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  1. User Info Menu

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Ab welcher SSW kann der Test durchgeführt werden, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erlangen?
    Hierin könnte der Unterschied zur Fruchtwasseruntersuchung, Nackenfaltenmessung etc. liegen, was den Zeitpunkt der Untersuchung anbelangt.

  2. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Jede neue Behandlung und jede Diagnosemöglichkeit zieht die Frage nach sich: Was darf man, was soll man alles machen? Und die Argumente sind immer die gleichen, irgendwo im Spektrum von den Sekten, die jede medizinische Behandlung ablehnen, weil man ertragen soll, was einem irgendein höheres Wesen auferlegt, bis hin zu denen, die (in Asien verbreitet) ohne Bedenken so lange Mädchenföten abtreiben, bis endlich der ersehnte Junge da ist.

    Die Diskussion finde ich müßig. Man kann die Zeit nicht zurückdrehen. Und man sollte sich auch nicht zurückwünschen in eine Zeit, in der alle Menschen alles zu ertragen hatten. In dieser Zeit kamen mehr behinderte Kinder zur Welt, aber sie hatten aus verschiedenen Gründen (medizinische und soziale) auch nur eine sehr geringe Lebenserwartung.

    Natürlich sind wir von der Wahlfreiheit in solchen Fällen überfordert. Allerdings nicht mehr oder weniger als von der Hilflosigkeit, wenn wir alles hinnehmen müssten. Ich sehe da wenig zu diskutieren: Da es nun diese neue medizinische Möglichkeit der Pränataldiagnostik gibt, wird sie auch genutzt werden. Früher oder später zumindest - im Moment ist sie mW noch sehr teuer. Und für die wenigen traurigen Fälle, in denen bei einer Fruchtwasseruntersuchung ein gesundes Kind zu Schaden kam, ist sie ein Segen.

    Grüße, Cariad

  3. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Das finde ich irreführend. Denn Trisomie 21 ist eine Genmutation/Chromosomenabberation. Das heißt es kann jedem passieren. Ein höheres Risiko ein Kind mit Trisomie 21 zu bekommen haben Frauen/Männer, die selbst die Trisomie haben oder Menschen, bei denen Trisomie 21 häufig (also mehr wie 1x) in der Familie vorkommt.
    Ich nehme an, gemeint ist, dass das erhöhte Risiko durch die nicht-invasiven Methoden Ultraschall und Blutwerte festgestellt wurde, unabhängig davon, ob die Trisomie in der Familie vorhanden ist. Errechnet wird dieses Risiko durch Messung von u.a. Nackenfalte, Femurlänge, Darstellbarkeit des Nasenbeins, Alter der Mutter und der Höhe verschiedener Hormonwerte in ihrem Blut.

    Grüße, Cariad

  4. VIP

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    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich nehme an, gemeint ist, dass das erhöhte Risiko durch die nicht-invasiven Methoden Ultraschall und Blutwerte festgestellt wurde, unabhängig davon, ob die Trisomie in der Familie vorhanden ist. Errechnet wird dieses Risiko durch Messung von u.a. Nackenfalte, Femurlänge, Darstellbarkeit des Nasenbeins, Alter der Mutter und der Höhe verschiedener Hormonwerte in ihrem Blut.

    Grüße, Cariad
    Ok. Also quasi nur ein Zusatz, falls die anderen Diagnostikmethoden was verdächtiges entdeckt haben. Danke.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  5. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Wobei ich da immer wieder die Schwierigkeit sehe, dass viele Menschen (Ärzte ebenso wie Laien) nicht mit abstrakten Prozentchancen umgehen und die Unterschiede zwischen den Chancen 1:3, 1:300 und 1:3000 nur schwer mathematisch erfassen können. Aber das ist eher ein Problem der heutigen Schulbildung ...

    Grüße, Cariad

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    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber wenn du die Freiheit forderst, sich für ein behindertes Kind zu entscheiden, musst du eben auch die Freiheit zulassen, dies nicht zu tun. Und dies ist eben erst durch solche Tests gegeben.
    Aus Angst, dass die Gesellschaft damit nicht umgehen kann, kann man sowas m.M.n. nicht verbieten.
    Schließlich sind sehr, sehr viele Eltern heute auch mit dem "normalen" Kinderkriegen schon überfordert, aber deswegen wird das ja trotzdem nicht verboten.
    Aber nimm doch nur mal an, es gäbe einen Test, der vorhersagt, dass das Kind mit 80%iger Wahrscheinlichkeit als Erwachsener an MS erkranken wird. Was heißt das? Erstens, es wird wahrscheinlich, aber nicht sicher passieren. Und wenn es passiert, weiß man nicht, ob es bis dahin nicht Therapien gibt, die die Krankheit heilen oder zumindest soweit in den Griff bekommen, dass man damit ohne größere Einschränkungen leben kann.

    Und trotzdem bin ich sicher, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl werdener Eltern das Kind bei einer solchen Prognose lieber nicht bekämen. Und was wäre dann bei einer zweiten Schwangerschaft? Neues Roulettespiel, andere Krankheit, andere Wahrscheinlichkeit. Ich bin davon überzeugt, dass bei fortschreitenden Untersuchungsmöglichkeiten irgendwann der Punkt kommt, wo Eltern definitiv überfordert sind. Denn was ist, wenn sie das Kind trotz einer ungünstigen Prognose bekommen? Irgendwie bleibt doch eine tickende Zeitbombe im Hintergrund, die man nicht so ohne weiteres ausblenden kann.

