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  1. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    97 % aller Schwangerschaftsabbrüche in D. erfolgen ohne medizinische oder kriminologische Gründe.

    Gut, bei dem einen oder anderen wird mal die Pille versagt haben, oder ein junges Mädchen war noch zu blauäugig.
    Den meisten wird es aber schnurzweg egal gewesen sein, ob sie schwanger werden. Da wird halt lustig drauf los gepoppt und wenn was passiert, macht man's eben weg. Und ich kenne durchaus Damen, die mehrere Abbrüche hinter sich haben.

    Sowas finde ich Anno 2012 in unserer Gesellschaft, wo alle möglichen Kontrazeptiva jederzeit verfügbar sind, unglaublich.
    Ich hatte noch nie in meinem Leben Angst, schwanger zu sein - schlichtweg, weil ich noch nie ohne Verhütungsmittel gepoppt habe. Auch nicht im Suff und/oder weil man gerade so g..l war. Und das klappt auch als "Pille-Verweigerin".
    Außerdem treiben die leichtfertigen Damen ab, weil die Schwangerschaft gerade mit der Urlaubspanung kollidiert. Diesen Punkt hast Du vergessen...

    Die verheirateten Mütter von zwei oder drei Kindern, die dich Sicherheit der Kalendermethode falsch einschätzen und dann wegen einer Unregelmäßigkeit im Zyklus mit Anfang vierzig eine böse Überraschung erleben, gibt es natürlich nicht.

    Alles liederliche Weibsstücke.

  2. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nach allem, was ich über das Thema weiß, waren massive Pöbeleien gegen die Eltern behinderter Kinder schon vor Jahrzehnten an der Tagesordnung.
    Früher wurde das ja als Gottesstrafe gesehen (heute vermutlich von manchen auch noch ).

    Und in Ländern der dritten Welt (oder auch in ehemaligen Ostblockstaaten) scheint die Lage behinderter Menschen keineswegs entspannter zu sein als in unseren Breiten. Da werden behinderte Kinder nicht vor der Geburt aussortiert, aber unter Umständen vor den Nachbarn versteckt und jahrelang in abgedunkelten Zimmern eingesperrt und massiv vernachlässigt. Oder in Heime abgeschoben, in denen absolut katastrophale Zustände herrschen.
    In Indien sind praktisch alle ausgesetzten Kinder Mädchen - und behinderte Jungen.

  3. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Außerdem treiben die leichtfertigen Damen ab, weil die Schwangerschaft gerade mit der Urlaubspanung kollidiert. Diesen Punkt hast Du vergessen...


    Meine Freundin hat abgetrieben, weil sie auf einen neuen Mann scharf war und den Kindsvater deshalb verließ.
    Dummerweise wurde es mit dem Neuen auch nix.

    Heute ist sie 49 und heult rum, das sie keine Kinder hat. (Nach 2 Spontan-Aborten mit Ende 30 - als sie es noch mal auf Teufel komm raus versuchte).

    Die verheirateten Mütter von zwei oder drei Kindern, die dich Sicherheit der Kalendermethode falsch einschätzen und dann wegen einer Unregelmäßigkeit im Zyklus mit Anfang vierzig eine böse Überraschung erleben, gibt es natürlich nicht.
    Das die Kalendarmethode nicht sicher ist, sollte sich wohl rumgesprochen haben, das ist für mich kein Argument. Das wußte ich schon mit 13.

  4. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Natürlich gibt es auch Extremfälle, aber sie dürften hier bei uns wohl nicht die Regel sein.

    Und eine Hilfe sind sie für betroffene Eltern nun auch nicht gerade, denn genau solche Beiträge, in denen Äpfel mit Birnen verglichen werden, machen Druck.

  5. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Das sehe ich aber ähnlich.
    Wenn man einerseits Abtreibungen gesunder Kinder und Spätabtreibungen behinderter Kinder (bis zur 24. Woche!) zulässt, dann kann man sicherlich nicht gegen Pränataldiagnostik sein.

    Das ganze System müsste reformiert werden, damit es wieder passt.

    So ist es eben gut denkbar, dass eine Pränataldiagnostik in der Frühschwangerschaft eine späte Abtreibung eines behinderten Kindes in der 24. Woche verhindert.

  6. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    So ist es eben gut denkbar, dass eine Pränataldiagnostik in der Frühschwangerschaft eine späte Abtreibung eines behinderten Kindes in der 24. Woche verhindert.
    Das finde ich einen sehr wichtigen Aspekt.

