Hallo!
Ich bin megafrustriert, weil ich immer und überall zu langsam bin. Ständig hagelt es Kritik von anderen. Im Privatbereich genauso wie im Beruf.
Privat kriegen andere so viel geregelt oder sind nicht ausgelastet, keine Ahnung. Die gehen arbeiten, schmeißen den Haushalt, haben schnell noch ein paar Freizeitaktivitäten abgehandelt, die Katzen versorgt - und sind dann noch unternehmungslustig. Unsereins gammelt am Wochenende eigentlich meist rum und versucht vielleicht noch Dinge zu erledigen, die er die Woche über nicht geschafft hat. Ich brauche halt auch ziemlich lange für die Dinge, is klar. Und ich brauche zwischendrin dann auch Pausen.
Im Beruf räume ich Regale ein. Eine sehr anspruchslose Aufgabe - und trotzdem ist sie für mich kaum zu bewältigen. Ich bin Anfang 30 und keine 70. Es ist frustrierend und auch ziemlich peinlich. Jetzt weiß ich nicht, was ich tun kann, damit ich schneller werde. Gestern waren es 4,5 Stunden Akkordarbeit ohne Pause, ohne Wasseraufnahme. Es ging für meine Verhältnisse ganz gut so eine Stunde, anderthalb. Dann merkt man, dass man immer langsamer wird. Eine Kollegin von mir ist auch nicht so die schnellste und die hatte am Schluss dann, nachdem wieder jemand vorbeikam und meinte, "gebt Gas", Tränen in den Augen, weil sie auch nicht weiß, wie sie das schaffen soll. Dabei muss ich sagen, die ist auch schon Anfang 50.
Was hilft es zum Beispiel, wenn man morgens frühstückt? Meine Mutter meinte, es könnte daran auch liegen. Ich kann mir das kaum vorstellen. Darüberhinaus hätte ich dann noch eine Stunde weniger Schlaf.
Ich denke mir dann auch oft. Die anderen rauchen, saufen, ernähren sich halt auch recht normal, also nicht supergesund, machen keinen Sport großartig - und die können's doch. Was mir bei meiner Kollegin aufgefallen ist, dass sie auch ziemlich gewissenhaft und ordentlich ist. Aber daran allein kann's auch nicht liegen. Denn so super unordentlich sind die anderen schließlich auch nicht.
Ich weiß nicht, was ich tun kann, um leistungsfähiger zu werden... Vielleicht hat ja jemand Tipps für mich, das wäre toll.
Liebe Grüße
Klammeraff
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 11
-
02.12.2010, 13:42Inaktiver User
Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
-
02.12.2010, 18:00
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
Ist der Knackpunkt eher, daß du dich zu schlapp fühlst, um schnell zu sein (jede Bewegung macht Mühe, du fühlst dich als würdest du durch Sirup waten) oder daß der Rest der Welt zu schnell ist (alle springen umher wie auf fast-forward)? Das sind ganz verschiedene Situationen.
Viereinhalb Stunden körperlich schwer arbeiten, da würde ich mir meine Kräfte auch einteilen, aber wenn du das in allen Lebensbereichen merkst, ist es ja nicht nur der Job.
-
02.12.2010, 19:37Inaktiver User
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
@Klammeraff
Vielleicht liegt es an einer grundsätzlichen Unzufriedenheit in/an Deiner Lebensgestaltung. Wenn ich etwas nicht gerne tue, dann kann sich das auch ziehen, macht es mir Spaß geht es leicht von der Hand.
Nur so ne Idee.
-
03.12.2010, 12:49Inaktiver User
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
So in etwa schätze ich mal. Ich kann mit der Schnelligkeit einfach nicht mithalten, generell. Mir wächst alles über den Kopf. Ich kann das nie so genau wissen, ob ich mehr Kraft brauche als andere, um gewisse Tätigkeiten zu machen. Aber es kommt mir schon so vor.Ist der Knackpunkt eher, daß du dich zu schlapp fühlst, um schnell zu sein (jede Bewegung macht Mühe, du fühlst dich als würdest du durch Sirup waten) oder daß der Rest der Welt zu schnell ist (alle springen umher wie auf fast-forward)?
Ich muss halt ordentlich Gas geben und dann bin ich noch langsamer als andere. Und dann kann ich das natürlich auch nicht so lange durchhalten und werde dann irgendwann noch langsamer. Ich arbeite so lange wie Ware da ist, heißt, man kann es vorher nie so genau abschätzen, wie lange es dauern wird.Viereinhalb Stunden körperlich schwer arbeiten, da würde ich mir meine Kräfte auch einteilen, aber wenn du das in allen Lebensbereichen merkst, ist es ja nicht nur der Job.
Es ist nicht nur der Job, nein. Aber zu Hause meckert wenigstens nicht dauernd jemand, wenn mal was liegen bleibt oder ich nicht schnell bin wie der Blitz. Man merkt es halt daran, dass man scheinbar nie fertig wird mit der Hausarbeit. Das drückt natürlich dann auch wieder aufs Gemüt, wenn andere sich dann mit einem treffen wollen, weil die nach getaner Arbeit Langeweile haben.
Die Beziehungen allgemein leiden darunter. Mein Mann z. B. denkt sich wahrscheinlich irgendwie, die kann froh sein, dass ich überhaupt noch da bin - und guckt sich nach besseren Frauen um. Und wenn man sich dann beschwert heißt es: ich würde mir doch n schönes Leben machen und überhaupt. Dass das für mich auch eine Belastung ist, mich selber nicht behaupten zu können in diesem Leben, versteht er nicht. Na, kann ihm ja auch egal sein. Scheint irgendwie so eine Beruhigung seines Gewissens zu sein. Er tut unheimlich viel für mich, sorgt sich, nimmt mir Dinge ab (auch wenn ich es nicht unbedingt will). Eine Methode, sich unabdingbar zu machen, mich abhängig zu halten. Na und dann "muss" ich eben mal ein Augen zudrücken, wenn er wieder mit anderen flirtet usw. Dabei fühle ich mich dann auch mies. Aber ich könnte ja nicht mal ausziehen, weil ich nur 300 Euro verdiene. Und selbst da würde er mich nicht in Ruhe lassen, weil er sich ja um mich sorgt.
Scheinbar sieht das Gesetz der Resonanz für mich Menschen vor, die merken: mit der kann man's machen. Da soll man mal nicht unzufrieden werden dabei. Vielleicht habe ich ein Schild an meiner Stirn: komm her und nutz mich aus. Muss wohl so sein. Dabei ist das eine meiner größten Ängste, dass ich ausgenutzt werde. Vielleicht habe ich das Resonanzgesetz immer noch nicht richtig verstanden.
Unzufrieden macht vor allem, wenn man anderen ständig hinterherhinkt und die mit einem locker den Aff machen können. Das macht sehr unzufrieden. Aber da ich kräftemäßig einfach nicht mehr drauf habe, was soll ich tun? Meine Arbeit mache ich im Grunde ganz gerne. Aber das ist teilweise wohl auch ein Knackpunkt, da ich es dann zu sehr genieße und dadurch ein wenig langsamer bin. Mittlerweile denke ich mir auch oft, weg mit dem Krempel und dann Feierabend. Aber auch dadurch bin ich nicht schnell genug.Vielleicht liegt es an einer grundsätzlichen Unzufriedenheit in/an Deiner Lebensgestaltung. Wenn ich etwas nicht gerne tue, dann kann sich das auch ziehen, macht es mir Spaß geht es leicht von der Hand.
Das ist wohl so, dass ich schon seit Jugend depressiv bin. In der Therapie hieß es dann, ich muss was an meinen Lebensumständen ändern, damit es besser wird. Ein anderer Job z. B. Aber was soll da anders sein? Selbst im Büro hat man ja nur Stress und muss immer mehr leisten. Da ist auch nix mit langsam, auch da muss man schnell sein. Sich mal was gönnen, mal was unternehmen. Ist ja auch ein netter Tipp. Aber was nutzt mir das denn, wenn ich mich in die Oper oder ins Kino setze und dann nachts nicht mehr schlafen kann, weil ich kein Geld mehr hatte die Leute von der Stromgesellschaft zu bezahlen.
Mir hat jemand geraten, meine Liebes-/Energiespeicher aufzufüllen. Aber genau da scheitert man ja auch schon am Energielevel. Sprich: die Beziehung läuft scheiße, weil der Mann nicht ausgelastet ist und woander spielen möchte oder er sich mich ausgesucht hat, damit er neben der Ehe noch gemütlich woanders grasen kann, weil ich zu doof und zu schlapp und zu gutmütig bin, ihn deswegen sitzen zu lassen. Freunde/Bekannte - das ist mir auch schon zu anstrengend, und zu teuer: hier Kaffee trinken, da shoppen, hier was unternehmen etc. Am Samstag ist Weihnachtsfeier und ich finde das jetzt schon anstrengend, da die Konzentration zu behalten. Ich trage auch nie viel zu den Gesprächen bei. Ja, schöne Erlebnisse. Kann ich irgendwie nicht. Schon seit Jugendzeiten immer dran gedacht, dass alles nur Geld kostet. Meine Eltern hatten auch nicht viel Geld. Was war noch? Beruf? Ja, da fehlt es wieder an der Energie. Und vielleicht auch der richtige Job? Da habe ich noch keine Ahnung, weil einfach die Energie für alles nicht so ausreicht.
Meine Ernährung ist halt auch nicht so besonders gut. Ich tröste mich sehr gerne mit Essen, vor allem Süßigkeiten und das Trinken fällt mir irgendwie schwer. Außer bei Kaffee war das kein Problem. Seit ein paar Wochen bin ich auf Carocafe umgestiegen.
Liebe Grüße
Klammeraff
-
03.12.2010, 23:05
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
Hm. Es ist möglich, Zeitmanagement zu lernen, die Konzentration auf das gerade anliegende zu trainieren und sich einen schnelleren Bewegungsrhythmus anzugewöhnen, aber selbst wenn deine Langsamkeit der Grund für all deine Probleme ist, sieht das nach deiner Beschreibung nicht so aus als ließe sich das derzeit bewältigen. Da ist ja auch noch daß du deinem Mann nicht traust und ihn nicht besonders magst, daß du fühlst "mit dir kann man's ja machen", und das ist keine unvermeidbare Folge von Langsamkeit.
Bist du sicher, daß deine Depressionen weg sind? "Du mußt deine Situation ändern" klingt nicht nach einem besonders zeitgemäßen Therapieansatz?
-
03.12.2010, 23:23
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
Bist Du wegen der Depressionen medikamentös eingestellt? Die Depressionen können gut eine Ursache für die "Langsamkeit" sein.
Die Beziehung zu Deinem Mann klingt nach dem Geschriebenen nicht wirklich harmonisch. Da steht wohl eine Menge zwischen Euch, oder?
Welche Ausbildung hast Du denn? Es hört sich nicht so an, als ob Du in diesem Job so glücklich wärst.
-
05.12.2010, 09:01Inaktiver User
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
Liebe Klammeraff,
was ich bei Dir herauslese, ist ein extrem geringes Selbstwertgefühl. Das gehört jetzt nicht zu Deinem eigentlichen Thema, aber mir ist stark aufgefallen, wie negativ Du Dich und Dein Leben beschreibst, Du erlebst Dich ja quasi als "Spielball" von anderen. Ich weiß nicht, ob Du Dich damit auseinander setzen willst, deswegen bleibe ich mal bei dieser Vermutung.
Um das mal zu untermauern: Hast Du handfeste Hinweise darauf, dass Dein Mann Dich betrügt oder es plant? Ich würde sein Verhalten völlig anders deuten, nämlich als fürsorgliche Unterstützung, weil er Dich liebt. Dass er flirtet, ist vielleicht kein schöner Zug an ihm, aber es kann sein, dass für ihn das nur ein harmloser, netter Spaß am Gegenüber ist.
Ich habe aber den Eindruck, dass Du es gar nicht zulassen kannst, eine solche positive Deutung vorzunehmen. Genauso wie Du alles andere Schwere, Belastende in Deinem Leben als unveränderbar ansiehst. Was hat Dich davon abgehalten, Dich beruflich nach Alternativen umzusehen? Und doch: Eine Arbeit, bei der man mit Herzblut dahinter steht, macht man anders und engagierter als eine Arbeit, die ganz nett, aber wenig erfüllend ist. Du probierst es noch nicht mal aus. Angst zu scheitern? Damit bietest Du in der Tat allen möglichen Menschen die Möglichkeit, Dich für ihre Zwecke zu manipulieren. Wohlgemerkt: DU bist das, die das tut, Du lässt das zu. Alternativ könntest Du Dir nämlich bewusst werden, welch wertvoller Mensch Du bist und die Verantwortung für Dein Leben übernehmen: Die Beziehung zu Deinem Mann klären, überlegen, wo Du beruflich hin willst (= Was macht Dir Spaß?), Freunde suchen, mit denen es Spaß macht, Zeit zu verbringen (und das kostet NICHT automatisch viel Geld). DU bist nämlich die Einzige, die Dein Leben verändern kann. Ansonsten bist Du nur damit beschäftigt, Dich verändernden Rahmenbedingungen anzupassen.
Was willst DU eigentlich?
Um noch mal auf Deine Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ja, es gibt Bereiche, in denen Tempo und Druck zunimmt. Auch hier ist es wichtig, sich zu fragen: Wie positioniere ich mich dazu? Wechsle ich, weil es nicht mehr geht? Besuche ich Zeitmanagement-Seminare? Verbessere ich meine Fitness? Verteile ich meine Energie anders? Steige ich aus, weil der Ehemann auch uns beide ernähren kann?Geändert von Inaktiver User (05.12.2010 um 09:07 Uhr)
-
16.12.2010, 13:32Inaktiver User
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
hallo!
medikamente möchte ich keine. ich möchte ja eine problemlösung haben. seit ca. einer woche nehme ich jedoch johanniskraut. das soll auch gut sein, wird aber noch dauern bis eine wirkung einsetzt...
langsamkeit kann sich auch irgendwie auf die beziehung auswirken. während andere pärchen alles super gewuppt kriegen, bummele ich halt rum und komme nicht rund. dann wollen die was unternehmen und ich kann schon nicht mehr. es zieht sich durch etliche bereiche. sich irgendwas im leben aufbauen ist irrwitzig, da ich schon mit den grundlegenden täglichen dingen kämpfe.
ich verstehe den ansatz, dass ich wissen muss wohin ich will. dann können andere mich nicht mehr so für ihre zwecke einspannen. dann weiß man wohl, wohin man möchte in welchem zeitraum und kann besser abschätzen, ob dies und jenes für andere zu tun noch drin ist oder nicht. natürlich muss man sich da auch ein dickes fell zulegen und irgendwelche blöden sprüche einfach an sich abprallen lassen.
was macht dir spaß? den vorschlag hatte auch meine therapöse. ist ja irgendwie auch richtig. aber ich tue dinge meisten nur, weil sie halt sein müssen oder betrachte sie eben aus der perspektive, dass man eher einen job kriegt. aus mangel an ideen und mut habe ich halt eine büroausbildung gemacht. mich hatte mal jemand gefragt, welche ausbildung ich mache und auf meine antwort hin meinte er nur trocken: wie jeder zweite...
ich habe auch noch was anderes, wo ich gerne ein bisschen geld verdienen möchte. ein hobby. aber es liegt halt an der energie, die mir fehlt. ich pack' das ja gar nicht.
meine schwester hat auch tierisch probleme mit der leistungsfähigkeit. sie sucht auch woran es denn nur liegen könnte. im moment sind wir auf der spur der fructoseintoleranz. da muss ich noch ein bisschen nachforschen. aber es ist halt auch oft so. man denkt: ja, jetzt hab' ich's. und dann war's nachher doch wieder nix.
depressive sollen auch einen weniger erholsamen schlaf haben. ich weiß halt auch nicht, an welchem bereich es nun liegt. ernährung, schlaf, psyche...??? irgendwie hängt wohl auch alles zusammen.
ich müsste wohl sämtliche bereiche verbessern, um weiter zu kommen. aber das ist nicht so einfach, da ich mich dann eben auch viel verzettele. was raubt einem denn nun die meiste energie? eine miese ernährung, zu wenig fitness oder doch die grübelei und das negative denken?
liebe grüße
ent-klammeraffGeändert von Inaktiver User (17.12.2010 um 19:16 Uhr)
-
17.12.2010, 10:16Inaktiver User
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
Geändert von Inaktiver User (17.12.2010 um 19:16 Uhr)
-
18.12.2010, 09:29Inaktiver User
AW: Endlosfrust, weil - ZU LANGSAAAM
Am meisten Energie raubt, wenn man gelebt wird statt zu leben. Heißt: Nicht dem nachzugehen, was den eigenen Bedürfnissen entspricht, sondern fremdbestimmt zu leben. Änderst Du das, wirst Du recht schnell zu den Dingen geführt, die Dich unterstützen: eine ausgewogene Ernährung, Sport, der Dir gut tut. Allerdings kannst Du damit anfangen. Damit setzt Du auch ein inneres Signal, dass Du Dich um Dich kümmerst und Dich ernst nimmst.
Es ist sehr banal, aber: Wenn Du nichts änderst, ändert sich nichts. Klammere mal das "sämtliche Bereiche" aus und schau Dir an, was Du JETZT ändern kannst.
Wenn Du es denn willst. Wie heißt es so schön: Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.
Und noch etwas: Bei aller berechtigter Kritik gegen Medi´s gibt einen Grad an Depression, an denen sie notwendig sind. Ansonsten kommt ein depressiver Mensch gar nicht in die Lage, Kraft für Veränderungen zu bekommen. Vielleicht sprichst Du doch noch mal mit Deinem Arzt?Geändert von Inaktiver User (18.12.2010 um 09:32 Uhr) Grund: etwas ergänzt


Zitieren
