+ Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 18

  1. Registriert seit
    17.01.2007
    Beiträge
    13

    Völlig ziellos

    Hallo,

    ich lese hier schon länger still mit. Nun möchte ich auch etwas schreiben, weil es mir nicht sehr gut geht und ich keinen Weg da raus finde im Moment.

    Ich fühle mich völlig orientierungslos, unmotiviert und unglücklich. Ich möchte mich nur zu Hause eingraben und schlafen oder lesen. Von außen betrachtet dürfte ich mich eigentlich gar nicht beschweren: ich bin recht erfolgreich im Beruf, habe vor einiger Zeit geheiratet, habe keine gesundheitlichen Probleme.

    Und trotzdem: ich fühle mich immer mutloser, denke häufig beim Autofahren, dass es mir jetzt völlig egal ist, wenn jemand in mich reinfährt oder ich mit 120 im Graben lande und weg bin. Ich bin dauermüde, könnte nur schlafen. Ich kann mich nicht erinnern, was oder welche Situation mir in den letzten paar Monaten überhaupt wirklich Spaß und Freude gemacht hätte. Ich 'mache' halt. Jeden Tag von Neuem. Aber das war es dann auch. Bis zum nächsten Tag. Und zum nächsten Tag. Und halte vor anderen irgenwdie noch durch. Aber auch das wird mir langsam egal.

    Zudem habe ich wirklich eine große Angst, zu 'verblöden'. Ich vergesse ständig Dinge, fühle mich irgendwie nie 'richtig da', habe häufig ganz heftige Wortfindungsschwierigkeiten. Ich habe immer als sehr sprachgewitzt und irrsinnig schlagfertig gegolten. Jetzt beginne ich manchmal einen Satz und mir fällt nicht kein einziges richtiges Wort ein, manchmal 'lalle' ich regelrecht. Das hört sich jetzt vielleicht seltsam an, aber es fühlt sich wirklich so an, als ob mein Mund gelähmt ist und ich körperlich keine richtigen Worte formen kann und mein Hirn völlig aussetzt. Ich suche dann 2 Minuten nach dem Wort, das mir vor ein paar Jahren neben 10 Alternativen im Bruchteil einer Sekunde eingefallen wäre. Und das bei mir - ich war immer irrsinnig schnell und wendig mit Sprache. Jetzt stammele ich mich manchmal von einem Satz zum nächsten, finde nichts mehr wirklich witzig. Ich war mal bekannt für meinen guten Humor. Mir macht nichts Freude, ich sehe kein Ziel mehr, wo ich hin möchte, ich kann mir noch nicht mal mehr vorstellen, dass mir noch mal etwas irgendwie Spaß macht. Ich fühle mich tot.

    Ich sehe, dass ich mit offenen Armen in eine depressive Phase reinlaufe, oder schon längst drinstecke. Und weiß nicht, wie ich es aufhalten kann. Weil ich die Energie nicht finde.

    Ich weiß, dass viele Situationen mich sehr belasten. Meine Arbeit, bei der ich mich gleichzeitig über- und grenzenlos unterfordert fühle. Ich könnte soviel mehr. Aber niemand fördert das. Im Gegenteil, ich fördere andere (ich unterrichte), die meine Arbeit absurderweise gerade wegen meiner großen Energie und meiner positiven Denkweise toll finden und dadurch sichtlich gestärkt werden. Ich muss das immer alles alleine aufbringen, die Arbeit mache ich komplett alleine, mein Chef unterstützt mich in keinster Weise, ich bekomme nie eine Energiespritze von anderen. Immer alles alleine und immer nur geht meine Energie an andere, das ist mein Gefühl. Den Job könnte ich noch Jahre genauso tot weitermachen - ohne jegliche Perspektive, weiterzukommen, für mich neu zu lernen. Ich bin da langsam völlig demotiviert. Und habe das Gefühl, ich verschwende mein Leben, meine Talente, meine Möglichkeiten.