    Diese Spätabtreibungen finde ich nämlich ein NOGO. Zumal diese Kinder bisweilen überleben und dann neben den "natürlichen" Mißbildungen noch mit den Schäden durch die Abtreibung zu kämpfen haben.

  7. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diese Spätabtreibungen finde ich nämlich ein NOGO. Zumal diese Kinder bisweilen überleben und dann neben den "natürlichen" Mißbildungen noch mit den Schäden durch die Abtreibung zu kämpfen haben.
    Das sehe ich auch so. Einerseits werden Kinder mit 310 g Geburtsgewicht gerettet, andererseits werden andere Kinder in der 24. Woche abgetrieben. Ich finde es gruselig. Es passt einfach nicht.

  8. User Info Menu

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Ich glaube auch, dass der Test mehr Nutzen als Schaden anrichtet. Eltern mit entsprechender Vorgeschichte können eine entspanntere Schwangerschaft erleben, wenn eine Behinderung ausgeschlossen wird. Viele haben ja trotz Risiko eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen, das wäre dann nicht mehr nötig.

    Dass der Test als Standard erzwungen wird, halte ich für ausgeschlossen. Dafür sind fundamentalische Abtreibungsgegner in D viel zu laut. Höchstens, dass eine uninformierte Frau überrumpelt wird. Wenn man das möchte, wird man die Untersuchung immer ablehnen können, und das werden auch einige tun.

    Ein großes Problem habe auch ich mit der späten Abtreibung behinderter Föten. Wie weit will man das treiben? Wirklich bis zur Geburt? Eine Behinderung kann auch als Folge eines Geburtsschadens auftreten.

    Dass Frühchen mittlerweile in einem Alter durchgebracht werden, in dem behinderte Föten noch abgetrieben werden, halte ich für höchst problematisch. Liebe den Test in SSW 15 als das Feinultraschall in SSW 22 mit der Konsequenz einer Abtreibung.

  9. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von zilpzalp70 Beitrag anzeigen
    Ein großes Problem habe auch ich mit der späten Abtreibung behinderter Föten. Wie weit will man das treiben? Wirklich bis zur Geburt? Eine Behinderung kann auch als Folge eines Geburtsschadens auftreten.

    Dass Frühchen mittlerweile in einem Alter durchgebracht werden, in dem behinderte Föten noch abgetrieben werden, halte ich für höchst problematisch.
    Und das da keiner großen Wind drum macht, zeigt wieder, wie es um unsere ach so lebenswertschätzende Gesellschaft bestellt ist .... Es wird nämlich sehr wohl eine Unterscheidung zwischen "lebensunwerten" und lebenswerten Leben getroffen.

    Das "lebensunwerte", aber lebensfähige Leben wird getötet - ein abgegangenes Frühchen, das eigentlich nicht lebensfähig ist, wird auf Teufel komm raus gerettet.

    Und, da wird es ganz pervers: Dafür nimmt man auch in Kauf, das die Frühchen oft schwerste Behinderungen davon tragen.

  10. Inaktiver User

    AW: Pränataldiagnostik - ganz aktuell

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und was tun wir? Wir klagen über zuviel Wahlfreiheit. Obwohl niemand krank sein will, unken wir über eine Welt, in der niemand mehr krank sein darf - und singen das jahrtausendealte Lied "Früher war alles besser".
    Ich klage nicht über zu viel Wahlfreiheit und ich wäre die Letzte, die das "Früher war alles besser-Lied" anstimmen würde. Mir geht es einfach darum, dass neue Möglichkeiten auch neue Wege des menschlich sinnvollen Umgangs mit diesen Möglichkeiten erfordern. Nur darin liegt mein Interesse an diesem Strang.
    Ich finde Malinas Argumentation sehr klar. Ihr Argument, dass es ja "nur" um Wahrscheinlichkeiten geht halte ich nicht für ein grundsätzliches Problem - wir bauen unser ganzes Leben auf Wahrscheinlichkeiten auf. Da Berechnen, Verstehen und Interpretation von Statistik und von auf Statistik beruhenden Messverfahren wie Tests einen wesentlichen Teil meines Berufes ausgemacht haben weiß ich aber auch, dass da ein Vermittlungsproblem besteht gegenüber denjenigen, die mit Hilfe dieser Messverfahren Entscheidungen treffen müssen (in diesem Fall die schwangere Frau). Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass "der niedergelassene Arzt an sich" sich in diesem Bereich oft durch eine ziemliche Ignoranz auszeichnet.
    Geändert von Inaktiver User (22.08.2012 um 13:23 Uhr)

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