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12.03.2010, 17:39Inaktiver User
AW: Pater Johannes Bauer - Kloster Ettal
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12.03.2010, 17:48
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12.03.2010, 17:54Inaktiver User
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12.03.2010, 17:56Inaktiver User
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12.03.2010, 18:02Inaktiver User
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12.03.2010, 18:39Inaktiver User
AW: Pater Johannes Bauer - Kloster Ettal
Ich weiß nicht, ob man das so sauber trennen kann. Der Mann beschrieb manche Patres ja als sadistisch.
Und normalerweise versteht man das Wort sadistisch so, dass da jemand Lust aus dem Schmerz und der Demütigung anderer Menschen zieht. Ich weiß nicht, ob es so entscheidend ist, ob man diese Lust als sexuell im engeren Sinne interpretiert.
Wenn jemand prügelt, dann ist das Misshandlung, kein Missbrauch. Aber wenn jemand das Prügeln zelebriert, den Schüler zum Beispiel in entwürdigende Positionen zwingt, ihn vielleicht auszieht (in einem Umfeld, in dem Nacktheit und Körperlichkeit verpönt ist und als sündig gilt), dann ist die Grenze zum Missbrauch fließend.
Ich weiß nicht, ob Du die Werde des Herrn de Sade kennst, der für den Sadismus namensgebend war. Da wird einem sehr schnell klar, was man sich unter Sadismus vorstellen muss. ( Finger weg. Mir ist das Zeug im zarten Alter von 15 in die Finger geraten (in der öffentlichen Bibliothek). Daneben erblasst jeder moderne Horror-Schocker. )
Ist natürlich die Frage, wie der Mann in dem Filmausschnitt den Begriff Sadismus gemeint hat. Aber ich war ziemlich entsetzt über seinen Gesichtsausdruck.
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12.03.2010, 19:51Inaktiver User
AW: Pater Johannes Bauer - Kloster Ettal
Hat gestern jemand Maybrit Illner gesehen?
Da war ein Arzt der Charité, die haben da ja ein Projekt für Pädophile, die freiwillig da hinkommen, damit sie nicht zum Täter werden.
Er hat sehr interessant über seine Arbeit berichtet. Priester finden sich wohl nicht in seinem Projekt, aber viele Ehrenamtler, die in den Kirchen arbeiten.
Außerdem wurde darüber diskutiert, ob das Zölibat einen Einfluß auf das Aufreten des Missbrauchs hat. Es wurde berichtet, dass man eher davon ausgeht, dass Menschen, die nicht Täter werden wollen, das Zölibat eher als Segen empfänden, weil sie denken, es wäre ein Weg für sie, ihre Triebe oder Gefühle zu unterdrücken.
Dann stellen sie fest, dass sie es nicht schaffen.
Es war sehr interessant.
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13.03.2010, 07:51Inaktiver User
AW: Pater Johannes Bauer - Kloster Ettal
Danke, Exzellenz, dass du die Äußerungen nochmal deutlicher wiedergegeben hast.
Ich habe (als Opfer - familiär, nicht institutionell) immer wieder Schwierigkeiten meine Eindrücke und Gefühle klar zu äußern. Das geht schon bei der Wiedergabe der im Film gemachten Äußerungen los. Möglicherweise ist auch das ein Teil dessen, dass Gewalt und sexuelle Gewalt von den Opfern nur selten so in die Öffentlichkeit gebracht werden, dass das Ausmaß der Taten unklar und die Verfolgung der Täter nur gering ist.
Es strengt mich sehr an überhaupt hier zu schreiben. Sobald ich mich zu dem Thema äußern möchte werde ich in meinem Kopf ziemlich sprachlos. Das Gefühl ist: ich bin schon so mutig überhaupt "das Schreckliche" (hier die so empfundenen Äußerungen der Ehemaligen) zu benennen. Und werde dann nicht verstanden. Da kommt die nachvollziehbare Reaktion: die müssen doch auch ihre Meinung sagen können. Das macht mich dann wieder fassungslos. Dabei liegt es (mit) daran, dass ich "das Schreckliche" gar nicht richtig/vollständig wiedergegeben habe. Ein Phänomen, dass mir erst hier klar wird.
Und ich weiss von vielen anderen, denen es ähnlich ergeht. Vielleicht wäre es gut "Übersetzer" zu haben.
Erhellte Grüße
Keela
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13.03.2010, 09:41
AW: Pater Johannes Bauer - Kloster Ettal
Fassungslos macht mich, dass viele den Missbrauch/ die Misshandlungen der Schüler relativieren, aber auch, dass argumentiert wird, es müsse mal Schluss sein, schließlich sei das Ganze schon soo lange her.
Es werden immer mehr Fälle bekannt, Misshandlungen und Missbrauch scheint es nicht nur in katholischen Internaten gegeben zu haben, sondern auch andernorts (Wiener Sängerknaben, Regensburger Domspatzen, Einrichtungen der Diakonie). Daher bin ich geneigt, nicht alles auf den Zölibat zurückzuführen, obwohl das zugegebenermaßen mein erster Gedanke war. Mittlerweile glaube ich, dass einfach das Zusammenleben vieler Kinder fern von den Eltern eine solche Situation ermöglicht, fördert oder überhaupt denkbar macht.
Übrigens: der Freund meiner Tochter, der neulich 18 geworden ist, hat erst vor kurzem zu Haus "gestanden", dass in seinem Kindergarten die Erzieherinnen die Kinder veranlasst haben, sich nackt auszuziehen und dann Fotos von den Kindern gemacht haben. Er hat sich, als es passierte, zwar äußerst unwohl gefühlt, aber dennoch dezent zurückgehalten.
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13.03.2010, 14:29Inaktiver User
AW: Pater Johannes Bauer - Kloster Ettal
Ich denke auch, dass es ein Unterschied ist, ob jemand sagt, mir ist es nicht passiert oder ob er sagt, es kann nicht sein, dass da was passiert ist! Bei erstem drückt er ja nur aus, dass ihm nichts geschehen ist, bei zweitem spricht er anderen ihre Erfahrungen ab. Und das ist schäbig!
Mocca, die zweite von dir beschriebene Situation macht auch noch einmal sehr deutlich, dass die Verfährungsfristen, gerade im Bereich des Missbrauchs, viel zu kurz sind.
Manche Opfern verdrängen so kolossal das was nicht sein darf, dass ihnen der Missbrauch erst später bewußt wird.
Bei solchen Strukturen, wie in Familien aber auch sicher in solchen Internaten, sind die Opfer dem Täter ausgeliefert. Wie soll man sich gegen jemanden wehren, der so machtvoll über einem steht??
Der sogar oft als Freund und Vertrauter in deinem Leben ist?!
Viele der Kinder, die schwer mißbraucht wurden, sind Überlebende! Und sie sollten mit mehr Achtung und Wertschätzung behandelt werden.
@ Keela
Du bist sehr mutig, dass du hier schreibst und ich bitte dich, das du sehr darauf achtest, wann es dir zuviel wird und was dir gut tut!



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So schlimm beides für sich ist, aber es sind zwei Paar Stiefel.
