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12.05.2013, 04:13Inaktiver User
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
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12.05.2013, 09:41
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Erstaunt lese ich von 3-jähriger Ausbildung;in Österreich ist es eine fünfjährige Ausbildung an einer pädagogischen Akademie und endet mit einer Prüfung die zum Weiterstudium an der Universität befähigt.Was auch der Grossteil der Vorschulpädagogen nach einigen Jahren macht weil der Beruf miesest bezahlt wird und sehr wenig Anerkennung in der Gesellschaft hat.
Ich bin ja schon ein älteres Semester und erinnere mich an meine Jahre in der BRD (1973-1977)im Kindergartenwesen.Weil man dort deutlich besser verdiente habe ich in Bonn und Freiburg im Kindergarten gearbeitet und auch Praktikantinnen ausgebildet.Damals war die deutsche Ausbildung drei Jahre Schule und ein Jahr Praktikum-es hat sich scheinbar gar nichts geändert in der Aussenstruktur.
Meine Ausbildung dauerte vier Jahre und schloss mit einer Fachhochschulreife ab.
Diese Schnellsiedekurse von denen die Rede ist gab es "damals" auch schon und in vielen Kindergärten waren keine Fachkräfte,deswegen wurden wir aus dem umliegenden Ausland auch geholt und gut bezahlt.
Kindergartenpädagogen haben einen ganz anderen Ansatz als eine Mutter und doch wird immer wieder die mütterliche Ebene so betont.Keiner käme auf die Idee einem Vater soviel pädagogische Energie zuzutrauen dass er zB. als Lehrer arbeiten könnte(nur weil er zB. mit seinen Kindern gut klar kommt).
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12.05.2013, 09:45
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Aber die Arbeitsfelder sind doch ganz andere. Auch wenn sie mit Kindern zu tun haben. Der Schwerpunkt der genannten Berufe liegt im pflegerischen, medizinischen Bereich. Ergotherapeuten z. B. arbeiten auch mit Erwachsenen und wenn sie mit Kindern arbeiten, oft in Einzelsettings oder Kleingruppen.
Mit dieser Vorgehensweise wertet man die Ausbildung der Erzieher ab.
Das tut man schon länger, in dem gefordert wird, dass die Erzieherausbildung abgeschafft und der Beruf nur noch per Hochschulstudium erreicht werden kann (Frühkindliche Bildung und Erziehung B.A.).
Seit Jahren wird die Akademisierung des Erzieherberufs gefordert und jetzt sagt man: ach, irgendeine pflegerische Ausbildung plus 25 Tage Kurs.
Das ist doch absurd!
Für Hebammen gibt es die Weiterbildung zur Familienhebamme. Diese Weiterbildung benötigte um die 200 Stunden (= 25 Tage) plus Hausarbeit und mündliche Prüfung. Diese wurde von den Hebammen als unzureichend eingeschätzt und nun hat sich der Ausbildungsumfang auf bis zu 700 Stunden erhöht. Auch dieser Beruf steht an der Schwelle zur Akademisierung, man kann Hebamme mittlerweile auch studieren.
Der größte Kritikpunkt für mich ist der, dass wenn der Staat Bedarf hat, dann macht er solche 'Sonderdinge' ansonsten wird Quereinsteigern in vielen Berufsfeldern das Leben unglaublich schwer gemacht. Wenn man nicht die richtige Ausbildung hat, wird man nicht genommen und schon gar nicht der Arbeit nach bezahlt.
Und wenn ich einen Anspruch an frühkindliche Bildung habe, dann brauche ich mehr Ausbildung und bessere Ausbildung.
Denn dann wird 'Gemeinsames Kochen' zum vielseitigen Bildungsthema. Magenta40 hat es schon beschrieben. Aber man kann darin noch mehr Bildungsthemen finden: Demokratie (abstimmen, über das was gegessen wird), Persönlichkeitsentwicklung (was esse ich gerne), soziales Miteinander (was isst der andere gerne), Umgang mit anderen Menschen in Alltagssituationen (Höflichkeit, Rücksichtnahme beim Einkauf), Hygiene (warum vorher Hände waschen?), Rezept befolgen (einhalten von Regeln, Sinn erfassen von Regeln), Feinmotorik (schälen, schneiden), Geduld (wann sind die Nudel endlich fertig), Mathematik (schneide die Salamischeibe in 4 Viertel, abmessen von Zutaten und Zeit), Sprache (Meinung vertreten, miteinander reden), Ordnung schaffen (kochen und aufräumen), Vermitteln von Kulturtechniken (Tisch decken, Essen mit Messer und Gabel), Ästhetik (Essen schön anrichten, den Tisch schön decken), Soziales Miteinander (gemeinsames Essen), Selbstbewusstsein (ich habe mitgeholfen, dass es so lecker wird), Gemeinschaftsgefühl (wir haben das toll gemacht), usw.
Wahrscheinlich gibt es noch mehr Bildungsthemen.
Und ja, viele machen das Zuhause und können das auch ungelernt mit Kindern machen. Aber können sie gezielt Kinder beobachten und ihnen unauffällig Entwicklungsaufgaben stellen, die sie begleiten und im Falle eines Scheiterns auffangen oder bei Gelingen loben?
Widmen die sich auch mit Geduld und Beharrlichkeit den anstrengenden auffälligen Kindern? Wie wird Inklusion von ihnen umgesetzt? (hier haben Ergotherapeuten sicher mehr Erfahrung als Hebammen).
Diese Idee ist eine Abwertung der Menschen, die sich um Kinder kümmern. Auch die anderen Punkte (Gruppengröße) werten diese Tätigkeiten ab. Und auch die Kinder werden abgewertet.Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.05.2013, 10:02
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Das wird doch seit Jahrzehnten gemacht. Ich erinnere mich, als die Forstämter in Bayern abgeschafft worden sind, sollten Mitarbeiter in Schnellkursen befähigt werden, z. B. Biologieunterricht an Schulen zu erteilen. Da war der Vorschlag vor zwei, drei Jahren, Grundschullehrerinnen, die keine Anstellung bekommen haben, über einen Kurs - ich meine 50 Stunden - zu Erziehern auszubilden noch vergleichsweise anspruchsvoll.
So vollmundig Politiker davon reden, dass Kinder und Bildung die Zukunft seien - in dem Moment, in dem sie feststellen, dass das ganze nicht zum Nulltarif zu haben ist - wird an den Standards geschraubt, bis sie bis zur Unkenntlichkeit verschwunden sind.
Vielleicht sollte man der Vollständigkeit halbe noch hinzufügen, dass im Kindergarten nicht nur Erzieher(innen) arbeiten, sondern auch Kinderpfleger(innen). Die besuchen im Anschluss an die (Haupt)schule eine zweijährige Berufsfachschule und arbeiten dann auch im Kindergarten. Nicht alle haben die gleiche Qualifikation und daraus resultierend auch Bezahlung.
Dieser Berufsabschluss kann auch extern über Kurse von freien Trägern erreicht werden.Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
Christian MorgensternIn einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
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12.05.2013, 10:21Inaktiver User
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Danke, genau das meinte ich!
Das pädagogisch-didaktische Planen wird von Helfern im Elementarbereich nicht erwartet. Sie sind "nur" Assistenten.
Jetzt zB Physiotherapeuten an den Start zu holen ist Augenwischerei. Es fehlen Leute, das ist alles und irgendwelche Kriterien muss man wohl setzen.
Diese ganze U-3- Betreuung ist in meinen Augen ein einziges Elend. Die Kleinen brauchen eine ganz engmaschige Betreuung. Eine Erzieherin für max. drei Kinder, alles darüber hinaus ist Gefährdung des Kindeswohls. Wer sich mit der Bindungstheorie von Bowlby beschäftigt hat, wird generell die Fremdbetreuung von unter 18 Monate alten Kindern anzweifeln.
Und die von der Leyen, die sich das alles ausgedacht hat, weiß das ganz genau. Das regt mich am meisten auf.
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12.05.2013, 10:36
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Das stimmt. Nur sind die hier bei uns häufiger in Krippen anzutreffen, als im Kindergarten.
