Komisch, dass es noch keinen Strang zu diesem Thema gibt, oder habe ich ihn nur übersehen?
Der 74jährige Milliardär und fünftreichste Mann Deutschlands, Adolf Merckle, hat sich vor einen Zug geschmissen, weil er durch massive Fehlspekulationen und die Wirtschaftskrise eine Milliarde verloren hat und ihm "nur" noch geschätzte 6,2 Milliarden verbleiben. Unabhängig davon, dass jeder Mensch, der so verzweifelt ist, dass er seinem Leben selbst ein Ende setzt, mein Mitgefühl hat, macht mich dieser Selbstmord fassungslos. Wie gierig kann ein Mensch sein? Wie kann man sich bei einem Vermögen, dass kein Mensch zu Lebzeiten ausgeben könnte, noch auf hochriskante Spekulationen einlassen, um noch mehr Kohle zu machen? Wie kann man einerseits jammern, dass die Steuerbelastung für Reiche in Deutschland zu hoch sei und andrerseits bei einer Krise sofort nach dem Staat schreien? Warum sollte für ihn etwas anderes gelten als für kleine Handwerksbetriebe, die Pleite gehen?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 386
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08.01.2009, 08:10
Der Selbstmord des Milliardärs
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08.01.2009, 08:15Inaktiver User
AW: Der Selbstmord des Milliardärs
jeder selbstmord, aus welchem grund auch immer, macht mich nicht unbedingt fassungslos aber betroffen.
wie verzweifelt muss ein mensch sein, keinen anderen weg zu sehen?
ich finde es einfach schrecklich. auch für die angehörigen.
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08.01.2009, 08:19Inaktiver User
AW: Der Selbstmord des Milliardärs
Des Menschen Wille.... usw.
Aber ein macht mich nicht nur fassungslos sondern auch wütend - wenn schon Freitot dann doch bitte ohne andere Menschen zu involvieren! Der arme Lokführer!!
Es gibt sicher Methoden aus dem Leben zu treten ohne dafür zu sorgen, dass Andere einen Schock erleiden.
Den Selbstmord von Herrn Merckle finde ich feige. Da hätte es sicher Lösungen gegeben.
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08.01.2009, 08:27Inaktiver User
AW: Der Selbstmord des Milliardärs
Mich hat der Freittod des Hr Merckle auch betroffen gemacht. Was wollte er damit erreichen? Sind damit alle Probleme gelöst? Bestimmt nicht. Jetzt haben andere den schwarzen Peter.
Ob es nun Gier war oder die Tatsache, dass er keinen anderen Ausweg sah, um seine Firmen vor dem drohenden Ruin zu bewahren, wir wissen es nicht. Möglicherweise wurde er falsch beraten, als er zu den VW Aktien griff...
Ich finde den Selbstmord auch feige und frage mich, wieso er für die Sanierung seiner Firmen nichts aus seinem Privatvermögen locker machen konnte.
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08.01.2009, 08:43Inaktiver User
AW: Der Selbstmord des Milliardärs
Sorry, aber da hast Du etwas gründlich mißverstanden .
Herr Merckle hat sich NICHT vor den Zug geworfen, weil er "gierig" wäre, ganz im Gegenteil; er hat sich zutiefst für seine Fehlspekulationen geschämt und massiv darunter gelitten, daß sein Lebenswerk durch seine Schuld so zerstört wurde und er nun nicht mehr unternehmerisch handlungsfähig war.
Man mag zu dieser Art Ehrgefühl stehen wie man möchte, aber es hat Respekt verdient, daß jemand Verantwortung für sich und sein Handeln übernimmt - auch wenn die Konsequenz dieses Verantwortungsgefühls sehr viel zu heftig ausgefallen ist .
Darüberhinaus wäre sein Verantwortungsgefühl auch bei der Wahl seines Freitodes angebracht gewesen - als Boss eines Pharmariesens hätte er es wirklich nicht nötig gehabt, einen Lokführer zu traumatisieren.
Gestern kam ein Interview mit Blaubeurener Bürgern und dem OB von Ulm im Fernsehen - sie alle haben davon erzählt, daß Herr Merckle ein ganz einfacher, völlig unprätentiöser Mann gewesen sei, der um sich selber nie viel Aufhebens gemacht hat, aber immer zur Stelle war, wenn es darum ging, in seiner Umgebung Menschen zu helfen und zu fördern.
Ein guter schwäbischer Patriarch halt, wie es sie jetzt wohl nur noch mit Reinhold Würth und Dietmar Hopp gibt ....
Sehr schade um ihn.
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08.01.2009, 08:44Inaktiver User
AW: Der Selbstmord des Milliardärs
es ist die unendliche gier nach mehr und noch mehr und immer mehr!
das beste beispiel ist ja nun gerade die HSH Nordbank. die haben vom staat ihr rettungspaket erhalten und haben nichts besseres zu tun, als dieses geld an investoren weiterzureichen, um angeblich die geschäftsbeziehungen zu sichern. genaueres dazu hier.
ich meine dazu: die haben wirklich überhaupt nichts begriffen.
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08.01.2009, 08:46Inaktiver User
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08.01.2009, 08:48Inaktiver User
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08.01.2009, 08:51Inaktiver User
AW: Der Selbstmord des Milliardärs
Wunderbar - es kannte zwar keiner den Mann, keiner kennt die wirklichen Hintergründe, aber weil er nun tot ist, ist es offensichtlich recht und billig, ihm Geldgier zu unterstellen ......

Vielleicht war es ja genau das, was ihn zur Verzweiflung brachte. Nicht sein Verlust, sondern der mögliche Verlust anderer.bringt er Arbeitsplätze von 100'000 Mitarbeiter in Gefahr.
Spätzle:
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08.01.2009, 08:54Inaktiver User



. Unabhängig davon, dass jeder Mensch, der so verzweifelt ist, dass er seinem Leben selbst ein Ende setzt, mein Mitgefühl hat, macht mich dieser Selbstmord fassungslos. Wie gierig kann ein Mensch sein? Wie kann man sich bei einem Vermögen, dass kein Mensch zu Lebzeiten ausgeben könnte, noch auf hochriskante Spekulationen einlassen, um noch mehr Kohle zu machen? Wie kann man einerseits jammern, dass die Steuerbelastung für Reiche in Deutschland zu hoch sei und andrerseits bei einer Krise sofort nach dem Staat schreien? Warum sollte für ihn etwas anderes gelten als für kleine Handwerksbetriebe, die Pleite gehen?
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