wieder Einkünfte, mit der Folge: seit drei Monaten kein Geld.
    Dieses hier halte ich für fatal - da gebe ich dir recht.

  5. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Bei BAFöG kommt aber niemand in deine Wohnung spitzeln, ob du nicht anderweitig "versorgt" werden könntest ...

  6. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Richtig.

    Und auf den BaföG-Satz wirkt sich im Regelfall nur das Einkommen der Eltern aus, unter Umständen das eines Ehegatten. In jedem Fall müssen enge Verwandtschaftsverhältnisse vorliegen.
    Das ist beim Hartz nicht der Fall. Da wird dann auch mal das Gehalt Unbeteiligter beschnitten, die lediglich mit dem Arbeitslosen zusammenwohnen, sofern nicht zweifelsfrei belegt werden kann, dass es sich um eine reine WG handelt.

    Generell hast du also BAföG-Berechtigter auch noch ein Recht auf Menschenwürde. Das ist beim Hartz anders, und das ist ein entscheidender Faktor in diesem Kontext.
    Wenn jetzt wieder jemand fordert, dass Mitarbeiter des Jobcenters besser geschützt werden müssen, dann hat derjenige etwas nicht verstanden.

  7. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Ich gebe nur zu Bedenken, dass Bafög zurückgezahlt werden muss. ALGIi glücklicherweise nicht.
    Wäre ja auch Quatsch .

    Dennoch ..bei der Sozialhilfe war es nicht viel anders.

  8. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Und aufgrund dieses Unterschieds dürfen Unbeteiligte und nicht Verantwortliche, die ihren Teil schon dadurch leisten, dass sie Steuern zahlen und somit dieses Sytem stützen, belangt werden?
    Aus diesem Grund dürfen Privatleben und Kontobewegungen akribisch überwacht werden?
    Und aus dem Grund dürfen aus fadenscheinigen Gründen Leistungen unvermittelt gekürzt werden oder ausbleiben, sodass existenzerhaltende Zahlungen (Miete, Versicherungen, Stadtwerke) nicht mehr geleistet werden können?

    Es mag sie durchaus geben, die Langzeitarbeitslosen, die den Staat "ausnehmen" (wobei ein Urteil zu fällen, wie jemand in diese Situation geraten ist und warum er da nicht mehr herauskommt, nie so simpel ist, wie im Regelfall dargestellt). Wenn es aber um Menschen geht, die spontan aus Umstrukturierungsgründen ihre Arbeit verloren haben, oder die lange in Lohn und Brot standen und sich neu orientieren, und die nun vorübergehend ohne Arbeit sind, ist das Verhalten der Behörde absolut unangebracht.

    Die Behörde differenziert einerseits nicht, und wenn die Behörde sich ihrerseits gesetzteswidrig verhält und in einer Art und Weise, die jeden Arbeitnehmer in anderen Jobs innerhalb von kurzer Zeit an die frische Luft befördern würde, da sie für ein Unternehmen damit untragbar wären, hat das für die Behörde bzw. deren Mitarbeiter rein gar keine Konsequenzen.

    Das ist tägliche Realität von über 4 Millionen ALG-II-Empfängern. Dennoch gehen über 4 Millionen ALG-II-Empfänger nie in ihrem Leben bewaffnet in ein Jobcenter.

  9. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Wie gut, dass solche Geschehnisse Einzelfälle sind. Ich meine damit den Toten!

    Wie.willst du dann feststellen, ob jemand berechtigt ist ALGII zu bekommen?

    Das bedingungslos Grundeinkommen möchte.die Mehrheit in diesem Land nicht, sonst hätten sie anders gewählt.

  10. Inaktiver User

    AW: Jobcenter-Mitarbeiterin erstochen

    Es geht um Unbeteiligte.
    Der Mann in meinem Beispiel hatte zu der Zeit, zu der er arbeitslos wurde, eine Freundin. Sie waren nicht verheiratet, es bestand also keine eingetragene Lebensgemeinschaft, die irgendeinen Einfluss auf die finanzielle Situation von ihr oder ihm gehabt hätte. Bei Eheleuten gibt es entsprechende steuerliche Vergünstigungen, weswegen ich eine Leistungsverweigerung da für im Ansatz nachvollziehbarer halte, wenngleich noch lange nicht fair.

    Du bist also der Ansicht, sie hätte für ihn aufkommen müssen?

    Und dass die Praktiken in unserem Land irgendetwas mit Wahlen, Wahlversprechen oder den Wählern zu tun haben, darfst du gern weiterhin glauben.

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