Hallo,
vor ein paar Tagen ging es durch die Medien: Ein Austauschschüler aus Hamburg-Altona ist im US-Bundesstaat Montana erschossen worden, als er von diesem nachts in dessen Garage angetroffen worden war.
Die schreckliche Geschichte hat natürlich viel Kritik an dem Umgang der Amerikaner mit Waffen ausgelöst. Ich war selbst auch entsetzt, wie leicht man Opfer dieser liberalen Waffenpolitik werden kann.
Was mich aber auch beschäftigt hat, war die Art der Darstellung dieses Vorfalls. Es war in den ersten Meldungen kaum etwas darüber zu lesen, was der junge Mann in der fremden Garage zu suchen hatte. So selbstverständlich ist das doch auch bei uns nicht, nachts auf fremde Grundstücke bzw. in Garagen zu gehen? Der Schütze war übrigens schon vorbelastet, bei ihm war bereits vorher einmal eingebrochen worden.
Weiterhin gab es Stimmen, die von den USA als Austauschland für Jugendliche u.a. wegen dieses Vorfalls total abrieten. Mir scheint es, als ob der Austauschschüler nicht genügend auf das vorbereitet wurde, was einen leider in den USA erwarten kann.
Was meint ihr, was ging euch bei der Nachricht so durch den Kopf?
Grüße
Nereide
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02.05.2014, 12:40
Austauschschüler in Montana erschossen
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02.05.2014, 12:59
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Nun, der Gedanke, jemanden in den Kopf zu schießen, weil er meine (offen stehende) Garage betritt ist für mich soweit weg wie der Mond. Keine Sorge um irgendwelchen Plunder der dort gelagert ist und kein Gesetz, das auf meiner Seite sein könnte ließe mich das je in Betracht ziehen.
Entsprechend denke ich über Leute, die da anders drauf sind.schlechte Technik
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schlechte Laune
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02.05.2014, 13:05
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Mir ging sofort durch den Kopf: "Was hatte der Junge in dieser Garage verloren?"
Bei allem Unverständnis für die Waffengesetze der USA, weiß ich, dass ich, als ich in einer ähnlichen Situation war, mich mit einem Nudelholz bewaffnet hinter der Tür verschanzt hatte und es benutzt hätte, doch zum Glück scheiterten die Vandalen an der Zwischentür. Ich hätte so auch einen Menschen töten können, auch wenn er wahrscheinlich nur bewusstlos gewesen wäre.
Das Maß mit dem der Mann sein Grundstück verteidigt hat, kann ich nicht nachvollziehen, weiß aber, dass es für Amerikaner sehr selbstverständlich ist so zu handeln.
Die zweite Frage also lautet: "Hätte der Mann den Einbrecher nicht einfach nur bewusstlos schlagen können?"Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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02.05.2014, 13:11
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Aber der Mann war im Haus in Sicherheit und hat sich überhaupt erst der Gefahr ausgesetzt, indem er raus ist.
Hypothese: Der einfach war scharf drauf einen abzuknallen.schlechte Technik
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schlechte Laune
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02.05.2014, 13:25Inaktiver User
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Der Mann hat ja offenslichtlich eine Art Falle aufgestellt, um einen Einbrecher gezielt zu stellen (es war dort in der Gegend ja schon zu mehreren Einbrüchen gekommen).
Den Berichten nach hatte die Frau des Hausbesitzers dort in der geöffneten Garage eine Handtasche mit persönlichen Gegenständen offen hingestellt.
Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht - aber: Wenn ich irgendwo entlang gehe, eine geöffnete Garage sehe und eine herrenlose, geöffnete Handtasche steht da einfach so rum, dann könnte ich durchaus auch auf die Idee kommen, da mal nachzuschauen, was es damit auf sich hat - im naheliegensten Fall hat da jemand seine Tasche vergessen und freut sich, wenn man sie rasch an der Tür herein reicht. Könnte aber auch sein, dass die dazu gehörende Frau vllt. irgendwo liegt, weil sie umgekippt ist oder sonstwas... also: Ich hätte da auch nachgeschaut, auch wenn ich dafür ein fremde Garage betreten müsste.
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02.05.2014, 14:05Inaktiver User
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Ein angeschickerter 17Jähriger könnte durchaus auch auf die Idee kommen, einen Zettel in die Handtasche zu stecken: "Hi, hi, hi, sei froh, dass ich das Ding nicht geklaut habe.

", eine Flasche Bier zu klauen, eine Rolle Klopapier auf der Motorhaube zu drapieren und dann jauchzend wegzurennen.
Ich bin auch schon einmal heftig erschrocken, als sich jemand nachts draußen am Rolladen zu schaffen gemacht hat. Aber die vermeintlichen Einbrecher waren schlicht und ergreifend 15jährige Nachbarskinder, die im Garten Schabernack getrieben haben.
Schon reichlich deprimierend, wenn solche Klingelstreiche in einem Blutbad enden. Das kommt davon, wenn jeder Depp aufrüsten darf, als wollte er den dritten Weltkrieg anzetteln.
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02.05.2014, 14:43Inaktiver User
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Ja, so sehe ich das auch. Bei allem, bei mir ebenfalls, Unverständnis über die "Wild-West-Haltung" der Amerikaner noch im 21. Jahrhundert ... jeder, der vor hat, dort längere Zeit zu verweilen, muss sich darüber im klaren sein, dass die Haltung der Amerikaner mit unserer in der Hinsicht absolut nicht harmoniert und muss somit das eigene Verhalten auf das dortige abstimmen. In diesem konkreten Fall eben hätte der Junge nichtmal quer über das Grundstück laufen dürfen, geschweige denn, irgendwelche Gebäudeteile betreten.
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02.05.2014, 15:10
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Unsere Paketdienstler legen gerne mal unaufgefordert Pakete in unserer Garage ab, wenn die offensteht. Die können von Glück reden, dass ich nur eine Wasserpistole habe ....
Ich habe mich auch gefragt, was der Schüler in der Garage wollte. Im Zweifelsfall war es ein ganz Netter, der verhindern wollte, dass die Handtasche abhanden kommt und er hätte vielleicht mit der Tasche an der Haustür geklingelt. Selbst, wenn er sich die Tasche unterm Nagel reißen wollte, wäre das keine Tat gewesen, die den Tod rechtfertigt.
Meines Erachtens hat es wirklich an der Aufklärung gefehlt, dass in den USA die Sitten teilweise ganz anders sind als in Niedlich-Deutschland. Armer Kerl.
"Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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02.05.2014, 15:14
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
*räusper* Manche Jugendliche "leihen" sich ja auch mal ein Fahrrad, weil ihnen der Weg nach Hause zu weit ist und auf dem Fahrrad ginge es dann leichter (und schneller). Das Rad wird dann irgendwo wieder abgestellt. Natürlich ist das nicht richtig und wird auch bestraft, wenn man erwischt wird. Aber Todesstrafe für eine solche Dummheit?
Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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02.05.2014, 15:34Inaktiver User
AW: Austauschschüler in Montana erschossen
Der Besitzer der Garage hat gegenüber seiner Bekannten geäussert, dass er einen Jugendlichen abknallen will und deswegen einen Lockvogel auslegen wird.
Ich würde kein Kind dorthin schicken.


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