    Dann meine Ehe, in der auch nicht alles rund läuft derzeit. Wo ich ich mich häufig überrannt und in Grund und Boden geredet fühle. Vor allem im Moment und vor allem bzw. eigentlich nur, wenn andere dabei sind. Mein Mann ist jemand mit sehr viel Energie und sehr viel Charme. Und sehr viel Geltungsbedürfnis. Inzwischen, und vor allem weil ich mich sowieso so kraftlos fühle, mag ich gar nicht mehr mit ihm gemeinsam weggehen. Er amüsiert sich dann, stellt sich in den Mittelpunkt, ist laut, witzig, charmant, flirtet mit Frauen, ist everybodys darling. Und ich sitze daneben und werde immer müder. Das ist auch passiert, wenn MEINE Freunde da waren. Sie haben eigentlich mich besucht, aber nach kurzer Zeit übernimmt er die Führung mit seiner großen Energie, unterhält sich mit meinen Freunden und ich sitze daneben und bekomme kein Wort mehr heraus und gehe dann irgendwann schlafen.
    Gleichzeitig hat er immer mal agressive Attacken, wo er mich aus dem nichts heraus angreift und mir an den Kopf knallt, dass ich doch nur will, dass er daneben sitzt, wie ein Hündchen. Das machte mich richtig fassungslos. Ich habe nämlich das Gefühl, das genau das Gegenteil der Fall ist. Und bin wütend und frustriert, dass er mir alle Gespräche 'abzieht', Freundinnen von mir anflirtet, die sich dann irgendwann nur noch verzückt mit ihm unterhalten. Ich habe versucht, mit ihm darüber zu sprechen. Er hat darauf erwidert, dass ich so bin, wie ich ihm vorwerfe, er ist. Dass ich im Mittelpunkt stehen möchte etc. Ich möchte aber doch nur auch mal wieder ein Gespräch führen, bei dem ich nicht ständig von ihm unterbrochen werde und wo er nicht den ganzen Abend die Gesprächsführung hat. Und ihn alle toll finden und mir hinterher noch sagen, ich soll ihn 'bloß gut behandeln, das ist so ein sympathischer, toller Mann'. Ist er ja auch. Aber irgendwie bin ich ja auch noch da. Auch da bin ich im Moment einfach mutlos und irgendwann wütend auf alle Parteien, merke, dass ich mich von ihm und anderen, selbst Freunden zurückziehe und weiß gleichzeitig nicht wohin, weil ich mich woanders auch nicht wohler fühle. Weil ich mich mit mir einfach nicht mehr wohl fühle. Mit mir nicht, mit anderen nicht.

    Noch ein Punkt ist meine Familie, die mich über die Feiertage durch die ständigen Kontakte enorm schlaucht. Wir haben kein sehr einfaches Verhältnis, ich bin da immer 'das schwarze Schaf' und meine Schwester macht alles besser. Sie hat Kinder, was ich mir schon immer gewünscht habe, sie hat einen Hund, den ich mir immer gewünscht habe, sie verdient Unmengen mehr Geld als ich, kann sich so ziemlich alles leisten, baut ein eigenes schönes großes Haus, sie versteht sich sehr gut mit meiner Mutter, während meine Mutter mich einfach 'schwierig' findet und schon immer fand. Ich kann mich nicht 90 Sekunden mit meiner Mutter unterhalten, ohne dass der Name meiner Schwester fällt, und was sie jetzt wieder getan hat und wo sie Erfolg hatte und was sie meint und sagt etc.

    Und bei den Feiertagen kommt dann alles zusammen und wird für mich zum persönlichen SuperGau. Ich blicke auf ein Jahr zurück, das ich im beruflichen Bereich als 'verschwendet' bezeichnen kann. Nur Energie reingegeben, nichts ist zurückgekommen, ich fühle mich völlig ausgebrannt. Ich arbeite die ganze Zeit völlig unter meinen Möglichkeiten, lerne nichts mehr dazu, sehe wie meine Talente, wenn ich das mal so sagen darf durch Nichtübung immer mehr verschütt gehen und ich immer älter werde und es immer mehr auf 'zu spät' und 'zu alt' zugeht für einen beruflichen Umbruch.
    Auf Familienfeiern wird mir dann vor Augen geführt, was meine Schwester hat, was ich nicht habe oder nicht kann bzw. es nicht wert bin das zu erreichen. Meine Familie ist begeistert von meinem Mann und unterhält sich blendend mit ihm, mein Mann 'hofiert' währenddessen meine Schwester und meine Mutter sagt mir noch allen Ernstes, ich solle meinen Mann 'bloß gut behandeln, damit das mit uns hält'. Was im Grunde ja nichts anderes heißt, als dass ich mich zusammenreißen soll und nicht 'wie ich' sein soll, weil er dann auf jeden Fall irgendwann reißaus nehmen wird. Und ich sitze da und möchte einfach nur tot sein. Oder Hilfe bekommen.

