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  1. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Zitat Zitat von Elbist Beitrag anzeigen
    Woher haben die Menschen Rechtsanspruch auf die Gemeinschaftsunterstützung?

    Basiert dieser Sozialstaat auf Nächstenliebe oder Selbstliebe, damit man in ungünstiger Lebenslage Geld von anderen beanspruchen kann?
    Guckst Du hier (aus wikipedia):

    Aus dem in Art. 20 Absatz 1 des Grundgesetzes verfassungsrechtlich garantierten Sozialstaatsprinzip ergibt sich die Verpflichtung des Staates, einen Mindeststandard des menschenwürdigen Daseins sicherzustellen (soziokulturelles Existenzminimum). Das jeweils aktuelle Sozialhilferecht konkretisiert diesen Mindeststandard in materiellem Recht, aus dem sich konkrete und einklagbare Leistungsansprüche bedürftiger Personen herleiten lassen. Das Leitprinzip des menschenwürdigen Daseins wird im SGB XII § 1 Satz 1 dem Gesetz programmatisch vorangestellt:
    „Aufgabe der Sozialhilfe ist es, den Leistungsberechtigten die Führung eines Lebens zu ermöglichen, das der Würde des Menschen entspricht.“

  2. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Zitat Zitat von Gitta777 Beitrag anzeigen
    Hartz IV ist einfach nur super! Abhängigkeit pur!
    Im Gegensatz zu der unglaublichen Freiheit die ich so als Arbeitnehmer habe.

  3. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Zitat Zitat von niederrheiner Beitrag anzeigen
    prima da freuen sich die träger drüber und schmeißen nach und nach die leute raus die nicht hartz4 bekommen.
    der sozialstaat wird mit solchen jobs ausgehöhlt.


    zu soviel dummes Zeug fällt mir nichts mehr ein.

  4. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Warum nehmt ihr sie dann trotzdem ?
    weil jeder Mensch eine Chance verdient hat.


    Sprichst Du von Dir ? Aha.
    nein, ich spreche von denen die hier polemisch argumentieren.


    Wieso werden bei Euch Kranke beschäftigt ?
    das habe ich nicht geschrieben und wenn du das aus meinen Post liest, dann interpretierst du statt zu lesen.


    Woran liegt es denn deiner Meinung nach ? Wieviele sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deinem Betrieb werden denn angeboten ?
    ich weiss nicht was das damit zu tun hat, wie viele Arbeitsplätze ich zur Verfügung stelle.

    Nicht jeder der eine Arbeitsmaßnahme durchhält und geeignet erscheint findet bei uns einen Arbeitsplatz, es kann aber durchaus sein, das er oder sie sich bei einem Branchenkollegen bewerben und da macht sich eine gute Beurteilung schon gut.

    Ich wollte mich hier aber nicht zum Thema machen, ich wollte nur mal darstellen, das es nach meiner Meinung sehr wohl sinnvoller ist an einer Arbeistmaßnahme teilzunehmen als faul auf dem Sofa zu liegen und nach dem Staat zu schreien.

  5. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Ich frage mich ohnehin, was es bringt, hier auf die einzuhauen, die eine positivere Einstellung zu dem Thema haben?

    Was wird sich ändern, wenn man hier lamentiert, wie schrecklich alles ist, wie wenig Geld es gibt, wie schlimm es ist, unter seiner Qualifikation zu arbeiten? Meines Erachtens nichts. Ich habe da die gleiche Ansicht wie Any: wer es schafft, sein Ego zu überwinden, sich nicht zu schade ist, für minderqualifizierte Arbeit und nicht immer nur jammert, hatbessere Chancen. @ Any

    Und natürlich kann man Westerwelle von der Bühne jagen und alle FDP und CDU und Grüne und SPD-Politiker gleich mit. Denn egal, welche Farbkonstellation - es ändert niemand etwas daran, dass wir Teil einer globalen Welt sind, in der Unternehmen wie eine Karawane von einem Land zum Anderen ziehen, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. So lange es Millionen von Chinesen und Indern usw. gibt, die mindestens genauso gut, aber für einen Bruchteil der Kosten herstellen, was wir hier auch machen, werden wir in Deutschland/Europa die Diskussion über Arbeitskosten haben und die Unternehmen werden aus Überlebensgründen ins Ausland verlagern. Daran ändern auch die Linken oder andere bekennende Kommunisten nichts. Deren Versprechen sind genauso heiße Luft, wie das von allen Anderen. Wir können unsere Grenzen nicht schließen und den Unternehmen Ketten anlegen, damit sie hier bleiben, bzw. hier produzieren. Daher halte ich auch die gesamt Diskussion über Mindestlöhne für reines Politspektakel. Wenn es den Unternehmen hier zu teuer wird, gehen sie incl. der Arbeitsplätze.

