Ab welcher SSW kann der Test durchgeführt werden, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erlangen?
Hierin könnte der Unterschied zur Fruchtwasseruntersuchung, Nackenfaltenmessung etc. liegen, was den Zeitpunkt der Untersuchung anbelangt.
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21.08.2012, 09:55
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
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21.08.2012, 09:59Inaktiver User
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Jede neue Behandlung und jede Diagnosemöglichkeit zieht die Frage nach sich: Was darf man, was soll man alles machen? Und die Argumente sind immer die gleichen, irgendwo im Spektrum von den Sekten, die jede medizinische Behandlung ablehnen, weil man ertragen soll, was einem irgendein höheres Wesen auferlegt, bis hin zu denen, die (in Asien verbreitet) ohne Bedenken so lange Mädchenföten abtreiben, bis endlich der ersehnte Junge da ist.
Die Diskussion finde ich müßig. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Und man sollte sich auch nicht zurückwünschen in eine Zeit, in der alle Menschen alles zu ertragen hatten. In dieser Zeit kamen mehr behinderte Kinder zur Welt, aber sie hatten aus verschiedenen Gründen (medizinische und soziale) auch nur eine sehr geringe Lebenserwartung.
Natürlich sind wir von der Wahlfreiheit in solchen Fällen überfordert. Allerdings nicht mehr oder weniger als von der Hilflosigkeit, wenn wir alles hinnehmen müssten. Ich sehe da wenig zu diskutieren: Da es nun diese neue medizinische Möglichkeit der Pränataldiagnostik gibt, wird sie auch genutzt werden. Früher oder später zumindest - im Moment ist sie mW noch sehr teuer. Und für die wenigen traurigen Fälle, in denen bei einer Fruchtwasseruntersuchung ein gesundes Kind zu Schaden kam, ist sie ein Segen.
Grüße, Cariad
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21.08.2012, 10:06Inaktiver User
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Ich nehme an, gemeint ist, dass das erhöhte Risiko durch die nicht-invasiven Methoden Ultraschall und Blutwerte festgestellt wurde, unabhängig davon, ob die Trisomie in der Familie vorhanden ist. Errechnet wird dieses Risiko durch Messung von u.a. Nackenfalte, Femurlänge, Darstellbarkeit des Nasenbeins, Alter der Mutter und der Höhe verschiedener Hormonwerte in ihrem Blut.
Grüße, Cariad
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21.08.2012, 10:07
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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21.08.2012, 10:11Inaktiver User
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Wobei ich da immer wieder die Schwierigkeit sehe, dass viele Menschen (Ärzte ebenso wie Laien) nicht mit abstrakten Prozentchancen umgehen und die Unterschiede zwischen den Chancen 1:3, 1:300 und 1:3000 nur schwer mathematisch erfassen können. Aber das ist eher ein Problem der heutigen Schulbildung ...
Grüße, Cariad
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21.08.2012, 10:14
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Aber nimm doch nur mal an, es gäbe einen Test, der vorhersagt, dass das Kind mit 80%iger Wahrscheinlichkeit als Erwachsener an MS erkranken wird. Was heißt das? Erstens, es wird wahrscheinlich, aber nicht sicher passieren. Und wenn es passiert, weiß man nicht, ob es bis dahin nicht Therapien gibt, die die Krankheit heilen oder zumindest soweit in den Griff bekommen, dass man damit ohne größere Einschränkungen leben kann.
Und trotzdem bin ich sicher, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl werdener Eltern das Kind bei einer solchen Prognose lieber nicht bekämen. Und was wäre dann bei einer zweiten Schwangerschaft? Neues Roulettespiel, andere Krankheit, andere Wahrscheinlichkeit. Ich bin davon überzeugt, dass bei fortschreitenden Untersuchungsmöglichkeiten irgendwann der Punkt kommt, wo Eltern definitiv überfordert sind. Denn was ist, wenn sie das Kind trotz einer ungünstigen Prognose bekommen? Irgendwie bleibt doch eine tickende Zeitbombe im Hintergrund, die man nicht so ohne weiteres ausblenden kann.
Gruß,
Malina
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21.08.2012, 10:15Inaktiver User
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21.08.2012, 10:17Inaktiver User
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Ja, das sehe ich auch, dennoch denke ich, es muss die Entscheidung der Eltern bleiben. Auch die Frage, ob man mit einer Krankheit leben kann/will, für die gilt "zumindest soweit in den Griff bekommen, dass man damit ohne größere Einschränkungen leben kann" - da ist jeder anders gestrickt und jeder muss selbst entscheiden können, wie er das sieht.
Natürlich ist so eine Entscheidung nicht einfach, aber die Wahlmöglichkeit deswegen unterdrücken?
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21.08.2012, 10:56
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Aber man nimmt damit quasi als Kollateralschaden in Kauf, dass eine Menge Kinder, die nie erkranken würden, gesund und munter und von den Eltern eigentlich auch zutiefst erwünscht wären, nicht zur Welt kommen. Ich bin, wie schon geschrieben, kein strikter Abtreibungsgegner, aber bei dem Gedanken ist mir schon ziemlich unbehaglich.
Wir leben nun mal in einer Zeit, wo die Medizin in immer mehr Bereichen in Gegenden vorstößt, wo eben auch ethische Fragen betroffen sind? Welches Menschenbild, welches Bild von Leben und Tod haben wir und wie drücken wir das auch in Gesetzen aus?
Echte Wahlfreiheit halte ich nämlich für selten. Meist gibt es implizit doch eine gesellschaftlich verankerte Vorstellung, wie die Dinge zu sein haben. Und wenn sich jemand dann die Freiheit nimmt, ein behindertes Kind oder ein Kind, das die hohe Wahrscheinlichkeit, an einer bestimmten Krankheit zu erkranken, zu bekommen, dann kann das einerseits dazu führen, dass er gesellschaftlich ausgegrenzt wird, aber eben auch dahin führen, dass z.B. Krankenkassen irgendwann bestimmte Therapien nicht mehr bezahlen, weil man ein Kind mit solcher Disposition nicht hätte bekommen müssen. Auch solche Faktoren schränken die Wahlfreiheit letztlich ein.
Gruß,
Malina
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21.08.2012, 11:06Inaktiver User
AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell
Die Schwester meines Vater, meine Tante hatte einen Sohn mit Trisomie 21. Inzwischen lebt die ganze Familie nicht mehr. Meine Tante war 1958 meine ich kam mane Cousin zur Welt eine "Spätgebärende" zu dieser Zeit. Mein Cousin wurde 46 Jahre alt, ein hohes Alter für diese Behinderung.
Und komisch, obwohl ich keine Kinder habe und auch nie wollte, hätte ich jemals eins bekommen wäre es mir egal gewesen ob es gesund zur Welt gekommen wäre oder nicht.
Die Entscheidung für ein Kind oder dagegen - so gings mir - wäre nicht davon anhängig ob krank oder gesund.
P.S. in unserer Familie ist dieser Fall der Trisomie 21 nur dieses eine Mal vorgekommen....


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