    Und ich werde immer müder. Das türmt sich alles vor mir auf. Ich möchte mich endlich wieder wie ich fühlen. Ich möchte endlich wieder Energie und Freude am Leben haben. Ich möchte beruflich weitergehen, etwas lernen, am Leben sein, lebendig sein. Und weiß nicht, wo ich anfangen soll. Weil ich so müde bin.

    Es tut mir leid, das ist jetzt sehr lang und auch etwas wirr geworden, so wie es mir in den Kopf kam. Vielleicht kann mir jemand etwas sagen, einen Rat geben, wie ich aus diesem furchtbaren grauen Nebel rauskomme und Energie finde, etwas zu ändern? Es gibt Tage, an denen es für mich Schwerstarbeit ist, eine Tasse in den Geschirrspüler zu stellen. Ich will dann nur schlafen. Und nicht mehr aufwachen. Oder wenn, dann anders.

    Einen lieben Gruß
    (die kleine) Welle

  2. Moderation Avatar von frangipani
    Registriert seit
    03.10.2001
    Beiträge
    18.396

    AW: Völlig ziellos

    Liebe kleine Welle

    ich kann da jetzt nicht ganz soviel sagen, da ich keine Fachfrau bin - aber so wie sich das liest, steckst du mitten in einem Burn Out, und ich denke mal, dass du da allein nicht rauskommen kannst.

    Mein Expartner ist letztes Jahr in der gleichen Situation gewesen und als ihm die ersten Gedanken von Gegenverkehr und nicht mehr ausweichen wollen kamen, hat er sich psychologische Hilfe gesucht.
    Danach hat er Stück für Stück sein Leben sortiert - bzw ist noch dabei. Dabei bin ich zwar auch auf der "Strecke geblieben" - aber das tut hier jetzt erstmal nichts zur Sache.

    Es war für mich nur erschreckend, wie sehr sich ein Mensch verändern kann, wenn er auf einmal mit dem Rücken an der Wand steht und nicht weiter weiss. So etwas möchte ich so schnell nicht mehr miterleben.

    Gibt es irgendeine Möglichkeit für dich, mit einem Profi zu reden? Denk nicht dran, was Mutter, Schwester oder Mann sagen könnten, kümmer dich erstmal um dich.

    Liebe Grüsse
    frangipani
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  3. Inaktiver User

    AW: Völlig ziellos

    Liebe Welle,

    ich schließe mich frangipani an. Suche dir rasch Hilfe, am besten schaust du mal nach Psychosomatischen Akutkliniken und läßt dich in eine einweisen. Ich habe es vor 10 Jahren bis zum endgültigen Zusammenbruch geschafft, dass muss heute nicht mehr sein. Erst wenn du genug räumlichen Abstand hast wirst du erkennen wo die Hauptproblematik liegt. Für weitere Auskünfte und Fragen stehe ich dir gerne per PN zur Verfügung.

    Ganz liebe Grüße
    verborgene worte

  4. Avatar von Ricarda44
    Registriert seit
    17.01.2007
    Beiträge
    1.411

    AW: Völlig ziellos

    Ja, Kleine Welle, was ist es denn nur, dass die anderen ständig versuchen, Dich irgendwie in den Hintergrund zu drängen? Was strahlst Du denn aus, wer bist Du denn, dass die anderen mit Deinem Wesen nicht so zu recht kommen?
    Denk mal dran: "Einen toten Hund tritt man nicht".
    Strahlst Du vielleicht was aus, wo andere sich herausgefordert fühlen, Dich übertrumpfen zu müssen?
    Bist Du vielleicht 'ne Persönlichkeit mit emotionaler Intelligenz? Liebenswürdig und mit vielen anderen guten Seiten, die andere an sich selbst nicht finden?
    Ja, Engelchen, Du hast was. Mit Sicherheit. Und was Tolles dazu. Sonst müsste der Rest Deiner Familie sich nicht so massiv in den Vordergrund drängen müssen. Die scheinen es ja bitter nötig zu haben.
    Ja, spann mal aus. Mach 'ne tolle Kur oder sowas. Aber höre nicht auf den Quatsch von Mutter und Mann. Sei Du selbst! Also SELBST-BEWUSST. Guck mal, wie gut Du wirklich bist. Lass Dich vom Rest nicht fertig machen.
    Und dass Deine Schwester laufend hervor gehoben wird: Dreh den Spieß doch mal um und fang Du damit an zu schwärmen, wie toll sie doch ist. Sollst mal sehen, wie schnell das Thema verstummt.
    Ich hab selbst so eine super tolle Schwester, die kann alles, weiß alles usw. Aber komisch: Ihre großen Kinder kommen am liebsten zu mir, weil ich entspannt bin, das Leben real sehe, kein Theater dort mache, wo es nicht hin gehört.

    He, Du! Wir sind was Besonderes!
    Hebst Dich halt auch von der Allgemeinheit ab.
    Ein Schaf in der Masse kannste ja immer noch werden.....*grins*

    So und nun sag was dazu!!!!

  5. Avatar von crocus53
    Registriert seit
    07.09.2006
    Beiträge
    2.931

    AW: Völlig ziellos

    Hallo Welle,

    wenn ich das so richtig herausgelesen habe, bist Du von Menschen umgeben, die keine Achtung vor Dir haben. Da frage ich mich, wie achtest Du (auf) Dich selber?

    Du schreibst von verborgenen Talenten, die Du nicht nutzen kannst. Aber das bist doch D U . Betrachte sie als Geschenk Deines Lebens.

    Wenn andere meinen, Du müßtest so und so sein, sie laufen nicht in Deinen Pantoffeln und wissen nichts davon, wo sie Dir drücken. Niemand ist für Dich unglücklich..

    Davon mußt Du Dich befreien. Dadurch ernstest Du wahrscheinlich noch mehr Kritik oder Empörung. Laß sie.

    Durch Deine Position 'schwarzes Schaf' in der Familie hast Du Dich unbewußt in eine Rolle bugsiert, wo andere auf Dir rumhacken können - eine wunderbare Sache für alle anderen - es enthebt sie der Verantwortung, sich um eigene Problematiken zu kümmern.

    Und Dein Mann ist auch nicht der, an den Du Dich anlehnen kannst. Wahrscheinlich seid Ihr viel zu verschieden, ein gegenseitiges Einfühlvermögen scheint es nicht zu geben...

    Lerne Dich noch besser kennen und stehe dazu. Suche Dir professionelle Hilfe, eine Psychosomatikklinik ist da u. U. gut geeignet, weil sie Dich erst einmal aus dem Umfeld befreit.
    Du wirst erstaunt sein, auf wieviel Menschen Du da triffst, denen es ebenso geht.

    Wahrscheinlich wirst Du Dich von bestimmten Personen zurückziehen müssen - oder Dich sogar trennen.
    Weil sie gar nicht zu Dir und Deiner Sensibiliät passen. Da ist jedes 'sich Mühe geben' verpulverte Energie. Die Bereicherung kommt aber unweigerlich in Form von Menschen, die dann 'passen'.

    Alles Liebe

    Crocus

  6. Avatar von Karla48
    Registriert seit
    24.10.2006
    Beiträge
    20.183

    AW: Völlig ziellos

    Hallo welle,
    Deine Geschichte ist lang - aber das Leben ist nunmal gerade kompliziert. "Wirr" ist sie überhaupt nicht, sondern klar formuliert.

    Ich sehe Dich auch in einer depressiven Phase. Ein Facharzt sollte das mit Dir besprechen, und er wird Dir auch sagen können, ob eine Kur das Richtige ist. Den Antrag dafür gibt es bei der Krankenkasse, den kannst Du Dir schonmal holen, falls Du auf den Facharzt-Termin eine Weile warten musst (ist ja leider manchmal so).

    Was Deine Ehe betrifft, schilderst Du da etwas ganz Trauriges. Dein Mann flirtet da rum und Du sitzt stumm und versteinert...ja davon würde ich auch Depressionen kriegen, aber sofort. Diese erfrischenden Sprüche von Außenstehenden, man solle seinen wundervollsten Mann ja "gut behandeln" liebe ich auch sehr. Ich sag dann immer "ich muss ihn nicht behandeln, er ist ja kein Patient" :-)) oder "danke, Eheberatung mache ich nur bei Profis", natürlich lächle ich dabei sehr freundlich ;-)
    Dieses Leiden unter den Sprüchen anderer fällt unter die Thematik "sich abgrenzen können", andere "nicht so nah an sich heran lassen". Da kann man auch in einer Reha/Kur viel lernen, oder in einer Therapie.

    Deine Familienproblematik zielt ja auf das gleiche Thema.
    Insgesamt: Dein Selbstbewußtsein liegt am Boden. Und wahrscheinlich strahlst Du das Gegenteil davon aus, darum denken alle, Du verträgst noch irgendwelche Sprüche.

    Der Job ist öde? Ja, schade. Aber dafür kannst Du - wenn es Dir erst kräftemäßig wieder besser geht - Alternativen suchen. Mangelnde Anerkennung im Job war in den letzten Jahren auch mein Problem, aber Männer, mit denen ich das Problem besprochen habe, sagen mir "das ist normal. Anerkennung im Job heißt: Geld bekommen für die Arbeit. Mehr nicht". Tja. Finde ich aber auch sehr schwierig.

    Wenn es Dir wieder besser geht - und das wird es bald, mit Hilfe des Facharztes - wirst Du Dich auf Deine Stärken und Talente besinnen und Dir ein neues Lebensmuster basteln. Mitsamt Eheberatungsterminen für Deinen ach so wundervollen Mann. Der Gute muss mal klarkriegen, was er Dir antut. Das klarzumachen, ist zu zweit manchmal einfach nicht machbar, ich spreche da aus Erfahrung.

    Also - Facharzt Termin machen.
    Dann alles weitere anpacken (Kur, Therapie, man wird sehen...)
    Fürs erste jeden Tag für sich leben und nicht so viel an übermorgen denken. Versuche, Dir täglich etwas Angenehmes einzubauen. Für mich ist immer wichtig: Kontakt zu anderen. Rausgehen. Nicht daheim einkringeln. Leicht gesagt, wenn einem so mies ist, ich weiß...

    Fühl Dich gedrückt
    die mitfühlende
    Karla


  7. Registriert seit
    17.01.2007
    Beiträge
    13

    AW: Völlig ziellos

    Hallo Ihr,

    ich kann jetzt nicht viel schreiben, nur kurz reingeschauen und möchte mich ganz doll für Eure lieben Worte und Anregungen bedanken. Ich denke darüber nach. Es muss etwas geschehen.
    Ich schreibe noch mehr. Für jetzt erst einmal ganz viel Danke..

    Welle

  8. Inaktiver User

    AW: Völlig ziellos

    Liebe Welle,

    ich schließe mich den anderen an, denn das was du beschreibst ist wahrlich zu viel um von uns Hobbypsychologen hier in Angriff genommen zu werden.... geschweige denn von dir allein.

    Allerdings hab ich das Gefühl, dass sich bei dir alles zusammen aufbaut bzw. eins am anderen hängt und wenn man Ursachenforschung betreibt und schrittweise anfängt dich wieder aufzubauen (so wie du mal warst, schlagfertig und witzig und gut gelaunt! ) dann wird auch eins das andere bedingen und du kommst da wieder raus.

    Ich glaube auch, dass dein Umfeld ein bisschen auf deine depressive Phase reagiert und dein Mann vielleicht nur deshalb so aufdreht, weil er merkt dass von dir nichts kommt und er meint, er müsste das kompensieren. Habt ihr schonmal darüber geredet wie du dich fühlst?

