Vor 25 Jahren waren z. B. Indien und China Entwicklungsländer - heute sind sie fast ebenso hochentwickele Industrieländer wie Europa und Amerika, allerdings mit Löhnen, die hier einfach nicht machbar sind.
Vor 25 Jahren war der globale Wettbewerb lange nicht so ausgepägt. Made in Germany war ein Markenname, für dessen Qualität man einen entsprechenden Preis nehmen konnte. Heute geht es nur um billig, billig, billig. Geiz ist geil - darauf fahren viele ab. Entsprechend muss das auch bei den Löhnen gelten. Billigpreise können nicht mit teuren Löhnen geboten werden. Also wird möglichst viel woanders produziert. Made in Germany ist heute nichts mehr - Made in China heißt das Codewort. Es werden eben lieber billige Wegwerfartikel gekauft als langlebige Qualitätsprodukte. Der Kunde bestimmt, was er zahlt - das Unternehmen muss zu sehen, wie es diesem Willen folgt.
Vor 25 Jahren war Deutschland kein Einwanderungsland. Heute gibt es viele Menschen, die aus den verschiedensten Gründen mit verschiedensten Rechten hier ankommen und Teil des Sozialsystems sind, ohne jemals eingezahlt zu haben.
Vor 25 Jahren war es mehr oder weniger selbstverständlich, dass Frauen zwecks Familienaufgaben aus dem Berufsleben ausschieden. Heute arbeiten Frauen weiter.
usw. usw. usw.
Aber es gab auch vor 25 Jahren schon Krisen - z. B. die Lehrer- und Juristenschwemme, die arbeitslosen Stenotypistinnen als die PCs in die Büros kamen, usw. Vollbeschäftigung gab es nach dem Krieg als Deutschland mit Wiederaufbau beschäftigt war. Aber in den letzten 30 Jahren gab es immer mal mehr mal weniger Arbeitslose.
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Ergebnis 361 bis 370 von 1488
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28.02.2010, 15:21Inaktiver User
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Geändert von Inaktiver User (28.02.2010 um 15:27 Uhr)
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28.02.2010, 15:24
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Damals wurden genauso wenig Leute auf Vorrat eingestellt. Da gab es noch keine Hartz IV-Gesinnung, aus den Leuten das Allerletzte rauspressen, und möglichst bringen Sie noch Geld zum Arbeiten mit. Eine Möglichkeit war damals, Ferienarbeiter zu beschäftigen - und auch das nicht wie heute bei diesem Sklavenhaltergesocks - sondern direkt bei der Firma.
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28.02.2010, 15:42Inaktiver User
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Damals (oder fast damals) gab es aber auch noch kein Aldi, Lidl, Schlecker, Media Markt, Möbel XL Markt, sondern es gab Metzger, Gemüsehändler, Bäcker, Radio und TV Fachgeschäfte, Bettenfachgeschäfte. Das ist dem Verbraucher heute alles zu teuer. Nur - was keinen Preis mehr haben darf, kann auch nicht teuer produziert werden. Und den Fernseher in China herstellen zu lassen, ist nun mal günstiger als ihn in Deutschland zu produzieren.
Das kann man auf fast alle Gebiete des täglichen Lebens ausdehnen. Egal ob Autos, Handys, MP3-Player, Lebensmittel bis zur Billigtelefoniererei - Geiz ist geil und das aus für die deutsche Qualitätsarbeit und damit auch für die deutschen Gehälter, die schon ab der Landesgrenze zur Tschechei oder Polen deutlich niedriger sind.
Und damals war die Technik auch noch nicht so weit, dass Arbeitsplätze problemlos woanders aufgebaut werden können. Heute ist es kein Problem mehr Rechenzentren oder UserHotlines aus Indien für Deutschland anzubieten oder Call Center nach Südafrika zu verlagern wie es Lufthansa macht.Geändert von Inaktiver User (28.02.2010 um 15:46 Uhr)
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28.02.2010, 15:48
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Lidl, Aldi, Schlecker zum Beispiel gab es auch schon. Dann gab es auch noch andere Branchen in der Industrie, im Speditionsgewerbe, in der Autozuliefererindustrie, bei denen ich vor 25 Jahren Ferienarbeit gemacht habe und wo ich sogar noch fair bezahlt worden bin. Und es hat keine - absolut überflüssige - Drittfirma an mir mitverdient.
Aber es gab noch keine Hartz-IV-Gesetze. Deshalb konnte man von seinem Lohn noch leben - ich sage nicht, reich werden. Diesen Anspruch habe ich weiß Gott nicht.
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28.02.2010, 15:48
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Lidl, Aldi, Schlecker zum Beispiel gab es auch schon. Dann gab es auch noch andere Branchen in der Industrie, im Speditionsgewerbe, in der Autozuliefererindustrie, bei denen ich vor 25 Jahren Ferienarbeit gemacht habe und wo ich sogar noch fair bezahlt worden bin. Und es hat keine - absolut überflüssige - Drittfirma an mir mitverdient.
Aber es gab noch keine Hartz-IV-Gesetze. Deshalb konnte man von seinem Lohn noch leben - ich sage nicht, reich werden. Diesen Anspruch habe ich weiß Gott nicht.
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28.02.2010, 15:50Inaktiver User
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Oh doch, ich war dabei. An meinem damaligen Arbeitsplatz ist heute nicht einmal mehr 30% des damaligen Personals. Es wurden Leute im Überhang beschäftigt, es wurden 100% der Auszubildenden übernommen und das waren mehr als doppelt soviel wie heute.
In meiner Firma gab es keine Ferienarbeiter, da waren und sind in der Hauptsache qualifizierte Leute die wissen was sie tun. Es gab ein paar Leistungsgeminderte, die Hilfsarbeiten machten.
Sklavenhaltergesocks, nette Ausdrucksweise.
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28.02.2010, 15:53Inaktiver User
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Auch damals gab es das schon, nur wie bereits jemand sagte, es hieß Sozialhilfe. Und auch dafür mussten alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sein. Damals wurden auch die Familienangehörigen, Kinder, Eltern, herangezogen, wenn die leistungsfähig waren, bevor Sozialhilfe gezahlt wurde.
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28.02.2010, 16:02Inaktiver User
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Ja, die gab es schon - aber nicht so flächendeckend wie heute. Schau Dich doch mal in den Städten um. Wie viele qualifizierte Einzelhändler gibt es denn noch? Wenn ich in Frankfurt durch die Fussgängerzone gehe, gibt es noch 3 oder 4 davon - alles andere sind ausnahmslos Ketten.
Ja, diese Ferienjobs gab es damals noch, aber heute ist einfach billiger, die Autoteile in China, Rumänien, usw. produzieren zu lassen und dann um die Welt zu karren.
Du hast sicher recht, dass es auch Firmen gibt, die die Situation jetzt ausnutzen, aber ich denke, dass das Problem viel größer ist, und weder Mindestlöhne noch andere "Zwangsmassnahmen" etwas ändern.
Ich glaube, dass das Thema Sozialgefüge, Verteilung der Arbeit und Existenzsicherung völlig neu überdacht werden muss. M. E. befinden wir uns in einem ähnlichen Stadium wie zu Beginn der Industrialisierung. Es wird oder ist schon vieles überflüssig. Loslassen von Bisherigem und Einbringen neuer Ideen sind gefordert. M. E. kann das nur Einhergehen mit der wieder gesteigerten Verantwortung des Einzelnen für sich selbst. Denn diese Eigenverantwortung haben wir verlernt - für alles ist der Staat, bzw. dessen Helfer verantwortlich, egal ob es Gesundheit, Arbeit, Komfort, Bildung usw. ist. Die Zeiten, dass man auf Jemanden zeigen kann und sagt: "Du musst für mich machen, tun, sorgen - Du bist schuld" und dieser Jemand macht, sind definitiv vorbei.
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28.02.2010, 19:27Inaktiver User
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Hallo Fifi,
Du hast mehr geschrieben
:
273
276 punkt 1 versteh ich nicht.
325
Stimm ich zu. & dafür zahlen wir Steuern. Für virtuelle Löcher…Das Geld- und Finanzwesen in der herkömmlichen Form verliert erstmals in der geschichte seinen Sinn - inklusive wegen der Überproduktion - zumindest bzgl. der Verwaltung und Zuteilung aller lebensnotwendigen (und auch noch vieler anderer) Güter. Unabhängig davon erschlich es sich ein Eigenleben unabhängig von Produktion und Verbrauch, was nicht mehr tolerabel ist, und was dieses System bald auch selbst zerstört. Die Billiardenhilfen zum Zustopfen von virtuellen 'Löchern' die dieses System selbst unentwegt erfindet einerseits, 1 Pfennig -Jobs andererseits, sind nur ein ganz kleines Beispiel dafür.
Die Naturgewalten werden nutzbar usw.? Welche?Staatliche, wirtschaftliche Gewalt und Ordnung brechen zusammen. Einerseits bleibt die Erde immer gleich groß, und Menschen gleich verwundlich oder beseitigbar. Andererseits gibt es Naturgewalten die die Erde in Sekundenbruchteilen dahinraffen. Sie werden zunehmend mehr nutzbar und zunehmend weniger monopolisierbar.
Haben sie doch schon.In Kürze erhalten Gruppen oder Personen technische Mittel, um die ganze Erde einzustampfen.
Bis jetzt zumindest noch nicht (…). Wieso auch?Dadurch geht jede auf Gewelt, Ungerechtigkeit, Ausnutzung, Ausgliederung basierende Organisationsform zugrunde.
Welche jetzt? Doch nicht die gewaltfreie eventuell zukünftige. Hier meinst Du wahrscheinlich wieder die Machtstrukturen. Ja, mir sind politische & religiöse Gruppen bekannt, die das so sehen & vorantreiben wollen. Deshalb die Frage nach den Prophezeiungen. Die religiösen berufen sich z. T. darauf.Trotzdem muß diese Entwicklung vorangetrieben werden, treibt sich auch selbst voran durch die Tendenz gewisser Völker, Staaten, religiöser Gruppen alle Probleme anzuheizen und alle einschließlich suizider Mittel der Gewalt anzuwenden; was schlecht ist und wenn die Schöpfung unserer Erde insgesamt, muß bedingungslos eingeäschert werden um Raum für Besseres zu geben.
Kommt alles weg?Viele gegenwärtigen Probleme haben daher ein baldiges Ende -- fraglich allerdings ob noch Zeit besteht für ein ein gutes, oder halt ein global 'schlechtes'.
Auf längere Sicht ja. Die Firmen wollen aber kurzfristig Gewinn erwirtschaften auf Kosten der Menschen, die dazu gezwungen werden & auf Kosten der Steuerzahler_innen.Und: auch ansonsten würden sich diese Praktiken auf Dauer selbstzerstörend auf Wirtschaft und staatliche Bonzen auswirken (bei Ersetzen normaler Arbeit durch 1 Euro -jobs zBsp alle Lohnsteuern wegfallen, Qualitätsverlust usw)
Interessant find ich 340
Ich sehenden Anspruch deshalb berechtigt, weil von Natur aus die Welt groß genug ist für alle zu überleben.Ja… Das geht schon weit über die Hatz IV-Debatte hinaus.Nun gibt es einzelne Personen, Gruppen, Völker/Staaten die große Teile der Welt für sich beanspruchen und/oder anderen befehlen wollen was zu tun ist. Daher ist es das Mindeste (und selbst das rechtfertigt jenen ihr Vorgehen noch längst nicht) von denen einen Ausgleich im angemessenen Umfang zum Überleben zu verlangen.
Hab immer gesagt, dass alle ein Recht haben, gut zu leben. Umso mehr, wenn die Ressourcen dafür vorhanden sind. Aber das mit dem Ausgleich ist mal ein neuer Ansatz. Muss darüber nachdenken.
Das kenn ich auch. Nur ist es nicht immer nur positiv. Da entstehen auch heftige Machtverhältnisse & viel Gewalt (…). Es kommt zu informellen Zusammenschlüssen, die unterdrückerisch & kriminell vorgehen (…)Das ist auch nicht nur rein theoretisch (inkl. rechtlich) so, sondern fast noch mehr praktisch. Schon innerhalb von Staaten, hat in armen Gebieten (zBsp slums) Staat und Organisation der Reichen nicht mehr faktisch das Sagen; die Armen oder andere Organisationen organisieren sich da.
Das ist was anderes. Auch ein ganz anderes Thema & da wird ich jetzt nicht viel zu schreiben.Noch mehr außerhalb von Staaten. Das sieht man wenn zBsp die Amerikaner einen krieg machen ist das nutzlos wenn sie hinterher die Bevölkerung nicht unterhalten.
Ja, das hab ich schon mitgekriegt.Guck dich doch in armen Ländern um. Da siehst du dann auch daß der Staat dagegen wenig machen kann. In praktisch allen armen Ländern ist die Arbeit informal. Das Günstigste was solche Staaten machen können ist Geld zu drucken um sich zu finanzieren. Daher ist hohe Inflation auch regelmäßig durch Armut der Bevölkerung bedingt. Durch die Inflation verlieren dann die Reichen, nicht die Armen -- oder genauer gesagt die Mittel- und niedere Oberschicht, denn die Banken und ganz reichen verdienen noch daran.
Staaten find ich auch nicht toll, aber was da entsteht auch nicht viel besser. Ist eher so eine Auswahl zwischen Pest & Cholera.
Menschen sind wahrscheinlich so, dass sie sich nur über ihre Gruppe identifizieren & andere unterdrücken „müssen“.
Wenn Staaten wegkommen, entwickelt sich irgendwann wieder das Gleiche.
Zum letzten Punkt: Das ist Schutzgeld, damit die unteren Schichten nicht so vorgehen, wie Du beschrieben hast & wie es in vielen Ländern vorkommt.
349
Den zweiten Absatz hab ich verstanden. Den Thread zu dem Euro noch nicht gelesen. Vielleicht mal irgendwann.
Wir geben uns Mühe, nicht so „gehirngewaschen“ zu werden.Zum Glück war ich seit 20 Jahren nicht mehr in deutschland, und trotz dem lesen der selten unabhängigen deutschen Presse / Internet bin ich glaub ich noch recht bei Sinnen und kann mir noch objektiv ein Urteil erlauben statt schon so gehirngewaschen zu sein wie Leute die das direkt betrifft bzw. sich tagtäglich mit anhören müssen.
Das ist richtig. Deshalb meinte ich die Pläne der FDP wären strategisch ungeschickt.Wenn der deutsche Staat unfähig oder unwillens ist, der Modernität angemessene soziale Sicherheit aufrecht zu erhalten, und sie wegfällt egal warum, verliert der deutsche Staat und die deutsche Wirtschaft damit auch rechtliche und faktische Grundlage für ihre wirtschaftliche Relevanz im In- und Ausland. Auch hier braucht man sich nur umzugucken, wie es denn weltweit mit miserablen Staaten aussieht gegenüber weniger miserablen oder solchen die gerade ihre soziale Absicherung verbessern.
Aber USA ist ja das Gegenbeispiel. Wirtschaftsmacht & gleichzeitig hapert es mit der sozialen Absicherung & vor allem mit dem Gesundheitssystem (wenn man das überhaupt so bezeichnen kann).
Warum das?Ganz grundsätzlich ist es da zunächst einmal zu begrüßen, wenn während andere vorwärts gehen und die Bedeutung eines sozialen Systemes sehen und einrichten, andere wie Deutschland das gegenteil machen, abbauen, und zurückfallen.
Sicher schädigt das (…).Aus diesen und verschiedenen anderen gründen hatte ich in meinem ersten post hier im Thread auch geschrieben, daß es nicht lange dauern wird, bis sich mit solchen lumpigen Mitteln wie 1 Euro -Jobs die deutsche Wirtschaft selbst schädigt und den sozialen Ast auf dem sie sitzt absägt.
& was würdest Du dann machen?Würde mich das Problem des 1 Euro -Jobs betreffen, würde ich - ebenso wie wohl 95% der Ausländer etwa aus der 3. Welt entsprechend wie sie es gewohnt sind - solch eine Beschäftigung nicht im Traum annehmen, falls nötig / daran gekoppelt, halt auch nicht SH.
& wenn Du nichts findest?Und statt 1 Euro -Jobs ist es besser in der natürlichen, unmittelbaren Wirtschaft einen Job zu finden.
Das können nicht alle. Dafür muss man zumindest einigermaßen gesund sein.
Dafür musst Du außerdem fit sein. Für alle die krank sind, wird das schwieriger (...).
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28.02.2010, 19:46Inaktiver User
AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:
Schlamperl,
zu den Billigläden & Produkten: keine Frage, die werden auf die miesesten Bedingungen produziert (zu einem großen Teil von Kindern). Qualität haben sie meistens auch nicht & gehen schnell kaputt. Nur gibt es eben eine Reihe von Leuten, die sich nichts anderes leisten können. Dazu gehören auch die Euro-Jobber & sogar die „Normalverdiener“. So bedingt ein Missstand den anderen.


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