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  1. Registriert seit
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    Wie weitermachen? Welche Untersuchungen könnte es noch geben?

    Hallo,

    jetzt trau ich mich auch mal, ein Thema zu erstellen, leider "muss" ich das in keinem einfachen Bereich tun.

    Zu meiner/unserer Situation:
    Ich bin 31, mein Mann ist 36 Jahre alt. Wir haben im Juni 2016 die Verhütung abgesetzt und ich werde einfach nicht schwanger.

    Zu meinem Problem: Wir sind - was die Standard-Untersuchungen angeht - gesund. Nach einem Jahr haben wir uns (weil 30 und 35) in die Kinderwunschklinik begeben.

    Das Spermiogramm von meinem Mann war sehr gut (inklusive Hormon- und Stresswerte und was da sonst noch so untersucht wird). Das SG haben wir in der Kinderwunschklinik machen lassen, da ich vorher gelesen hatte, dass dort anders untersucht wird als beim "einfachen" Urologen.

    Bei mir: Ich habe - bis auf eine Ausnahme letztes Jahr, wo sich der Eisprung einmal um zwei Wochen verschoben hat - einen wunderbar regelmäßigen Zyklus (28 - 32 Tage).
    Seit Oktober 2016 habe ich Ovu-Tests (von CB, mit dem Smiley) gemacht - immer am 11. - 14. Tag zuverlässig positiv.
    Ich habe schon dreimal Blut abnehmen lassen, beim Hausarzt, bei der Gynäkologin und zuletzt in der Kinderwunschklinik - alle Werte sind ganz hervorragend, inklusive meinem Anti-Müller-Hormon, was ja die Eizellreserve/-fruchtbarkeit andeuten können soll.
    Im November 2017 habe ich eine Bauch- und Gebärmutterspiegelung mit Eileiterdurchlässigkeitsprüfung machen lassen - Eileiter prompt durchlässig, kleiner Endometrioseherd auf dem Blasendach, rückstandslos entfernt - sonst alles ganz hervorragend.

    Im September 2017 haben wir einmal mit Gonal-F und Auslösespritze stimuliert - eine wunderschöne Eizelle auf dem Ultraschall - nichts.
    Im Februar 2018 habe ich mit Clomifen stimuliert (1 Tablette am Tag) - vier (!) Follikel - Zyklus daraufhin nicht genutzt, sondern verhütet, damit nicht etwa Vierlinge zustande kommen.

    Da ja alles gesund ist, habe ich versucht, die Natur zunächst mal walten zu lassen und wir haben erstmal nichts mehr unternommen.

    Das zur Kinderwunschgeschichte bis heute.

    Jetzt müssen wir uns fragen: wie geht es weiter?

    Meine Gynäkologin hat gesagt, wenn die Clomifen-Stimulation nicht funktioniert, kommt es ohne weitere Nachfragen/Untersuchungen zur IVF (wenn wir wollen, natürlich nur). Ähnlich hat sich die Kinderwunschklinik geäußert. Die wollen natürlich auch Geld daran verdienen. IVF wäre sicherlich nicht in Frage zu stellen (im Vergleich zur ICSI o.ä.), weil ja das Spermiogramm sehr gut ist.
    Auch die Eizellausbeute dürfte bei meinen Reserven (vier Follikel schon bei 1 Tablette Clomifen) nicht wenig sein (hoffe ich jetzt einfach mal).

    ABER, das ganz große ABER: Die Chancen einer IVF stehen im Vergleich zu einem gesunden Paar auf natürlichem Weg nicht besser. Wenn man als gesundes Paar den richtigen Zeitpunkt trifft (und ich wüsste nicht, wann wir den mal verpasst haben sollten), stehen die Chancen bei 20 - 30% pro Zyklus.
    Bei einer IVF stehen die Chancen ebenfalls bei 20 - 30% pro Versuch (Quelle: Deutsches IVF-Register lt. www familienplanung de).

    Wollen wir da eine IVF auf uns nehmen (vor allem ich)?

    Zur zweiten Frage im Titel: Kann man nicht noch weitere Untersuchungen machen lassen? Vielleicht stimmt ja doch irgendwas nicht. Ich habe mal gelesen, es kann sein, dass der Körper der Frau die Samenzellen abstößt. Oder ich habe was von Humangenetik gelesen. Ich frage mich halt: Kann es nicht sein, dass es doch aus irgendeinem medizinischen Grund nicht klappt? Was können wir noch abklappern, bevor wir überlegen, uns in die künstliche Befruchtung zu begeben?

    Es tut mir Leid, dass es so lang geworden ist. Gefühle durch den unerfüllten Kinderwunsch muss ich wohl nicht äußern, die kennt ihr ja leider alle zu Genüge. Natürlich weiß ich (vom Kopf her) dass ich noch viel Zeit habe... Ich habe mich auch teilweise im Nebenstrang (Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden) wiedererkannt, aber ich bin ja dann doch noch etwas jünger, auch wenn ich mir manchmal uralt vorkomme).