    Die Lösung kann daher m. E. nur darin liegen, dass der Staat - wie er es ja auch tut - eine Grundsicherung zur Verfügung stellt, die m. E. auch differenziert gezahlt werden kann - je nach Arbeits- und Leistungsfähigkeit. Und dann sollte jeder Einzelne für sich Verantwortung übernehmen und für sich entscheiden, wie er sich positioniert und die Konsequenzen tragen. Mit bockiger Anspruchshaltung - ich will, die anderen müssen - wird sich keine Lösung und kein Job erzwingen lassen. Durch keine Partei und durch keinen einzelnen Menschen wird das machbar sein.
    Geändert von Inaktiver User (27.02.2010 um 21:59 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Tabetha,

    hört sich gut an, was Du machst!
    So was hatte ich auch schon oft, dass mir Aufträge von der Bezahlung, vom Inhalt & vom Niveau nicht gepasst/entsprochen haben.
    Das ist aber bei weitem nicht so schlimm, wie die Nebenjobs, die ich als machen musste.
    & noch sehr viel schlimmer wäre es, plötzlich gar nichts mehr zu kriegen, von Hartz IV abhängig zu sein & in dem Rahmen zu irgendwas gezwungen zu werden, was völlig zuwieder ist.
    Wir haben das Glück & hatten wahrscheinlich auch die Durchsetzungsfähigkeit, das zu machen, was unseren Neigungen entspricht. So meinte das Ebayfan wahrscheinlich. Nicht das man sich über jede Kleinigkeit mokiert.
    Oder Ebayfan?




    Es gab schon viele Beiträge hierzu, aber ich nehm mal Deines, weil es sich Sache auf den Punkt bringt.

    ideih: So jetzt mache ich mich vielleicht etwas unbeliebt, aber die 1-Euro-Jober bekommen zusammengenommen nicht nur diesen einen Euro. sie bekommen auch die Miete und den Lebensunterhalt bezahlt. Wenn man das zusammenrechnet, kommt man auf den Lohn im Niedriglohnsektor für den Viele auch arbeiten gehen.
    Das ist uns allen bewusst.

    Das Problem ist nur, das diese Menschen weiter von der Arge abhängig sind, gezwungen werden diese Arbeit und nicht eine andere, die sie sich selbst aussuchen können, anzunehmen, alles offenlegen müssen , wenn sie krank sind sogar ihre Krankengeschichte, in dieser Zeit auch nicht mehr für ihre Rente einzahlen und eben weiterhin als Menschen 2. oder 3. Klasse angesehen werden,( eine Bekannte artbeitet im Pflegedienst und hat für die Ein euro-Jober kein gutes wort übrig obwohl sie arbeiten!
    ideih.
    Genau das ist das Problem. So sehe ich das auch.

    Da ist erst mal die fehlende Auswahl.
    Weiterhin ist es wirklich entwürdigend, alles offen zu legen & immer noch als drittklassig angesehen zu werden. & das auch noch obwohl man Vollzeit arbeitet.
    Kann mir vorstellen, dass das für Deine Freundin keine positive Erfahrung ist.

    Rente wird aber vom Arbeitsamt übernommen.

    Viele argumentieren hier, dass Euro-Jobs besser wären als Rumhängen.
    Aber wie kommt man bitte auf die Unterstellung, dass jemand ohne Lohnarbeit nur zu Hause rumhängt. Es mag die Leute geben. Aber das kann man doch nicht ohne Kenntnisse von Hintergründen von allen behaupten. Das sind negative Vorurteile.

    Mich wundert nur, dass sich niemand darüber aufregt, Steuergelder zu zahlen, die quasi der Bereicherung der Firmen dienen, die Euro-Jobber einstellen.