    Ich kann aus meiner Perspektive nur eins sagen: ich hab eine relativ schlechte Phase hinter mir, in der ich oft ausgelaugt war, mich angezweifelt habe, "verblödet" bin, kaum ausspannen konnte, das WE war zu kurz usw. Und dabei hatte ich objektiv einen tollen, herausfordernen Job. Nur war mir das VIEL zu wenig, ich kam mir unterdrückt, unterfordert und nicht angemessen anerkannt vor. ABER: Seitdem ich einen neuen Job habe gehts mir auf einmal viel besser!!! Ich hab dadurch mehr Verantwortung, studiere nebenbei, habe trotzdem mehr Freizeit und mache deswegen mehr Sport. Dadurch bin ich ausgeglichener, habe ein besseres Verhältnis zu meinem Körper und alles was dazugehört (mehr Sex, seltener müde, glücklicher...).
    Sowas kann eben sehr sehr viel ausmachen!! Das nur als positives Beispiel - auch wenn ich keinesfalls so eine schlechte Phase hatte wie du hat es gereicht, eine Komponente zu verändern und schon wurde vieles besser!!

    Alles Liebe für dich und such dir schnell eine Beratung incl. echter Verbündeter, bevors schlimmer wird!!!!!!!!!

    Keesha.


  9. Registriert seit
    14.02.2005
    Beiträge
    29

    AW: Völlig ziellos

    Hallo Welle!

    Bitte lasse auf jeden Falle beim Hausarzt eine Schildrüsen-Untersuchung (Bluttest!) durchführen.
    Eine Schilddrüsenunterfunktion kann folgendes bewirken:
    Müdigkeit (!!!!), Depression
    Es gibt recht harmlose Medikamente dagegen.

    Dies ist jetzt "nur" ein medizinischer Ratschlag.
    Ich möchte ihn dir aber trotzdem nicht vorenthalten!

    Ich wünsche dir, genau wie die anderen, alles Gute!

    Lissy17


  10. Registriert seit
    17.01.2007
    Beiträge
    13

    AW: Völlig ziellos

    Hallo Ihr,

    noch einmal vielen Dank für Eure Nachrichten.

    @frangipani...Ja, ich muss mir auf jeden Fall Hilfe holen. Und was Du sagst stimmt auch: ich erkenne mich überhaupt nicht mehr wieder, ich fühle mich gar nicht mehr wie ich. Grausig ist das Gefühl.

    @verborgeneworte Danke für Dein Angebot per PN. Ein Problem ist, dass ich mich so einfach mal beurlauben lassen und verabschieden kann für eine Weile. Eine Klinik könnte ich mir gar nicht vorstellen derzeit - nur der Gedanke daran bereitet mir Panik.

    Wo die Hauptproblematik liegt, ist mir glaube ich über die letzten Tag klar geworden. Sie liegt in meiner Beziehung. Ich liebe meinen Mann sehr. Aber ich habe das Gefühl, ich verbiege mich in alle Richtungen, um es ihm recht zu machen und uns recht zu machen, also es so zu gestalten und so zu sein, dass es uns gemeinsam gut geht. Dabei gehe ich gerade etwas über den Jordan, ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich eigentlich überhaupt noch will. Und bin auch extrem wankelmütig in der Richtung - entscheide eine Sache, komme dann ins Zweifeln, entscheide anders, entscheide wieder um, mache dann etwas, zweifele aber an der Richtigkeit bzw. fühle mich nicht wohl damit. Das ist natürlich weder für ihn noch für sonst irgendjemanden angenehm.

    Ich habe mir mal irgendwann geschworen, nur noch Dinge zu tun, die ich möchte und die mir gut tun. Das ging eine Weile gut (und MIR ging es in der Zeit gut). Bis zu dieser Beziehung. Vielleicht bin ich einfach unfähig, Beziehungen zu führen. Ich kann nicht mehr einschätzen, was egoistisch-unangemessen ist von mir. Oder was unangemessen selbst-respektlos ist, wenn ich völlig gegen meine Bedürfnisse gehe. Ein Punkt ist - nur als Beispiel - dass ich eigentlich viel Zeit für mich alleine brauche. Mal einfach nur alleine sein möchte, in Ruhe nachdenken, in Ruhe ein Buch lesen. Sein Bedürfnis ist genau anders. Er ist sehr ungern allein. Also bin ich nie allein/ziehe mich nie mal zurück, wenn er zu Hause ist. Wenn es mal ist, dann ist das ja nicht so wild. Aber es zieht sich immer mehr als roter Faden durch, dass ich nicht meinen Bedürfnissen folge oder wir einfach unterschiedliche Bedürfnisse haben. Ich bin heute auch drauf gekommen, wieso: weil ich eine panische und chronische Angst davor habe, verlassen zu werden, davor, dass der andere mich einfach nicht mehr liebt. Also verbiege ich mich, um es ihm 'recht' zu machen. Und bin immer weniger die Person, die ICH sein möchte. Und auch immer weniger die Person, in die er sich ja verliebt hat. Der Witz ist: ich glaube, er tut das auch. Und wird dann wütend auf mich an völlig anderer Stelle.

