+ Antworten
Seite 1 von 7 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 70
  1. Inaktiver User

    Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Liebe Community,

    ich fühle mich gerade total hin- und hergerissen. Heute beginnt mein Urlaub, am Sonntag wollen wir zu einem fünftägigen Städtetrip starten - und am liebsten würde ich absagen.

    Folgender Hintergrund: Mein Mann hat aus 1. Ehe zwei inzwischen erwachsene Kinder. Aus einem Gespräch mit seiner Tochter heraus entstand die Idee für diese Reise, ihre Mutter (also Ex-Frau meines Mannes), mit der wir gut befreundet sind, schloss sich uns an. Im November haben wir Flüge und Hotel gebucht. Mit dieser Konstellation zu reisen ist zwar neu für uns, aber kein Problem, da wir uns alle untereinander gut verstehen und viel Kontakt haben.

    Aber: Die vergangenen Monate waren so anstrengend! Wir waren ständig unterwegs, haben viel Schönes gemacht, aber es war eben auch wenig Raum zur Erholung, über Monate hinweg war es eben in der Freizeit rappelvoll. Hinzu kam eine sehr stressige Zeit im Beruf, einschließlich einer äußerst schwierigen Geschichte, die furchtbar anstrengend war und lange nachgewirkt hat. Ich bin so müde... Ich habe in den vergangenen Wochen oft nicht gut geschlafen, fühle mich ausgelaugt. Und jetzt geht am Sonntag unser Flieger und bei der Vorstellung kommen mir fast die Tränen: Wieder eine schlaflose Nacht (wir fliegen morgens um 6 Uhr und haben eine Anfahrt von 1,5 Std. zum Flughafen), der Flug, die Einreiseformalitäten (Reiseziel ist außereuropäisch), dann noch eine Stunde Fahrt bis zum Hotel im Bus. In den nächsten Tagen erwarten uns am Reiseziel Temperaturen zwischen 31°C und 35°C (wir konnten aus beruflichen Gründen nur in dieser Zeit reisen) - in Deutschland würde ich bei solchen Temperaturen das "Aktivitätslevel" so weit es geht runterfahren, wir sind nun unterwegs...

    Mir ist viel, viel eher nach einer Woche im Kloster, einfach nur schlafen, essen, spazieren gehen, lesen und die Klappe halten. Ich empfinde die geplante Reise gerade nur als Belastung.

    Aber absagen? Allein die Vorstellung, wie enttäuscht die Tochter meines Mannes wäre, die fast schon die Stunden bis zur Abreise runterzählt... Auch mein Mann freut sich riesig. Und die Idee zu dieser Reise kam ja von mir. Meine Gedanken und Gefühle kommen mir reichlich egoistisch vor, und trotzdem...

    Nach dieser Reise habe ich noch eine Woche frei. Eine Woche, eigentlich viel zu kurz, weil sich da jetzt auch schon wieder Termine reindrängen: ein Zahnarzttermin, der nur dann ging, der Besuch meines Patenkindes, der sich ansonsten um Wochen verzögert hätte, eine weitere Verabredung...

    Mir ist eigentlich nur nach Ruhe. Und jetzt weiß ich auch nicht.

  2. Avatar von Silberlicht
    Registriert seit
    03.11.2014
    Beiträge
    1.237

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Oh weh....
    Absagen bringt natürlich viel Frust bei den Mitreisenden und auch erhebliche Stornokosten, und sollte daher trotz deiner angespannten Situation wirklich gut überlegt sein!
    Ich würde folgendes machen: Nach dem anstrengenden Flug und der zu erwartenden Temperaturen am Reiseziel etwas leiser treten. Keine ermüdenden Besichtigungen, sondern vielleicht eine zeitlang im Schatten eines Parks oder der Hotelanalage sitzen, die anderen können ja laufen! Mache den anderen freundlich, aber unmissverständlich klar, dass für dich Urlaub auch etwas mit Entspannen, Erholen und Relaxen zu tun hat und nicht nur von einer Aktivität zur nächsten zu laufen. Lass dir morgens beim Frühstück mehr Zeit, zelebriere es und triff den Rest der Familie erst Mittags irgendwo.
    Man kann bei Besichtigungen auch hin und wieder ein Taxi nehmen und muss nicht alles zu Fuß oder mit Bus und Bahn abklappern. Beharre für dich auf einem langsameren Tempo, eben einem Urlaub entsprechend, auch wenn dann alle gegen dich sind! Es ist dein Urlaub!