Nach oben gibt es auch noch ein 'mehr' an Qualifikation. In den mir bekannten Kitas sind 1/4 der 'Erzieher' Sozialpädagogen. Diese sind häufiger zu finden, als die Sozialassistenten (Kinderpfleger). Bezahlt werden die Sozialpädagogen nach Erziehergehalt.
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.05.2013, 18:39
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Wie gesagt über 25 Tage lässt sich definitiv streiten...das finde ich auch zu kurz, allerdings erscheint mir Physiotherapie (Bewegungskunde) nicht die allzuschlechteste Wahl bei Kindern die heutzutage fast zur Mehrheit Bewegungs- und Gleichgewichtstörungen haben.
Da ich mal denke, dass in ganz BaWü wahrscheinlich 50-70 (großzügig geschätzt) Physiotherapeuten zu finden sind, die wirklich umsatteln wollen, sehe ich da jetzt keinen generelles Problem.
Ich denke dabei allerdings auch grob an meine Kindergartenzeit zurück: wir hatten zwar eine Turnhalle, mit Bällen werfen durften wir allerdings nicht und es wurde größtenteils nur Plumpsack dort gespielt...Aber vielleicht liegt es auch daran, dass alle, die ich kenne (haha die zwei), die Physiotherapie studiert haben, gleichzeitig auch ganz tolle Trainer und Leute sind...
Geändert von _Farmelli (12.05.2013 um 18:42 Uhr)
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12.05.2013, 19:15Inaktiver User
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Und nun geht es ja hier um Kinder - und bei einem Menschen kann man sehr viel falsch machen.
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12.05.2013, 19:44
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Da hattest du ja einen blöden Kindergarten. Bei mir war das anders und bei meinen Kindern auch.
Natürlich könnte ein Physiotherapeut im Bewegungsbereich punkten. So wie der Logopäde bei der Sprachförderung. Ein Erzieher muss das alles können, auf die Gruppe und das einzelne Kind konzentriert. Nicht auf Symptome wie Dyslalie oder Hypotonie. Ein Erzieher kann Dyslalie entdecken, sie aber nicht behandeln.
So bald ein Kind Auffälligkeiten zeigt, wird ein Erzieher die Eltern auffordern ihr Kind einem Logopäden oder einem Ergotherapeuten vorzustellen.
Eine berufsbegleitende Erzieherausbildung dauert 3 Jahre. Voraussetzung: eine abgeschlossene Berufsausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung im sozialpädagogischen Bereich.
Alle die, die dort an solchen Schulen unterrichten, müssen sich doch auch fragen: was ist die Ausbildung wert, die wir hier anbieten, wenn andere sie in 25 Tagen machen können?Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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12.05.2013, 22:00
AW: BaWü: Kita-Fachkraft in 25 Tagen?
Ich kann das alles verstehen. Verteufeln würde ich den Ansatz dennoch nicht. Dass 25 Tage dennoch zu wenig sind, da stimme ich mit dir überein. Fassungslos macht mich das dennoch nicht.Teils machen 5 Jahre Berufserfahrung und Gelassenheit, eine 3-4 jährige Ausbildung und Unerfahrenheit locker weg. Kommt auf die Person an. Ebenso kann ein frisch ausgebildeter junger Facharbeiter den gleichen Posten besetzen wie ein langjähriger Mitarbeiter. (letzterer hat sogar einen Vorteil).
Die Kurzsichtigkeit der Politik macht mich eher fassungslos, als Hebammen, Grundschullehrer oder anders pädagogisch ausgebildete und Erfahrene, die zum Quereinsteiger werden. Die wissen es seit Jahren, dass wir diese Menschen brauchen, wie unfähig muss man eigentlich sein, dass man Probleme erst dann wahrnimmt, wenn man mit der Nase gegen die Scheibe gepresst wird und dann erst handelt?
Wir haben ja dafür das tolle Betreuungsgeld von 100 €...das dann noch in der Ausbildung fehlt.
25 Tage Kurse sind billiger. Danke CSU.
...in den Grundzügen stimme ich mit dir überein, bedenklich das ganze. Verteuflung: nein.



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