Das ist bei mir auch oft so. Aber je mehr man sich gegen diesen "Gedankenregen" wehrt, desto schwerer wird es, einen leeren Kopf zu bekommen.
Bei mir hilft es, die Gedanken zuzulassen und dann aber auch bewußt wieder wegzuschicken. Ich mache das mit einer räumlichen Vorstellung im Kopf. Ein Gedanke kommt z. B. von rechts, dann schicke ich ihn quasi nach links wieder weg.
Mein Gott, das hört sich wirklich verrückt an, ich weiß leider nicht wie ich das besser beschreiben soll![]()
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Thema: Erholung "in Kürze"
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25.11.2009, 12:29
AW: Erholung "in Kürze"
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25.11.2009, 12:34Inaktiver User
AW: Erholung "in Kürze"
Orange, ich finde, Du hast das gar nicht so schlecht beschrieben.
Zumindest habe ich es, Deiner Anleitung gemäß, mal probiert.
Und festgestellt, dass das was mich hibbelig macht, bewusst zuzulassen, hilft - vermutlich weil ich es so ernst nehme, ihm Raum gebe, um es dann umso bewusster wegtun zu können. Sonst ist man nämlich die ganze Zeit mit viel diffuser und deswegen schwerer handhabbaren Gedanken und deren Abwehrung beschäftigt.
Eine andere Bricomuserin hat es mal so beschrieben, dass sie ihre unliebsamen Gedanken beim Einschlafen immer auf der kleinen Bank vor der Schlafzimmertür parkt, also auf dem Flur. Ich möchte sie am liebsten in die Küche schicken.
Nancissima: Herzlichen Dank für den Buchhinweis!
Ehrensenf
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25.11.2009, 16:17Inaktiver User
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25.11.2009, 19:29Inaktiver User
AW: Erholung "in Kürze"
Finde ich auch nicht! Ich kann gut nachvollziehen, was Du meinst und da ich auch "in Bildern" (=Gedanken kommen von einer Seite in den Kopf und verlassen diesen an der anderen) lerne, ist es ganz einfach, mir das vorzustellen.
Aller Anfang ist schwer. Madame Nancissima Ungeduld möchte natürlich am liebsten alles sofort können und ist genervt von "störenden" Gedanken. Aber was lässt sich ändern außer kontinuierlich weiterzumachen? Also!
Was mir jetzt schon gelingt, ist, Gefühle, Gedanken etc. wertfrei(er) zu betrachten. Das ist ganz spannend: Nicht ärgern durch und durch, sondern zu spüren, dass ich mich ärgere - ist ein Unterschied.
In dem Buch sind auch Aufgaben beschrieben, um bestimmte Einstellungen von sich zu überprüfen. Nächstes Wochenende kaufe ich mir eine schöne Kladde, um die mal durchzugehen - nach den nächsten drei Studientagen, mit Erkältung und einem stressigen Wochenbeginn.
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30.11.2009, 11:04
AW: Erholung "in Kürze"
Ich glaube, daß es sowieso ganz wichtig ist, alle Dinge im Leben bewußt zu machen.
Ich habe bei mir z. B. beobachtet, daß ich nur bis zu einer bestimmten Höhe gucke, wenn ich draußen unterwegs bin. Meine Tochter meinte neulich: "Guck mal, da ist eine Katze auf dem Dach". Dabei ist mir aufgefallen, daß ich die Häuser, an denen wir vorbeifuhren, seit vielen vielen Jahren kenne, mir aber noch nie die Dächer angeguckt habe. Komisch, oder?
Nun versuche ich, wenn ich unterwegs bin, ganz bewußt höher zu gucken
. Also die Häuser bewußt komplett anzugucken.
Morgens bei meiner Tasse Tee klappt das ja schon ganz gut.
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03.12.2009, 16:41Inaktiver User
AW: Erholung "in Kürze"
Es klingt, als ob Du immer wieder auf Neues stösst, was es wert ist, beachtet zu werden. Gefällt mir gut...
Habe vor einigen Tagen etwas sehr Schönes erlebt. Ich habe - tatsächlich zum allerersten Mal - gesehen, wie sich eine Blüte geöffnet hat. Wir hatten eine Amaryllis auf dem Esstisch stehen, mit dicken Knospen. Auf einmal knisterte es leise und eine Blüte entfaltete sich. Das hat mich echt beeindruckt... So alltäglich, und doch habe ich es zum ersten Mal "live" gesehen!
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03.12.2009, 16:44
AW: Erholung "in Kürze"
Wow, Nancissima,
das habe ich auch noch nie gesehen. Und Du wahrscheinlich vor einiger Zeit auch nicht, oder? Hättest Du dann das Knistern überhaupt wahr genommen?
Ja, es ist wirklich so, daß ich versuche, alles im Leben bewußter zu machen. Dieses jahrelange Funktionieren kann einfach kein Dauerzustand sein. Man stumpft ja total ab dabei.
Heute mittag z. B. habe ich Champignons klein geschnitten und festgestellt, daß die von unten wunderschön sind. Natürlich wußte ich auch vorher, wie ein Champignon von unten aussieht. Aber so genau und ganz in Ruhe habe ich mir noch nie einen angesehen
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04.12.2009, 10:59Inaktiver User
AW: Erholung "in Kürze"
Es war ganz spannend: Mein Partner und ich saßen gemeinsam am Tisch. Er hat es erst gemerkt, als ich ihn darauf hinwies...
Ich habe den Eindruck, dass bei dem Hetzen nach dem Großen (Projektziele, Hochzeit, Wintergarten bauen etc.) der Blick für das Kleine, Leise, alltäglich Schöne ein wenig verschwindet. Du beschreibst es sehr schön: Oft genug einen Champignon geschnitten, oft genug die Unterseite gesehen - aber erst jetzt wahrgenommen. Mir tut das gut. Zum Einen wird sehr viel deutlicher, wieviele kleine schöne Momente der Alltag bietet. Zum Anderen ist dieses "Jemanden/etwas ganz und gar die Aufmerksamkeit schenken" ein kleines Sich-Herausnehmen aus dem Hamsterrad.
Du kennst doch bestimmt "Momo" von Michael Ende, oder? Darin sagt der Straßenkehrer Beppo: "Wenn ich eine Straße fege und sehe, wie lang und breit sie noch ist, dann drückt mich das nieder und ich frage mich, wie ich das alles schaffen soll. Wenn ich aber auf den nächsten Schritt schaue, sorgfältig kehre und darauf achte, dass es sauber wird - dann kehre ich und kehre ich, und auf einmal ist es geschafft."

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04.12.2009, 11:11Inaktiver User
AW: Erholung "in Kürze"
Das ist eine buddhistische Lebenseinstellung. Ich kann empfehlen sich einmal damit zu befassen. "Entschleunigen" ist ein Stichwort.
Ich weiß, das ist schwierig, langsamer zu machen in unserer hektischen Zeit. Aber es hilft. Es bringt Energie zurück und es zieht den focus wieder auf einen selbst.
Hast du mal Qigong oder TaiChi versucht?
Oder Meditation?
Übrigens ist Gartenarbeit eine super Möglichkeit dem Zazen (Meditationsform auf dem Zen-Buddhismus) näher zu kommen.
Etwas machen ohne dabei an anderes zu denken: nur fegen, nur Unkraut zupfen, oder auch nur Tee trinken, nur lesen ---ohne mit den Gedanken abzuschweifen - nicht einfach am Anfang, aber möglich.
Wir haben ja oft die Angst etwas zu verpassen. Einen Bericht im TV nicht zu sehen oder eine Serie, gleichzeitig denkt man an den Korb Bügelwäsche, die Fenster die dreckig sind, die Freundin die angerufen werden sollte etc. pp und so schaffen wir im Endeffekt gar nichts.
Ich übe selbst noch....aber üben ist ein Anfang
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04.12.2009, 12:46Inaktiver User
AW: Erholung "in Kürze"
Das Stichwort "Entschleunigung" hat mich schmunzeln lassen - ist es doch ein Dauerthema in meiner Supervision, wenn es darum geht, meinem von Veränderungen gebeuteltes Team noch mehr Veränderungen abzuverlangen bzw. genau das zu "entschleunigen". Dummerweise hat wiederum meine Chefin eher das Stichwort "Arbeitsverdichtung" drauf, mehr Leistung in kürzerer Zeit. Und gar nicht so wenige KollegInnen, die ebenfalls auf mittlerer Leitungsebene sind, teilen dies ganz oder teilweise...
Gerade deswegen ist es mir wichtig, auch mich selbst zu stärken - um da auch meine Meinung zu vertreten. Aber dieser Druck macht auch Streß...
Ja, üben werde ich noch eine lange Zeit. Aber ich merke jetzt schon, wie gut die Achtsamkeitsübungen tun und werde am Ball bleiben.



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