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Thema: Ostalgie
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18.10.2012, 18:18
AW: Ostalgie
Aber glaubst Du nicht, Fräulein, daß man Seeräuber und Eine-Wirklich-Feine-Dame gleichzeitig werden kann?
Astrid Lindgren / Pippi Langstrumpf
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18.10.2012, 18:26
AW: Ostalgie
Wär auch völlig am Thema vorbei.
Die genannten Beispiele kommen aus einem Wohlgefühl; den Leuten geht es (seit Generationen) ziemlich gut, sie haben keine Brüche erlebt. Und so kann's für sie weitergehen, ganz ohne Nostalgie.Eine weit verbreitete Meinung ist, die Leute im Osten wären zu unflexibel und würden in ihrem alten Leben verhaftet bleiben und Neuerungen ablehnen. Und nun frage ich mal ganz ketzerisch: Wo bitte besteht da der Unterschied zum bayrischen Mia san mia, daran wird sich a nixi ändern? In Bayern oder auch in BaWü ist es für mein Empfinden teilweise (!) so stockkonservativ, dass ich stumpfe Zähne bekomme
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Der Adler fängt keine Mücken.
'Antisemitismus hat in Deutschland keinen Platz' ist Kindergartenniveau. - Igor Levit
Deutsche Tugenden: „Pünktlich wie die Deutsche Bahn, ehrlich wie die Deutsche Bank und sauber wie VW.“
Arnulf Rating
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18.10.2012, 18:38Inaktiver User
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18.10.2012, 18:48Inaktiver User
AW: Ostalgie
Ich möchte keinem zu nahe treten, aber wäre das auch ein Thema, wenn das Brautpaar nicht aus Ost und West zusammengesetzt wäre?
Könnte es dann nicht sein, dass sich Schwiegertochter und Schwiegervater einfach so nicht leiden können? Soll ja vorkommen, egal ob Ost oder West. Vielleicht haben sie einfach keine Wellenlänge zusammen, vielleicht ist ihm die Schwiegertochter blöd gekommen, vielleicht auch umgekehrt.
Gäbe es dann eine neue Charaktereigenschaft: Ossi/Wessi???
Gruß, Preciosa
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18.10.2012, 18:54
AW: Ostalgie
Na das wär aber schade... Für mich (in meinem Sprachgebrauch) gibt es so viele Jahre nach der Wende die Begriffe Osten und Westen nur noch als Richtungsbezeichnung.Hm, schwieriges Thema, das bestimmt noch einige Generationen andauern wird.Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
Ist es wichtig?
Ist es wahr?
Und ist es besser, als die Stille?

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18.10.2012, 19:05
AW: Ostalgie
Vielleicht liege ich ja komplett daneben, aber ein Drittklässler ist vielleicht auch noch etwas jung. Also ich habe mich in dem Alter auch für sowas nicht interessiert und in der Schule hat es auch keine Rolle gespielt, soweit ich mich daran noch erinnern kann.
Sowas wie Politik und Geschichte wird doch wohl in erster Linie auf einer weiterführenden Schule beigebracht. Und da ist dann auch das richtige Alter um Interesse für sowas zu entwickeln.
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18.10.2012, 21:15
AW: Ostalgie
Übrigens gibt's einen Strang in diesem Forum:
"Mottoparty "Ossi" zum Geburtstag- wer hat Tipps?"*
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18.10.2012, 21:49Inaktiver User
AW: Ostalgie
Ich habe den Strang gerade mal quer gelesen und finde das total lustig! Ich würde da sogar mit größtem Vergnügen hingehen!
Warum soll man auch nicht eine solche Party feiern? Es geht zumindest in diesem Strang nicht darum, alte Zeiten zu beschwören und die DDR zu glorifizieren, sondern die Erinnerung daran, dass man auch in der DDR lustige und schöne Zeiten hatte, privat, persönlich, weit ab vom Arbeiter-und Bauernstaat, Stasi und was weiß ich.
Ich habe viel Spaß in meiner Kindheit gehabt, wir haben zwar Einiges vermisst, aber ich kannte es nicht anders, ich hatte keinen Vergleich zu einer anderen Gesellschaftsform. Wir hatten/haben Verwandte in den alten Bundesländern, die uns auch besuchten (wir hätten sie damals gern auch mal besucht, später war es ja dann glücklicherweise möglich) daher waren die Erwachsenen nicht ganz ahnungslos, als Kind war ich nicht in dem Maße involviert. Ich hatte eine tolle Kindheit und wir hatten tolle Feiern.
Warum sollte man sich nicht auch augenzwinkernd an einer solchen Party erfreuen? Da ist nichts Verwerfliches.
Gruß, Preciosa
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18.10.2012, 22:11
AW: Ostalgie
Was soll denn dieses Ossi-Bashing? Wer in der DDR geboren wurde, hat sein Leben dort verbracht, oder jedenfalls einen mehr oder wniger großen Teil davon. Darf man sich daran nicht erinnern, weil sich irgendjemand auf den Schlips getreten fühlt?
Genauso wenig, wie alles gut war, war alles schlecht.
ich bin nicht ein einziges Mal von der Stasi behelligt worden, obwohl mein Opa im Westen war und ich nach der Schule sofort aus der FDJ ausgetreten bin. Man kanns auch übertreiben
wir haben unser Leben gelebt und erinnern uns gern daran.
was ist daran schlimm? Noch heute mag ich Pittiplatsch und Schnatterinchen, ich erinnere mich gern an Fix und Fax und die Digedags. Bummi und Frösi hab ich geliebt. Die Mangelwirtschaft war schon schlimm, aber gehungert hab ich nie. Und Brot und Brötchen haben definitiv besser geschmeckt.
Das heißt noch lange nicht, dass man ales glorifiziert. Ich hab eine Zeit lang im Grenzgebiet gewohnt, das war ätzend! Besucher niemals ohne Passierschein, selbst für die Familie. Auf Kohlenlieferung musste man ewig warten und dann wurde man behumst, wenn an die Kiepen nicht mitgezählt hat.
Pioniernachmittage waren mega langweilig, aber die Arbeitsgemeinschaften waren cool.
Rotlichtbestrahlung allenthalben, aber man hat sich dran gewöhnt und damit arrangiert.
Meine Spartakiade-Urkunden ab ich immernoch.
egal. Leben und leben lassen. Lasst die Leute feiern.Eigentlich bin ich ganz anders, nur komm ich so selten dazu! (frei nach Harald Juhnke)
Nehmen Sie die Menschen so wie sind - es gibt keine anderen!
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18.10.2012, 23:30Inaktiver User
AW: Ostalgie
Kann durchaus sein, aber wenn man mitbekommt, wie Brautvater über "Wessis" herzieht ... was macht man gegen Vorurteile ...
Ich finde Kritik an der Ostalgie nicht as "Ossi-Bashing" per se, übrigens.
Sondern, dass man darüber nachdenken sollte, beispielsweise, wofür eine "Mottoparty" steht.
Ich komme auch garantiert nicht damit klar, wenn jemand den Schießbefehl an der Grenze irgendwie relativiert.



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