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    Baden im Burkini

    Nun können auch die Musliminnen die australischen Strände genießen- im Burkini.

    http://www.dradio.de/images/33243/portrait/


    Als Kind wurde die Australierin libanesischer Abstammung ausgelacht, wenn sie in Burka schwimmen ging. Da es für gläubige Musliminnen keine adäquate Badekleidung gab, entwarf die 34-jährige Aheda Zanetti einfach selbst den Burkini, eine Mischung aus der traditionellen Burka und Bikini.

    Der Stadtteil Punchbowl im Westen von Sydney. "Klein-Libanon", wie die überwiegend arabisch-stämmigen Einwohner das Viertel nennen. Englisch ist hier eine Fremdsprache, die Moschee gleich um die Ecke. In ihrer Boutique bringt die aus Beirut stammende Modemacherin Aheda Zanetti zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört: Bademode für muslimische Frauen.

    Aheda hat einen multikulturellen Badeanzug entworfen. Halb Burka, das traditionelle, sackähnliche Gewand, das muslimische Frauen fast völlig verhüllt und halb Bikini, das stoffgewordene Feigenblatt. Das Ergebnis ist der erste islam-kompatible Zweiteiler der Welt, genannt: Burkini.

    "Der Badeanzug besteht aus langen Hosen und einem langärmeligen, sweatshirt-artigen Oberteil, an dessen Nacken eine Kapuze festgenäht ist. Sie ersetzt das Kopftuch. Ich habe mich an der westlichen Mode orientiert. Obwohl eine Frau darin verhüllt ist, zeigt niemand auf sie und sagt: Dahinten ist eine Muslimin!"

    Der Koran verlangt, dass sich muslimische Frauen bedeckt halten, ausgenommen sind nur Gesicht, Hände und Füße. Leicht bekleidet an den Strand zu gehen ist Gotteslästerung und in der Sommerhitze von Kopf bis Fuß verhüllt so unbequem wie unangenehm. Nicht aber mit Aheda Zanettis Burkini.

    "Der Badeanzug hat das Leben vieler muslimischen Frauen verändert. Er gibt ihnen die Freiheit zu tun, was sie möchten. Auch am Strand. Bestimmt 90% der Frauen gingen nie ins Wasser, weil sie nicht schief angeschaut werden wollten. Jetzt aber haben wir unseren eigenen Badeanzug, der praktisch ist und in dem wir uns frei bewegen können."

    In Australien sind Sonne, Sand und Meer Teil der Kultur. Ob Einheimische, Zuwanderer oder Touristen: Am Strand sind alle gleich. Soziale, religiöse oder politische Verschiedenheiten werden zusammen mit den Kleidern abgelegt. Eine Freiheit, von der die heute 34-jährige Aheda früher nur träumen konnte.

    Aheda ist zwei, als ihre Familie Mitte der 70er vor dem Bürgerkrieg im Libanon flieht und von Beirut nach Sydney kommt. Koranschule, nur libanesisch-stämmige Bekannte: Ahedas Vater erzieht seine einzige Tochter als streng gläubige Muslimin. Ihre Mutter bringt ihr zu Hause das Schneidern bei, aber Aheda fällt die Decke auf den Kopf.

    Sie liebt es draußen zu sein, den Strand und das Meer. Heimlich nimmt Aheda Schwimmunterricht. Mit Kopftuch und von oben bis unten eingewickelt in mehrere Lagen dicker, schwarzer Wickelgewänder.

    "Meine Kleidung war einfach unpassend und viel zu schwer. Wenn ich aus dem Wasser kam, dachte ich, ich hätte zehn Tonnen Ziegelsteine auf dem Rücken. Es war nicht bequem, ich konnte mich damit nicht frei bewegen. Außerdem war man den ganzen Tag nass. Die Kleider brauchten ewig, um zu trocknen."

    Im Freibad durfte sie aus Sicherheitsgründen nicht voll bekleidet ins Wasser, am Strand wurde sie, dick vermummt, ausgelacht. Aheda fühlte sich als Australierin zweiter Klasse. Eine Enttäuschung, die sie ihren eigenen Töchtern ersparen wollte. Inzwischen verheiratet und vierfache Mutter suchte Aheda vor zwei Jahren überall nach Schwimmkleidung für muslimische Frauen. Vergebens.

    "Es gab nichts. Überhaupt nichts. Ich konnte nicht glauben, dass überall ein lästiges Kopftuch dabei war. Also setzte ich mich selbst hin, entwarf ein Badekostüm und ersetzte das Kopftuch durch eine festgenähte Kappe. Als Test schlug ich Räder damit und rannte im Park herum. Und es funktionierte."

    Der 100 Euro teure Burkini kommt in leuchtenden Farben von türkis bis kirsch-rot oder in bescheidenerem dunkelgrau oder schwarz. Bevor ihre Badekostüme in Produktion gingen, bat Aheda den obersten Mufti Australiens um eine Audienz. Und war erleichtert, als er dem islamischen Zweiteiler seinen Segen gab.

    "Für mich war es wichtig, nicht nur etwas für Musliminnen zu tun, sondern auch Islam-Gläubige zu respektieren. Der Burkini ist mein Beitrag, um Muslime und die westliche Kultur näher zusammenzubringen. Damit können wir muslimischen Frauen sein wie alle anderen. Wir werden nicht mehr wegen unserer Religion, Kultur oder Hautfarbe ausgegrenzt."

    Weltweit gibt es etwa eineinhalb Milliarden Muslime, mehr als die Hälfte davon sind Frauen. Sie führen buchstäblich ein Schattendasein, während die Männer ihren Platz an der Sonne genießen.

    Aheda Zanetti hofft, dass ihr Burkini das ändern wird. Nach Australien wird der Badeanzug bald auch in Europa, den USA und Asien vertrieben. Und mit einem schlichten Burkini können muslimische Frauen beim Schwimmen nicht mehr baden gehen.


    Quelle
    Was sagt man dazu ... mir wird etwas schlecht ...

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    Re: Baden im Burkini

    Dazu passt auch:

    Schwimmen für Muslimas
    Sonntagnachmittag in Mainz. Im städtischen Hallenbad im Stadtteil Mombach müssen Männer nun draußen bleiben. Denn seit dem Frühjahr ist dies die Zeit des Frauenschwimmens.


    Draußen zeigt das Thermometer 31 Grad im Schatten, trotzdem ist im kleinen Becken des Hallenbads kaum ein Quadratmeter mehr frei. Rund 250 Frauen tummeln sich im Wasser. Viele von ihnen können gar nicht oder nur schlecht schwimmen, zwei Drittel sind Muslimas.


    Die 25jährige Türkin Zeynep etwa, aufgewachsen in Mainz. In den meisten Regionen der Türkei sei das Schwimmen nicht üblich, weder bei den Frauen noch bei den Männern, sagt sie. Sie selbst trägt im Alltag Kopftuch und lange Kleider. Das Frauenschwimmen ist ihre einzige Möglichkeit, überhaupt Baden zu gehen. "Ich gehe nicht mit Männern in ein Becken", sagt sie. Allah habe verboten, daß sich die Frau vor dem Mann wenig bekleidet zeige. Das respektiere sie.


    Ins Hallenbad nach Mombach kommen muslimische Frauen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Für die meisten käme ein Freibadbesuch nicht in Frage. "Man hat sich daran gewöhnt", sagt ein 17jähriges Mädchen auf die Frage nach dem Freibadverbot, das ihre Mutter ihr auferlegt hat. Sie zuckt mit den Schultern und ergänzt: "Meine Religion ist mir wichtiger."


    In der Kabine wird unterdessen heftig diskutiert. Schwimmlehrerin Cornelia Lüth spricht geduldig mit einigen Frauen, die sich weigern, einen Badeanzug zu tragen. Manche versuchen, in langärmligen T-Shirts und Leggins ins Becken zu kommen. Das ist aus Hygienegründen nicht erlaubt, ein Kompromiß wird gefunden. "Wenn wir Radler-Shorts verbieten würden, wäre die Hälfte hier draußen", sagt Lüth.


    Einige Mainzer sind nicht gerade erbaut vom Frauenschwimmen. Sie beschweren sich, das Hallenbad sei nun "gesperrt". Die meisten Rückmeldungen seien aber positiv, sagt Jürgen Freimuth, Geschäftsführer des Hallenbades. "Das Bad ist konfessionell ungebunden und politisch neutral." Viele Frauen wollten nun schwimmen lernen. Darüber freut sich Freimuth, der seine Aufgabe auch in der Gesundheitsförderung der Bevölkerung sieht.


    Anfang Februar hat er das Bad von der Stadt übernommen und probiert nun Neuerungen aus. Ab November führt er Schwimmkurse für Frauen ein. Für Freimuth ist das auch ein Beitrag zur Integration. Das Angebot rechnet sich zudem: Früher herrschte an Sommernachmittagen gähnende Leere im Becken, heute herrscht hingegen Hochbetrieb. Gisela Kirschstein


    Artikel erschienen am 30. July 2006

    Welt

  3. Inaktiver User

    Re: Baden im Burkini

    Was sagt man dazu ... mir wird etwas schlecht ...
    Sorry, aber nach Gründen, weshalb es Dir bei diesem Artikel schlecht werden könnte,suche ich grad vergeblich.... ( Hoffentlich kommt jetzt nicht gleich irgendein "tolles" Argument in Richtung 'Überfremdung der schönen deutschen Schwimmbäder' )

    Ich finde es eigentlich eher klasse, daß es jetzt die Möglichkeit gibt, Frauen, die die Burka tragen, auch in punkto Schwimmbad ein bißle mehr zu integrieren.
    Bei dem Wetter in den letzten Wochen wären sicher viele von ihnen froh gewesen, wenn sie sich hätten abkühlen können.
    Und unhygienisch sind diese Burkinis sicherlich auch nicht.

    Nö, mir jedenfalls wird da gar nicht schlecht bei.


    Chapeau

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    Re: Baden im Burkini

    Das Photo sieht harmlos aus. Der Anzug hat ja sogar fesche farbige Ärmel. Bei uns ist man früher mit viel mehr Stoff am Leib schwimmen gegangen, wenn ich mal an die ersten Freibäder erinnern darf.

    Ich bin ein pragmatischer Typ.
    Das Diskriminierende und Schlimme an diesen ganzen Verhüllungen ist doch wohl, wenn sie die Trägerin quälen und in der Bewegung einschränken.
    Wenn das Tragen freiwillig ist und sie sich darin bewegen kann und es bequem ist und ihr Sport erlaubt, dann ist doch alles o.k.

  5. Inaktiver User

    AW: Re: Baden im Burkini

    Die ganze Verhüllerei resultiert ja daraus, dass vor 1500 Jahren Mohammed gesagt hat, ehrbare Frauen sollen sich bedecken, damit sie von den notgeilen Männern nicht permanent angemacht werden.

    Nun, 1500 Jahre später im Herzen Europas wird diesen Frauen immer noch eingebimst, dass große Stoffmengen sie ehrbar machen und dass dauergeile Männer sie notzüchtigen würden, wenn sie ihre nackte Haut zeigen würden.

    @Chapeau
    In diesem Mainzer Schwimmbad war die Zahl der bisherigen Vergewaltigungen wahrscheinlich eher gering. Deshalb ein ganzes Geschlecht auszuschließen finde ich äußerst diskriminierend.

    @Neko
    Damals, als unsere Frauen so viel Stoff beim Baden trugen, war unehelicher Sex verboten, alleinerziehende Frauen waren der Ächtung ausgesetzt, unverheiratete Frauen wurden bemitleidet. Ich bin sehr, sehr froh, dass dieser Muff vorbei ist.

    @Gizmo
    Mir geht es wie dir.

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    AW: Re: Baden im Burkini

    Ich bin da eher zwiespältig: Einerseits ist es eine große Freiheit für die Muslimas, die jetzt auch schwimmen können, ohne sich religiös daneben zu benehmen - das ist sehr, sehr gut.
    Ich als Europäerin würde so ein Ding allerdings nie im Leben anziehen und bin im allgemeinen für Gleiches Recht Für Alle. Also sollte männliche Moslems das auch anziehen. Wenn die Jungs sich besser verhüllten, wäre das sicher auch gottgefällig.
    Und was ich von einem Gott halte, der (oder besser dessen Priester) 50% der Weltbevölkerung quasi lebendig einkerkert, das verschweigen wir mal besser.
    Und wieder andererseits: Es ist eine Religion und ein Lebensstil, den ich wirklich nicht verstehe. Aber ich kann es akzeptieren. Und wenn auf dem Laken neben mir eine Frau im Burkini sitzt, stibitzt sie mir immerhin nicht die Sonnencreme.

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    AW: Re: Baden im Burkini

    Zitat Zitat von MistressWeatherwax
    Und wieder andererseits: Es ist eine Religion und ein Lebensstil, den ich wirklich nicht verstehe. Aber ich kann es akzeptieren. Und wenn auf dem Laken neben mir eine Frau im Burkini sitzt, stibitzt sie mir immerhin nicht die Sonnencreme.
    Aber was machen die Frauen, wenn das Ding nass ist? So ein Badeanzug oder Bikini trocknet doch schnell und die meiste Haut kann man ja eh schnell abtrocknen, aber wie bekommt man diesen Burkini trocken?
    Mal ganz davon ab, wenn die Männer durch eine normal bekleidete Frau notgeil werden, dann muss nicht die Frau sich verhüllen, dann gehört das unbeherrschte Kerlchen kastriert!

    Gruß
    Anne

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    AW: Re: Baden im Burkini

    Zitat Zitat von MistressWeatherwax
    Ich als Europäerin würde so ein Ding allerdings nie im Leben anziehen und bin im allgemeinen für Gleiches Recht Für Alle. Also sollte männliche Moslems das auch anziehen. Wenn die Jungs sich besser verhüllten, wäre das sicher auch gottgefällig.
    Der Meinung bin ich allerdings auch! Ich kriege schon einen ziemlichen Hals, wenn ich Typen in kurzen Khakis und offenen Sandalen und einem sportlichen Kurzärmelhemd sehe, am Kopf natürlich den Rauschebart der sie als 'good muslim' auszeichnet, und hinter ihnen schiebt das dick verhüllte schwarze Etwas den Kinderwagen vor sich hin.

    Und AnnaM, mit dem Kastrieren würde ich auch zustimmen. Ich habe meinen Kommentar oben wirklich REIN pragmatisch gemeint, ohne die ganzen ätzenden/ideologischen/frauenfeindlichen Hintergründe in Betracht ziehen zu wollen.

    Denn, mal pragmatisch gesehen, wenn die Frau sonst nicht Schwimmen dürfte, IST es ja eine Verbesserung für sie.

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    AW: Baden im Burkini

    Schön, für die Frauen, wenn sie schwimmen dürfen...

    Wie man es aber als Beitrag zur INTEGRATION betrachten kann, dass man sich quasi vollumfänglich den Sitten der Mulims unterordnet (Männer aussperrt, Badebekleidung erlaubt, die sonst verboten ist) erschließt sich mir absolut nicht...

    In meinen Augen eher ein weiterer Schritt in Richtung Parallelgesellschaft als alles andere...
    Und falls wir uns nicht mehr sehen: Gut Tag, guten Abend und gute Nacht!

  10. User Info Menu

    AW: Baden im Burkini

    Ich finde es eine nette Alternative, vielleicht auch ein Schritt in die richtige Richtung. "Man" kann einfach nicht pauschal sagen "was deine Religion dir da erzählt ist patriarchaler Unsinn", das würde sich ja auch kein gläubiger Christ von einem mehr oder weniger gläubigen Muslim, Hindu, Candombléia oder so erzählen lassen.

    Mußte nur bei der Zensur des "s a c k"(?)ähnlichen Gewands zu einem ****ähnlichen Gewand grinsen.

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