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  1. Avatar von Tralalahoppsasa
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Mich machen diese Schlagzeilen eher grummelich, sehr viel Mitleid habe ich nicht mit Madeleine Schickedanz.
    Unsere ganze Familie war eine "Quelle"-Familie. Ich wurde in dem Unternehmen ausgebildet.
    Damals galt es als eines der stabilsten Unternehmen. Es tut mir in der Seele weh, was daraus geworden ist :-(.
    Als Grete Schickedanz starb, haben wir Quelle-Mitarbeiter bald einen anderen Wind zu spüren bekommen, den Wind der "Erben".

    Ich bin nicht lange danach aus dem Unternehmen ausgeschieden, meine Eltern waren noch bis vor einigen Jahren (bis zum Renteneintritt) dort angestellt, die Situation am Arbeitsplatz wurde zusehends "unschöner".


    Die Situation der Quelle-Mitarbeiter berührt mich wesentlich mehr als die der Madeleine S.

  2. Avatar von Antje3
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Hallo Tralalahoppsasa

    Dein Beitrag bestätigt ganz klar das, was meine Freundin auch so erlebte: Solange Grete Schickedanz was zu sagen hatte, gab es Zusammenhalt. Danach ging es nur noch darum, möglichst viel aus dem Unternehmen herauszuziehen.

    Die Immobilien wurden verkauft und zu überhöhten - branchenbekannt als nicht erwirtschaftbaren - Konditionen zwangszurückgemietet. Den Gewinn machen Fondsgesellschaften, in die unter anderem Herr Middelhoff investiert hat. Und ich habe so eine Ahnung, daß auch Frau Schickedanz an diesem Modell partizipiert.

    Das Jammern ist auf hohem Niveau.

    Antje
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  3. Avatar von Tralalahoppsasa
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Hallo Antje,

    ja, so war es.
    Ich habe Frau Schickedanz noch persönlich kennen gelernt. Sie besuchte ab und an die Mitarbeiter in den Büros, sie hatte eine angenehme, sympathische Ausstrahlung. Kein bisschen Arroganz oder Hochmut.

    Meine Eltern sagten mir nach meinem Ausscheiden (1995), dass ich froh sein konnte, den Absprung geschafft zu haben.
    Schon ein, zwei Jahre nach dem Tod von Grete Schickedanz war die "Quelle" nicht mehr das, was sie früher war.

    Ich denke im Moment sehr oft an meine Ex-Kollegen. Diejenigen, die geblieben sind, haben jetzt bestimmt Angst um ihren Arbeitsplatz, um ihre Zukunft.

    Als ich in der "Quelle" ausgebildet wurde, hätten alle ihren Allerwertesten verwettet, dass "man" in der "Quelle" bleibt bis zu einem gesegneten Rentenalter, für das auch betrieblich vorgesorgt wird.

    Zerschlagen....mit einem Handgriff wurde alles zerschlagen.

  4. gesperrt Avatar von kaafee
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Zitat Zitat von Tralalahoppsasa Beitrag anzeigen
    Zerschlagen....mit einem Handgriff wurde alles zerschlagen.
    Aber warum?

    War es nun mutwillig oder geschah es doch nur aus reiner Dummheit?

    Also diese Frage stellt sich wohl in solchen Fällen z. B. sehr oft. Es gibt sehr viele Unternehmen, die haben Jahrzehnte lang sehr gut funktioniert, im positiven Sinne. Mit sehr guter Substanz und eigentlich hervorragenden Zukunftsaussichten.

    Gibt es aber einen Führungswechsel, sei es durch eine Fusion oder auch nur ein anderer Nachfolger, geht’s doch sehr oft den Bach runter.

    Werden die oberen Leistungsträger also mittlerweile so schlecht ausgebildet (dann wäre es ja Dummheit!) oder sind sie nur aus einem Grund, der dem Otto(oder Quelle)-Normalverbraucher wohl für immer verborgen bleiben wird, nur daran interessiert, dieses Unternehmen ins Nichts und vor allem ins Niemandsland herunterzufahren? Und wenn es so ist, ja, warum ist es dann so?

    Also ich habe da so meine ganz eigenen Befürchtungen. Und mir scheint außerdem, Frau Schickedanz junior soll hier doch nur vorgeführt werden. Stellvertretend für all die anderen, die eigentlich mit im peinlichen Rampenlicht stehen sollten. Ein irgendwie doch sehr anschauliches Vorzeige"opfer" und ... sie ist immerhin eine Frau.

    Tja, oder hätte sie sich wohl doch einfach nur fähigere Berater suchen können, wenn sie schon selbst nicht fähig ist, die ebenbürtige Nachfolge anzutreten? Nun, wer weiß das schon genau. Aber wo bereits Unrat ist, fällt meist auch nur noch mehr Unrat hin. Die Müllberge räumt dann eh keiner mehr gern weg, schon gar nicht die Verursacher, die es gewohnt sind, dass diese dann doch immer die anderen beseitigen. Irgendwie und irgendwann.

  5. VIP Avatar von Rotfuchs
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Werden die oberen Leistungsträger also mittlerweile so schlecht ausgebildet (dann wäre es ja Dummheit!) oder sind sie nur aus einem Grund, der dem Otto(oder Quelle)-Normalverbraucher wohl für immer verborgen bleiben wird, nur daran interessiert, dieses Unternehmen ins Nichts und vor allem ins Niemandsland herunterzufahren? Und wenn es so ist, ja, warum ist es dann so?
    Mein Eindruck ist der, dass inzwischen eine Manager-Generation in den Vorstandsetagen angekommen ist, denen es lediglich um den schnellen Profit und um die eigene Profilierung geht - ob das dann letztlich das Unternehmen in der Hölle versinken lässt, ist denen völlig egal. Meist gibt es noch irgendeinen Vorgänger, auf den es sich dann schieben lässt.

    Führungskräfte werden heute nicht mehr im Unternehmen groß, sie rotieren. Von Branche zu Branche, von der Unternehmensberatung zum Buchhandel, vom Buchhandel zum Stahlkocher, vom Stahlkocher in die Energiebranche, und gelegentlich eben auch in den Handel.
    Vom Herstellungsprozess und/oder vom Endprodukt verstehen sie gar nichts. Wollen sie auch nicht. Gravierende Fehlentscheidungen sind damit schon vorprogrammiert.

    Sie haben keinen persönlichen Bezug zum Unternehmen selbst, keinen Bezug zur jeweiligen Region - und zu den Mitarbeitern schon gar nicht.
    Ihnen ist es völlig schnuppe, ob sie verbrannte Erde hinterlassen, wenn der nächste gutdotierte Vorstands- oder Aufsichtsratsposten winkt.

    Früher wurde ein Vorstand im Unternehmen alt, wenn er sich nicht durch totale Unfähigkeit oder Skandale auszeichnete.

    Heute haben sie lediglich 2 - 3-Jahres-Verträge in der Tasche. Das reicht nicht für eine Identifikation mit dem Unternehmen oder gar für einen Blick in die weitere Zukunft.

    Die Frage, warum das so ist, kann ich leider nicht beantworten. Ich weiß aber, dass diese moderne Legionärs-Mentalität der Spitzenmanager nichts Gutes ahnen lässt.

    Rotfuchs
    (einschlägig betroffen, jedoch nicht im Hause Karstadt/Quelle)
    Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen. (Sokrates)



  6. Avatar von Antje3
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Hallo

    genau das ist es - es gibt viele großartige Unternehmen, wo tatsächlich eine Unternehmerfamilie es groß gemacht hat. Der Nachwuchs hat dann leider nicht das Geschick der Eltern, alte unternehmerische Werte wurden über Bord geworfen - es zählte nur der Aktienkurs.

    Manager wurde eingestellt, die mit schönen Worten einen kurzfristige Profit versprachen. Know How im haus wurde als altbacken verdammt und ältere Mitarbeiter mit fundiertem Wissen gerne mit ner Abfindung in den Vorruhestand geschickt, weil sie so spießig waren und nicht mehr zu der geleckten Betriebswirtschafts-Unternehmensberater-Clique paßten.

    Steuerkonstrukte wurden angelegt, statt ein Unternehmen gradlinig zu führen.

    Der Kunde wurde aus völlig dem Auge verloren und statt dessen ein Unternehmen als Selbstzweck geführt.

    Eine mittleres Management - selbst immer unter Druck - das tatsächlich hinter solchen Sätzen steht, wie sie meiner Freundin gesagt wurden.

    Und dann hellstes Erstaunen, wenn der Kunde das nicht mehr will, was man versucht, an ihn zu verramschen.

    Quelle stand immer für Markenqualität unter eigenem Namen zu gutem Preis und hauseigenem Service. Das wurde alles in den Wind geschrieben und statt dessen Outsourcen, Kunstnamen (wie Arcandor und Profectis), Callcentern der Vorzug gegeben.

    Und nun guckt man mit großen Augen auf den Scherbenhaufen und kann es entweder - wie Frau Schickedanz - nicht verstehen - oder - wie Herr Middelhoff: ist sich keiner Schuld bewußt.

    Antje
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  7. VIP Avatar von Rotfuchs
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Ja Antje,

    Herr Middelhoff passt genau in die Schublade, die ich in meinem Beitrag öffnete.

    Und daneben stehen eine Menge Namen, die ich hier nicht nennen möchte. (Selbstschutz - ich bitte um Verständnis. )

    Wenn sich für diese Herren neben den kargen Vorstands- und Aufsichtsratsbezügen noch eine gute Nebenverdienstquelle auftut (z. B. Vermietung der Immobilien an den eigenen Arbeitgeber ) - fein, um so besser.

    Gegen Middelhoff wird ermittelt. Gegen andere leider nicht.

    Frau Schickedanz hat offenbar einfach keine Ahnung von ihrem eigenen Geschäft. Und einen Blick für Leute, die wirklich gute Arbeit leisten können, hat sie wohl auch nicht. Sie hätte wohl besser ihrer Mutter öfter über die Schulter geschaut, als sich dem Dolce Vita in St. Moritz zu widmen.

    genau das ist es - es gibt viele großartige Unternehmen, wo tatsächlich eine Unternehmerfamilie es groß gemacht hat. Der Nachwuchs hat dann leider nicht das Geschick der Eltern, alte unternehmerische Werte wurden über Bord geworfen - es zählte nur der Aktienkurs.
    Ich arbeite bei einem großen Unternehmen, das sich ebenfalls gerade anschickt, den Bach runterzugehen. Aus GENAU diesen Gründen. Bis zur Bild-Zeitung hat es zwar noch nicht gereicht, seriöse Wirtschaftsmedien werden aber schon aufmerksam.

    Da wird eine Krise hergenommen, um Sparmaßnahmen durchzuziehen, die sich letztlich als kostspielig und ergebnismindernd erweisen. Da werden Bereiche "abgewickelt", die seit Jahrzehnten jährlich Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe erwirtschafteten. "Strategische Entscheidung" heißt es lapidar.

    Und das, obwohl selbst der kleinste Angestellte in der Verkaufsabteilung sieht, dass die Auftragsbücher nach einer 3-monatigen Flaute längst wieder voll sind.

    Da kann nicht nach Bedarf produziert werden, weil es während der kurzen Flaute versäumt wurde, die entsprechenden Rohstoffe zu besorgen. Macht ja nichts, die Mitarbeiter haben sich ja längst an die Kurzarbeit gewöhnt, was kommt es da auf ein paar Monate mehr oder weniger an.

    Nun ja, auf jeden Fall wurden erst einmal die Preise erhöht. Obwohl man derzeit kaum liefern kann. Logisch, oder?

    Es wäre Stoff für eine Glosse, für einen satirischen Roman. Wenn nicht die Existenz tausender Menschen daran hängen würde, die beruflich kaum eine Alternative haben.
    Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen. (Sokrates)



  8. gesperrt Avatar von kaafee
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Rotfuchs
    (einschlägig betroffen, jedoch nicht im Hause Karstadt/Quelle)
    Nun, Kaafee ist auch nicht unmittelbar von den o. g. Häusern betroffen. Aber die Häuser und deren Probleme mehren sich, anscheinend und das ist das eigentliche Unheimliche an der ganzen Geschichte. Wenn überhaupt.

    P.S. Vielleicht hat ja nur jemand zuviel Monopoly gespielt? Und das rächt sich nun? Wer weiß?

  9. gesperrt Avatar von kaafee
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Zitat Zitat von Rotfuchs Beitrag anzeigen
    Und daneben stehen eine Menge Namen, die ich hier nicht nennen möchte. (Selbstschutz - ich bitte um Verständnis. )


    Aber manchmal denke ich doch, man sollte .... doch ... noch so lange man überhaupt kann !


  10. Registriert seit
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    AW: Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz: Offenbarung oder Posse?

    Es gibt eine Menge Ursachen im Fall Quelle.
    Viele Altunternehmern haben ihren „Bussi-Bussi“ Führungsstil aus den Siebzigern beibehalten und dabei übersehen, dass die Zeiten härter wurden, der Markt enger. Sie hatten auch keine Zwänge etwas zu verändern, es war genügend angesammelte Substanz vorhanden, meistens in Form verdeckter Reserven.
    Die „Alten“ taten sich schwer mit Veränderungen insbesondere, wenn dmn AN mehr abverlangt werden musste und soziale Besitzstände abgebaut werden mussten, die „Alten“ traten einfach ab.
    Dann kamen die „Jungen“ und nahmen den Weg des geringsten Widerstandes und hoben die verdeckten Reserven und wirtschafteten weiter, wozu sich mit der Belegschaft anlegen. Ganz nebenbei verdienten sie prächtig dabei.
    Das der Middelhof seit seinem Antritt in nicht einem einzigen Jahr auch einen Cent Gewinn gemacht juckt niemanden und wir nicht hinterfragt, es waren viele Jahre.
    Klar, einfach nur die Löhne kürzen hilft mittelfristig auch nicht weiter, da braucht es Ideen, machbare Lösungen, was möchte der Markt, was wird nachgefragt. Es gibt nicht die zündende Idee, es gibt viele Ideen die versucht werden und wieder verworfen werden. Aber wer schon abgehoben lebt ist auch unfähig die Bedürfnisse der Bodenständigen zu erkennen und wenn dann noch unfähigere herum sind ist das Ergebnisse, welches wir jetzt sehen, vorprogrammiert.
    Hinzu kommt, der Fisch beginnt am Kopf an zu stinken. Ein schlechter Manager wird nur noch schlechtere Manager als er selbst einer ist um sich scharen, bis das System kollabiert.
    Der Niedergang war erkennbar und vorhersehbar. Vor etwa 3 bis 4 Jahren wurde der Punkt überschritten an dem die Wende noch geklappt hätte, es wird nichts übrig bleiben, nicht mal der Name, der ist jetzt schon Null wert.
    Middelhof ist es gelungen die letzte absolute stille Reserve zu heben und zu verwirtschaften. Die haben wirklich nichts mehr.
    Mal ehrlich, so richtig Verkaufsdruck kam in den Karstadt Warenhäusern nie auf. Wer auf jeder Etage die Kassen wegrationalisiert und der Kunde gefälligst die Kasse selbst zu suchen hat und davon überzeugt ist, dass der Kunde gegebenenfalls gefälligst auch noch zu warten hat, der hat den Markt nicht begriffen.
    Da wurde sehenden Auges über Jahre hinweg auf den heutigen Punkt zugearbeitet, also nicht wundern und staunen.

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