    Ich meine aber, dein Problem liegt ganz woanders, nämlich im " Nichtneinsagen" können. Wenn Freizeit nur mehr rappelvoll ist, ist das nicht mehr schön, sondern nur mühsam und laugt total aus. Gehe in dich und finde heraus, was von all den Aktivitäten der letzten Zeit DU wirklich machen wolltest und bei welchen du nur einfach nicht nein sagen konntest. Was wäre denn so schlimm, wenn das Patenkind erst eine Woche später auf Besuch kommt? Da hat es keine Zeit, Pech gehabt!
    Ständig nur auf Achse zu sein, ständig einen übervollen Terminkalender zu haben-auch wenn es schöne und erfreuliche Termine sind- führt nach einer gewissen Zeit unvermeidlich zu einem Burnout.
    Bevor es so weit kommt, werde dir über deine Wünsche und Bedürfnisse klar und trau dich, auch einmal abzusagen, nein zu sagen, etwas anderes als alle anderen zu tun.
    Du lebst ja schließlich auch für dich! Und den Klosterurlaub oder ein Wellnessurlaub plane für nächstes Jahr fix ein!

  3. Avatar von Blumenmeere
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    752

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mir ist viel, viel eher nach einer Woche im Kloster, einfach nur schlafen, essen, spazieren gehen, lesen und die Klappe halten. Ich empfinde die geplante Reise gerade nur als Belastung.
    Dein Mann wird ja wissen wie es dir geht, wie du fühlst und dass du eigentlich Ruhe brauchst oder?

    Dann würde ich entweder absagen, die anderen alleine fahren lassen oder zusehen, dass ich mit der Art der Reise klarkomme und einen Mittelweg finde.

    Du hast geschrieben es ist ein Städtetrip, das heisst es gibt viel zu sehen und zu unternehmen. Habt ihr schon gross Pläne geschmiedet? Können dein Mann und der Rest der Truppe vielleicht an zwei Tagen die Sehenswürdigkeiten/Museen/etc. alleine abklappern und du dich in der Zwischenzeit im Hotel beim Wellness, beim Kaffee trinken im Hotelgarten, o.ö. etwas entspannen?
    Numme nit huddle!

  4. Avatar von Blumenmeere
    Registriert seit
    06.06.2017
    Beiträge
    752

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nach dieser Reise habe ich noch eine Woche frei. Eine Woche, eigentlich viel zu kurz, weil sich da jetzt auch schon wieder Termine reindrängen: ein Zahnarzttermin, der nur dann ging, der Besuch meines Patenkindes, der sich ansonsten um Wochen verzögert hätte, eine weitere Verabredung...
    Darauf wollte ich kurz eingehen, hatte es leider in meinem anderen Post vergessen:
    kann es sein, dass es dir schwerfällt nein zu sagen? Dir ist bewusst dass die vergangenen Monate schwer und anstrengend für dich waren, du jetzt Zeit für dich brauchst und vorallem Ruhe.
    Der Zahnarzttermin, angenommen es ist reine Kontrolle, könnte auch 4 Wochen später stattfinden. Die weitere Verabredung könnte sicher auch verschoben werden wenn man wollte...

    Versuche doch einfach mal NICHTS zu planen und die Woche für das zu nutzen, was du wirklich möchtest: einfach nur schlafen, essen, spazieren gehen, lesen und die Klappe halten
    Numme nit huddle!

  5. gesperrt Avatar von Ebayfan
    Registriert seit
    15.01.2006
    Beiträge
    33.910

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Ich finde auch, die Zeit für die Reise ist der ungeeignetste Zeitpunkt um schlapp zu machen. Schiebe das in die Woche danach. Sag alles ab, bzw. verschiebe es.

    Und - Städtetour muss nicht bedeuten, den Reiseführer abzuarbeiten. Genieße die Orte in Ruhe. Lass sie auf dich wirken und hetz dich nicht ab.

    Kann es sein, dass du einfach keine Lust zum Packen hast? Das geht mir auch oft so!

    Ich wünsche viel Spaß im Urlaub! Wenn du erst mal da bist, lässt der Stress nach.

  6. Inaktiver User

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Hallo zusammen,

    vielen lieben Dank für Eure Antworten! Und dem fehlenden "Die Suppe hast du dir eingebrockt, die musst du wieder auslöffeln". Damit hatte ich fast gerechnet.

    Dass ich jetzt erst antworte, hängt damit zusammen, dass ich lange mit meinem Mann gesprochen habe. Er war in letzter Zeit, wegen eines bevorstehenden Jobwechsels, selbst sehr beschäftigt und hat erst heute richtig registriert, wie k.o. ich wirklich bin. Das Schöne ist, dass er mir daraus keinen Vorwurf macht, auch nicht, wenn ich die Reise absagen würde. Wir haben jetzt zwei Optionen besprochen: entweder ich komme mit, trete aber kürzer/bleibe mal einen halben Tag im Hotel/gehe früher zurück o.ä. oder die drei reisen allein und ich quartiere mich vielleicht tatsächlich stattdessen ein paar Tage in ein Kloster ein (hab ich schon mal gemacht, vielleicht haben die kurzfristig einen Platz frei). Die endgültige Entscheidung werde ich morgen fällen, wenn ich mit unseren anderen beiden Mitreisenden gesprochen habe. Mein Herz schlägt für Lösung 2, das würde ziemlich genau meinen Bedürfnissen entsprechen.