    Danke fürs Lesen und ich würde mich über Anregungen freuen.


  2. Registriert seit
    07.03.2014
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    210

    AW: Wie weitermachen? Welche Untersuchungen könnte es noch geben?

    Hallo kararina,

    ich möchte dir erst mal sagen, dass ich mit dir fühle genau das gleiche hätte ich vor einiger Zeit auch schreiben können. Bei uns wurde auch sehr lange nichts gefunden; uns gegenüber wurde dann immer Optimismus verbreitet, und ich fand es einfach frustrierend. So richtig blöd fand ich, wenn Ärzte dann gesagt haben, seien sie doch froh, andere haben ganz massive Einschränkungen und trotz IVF/ICSI ganz schlechte Chancen, und ich habe nur gedacht, na toll, aber wir wissen ja nur einfach nicht, was wir haben. Es kann ja noch viel schlimmer sein Sehr frustrierend, das alles.

    Zu Deinen Fragen/Punkten:
    Bei mir: Ich habe - bis auf eine Ausnahme letztes Jahr, wo sich der Eisprung einmal um zwei Wochen verschoben hat - einen wunderbar regelmäßigen Zyklus (28 - 32 Tage).
    Seit Oktober 2016 habe ich Ovu-Tests (von CB, mit dem Smiley) gemacht - immer am 11. - 14. Tag zuverlässig positiv.
    Ich habe schon dreimal Blut abnehmen lassen, beim Hausarzt, bei der Gynäkologin und zuletzt in der Kinderwunschklinik - alle Werte sind ganz hervorragend, inklusive meinem Anti-Müller-Hormon, was ja die Eizellreserve/-fruchtbarkeit andeuten können soll.
    Im November 2017 habe ich eine Bauch- und Gebärmutterspiegelung mit Eileiterdurchlässigkeitsprüfung machen lassen - Eileiter prompt durchlässig, kleiner Endometrioseherd auf dem Blasendach, rückstandslos entfernt - sonst alles ganz hervorragend.
    Das war bei mir exakt das Gleiche. Interessant fand ich, dass unser Kiwu-Arzt mir sagte, dass bei Endo - und zwar ganz egal, ob viel oder wenig - die Eizellqualität schlechter ist. Warum das so ist, weiß man wohl noch nicht. Das ist auf jeden Fall was, was man im Hinterkopf haben kann, denn ggf. dauert es auch deshalb einfacher länger (auch in der Behandlung dann braucht man im Durchschnitt mehr Versuche).

    Meine Gynäkologin hat gesagt, wenn die Clomifen-Stimulation nicht funktioniert, kommt es ohne weitere Nachfragen/Untersuchungen zur IVF (wenn wir wollen, natürlich nur). Ähnlich hat sich die Kinderwunschklinik geäußert. Die wollen natürlich auch Geld daran verdienen. IVF wäre sicherlich nicht in Frage zu stellen (im Vergleich zur ICSI o.ä.), weil ja das Spermiogramm sehr gut ist.
    Auch die Eizellausbeute dürfte bei meinen Reserven (vier Follikel schon bei 1 Tablette Clomifen) nicht wenig sein (hoffe ich jetzt einfach mal).

    ABER, das ganz große ABER: Die Chancen einer IVF stehen im Vergleich zu einem gesunden Paar auf natürlichem Weg nicht besser. Wenn man als gesundes Paar den richtigen Zeitpunkt trifft (und ich wüsste nicht, wann wir den mal verpasst haben sollten), stehen die Chancen bei 20 - 30% pro Zyklus.
    Bei einer IVF stehen die Chancen ebenfalls bei 20 - 30% pro Versuch (Quelle: Deutsches IVF-Register lt. www familienplanung de).
    Zum ersten Punkt: Die erste IVF/ICSI wurde bei uns auch ohne weitere Untersuchungen gemacht, abgesehen von dem, was Du geschildert hast (SG, Hormonstatus, Bauchspiegelung). So blöd es ist, der erste Versuch ist häufig eine Art "Testballon" - danach sieht man besser, wo es scheitert. Gibt es zu wenige EZ? Lassen diese sich ggf. nicht richtig befruchten? Wie viele überleben die ersten 2,3 oder 5 Tage, und entwickeln sie sich gut? Nisten sich (gute) Embryonen ggf. nicht ein? Danach kamen dann bei uns ein paar weitere Untersuchungen. Dazu unten.

    Zum zweiten Punkt, zu den Chancen: Ich bin jetzt direkt (sorry), ich meine das nicht böse - in Eurem Fall stimmt das eben offenbar nicht. Ihr habt ja scheinbar nicht die 20-30% Chancen, denn es klappt ja seit 2 Jahren nicht. Sie haben mglw. die Ursache nur noch nicht entdeckt. Klar, man soll niemals nie sagen, evtl. hattet Ihr einfach Pech, aber mal ganz ehrlich - es sieht ja schon eher so aus, als wäre irgendwas nicht ganz in Ordnung.