    Eisprinzessin, Du wohnst in Berlin? Die Stadt ist groß & vielseitig. Zieh doch einfach nur mal in einen anderen Stadtteil.
    Zu Amtsbesuchen kannst mit Begleitpersonen gehen, dann wirst Du nicht so schlecht behandelt. Es gibt Treffen, wo sich Betroffene austauschen & gegenseitig begleiten. Dann gibt es, wie in vielen großen Städten, kostenfreie Rechtsberatungsvereine.
    Lass Dich nicht so runter ziehen!



    Fifi, vorvorletztes Post Punkt 1. verstehe ich nicht. Punkt 2. stimmt.
    Vorletztem kann ich auch nicht ganz folgen. Beschäftigst Du Dich mit Prophezeiungen? Das hört sich ein wenig, nicht ganz, danach an.


    Evemie: Kann schon sein, dass Dir der Euro Job was bringt. Aber wäre es nicht schöner, er wäre ordentlich bezahlt & kein Arbeitsamt dahinter?

    Zu differenzieren ist sicher gut. Wie schon Finja geschrieben hat, gibt es nicht „die Hartz IV-Empfänger“. Nur sollte man auch nicht so eine Unterscheidung vornehmen, wo auf der einen Seite „die Guten“ & auf der anderen Seite „die bösen Schmarotzer“ sind. Das ist auch zu viel zu pauschal.
    (Ist jetzt allgemein gesagt, nicht auf Dich bezogen!)



    Was die Sache mit arbeiten trotz Krankheit angeht, habe ich nur die miesesten Dinge mitgekriegt. Diagnosen werden nicht anerkannt. Ohne Untersuchung werden Kranke durch Amtsärzt_innen anders eingestuft & zu gesundheitsschädlichen Tätigkeiten gezwungen. Ich weiß nicht mehr, wie viele Widersprüche ich für Leute schon schreiben musste, denen so etwas passiert ist (…).
    Bei meinem Freund hat es fast ein Jahr gedauert, bis eine stimmige Diagnose da war. In der Zeit war er ausgeliefert, hat aber zum Glück nichts aufgedrängt bekommen. Dafür später: die Diagnose wurde einfach nicht anerkannt. Seine Ärztin meinte wörtlich, sie würde lieber vors Sozialgericht gehen, als „ihr Leben wegzuwerfen“ für einen Ein-Euro-Gartenjob (hatte er aufgezwungen gekriegt). Es war lang & mühsam & er musste die ganze Zeit bis zur Entscheidung mit der Kürzung leben.



    niederrheiner: ich hab schon gehört das denen dieser eine euro pro tag wieder abgezogen wird.
    Gitta777: Ja, denn es ist eine Aufwandsentschädigung! Davon muß unter Umständen der Mehraufwand für Verpflegung und Fahrgeld bezahlt werden.
    Echt???
    Es gibt noch Unflätigkeiten, die mir entgangen sind (…).

  7. gesperrt

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    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wir haben das Glück & hatten wahrscheinlich auch die Durchsetzungsfähigkeit, das zu machen, was unseren Neigungen entspricht. So meinte das Ebayfan wahrscheinlich. Nicht das man sich über jede Kleinigkeit mokiert.
    Oder Ebayfan?
    Richtig! Ich meinte, dass man jemanden, der schüchtern ist, nicht in an den Empfang setzt oder in ein Call-Center, jemand mit Lese- und Rechtschreibschwäche muss nicht unbedingt Briefe schreiben und wer nicht rechnen kann, sollte das Rechnungswesen meiden. Zierliche Leute gehören nicht auf den Bau und für einen Grobmotoriker ist der Job als Uhrmacher auch nicht optimal.

    Ein Job muss zum Menschen passen und es ist schikanös ein zierliches Persönchen zum Schneeschippen abzukommandieren oder Leute wie mich in die Krankenpflege (das wäre nicht gut für die Kranken ). Ich würde dann doch lieber Schnee schippen oder auf dem Müllwagen mitfahren und Tonnen schieben.

    Grundsätzlich bin ich aber für die völlige Abschaffung der 1-Euro-Jobs. Damit meine ich nicht unbedingt, dass diese Arbeit nicht für diese Gesamtbezahlung überhaupt nicht geleistet werden darf. Aber das Verbleiben der Betroffenen im Hartz IV-System finde ich nicht in Ordnung.