    Ich habe im Moment das Gefühl, ich gehe ihm auf die Nerven - siehe diese agressive Attacken gegen mich aus dem Nichts. Die es noch schlimmer machen. Ich werde immer unsicherer, was ich überhaupt noch sagen oder tun kann.

    Außerdem geht es ihm auch nicht gut. Er ist total unglücklich mit seinem Leben. Er sagt, abgesehen von unserer Ehe ist alles Mist und macht ihm keine Freude. Und dreht völlig auf, wenn wir mal weg sind - siehe oben die Flirterei (die er übrigens durchaus auch mit Männern betreibt, es geht gar nicht um das Sexuelle, sondern um Beachtung). Und hat ganz offensichtlich Agressionen gegen mich, wenn ich mich gut unterhalte und überhaupt auch einfach mal so. Und das wird immer mehr. Ich leide da wirklich drunter, weil ich doch nur möchte, dass unsere Beziehung gut läuft. Aber eben auch möchte, dass wir beide wir selber sein können und es uns beiden gut geht. Und vielleicht fühle ich mich viel zu verantwortlich für ihn. Ich mache mir Sorgen und habe Angst um ihn. Und ich fühle mich als Beziehungsversagerin, dass er nicht glücklich ist. Das geht mir sehr an die Nieren.

    @ricarda Vielen Dank, was Du sagst hat mir sehr viel gebracht und ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht. Das stimmt, wenn nichts da wäre und ich wirklich so doof wäre, gäbe es ja keinen Grund, mal nach zu hacken. Übrigens war das was Du geschrieben hast der Hauptgrund, wieso ich drauf gekommen bin, dass es meinem Mann einfach überhaupt nicht gut geht. Dass seine Agressionen gegen mich nichts damit zu tun haben, dass ich doof bin, sondern dass er sich nicht wohl fühlt und ich einfach die 'Naheliegendste' bin, an der man das ablassen kann. Und ja, emotionale Intelligenz wird mir nachgesagt. Auch wenn ich in diesem Fall sehr langsam war.

    @crocus Genau, siehe oben. Ich achte mich derzeit eigentlich gar nicht. Nicht meine Bedürfnisse, nicht meine Intuitionen. Da gehe ich ständig gegen an. Aus Angst vor der Wut der anderen, aus Angst dann nicht mehr geliebt zu werden. Aus Angst, verlassen zu werden. Wobei ich denke bzw. das von früheren Beziehungen weiß, dass kaum etwas zuverlässiger den Tod einer Beziehung herbeiführt, als wenn man nicht mehr man selber ist.

    @karla Auch Dir vielen Dank für Deine klugen Worte. Alles, was Du geschrieben hast, kann ich nachvollziehen und es hilft mir.

    @keesha Ich denke auch, wenn sich eine Sache bessert, zieht das andere nach sich. Ich versuche nur verzweifelt herauszufinden, an welchem roten Faden von dem Knäuel ich ziehen muss, damit sich dieses auflöst. Im Moment habe ich das Gefühl, ich zurre es nur noch immer fester.

    und @lissy Der Hinweis ist sehr gut. Ich habe tatsächlich latent mit der Schilddrüse zu tun. Dieses jetzt ist aber glaube ich wirklich 'situationsbedingt'.

    Zu vielen Dingen, Dir Ihr geschrieben habt, habe ich nichts konkret gesagt, das aber alles sehr dankbar gelesen.

    Welle

+ Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •