Da musste ich doch gestern im Radio hören, dass bei einem bekannten hessischen Autobauer 6.000 Leute für 8% mehr in der (ohnehin alles andere als schmalen) Lohntüte demonstriert haben.![]()
Deren Autos finden momentan dermaßen reißenden Absatz, dass es in jüngster Vergangenheit zu mehrwöchigen Werksschließungen und Kurzarbeit kam...und dann satte 8% zu verlangen, find ich sowas von weltfremd, da fällt mir echt nix zu ein...![]()
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Thema: Streik für 8% mehr Gehalt
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06.11.2008, 16:43
Streik für 8% mehr Gehalt
CristiaNO - MesSI
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06.11.2008, 16:57Inaktiver User
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Die Gewerkschaft droht mit Urabstimmung über einen Streik!
Für den größten Teil der Metallindustrie wäre ein Streik sogar ene Kostenersparnis, denn dann müssen für die Zeit keine Löhne gezahlt und keine Autos usw. auf Halde gebaut werden!
Zum Einen ist es verantwortungslos, in eine beginnende Rezession hinein derartige Lohnforderungen zu stellen, zum Anderen haben die Gewerkschaften auch nur begrenzte Druckmittel: Wer von den nicht-organiserten Arbeitern will seinen Job riskieren? Und (siehe oben) welcher Unternehmer fürchtet sich gerade jetzt davor, dass die Bänder still stehen ???
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06.11.2008, 17:10
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Die wirtschaftlichen Erfolge der letzten 3 Jahre beruhten (gerade in der Metallindustrie) mit auf den sehr moderaten (teilweise unter der Inflationsrate liegenden) Tarifabschlüssen. Die Unternehmen im Exportweltmeisterland Deutschland haben gut verdient, die Arbeiter und Angestellten immer weniger. Daher macht ein deutlicher Gehaltsansteig schon Sinn. Daß er in den Beginn einer Rezension fällt, ist natürlich problematisch, aber mir ist die Ausschüttung der (letztjährigen) Firmengewinne über die heutige Lohntüte immer noch lieber als über die Dividende.
Hans----------------------------------------------------------------
"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
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06.11.2008, 17:15
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Es scheint auch verantwortlungslos, in Zeiten der Hochkonjunktur Lohnforderungen zu stellen.
Zitat von Inaktiver User
Eigentlich scheint es immer verantwortungslos zu sein Lohnforderungen zu stellen.
Weniger verantwortungslos scheint es Urlaubs- und Weihnachstgelder zu streichen, Vorständen im gleichen Atemzug mehr Geld zukommen zu lassen, trotz gestiegener Gewinne Arbeitnehmer zu entlassen.
Es kommt darauf an, von welcher Seite Verantwortungslosigkeit betrachtet wird.
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06.11.2008, 17:25Inaktiver User
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Die Arbeitgeber haben immer Gründe für höhere Vorstandsbezüge und massvollere Arbeitnehmer-Gehälter.
Nur wer er arbeitet denn das, was der Vorstand munter verfrühstücken kann?
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06.11.2008, 17:33Inaktiver User
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Ein Modell, das die Gewerkschaften bisher abgelehnt haben (und auch die Arbeitgeber nicht mit viel Enthusiasmus betrachtet haben) wäre die Beteiligung der Arbeitnehmer am Erfolg des Unternehmens: Wenn es gut läuft, gibt es zusätzliche Prämien, wenn es schlecht läuft, dann fällt dies aus. Ließe sich z.B. an die ausgeschüttete Dividende bzw. den Gewinn aus der laufenden Geschäftstätigkeit koppeln.
Im Prinzip sind ja die Einmalzahlungen, die die Arbeitgeber oft anbieten, ein Beispiel für die Verteilung desen, was erwirtschaftet wurde, ohne eine dauerhafte Belastung des zukünftigen Erfolgs der Firma und ihrer Mitarbeiter.
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06.11.2008, 17:37Inaktiver User
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Ich kann nichts schlimmes daran finden bei steigenden Lebenshaltungskosten mehr Geld verdinen zu wollen. Jeder Manager erhöht sich sein Gehalt um utopische Summen. Warum sollten nicht die anderen Beschäftigten eines Unternehmens auch mal etwas fordern?
Da es in der heutigen Zeit meist leider ohne Streik wohl nicht geht.....was bleibt ihnen übrig?
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06.11.2008, 17:42Inaktiver User
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Finde ich auch gut.
Allerdings she ich auch das Beispiel eines mittelgroßen Unternehmens bei uns in der Gegend, wo die klare Ansage gemacht wurde, dass sich die Lohnsumme in der (schwer kämpfenden) Firma im nächsten Jahr um höchsterns 3 % erhöhen wird. Wenn der Tarifabschluss deutlich höher liegen sollte, bedeutet das, dass Stellen eingespart werden müssen ....
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06.11.2008, 18:00Inaktiver User
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Ganz fett unterschreib!!!
Zitat von Inaktiver User
Leider nein: es kann eine rechtliche Bindungswirkung zustande kommne (wie z.B. bei mehrmals gezahltem Weihnachtsgeld ohne Vorbehalt) - udn dann ist das Unternehmen dran, auch ohne Erfolg.
Zitat von Inaktiver User
Ansonsten nehm ich die 8% nicht weiter ernst: erstmal zuviel fordern, um sich Verhandlungspotential zu schaffen, ist ja ein gängiger Trick
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06.11.2008, 18:15Inaktiver User
AW: Streik für 8% mehr Gehalt
Zitat von Inaktiver User
Das muß man natürlich abwägen. Dazu ist es ja möglich die Bücher der Firma einzusehen für die Gewerkschaft, denn sagen kann dies ja nun jeder. Ich kenne selber aus dem Bekanntenkreis einen Fall aus der Textilbranche, Betrieb mit ca. 80 Mitarbeitern (genau weiß ich es nicht), wo dies auch gesagt wurde, der Chef und die Prokuristin sich allerdings weigern die Bücher offen zu legen.
da weiß man dann gleich woran man ist, oder kann es zumindest vermuten. Chef und Proku fahren beide zwei dicke BMW, haben beide eigene Häuser und Ferienhäuser auf Kreta. Aber es ist ja kurz vor Zwölf. Jaja!


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