    Gruß,

    Malina

  7. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich finde, soviel ändert der Test doch gar nicht.
    Ob Bluttest oder Fruchtwasseruntersuchung-
    Die Veantwortung für das Kind und für sich selbst liegt nach wie vor bei den werdenden Eltern. Der Dreh- und Angelpunkt der Entscheidung für eine solche Untersuchung war und bleibt meiner Meinung die Frage:

    Bin ich mir darüber im Klaren, was ich mit dem Ergebnis anfange?

    Schon zu Fruchtwassertest hätte ich immer nur denjenigen Paaren/Frauen geraten, für die ganz klar feststeht: Nein, ein behindertes Kind möchte ich nicht.

    Alle anderen belasten sich damit nur, genau aus diesem Grund kam für mich damals eine Fruchtwasseruntersuchung (trotz "später" Schwangerschaft) nicht in Frage. Ich hatte kein klares "Nein" in Kopf und Herz und fuhr psychisch in der Schwangerschaft einfach besser mit der Entscheidung, es nicht zu wissen.

    Genau. Daher ist es wichtig, dass die Eltern VOR der Durchführung eines solchen Tests darüber noch einmal genauestens informiert werden.

  8. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Aber nimm doch nur mal an, es gäbe einen Test, der vorhersagt, dass das Kind mit 80%iger Wahrscheinlichkeit als Erwachsener an MS erkranken wird. Was heißt das? Erstens, es wird wahrscheinlich, aber nicht sicher passieren. Und wenn es passiert, weiß man nicht, ob es bis dahin nicht Therapien gibt, die die Krankheit heilen oder zumindest soweit in den Griff bekommen, dass man damit ohne größere Einschränkungen leben kann.

    Und trotzdem bin ich sicher, dass eine nicht unbeträchtliche Zahl werdener Eltern das Kind bei einer solchen Prognose lieber nicht bekämen. Und was wäre dann bei einer zweiten Schwangerschaft? Neues Roulettespiel, andere Krankheit, andere Wahrscheinlichkeit. Ich bin davon überzeugt, dass bei fortschreitenden Untersuchungsmöglichkeiten irgendwann der Punkt kommt, wo Eltern definitiv überfordert sind. Denn was ist, wenn sie das Kind trotz einer ungünstigen Prognose bekommen? Irgendwie bleibt doch eine tickende Zeitbombe im Hintergrund, die man nicht so ohne weiteres ausblenden kann.

    Ja, das sehe ich auch, dennoch denke ich, es muss die Entscheidung der Eltern bleiben. Auch die Frage, ob man mit einer Krankheit leben kann/will, für die gilt "zumindest soweit in den Griff bekommen, dass man damit ohne größere Einschränkungen leben kann" - da ist jeder anders gestrickt und jeder muss selbst entscheiden können, wie er das sieht.
    Natürlich ist so eine Entscheidung nicht einfach, aber die Wahlmöglichkeit deswegen unterdrücken?

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    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich ist so eine Entscheidung nicht einfach, aber die Wahlmöglichkeit deswegen unterdrücken?
    Aber man nimmt damit quasi als Kollateralschaden in Kauf, dass eine Menge Kinder, die nie erkranken würden, gesund und munter und von den Eltern eigentlich auch zutiefst erwünscht wären, nicht zur Welt kommen. Ich bin, wie schon geschrieben, kein strikter Abtreibungsgegner, aber bei dem Gedanken ist mir schon ziemlich unbehaglich.

    Wir leben nun mal in einer Zeit, wo die Medizin in immer mehr Bereichen in Gegenden vorstößt, wo eben auch ethische Fragen betroffen sind? Welches Menschenbild, welches Bild von Leben und Tod haben wir und wie drücken wir das auch in Gesetzen aus?

    Echte Wahlfreiheit halte ich nämlich für selten. Meist gibt es implizit doch eine gesellschaftlich verankerte Vorstellung, wie die Dinge zu sein haben. Und wenn sich jemand dann die Freiheit nimmt, ein behindertes Kind oder ein Kind, das die hohe Wahrscheinlichkeit, an einer bestimmten Krankheit zu erkranken, zu bekommen, dann kann das einerseits dazu führen, dass er gesellschaftlich ausgegrenzt wird, aber eben auch dahin führen, dass z.B. Krankenkassen irgendwann bestimmte Therapien nicht mehr bezahlen, weil man ein Kind mit solcher Disposition nicht hätte bekommen müssen. Auch solche Faktoren schränken die Wahlfreiheit letztlich ein.

    Gruß,

    Malina

  10. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Die Schwester meines Vater, meine Tante hatte einen Sohn mit Trisomie 21. Inzwischen lebt die ganze Familie nicht mehr. Meine Tante war 1958 meine ich kam mane Cousin zur Welt eine "Spätgebärende" zu dieser Zeit. Mein Cousin wurde 46 Jahre alt, ein hohes Alter für diese Behinderung.

    Und komisch, obwohl ich keine Kinder habe und auch nie wollte, hätte ich jemals eins bekommen wäre es mir egal gewesen ob es gesund zur Welt gekommen wäre oder nicht.

    Die Entscheidung für ein Kind oder dagegen - so gings mir - wäre nicht davon anhängig ob krank oder gesund.

    P.S. in unserer Familie ist dieser Fall der Trisomie 21 nur dieses eine Mal vorgekommen....

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