    Zur zweiten Frage im Titel: Kann man nicht noch weitere Untersuchungen machen lassen? Vielleicht stimmt ja doch irgendwas nicht. Ich habe mal gelesen, es kann sein, dass der Körper der Frau die Samenzellen abstößt. Oder ich habe was von Humangenetik gelesen. Ich frage mich halt: Kann es nicht sein, dass es doch aus irgendeinem medizinischen Grund nicht klappt? Was können wir noch abklappern, bevor wir überlegen, uns in die künstliche Befruchtung zu begeben?
    Mit dem ganzen Thema der Immunologie kenne ich mich nicht aus, das wäre das nächste auf unserer Liste gewesen, daher kann ich dazu nichts sagen. Falls du es noch nicht getan hast, google mal nach Dr. Reichel-Fentz, das ist wohl eine der Koryphäen in dem Gebiet. Hat aber lange Wartezeiten, wie man so hört, und ich glaube, das wird auch erst nach einigen erfolglosen IVF/ICSI gemacht. Vielleicht kann da noch jemand anders was zu sagen

    Ich kann dir nur sagen, was wir noch gemacht haben:
    - Schilddrüse - das würde ich auf jeden Fall relativ zügig empfehlen, falls noch nicht geschehen. War bei uns o.B., hier gibt es aber offenbar relativ häufig die Ursache zu finden.
    - Genetik (hier mussten mein Mann und ich Blut abgeben und wir wurden auf die häufigsten genetischen Störungen getestet). War bei uns auch o.B.
    - Blutgerinnung - es gibt ein paar Störungen in dem Bereich, die zu Unfruchtbarkeit führen können, google mal Faktor 5 Leiden (ist allerdings eher relevant bei häufigen Fehlgeburten, wurde bei uns trotzdem untersucht). War ebenfalls o.B. bei uns...
    - mein Mann hat noch einen Test auf DNA-Fragmentierung im Sperma gemacht. Hier war das bei uns grenzwertig, und er hat daraufhin eine Kur mit hochdosierten Antioxidantien gemacht. Kann sein, dass das auch eine Rolle gespielt hat, aber wir haben dann endlich auch was "Handfestes" gefunden:
    - last but not least, unser Erfolgsfaktor: Ich habe einen ERA-Test machen lassen. Hierbei wird das individuelle Implantationsfenster geprüft; bei mir ist das um 2 Tage nach hinten verschoben. Allerdings ist das kein Test, den man am Anfang macht, denn das kommt nicht oft vor und der Test macht nur unter bestimmten Bedingungen Sinn. Bei uns hatten sich mehrfach Blastozysten nach ICSI nicht eingenistet, und dann macht das Sinn. Sie wurden jeweils am Standard-Tag (Tag 5 für Blastozysten) transferiert, aber meine Gebärmutterschleimhaut war da dann wohl noch nicht so weit, sondern noch im Kampf-Modus (alles, was hier Fremdes reinkommt, wird plattgemacht). Das kann natürlich auch nichts werden. Der erste Versuch mit einem verschobenen Embryo-Transfer an Tag 7 war dann erfolgreich - bin jetzt im 9. Monat.

    Ich will dir auch ein bisschen Mut zusprechen, zumindest für den Fall, dass Ihr Euch grundsätzlich eine IVF/ICSI vorstellen könnt. Das ist zwar keine schöne Zeit, und v.a. kein Sprint, sondern eher ein Marathon (O-Ton unser Arzt). Das dauert leider auch alles, und man sollte es mit der Häufigkeit der Behandlungen auch nicht übertreiben, denn das schlaucht ganz schön. Ich denke aber, dass Ihr vermutlich erst wirklich weiterkommt, wenn Ihr es mal probiert habt und dann sehen könnt, wo im Prozess es stockt. Abgesehen vielleicht von Schilddrüse, Gerinnung und Genetik, die kann man ggf. auch schon vorher checken lassen (weiß ich nicht, ab wann das die Krankenkasse übernimmt, wir hatten das nach der 1. erfolglosen ICSI).

    Alles Gute wünsche ich
    C.


  3. Registriert seit
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    AW: Wie weitermachen? Welche Untersuchungen könnte es noch geben?

    Convallaria, vielen vielen lieben Dank für deinen Text! Ich werde mir den mal zusammen mit meinem Mann in Ruhe zu Gemüte führen!
    Ach so, Schilddrüse hab ich bei allen drei Blutuntersuchungen checken lassen, in der KiWu-Klinik auch die weiteren Werte von denen immer die Rede ist (Hab die Namen vergessen).

    Wie schön, im 9. Monat! Ich wünsche dir / euch alles Gute!🍀

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