    Würden solche Jobs völlig vom Arbeitgeber bezahlt, so dass kein Hartz IV mehr nötig wäre, gäbe es keine weitere Bespitzelung durch das Amt. Die Leute könnten auch mal eine Schenkung oder Erbschaft annehmen und solche Jobs ständen auch für diejenigen offen, die zuviel besitzen, um überhaupt Hartz IV zu bekommen.

    Ich kenne da auch so einen Fall: Zuviel Geld auf der hohen Kante, um ALG II zu bekommen, aber keinerlei Einkommen. So jemandem sollten doch auch Möglichkeiten geboten werden, wenn sie denn Interesse haben.

  8. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Sehe ich auch so wie Du.

    Für Krankenpflege wär ich auch nicht geeignet. Die armen Menschen.
    Nur hatte ich schon Baujobs, Entrümpellungen usw. als eher „zierliches Persönchen“. Wenn man richtig hebt, geht es. Vielmehr haben mich die „üppige“ Bezahlung, die Behandlung durch die Vorgesetzten & die fehlende Arbeits- & Schutzkleidung aufgeregt.
    Bei mir war es noch harmlos, da es nur um einen Aufstocker ging & vorübergehend war. Andere müssen das „lebenslänglich“ machen.
    Zimmermädchen hatte ich nur paar Monate gemacht & halbtags. Fand es aber schlimmer als Bau. Hab ständig gedacht, wenn der Tag ohne Kreislaufzusammenbruch & Kotzen überstanden ist, ist das schon viel wert. Nicht, dass es falsch verstanden wird, im Sinne von Geringschätzung. Ich habe hohen Respekt vor allen, die das durchhalten.
    Nette Sachen, wie Nachhilfe, Behindertenwerkstatt usw. sind sehr gefragt, da kommt man nur mit viel Glück & über Bekanntschaften rein. Über Bekanntschaft hatte ich vor längerem mal was im Seniorenwohnheim & das war toll. Ist leider längerfristig daran gescheitert, dass die Chefin & ich uns ständig in den Haaren lagen.
    Werd gleich noch etwas arbeiten, damit so etwas nicht mehr passiert (...).

    Das mit dem Erben & Besitz ist noch mal eine andere Geschichte. Aber klar, wieso sollen Leute vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen werden. Oft hab ich auch stellen nicht bekommen, weil man da einen Vermittlungsschein gebraucht hat.

    Fifi, sehr interessanter Beitrag (der letzte)! Werd ich später noch mal lesen & mir Gedanken machen.

  9. gesperrt

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    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    @saranya: Ich weiß nicht was du mit vorvorletztem und vorletztem post meinst denn ich habe in diesem thread nur 2 posts geschrieben.

    Solltest du Pkt. 2 in meinem ersten post meinen:

    Geld hatte seine Funktion in der Zeit der Unterproduktion, wegen Herstellungskosten und zur Verteilung. Diese Funktionen hat es heutzutage bzgl. der Grundversorgung jedenfalls nicht mehr, wegen der Überproduktion, und da den herstellern indirekt durch das soziale System mit Absicherung der Grundversorgung sowieso die Last der Grundversorgung der Bevölkerung zugeschoben ist (Steuern für SH). Ebenso verliert Geld durch die Abstrahierung der Finanzwirtschaft wie frei erfundene Finanzmittel, absurde Schulden, Subvention der Banken, insbesondere aber den Handel mit Abstrakten, zunehmend den Bezug zur Realität - insbesondere zu Produktion und Verbrauch. Im Falle eines Zusammenbruches von Geld/ Finanzwesen wäre die grundversorgung der Bevölkerung jedenfalls davon ganz unbeeinträchtigt. Das war mit dem dir vmtl. unklaren Punkt gemeint. Mehr dazu etwa unter den Threads "Wie lange wird es wohl den Euro noch geben" oder "Internationale Finanzkrise" um hier nicht alles wiederholen zu müssen.


    Nochmal klar zu den 1 Euro- Jobs:

    Zum Glück war ich seit 20 Jahren nicht mehr in deutschland, und trotz dem lesen der selten unabhängigen deutschen Presse / Internet bin ich glaub ich noch recht bei Sinnen und kann mir noch objektiv ein Urteil erlauben statt schon so gehirngewaschen zu sein wie Leute die das direkt betrifft bzw. sich tagtäglich mit anhören müssen.

    Ich, und so wohl auch praktisch alle Ausländer, finde solche 1 Euro - Jobs total absurd, die Ausbeutung, und meine, niemand sollte sich das gefallen lassen. Grundlage des wirtschaftlichen Fortschrittes von Deutschland und Europa seit ca. 150 Jahren, aber auch eines ruhigen Lebens der beamten usw, ist die soziale Sicherung. Wenn der deutsche Staat unfähig oder unwillens ist, der Modernität angemessene soziale Sicherheit aufrecht zu erhalten, und sie wegfällt egal warum, verliert der deutsche Staat und die deutsche Wirtschaft damit auch rechtliche und faktische Grundlage für ihre wirtschaftliche Relevanz im In- und Ausland. Auch hier braucht man sich nur umzugucken, wie es denn weltweit mit miserablen Staaten aussieht gegenüber weniger miserablen oder solchen die gerade ihre soziale Absicherung verbessern.

    Und da wie so oft nenne ich wieder Brasilien als beispiel, was in den letzten 15 Jahren von Spekulation zu Produktion, von Armut und Unsicherheit zu allen gesicherter Grundversorgung und zunehmenden sozialen Leistungen übergegangen ist, entsprechend auch von totaler Rückständigkeit in praktisch allen technischen und produktionstechnischen Bereichen ganz erheblich nach vorn ging (inkl. Qualität und Export von produkten) -- Brasilien hatte als einziger großer Staat keine Raumfahrt, keine Kernenergie usw usf. Ebenso auch China; hier in Frz-Guyana sind sehr viele Händler aus Kontinental-China, einige kenne ich und wir unterhalten uns auch über Politik und Weltlage.


    Ganz grundsätzlich ist es da zunächst einmal zu begrüßen, wenn während andere vorwärts gehen und die Bedeutung eines sozialen Systemes sehen und einrichten, andere wie Deutschland das gegenteil machen, abbauen, und zurückfallen. Die deutsche Wirtschaft hat lang genug in Innen- und Außenpolitik eine Politik der Korruption und Beistand der menschenrechtsverachtenden Regime geführt, und im Inland total versäumt, soziale Probleme abzubauen. Die 1 Euro- Jobs sind dazu das beste Beispiel. Selbst die neue generation der Mittel- und Großunternehmer in Brasilien etwa - deren Väter noch Einstellungen aus der Zeit des Großgrundbesitzes hatten - sind heutzutage sehr positiv eingestellt gegenüber sozialen problemen; es gibt viele sehr private Initiativen zu sozialen Projekten die selbstlos sind und man als zunehmendes Bewußtsein sich für die Situation des Landes schämen zu müssen sehen kann.

    Es ist daher endlich an der Zeit, daß der deutschen Wirtschaft inkl. dem Außenhandel ihr auch politisch schmutziges Handwerk gelegt und die Socken ausgezogen werden. Im Inland sorgt dafür schon die rezession zusammen mit solchen schwachsinnigen Einrichtungen wie 1 Euro -Jobs. Im Ausland das Rückfallen des Exportes durch neue Konkurrenz mit einer stabilen Basis für Technologie und Qualität ihrer Produkte (Bsp: China) die ohne einem Binnen-Verbrauchermarkt nicht möglich wäre.

    Aus diesen und verschiedenen anderen gründen hatte ich in meinem ersten post hier im Thread auch geschrieben, daß es nicht lange dauern wird, bis sich mit solchen lumpigen Mitteln wie 1 Euro -Jobs die deutsche Wirtschaft selbst schädigt und den sozialen Ast auf dem sie sitzt absägt.

    Die deutsche und europäische Wirtschaft braucht schon längst niemand mehr, s. etwa http://www.heise.de/tp/blogs/8/147149



    Würde mich das Problem des 1 Euro -Jobs betreffen, würde ich - ebenso wie wohl 95% der Ausländer etwa aus der 3. Welt entsprechend wie sie es gewohnt sind - solch eine Beschäftigung nicht im Traum annehmen, falls nötig / daran gekoppelt, halt auch nicht SH. Wie schon in meinem letzten post geschrieben, hat man ohne sozialen Leistungen keinerlei Verpflichtungen mehr zu seinem Staat. Es ist natürlich und korrekt, daß in allen miserablen 3-Welt-Staaten (und so wohl auch bald in Deutschland) sich die Menschen wenig um gesetze, 'legale' oder 'illegale' Klassifizierung der Arbeit usw kümmern, und einfach irgendwas machen was ihre Versorgung sicherstellt. Kein Ausländer würde SH und 1-Euro -Job annehmen wenn ihm der Handel mit Rauschgift o.ä. schon 5000 Euro mtl. bringt. Für diese Leute besteht nicht das Problem psychologisch zu überwinden, nicht so blöd zu sein, einen Staat zu respektieren der sie selbst nicht respektiert.

    Und daß die inoffizielle Wirtschaft immer gegen einen organisierten Staat gewinnt, zeigt daß in fast allen 3-Welt-Ländern Beamte aller Art voll in die inoffizielle Wirtschaft integriert sind. Kaiser / Könige der früheren Zeit sind ja nichts anderes als was man heute als die Chefs der organisierten Kriminalität und Schattenwirtschaft identifizieren würde. Und die werden in vielen - auch europäischen - Ländern weiterhin gehalten und von den restlichen gebührend gewürdigt und hofiert. Die parallele Wirtschaft ist also fest ethabliert. Es ist sogar die natürlich, unmittelbare Form der Arbeit. Und statt 1 Euro -Jobs ist es besser in der natürlichen, unmittelbaren Wirtschaft einen Job zu finden.


    Wäre Deutschland eine Demokratie und ein rechtstaat, dann sollte / würde man sich eigentlich schon deshalb größte Mühe geben, nicht sozial abzugleiten. Die Verlierer werden große Teile der regulären Wirtschaft sein, ebenso alle Beamten die in der Parallelwirtschaft keinen Platz finden werden. Die meisten Armen dagegen werden einen finden.

    Nur wer wirklich schon total gehirngewaschen ist, nimmt ein 1 Euro -Job an
    Geändert von fifi1234 (28.02.2010 um 05:47 Uhr)

  10. Inaktiver User

    AW: Hartz IV-Empfänger sollen Schneeschippen :wie?:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und krank werden viele erst durch Arbeitslosigkeit.

    Ich bin es selber und ich merke schon, wie anfällig ich geworden bin. Ich versuch noch, das Beste zu machen aus der Situation, es ist aber auch eine Eigentäuschung: im Haus tuscheln die Leute, mehr als einmal wurde mir schon offen gesagt, dass ich ja ALLES vom Amt bekommen würde. Das in einer sehr entwürdigenden Weise, umschreib ich es mal nett. Ich lieg nachts wach und grübel herum, was ich noch tun kann.
    Ich möchte nicht, dass meine 2 Kinder, die hier noch leben, das mitbekommen- offene Kampfansagen mancher Nachbarn. Mein Weinen, wenn ich nicht weiß, wie es weitergehen soll.

    ich spar ganz viel, alles, wo was eingespart werden kann, nutze ich.
    Bücher hole ich schon immer aus der Bücherei.

    Ich bin Ingenieurin.

    Zwei Kinder sind auf dem Weg zum Abi, eines studiert.
    Die Situation in der du dich befindest ist mir nicht fremd, nur hieß es früher nicht Harzt 4 sondern Wohngeld und Sozialhilfe.

    Allerdings verstehe ich nicht, warum Deine Nachbarn dazu etwas sagen können, sie kennen deine finanzielle Situation?, sie wissen wie oft und für was du dich bewirbst? und so weiter, ich bin erstaunt!

    Das du es zulässt, das deine Nachbarn dich so beeinflussen können, ist ein anderes Problem, mach dich bitte frei von Menschen denen deine Situatuion nichts angeht, das tut dir nicht gut.

    Und wenn sie neidisch darauf sind, das du Geld vom Staat bekommst und sie nicht, dann sind sie dümmer als du denken kannst. Die wenigsten Menschen wünschen sich so eine Situation, das ist ja wohl unbestritten.

    So und nun zu deiner Bemerkung das du Ingenieurin bist.

    Was willst du damit sagen? bevor ich es falsch verstehe frage ich lieber nach.


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