    Ihr habt recht, ich habe in den vergangenen Monaten zu wenig darauf geachtet, auf mich zu achten und auch mal etwas NICHT zu machen. Grundsätzlich waren zumindest unsere Freizeitaktivitäten von der Art, wie ich sie sehr gerne mache. Nur eben sehr komprimiert. Verteilt auf drei, vier Monate, zwischendurch mal ein freies Wochenende ohne (geplante) Aktivitäten, wäre das alles total großartig gewesen. Es ist also eher eine Form fehlender Selbstbegrenzung. Und hinzu kam, dass beruflich unerwartet viel Stress hinzu kam. Wir haben oft im Frühjahr ein paar hektische Wochen, bevor es wieder ruhiger wird. Dieses Mal war diese stressige Zeit bedeutend länger, fast ein halbes Jahr. Das war nicht planbar, nicht vorhersehbar, aber es hat natürlich seine Spuren hinterlassen. Auch körperlich, meine Bronchitis vor sechs Wochen ist immer noch nicht komplett auskuriert. Und dann noch ein problematischer Zwischenfall, ebenfalls nicht vorhersehbar, aber er hat mich lange beschäftigt.

    @ebayfan, ich kenne durchaus die Unlust direkt vor Beginn der Reise, in aller Regel auf dem Weg zum Flughafen, vor allem, wenn ein Langstreckenflug ansteht und ich mich dann frage, warum dieser Aufwand eigentlich sein muss. Aber ich liebe es zu reisen, weiß auch, dass sich die ein oder andere Strapaze durchaus lohnt und mir dann Freude macht. Weder das Packen, noch sonstige Vorbereitungen machen mir etwas aus - im Gegenteil, das gehört normalerweise zur Vorfreude dazu. Umso mehr habe ich mich mies gefühlt, als sich dieses Gefühl so gar nicht einstellte, sondern sich die Gedanken nur noch auf das Negative richteten: das frühe Aufstehen, die Hitze, das nervige Einreisegekasper... Ich konnte vorhin irgendwann die Tränen nicht mehr zurück halten.

    Ich habe durchaus Sorge, den anderen die Reise zu versauen. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich unter diesen Umständen noch in der Lage bin, so zu tun, als ob alles okay wäre. Würde ich alleine reisen, hätte ich trotz der Kosten längst storniert. Jetzt hoffe ich, dass wir über eine Lösung sprechen können, mit der wir gut leben können.

    Was die Woche darauf betrifft: Mein Patenkind lebt leider nicht in der Nähe, und die Kindsmutter, meine beste Freundin, muss zu flexiblen Zeiten, oft auch am Wochenende, arbeiten. Deswegen so eine Verabredung nicht einfach so schnell verschoben, sondern bringt dann eventuell Verzögerungen von mehreren Wochen mit sich. Der Zahnarzttermin sollte eigentlich gestern stattfinden, musste seitens der Praxis aus Zeitgründen (sie hatten mehrere Notfälle) verschoben werden. Ist "nur" ein Kontroll- und Zahnreinigungstermin.

    Ich schätze, ich werde mir wirklich mal Gedanken zu meinem persönlichen Zeitmanagement machen müssen. So schön eben all das in den letzten Wochen war, so muss ich vielleicht auch ab und zu mal auf etwas Schönes verzichten, damit ich genügend Zeit für Rückzug habe. Im Gegensatz zu meinem Mann bin ich eher introvertiert, brauche mal Zeiten der Reizreduzierung.

    Es tut gut, einfach mal offen alles zu formulieren...

  7. Inaktiver User

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...



    pass gut auf Dich auf!

    kommt mir so vor wie "Wahl zwischen burnout und Notbremse..."

  8. gesperrt Avatar von Ebayfan
    Registriert seit
    15.01.2006
    Beiträge
    33.910

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Wenn der Zahnarzttermin nur Kontrolle ist, würde ich ihn erst recht verschieben. Es ist erst Juli!

  9. Avatar von jofi2
    Registriert seit
    11.03.2015
    Beiträge
    18.037

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Ich finde, wenn man eine Reise angeregt und seine Teilnahme zugesagt hat, dann kann man nicht einfach absagen. Das gehört zur Zuverlässigkeit, dass man nicht Leuten, die sich auf etwas freuen, diese Freude verdirbt.

    Es sei denn, für alle Beteiligten ist es nicht so wichtig, ob Du dabei bist oder nicht.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)

  10. gesperrt Avatar von Ebayfan
    Registriert seit
    15.01.2006
    Beiträge
    33.910

    AW: Am liebsten würde ich die Reise absagen...

    Das finde ich auch.

+ Antworten
Seite 1 von 7 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •