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  1. Registriert seit
    09.07.2018
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    Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Hallihallo,

    ich suche zwecks Teilen von Erfahrungen nach Frauen, die sich gegen eine Kinderwunschbehandlung entschieden haben oder dabei sind.

    Ich stehe jetzt vor dieser Entscheidung. Eine IVF ist meine vermutlich letzte Chance, noch ein Kind zu bekommen, wenn es nicht wie durch ein Wunder auf natürlichem Wege noch klappen sollte. Letzteres ist angesichts meines Alters (41) und leider schon immer problematischen Zyklusses eher unwahrscheinlich (auch, wenn ich sogar schon zweimal schwanger war, allerdings leider beides Fehlgeburten). Irgendwie sträubt sich in mir jedoch etwas gegen eine (oder mehrere) IVF - allein diese medizinische Prozedur, das Bangen und Hoffen, die am Ende doch nicht so überragenden Erfolgsaussichten und natürlich auch die Kosten. Oh je, oh je. Clomifen finde ich noch in Ordnung (eine meiner Schwangerschaften rührte daher), aber darüber hinaus?

    Manchmal denke ich, dass mein Kinderwunsch doch nicht so stark ist. Ich habe auch aufgrund meines Alters Bedenken - hab ich jetzt noch die Kraft für schlaflose Nächte und permanente Kinderbespaßung? Und würde mich ein Kind wirklich glücklicher machen? Ich müsste auch quasi oder fast Vollzeit arbeiten, da die Einkommenssituation meines Partners schwierig ist.

    Mein Partner steht hinter mir, hat aber selber keinen Druck (er hat schon Nachwuchs) und überlässt insofern mir die Entscheidung.

    In der Tendenz will ich den KB-Weg eher nicht gehen. Andererseits habe ich total Angst, ohne ein Kind immer unvollständig zu sein. Und dann sollte ich wenigstens alles versucht haben.

    Was sind Eure Erfahrungen mit dieser Problematik?
    Über Eure Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.
    Danke
    Metaline


  2. Registriert seit
    09.07.2018
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    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Hallo Metaline, mit Deinem Post sprichst Du mir aus der Seele… es tut gut zu hören, dass sich andere mit den gleichen Fragen quälen! Ich bin 42 und seit meinem 40. Geburtstag 4 x spontan schwanger geworden, jede Schwangerschaft endete leider in der 10. SSW mit einem MA. Unsere humangenetische Untersuchung blieb ohne Befund, es waren die altersentsprechend gehäuft auftretenden Chromosomenanomalien. Die letzte FG war im Oktober 2017, seitdem bin ich nicht wieder schwanger geworden und habe mich mittlerweile wegen meiner Unsicherheit in Bezug auf diesen Punkt in drei verschiedenen Kinderwunschzentren beraten lassen. Ich fasse gerne kurz zusammen, was ich dort erfahren habe:

    -eine KiWu Behandlung ist keine Therapie des Alters und/oder von Fehlgeburten, sondern in erster Line zur Behebung von organischen Problemen (Spermien, Eileiter etc.) gedacht. Frauen, die mehrfach spontan schwanger geworden sind wie wir, zählen nicht zur (Haupt)Zielgruppe, denn wir können unter normalen Umständen schwanger werden.

    -wenn wir nicht mehr schwanger liegen, liegt dies in unserem Fall zu 99 % am Alter. Ab Ende 30 sind bei etlichen Frauen bis zu 80 % aller Eizellen genetisch defekt und lassen sich nicht mehr befruchten, eine SS stellt sich demnach trotz Eisprung/Mens nicht ein. Ist aber rein theoretisch in einem guten Monat nicht absolut ausgeschlossen, allerdings mit sinkender Wahrscheinlichkeit. Ob die verbleibenden Eizellen eine eher gute oder eher schlechte Qualität haben, ist individuell stark unterschiedlich und genetisch bedingt. Bei vier Fehlgeburten darf ich davon ausgehen, dass meine zu den schlechten gehören bzw. ich eine Veranlagung zu Fehlern bei der Zellteilung habe. Heisst: Wiederholungsrisiko.

    - jetzt das Fazit: wenige und/oder schlechte Eizellen können auch durch IVF nicht therapiert werden. Bei der KB stehen die gleichen Eizellen zur Verfügung wie sonst auch, die Qualität wird nicht verbessert. Nur bei einer möglichst großen Anzahl gewinnbarer Eizellen macht ein IVF Zyklus mit den damit verbundenen psychischen, körperlichen und finanziellen Belastung Sinn. Für eine oder zwei Eizellen lohnt sich das ganze Verfahren nicht, die reifen auch spontan heran oder z.B. mit milder Clomifen-Stimu.

    Ob Du eher gut oder ggfs. gar nicht mehr auf die Stimu ansprechen wirst, sagen Dir Deine Hormonwerte als „hard facts“: Bei einem AMH zwischen 0,5 und 1 sowie einem FSH am Zyklusbeginn (bis Tag 3) zwischen 10 und 12 könntest Du eine IVF wagen und auf einige Eizellen hoffen. Mit einem FSH über 12 stehen die Chancen auf eine erfolgreiche SS immer schlechter, weil mit der schwindenden Anzahl meist schlechte Qualität korreliert (junge Frauen mit hohem FSH haben daher bessere Chancen, denn die wenigen Eizellen sind immerhin noch gut im Schuß).

    Ich bin letzten August mit einem AMH von 0,4 und einem FSH von 13,5 spontan schwanger geworden, während diese Werte für eine IVF wohl schon grenzwertig schlecht waren. Nur wenn Du gut ansprichst und viele Eizellen punktiert werden können, lohnt sich auch eine PKD oder PID (letztere nur im Ausland). Hier könnten aus den befruchteten Eizellen die genetisch gesunden herausgefiltert werden, was die Fehlgeburtsquote erheblich senken kann. Für 2-3 Eizellen lohnt sich das aber nicht, die würden dann ohnehin alle versuchsweise eingesetzt. Das Ausland ist an dieser Stelle weitaus liberaler und medizinisch fortschrittlicher- wir dürfen keine Embryos selektieren, aber eine spätere Fehlgeburt oder sogar eine Abtreibung nach Blut- oder Fruchtwassertest erleiden. Hab mich viel damit beschäftigt, es ist schon frustrierend :-(.

    Nach der letzten Fehlgeburt im Oktober sind meine Werte rapide in den Keller gerutscht, FSH war im Februar auf 19 gestiegen und im Mai auf 38. Ich hätte nie gedacht, dass das doch so plötzlich passiert. Damit bin ich zwischen 42 und 43 in den Wechseljahren angekommen, mit der Diagnose „erschöpfte ovarielle Reserve“. Damit macht kein Zentrum mehr eine KiWu Behandlung. Unabhängig von den FSH Werten riet mir ein KiWu Zentrum in meinem Alter und bei den Fehlgeburten zur Eizellspende.

    Wenn meine Werte besser wären, hätten wir 1-2 Zyklen GVnP mit milder Stimu versucht, um zu gucken, wie ich reagiere, und wenn das gut aussieht, max. 1-2 IVFs versucht. Aber bei den Werten geht nichts mehr. Dieses Wissen um Deine persönlichen Chancen würde ich mir auf jeden Fall beschaffen. Denn vielleicht musst Du Dir diese Frage dann auch gar nicht mehr stellen...

    Aus rein emotionaler Sicht würde ich immer noch weitermachen… weiter spontan versuchen, weiter eine Stimu oder IVF in Erwägung ziehen… alles mögliche tun, alles mögliche getan haben… Aber es gibt einen Punkt, an dem biologisch Schluss ist, zumindest für eine künstliche Befruchtung. Wenn der erreicht ist, dann muss man sich „nur“ noch mit dem Abschied vom KiWu oder anderen Möglichkeiten wie EZP auseinandersetzen. Für mich ist das ganze eine Lebenskrise, wenn ich auch froh bin, dass ich die Entscheidung für oder gegen IVF nicht treffen muss.
    Nach den Fehlgeburten sich mit einem kinderlosen Leben anfreunden.. das fällt mir aber unendlich schwer. Dabei war mein Kinderwunsch lange nur schwach ausgeprägt, ich habe viele andere Interessen. Aber jetzt wurde diese Liebe in mir zu einem kleinen Wesen entdeckt, und wo soll ich damit hin…. Ja, wir sind vergleichsweise alt. Aber vielen Männern, die mit grauen Schläfen Vater werden, wird auf die Schulter geklopft, sie tragen mit Stolz ihr Kind vor dem Bauch. Vater mit 45 oder gar 50 ist gesellschaftlich anerkannt und in größeren Städten Normalfall. Warum soll das dann für uns Frauen nicht gelten?? Die Biologie hinkt dem Zeitgeist hinterher... wenn es klappt, ist es doch super! Ich habe auch solche Ängste, Überforderung, alle anderen Eltern sind 10 Jahre jünger, wir Außenseiter im KiGa usw. Aber- dies ist Dein Leben und das lebst nur Du! Höre auf Dein Bauchgefühl und versuche Erwartungen von außen ( kann auch die Mutterrolle sein) zu identifizieren und aufzulösen. Wenn Du genug durchgemacht hast und nicht mehr willst, auch gut. Auch ohne Kinder ist ein glückliches Leben erlaubt und möglich!!


  3. Registriert seit
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    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    @Metaline und claudiata 75, darf ich mich zu Euch gesellen?

    Ich bin 43 und noch kinderlos. Mit 29 und 31 wurde ich schwanger, aber beide Schwangerschaften endeten in einer Fehlgeburt - 2004 hatte ich in der 6. Woche eine FG, vermutlich wegen einer Fehlanlage, aber das wurde nicht aufgeklärt. Damals war mein Zyklus sehr zuverlässig, als ich 3 Tage überfällig habe ich getestet und wusste daher schon, dass ich schwanger war. Im Nachhinein wäre es anders besser gewesen, dann hätte ich meine FG für eine verspätete Regel gehalten.

    2006 haben mein Mann und ich einen neuen Versuch gemacht. Ich wurde gleich im 1. Übungszyklus schwanger. Alles lief ganz prima - dann bekam ich in der 16. Woche nachts Blutungen. Mein Mann hat mich ins Krankenhaus gefahren. Ich hatte eine beginnende Blutvergiftung, mein Baby war im Mutterleib gestorben und die Geburt wurde eingeleitet. Das war der blanke Horror!

    Danach hatte ich jahrelang eine sehr große Angst vor einer erneuten Fehlgeburt. Dazu kam die oft sehr unsichere Einkommenssituation. Ich bin Freiberuflerin und von daher ist mein Einkommen unsicher und ich könnte auch nicht in Elternzeit gehen und dann wieder an meinen Arbeitsplatz zurück. Mein Mann hatte oft befristete Verträge, teilweise Zeitarbeit, und war zwischendurch immer wieder arbeitslos.

    Vor ein paar Monaten beschlossen wir, es nochmal zu versuchen, einfach auf gut Glück und ohne Druck. Meine Hormonwerte kenne ich nicht.

    Eine Kiwu-Behandlung möchte ich nicht. Zwei Cousinen meines Mannes haben eine solche Behandlung hinter sich. Beide haben mittlerweile 2 bzw. 3 Kinder. Aber der Weg dorthin war ein Martyrium. Hormonbehandlung mit entsprechenden Nebenwirkungen, immer wieder das Warten, die Nachricht, dass es geklappt hätte, mehrere Fehlgeburten...Ich denke, das würde ich psychisch nicht verkraften. Aber das muss jede Frau für sich entscheiden.

    Meine Regel wäre jetzt bald fällig, und ich wünsche mir gleichzeitig, dass ich schwanger wäre und habe Angst davor.

    Ich habe sehr viele Bedenken. Aus meiner Sicht spricht halt auch vieles gegen ein Kind - zumindest bei mir. Ich bin schon 43, mein Mann wird bald 56. Kann man einem Kind so alte Eltern zumuten?

    Ich befürchte auch, dass ich wegen meines Alters im Geburtsvorbereitungskurs, Kiga etc. geschnitten würde. Ein Problem ist auch, dass ich nicht richtig räumlich sehe und deswegen nicht autofahren kann. Ohne Führerschein bin ich nun mal nicht so mobil.

    95% des Alltagskrams würden an mir hängen bleiben. Hilfe hätte ich praktisch nicht. Unsere Eltern wohnen zwar jeweils nur 15 km weg , sind aber nicht mehr die Jüngsten. Meine Mutter ist 79 und hat starke Arthrose. Mein Vater ist fast 80, zum Glück noch sehr fit, aber er ist mit meiner Mutter schon recht ausgelastet. Meine Schwiemu ist 85, noch extrem fit, aber sie war schon immer der personifizierte Egoismus. Ein Netzwerk habe ich auch nicht, und das zu schaffen, stelle ich mir sehr schwierig vor.

    Dazu kommen noch andere Bedenken: Wie käme ich mit dem Schlafmangel zurecht? Ich bin halt keine 25 mehr. Wie bekomme ich den Alltag auf die Reihe? Und die Frage: Wo bleibe ich, wo bleiben meine Bedürfnisse?

    Mein Mann ist leider in mancher Hinsicht schon sehr eingefahren, und ob er mit dem Alltag mit Baby klarkommen würde, ist fraglich.

    Alles nicht so einfach...
    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. (Sokrates)

    Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind.
    Wirklich arm ist nur, wer nie geträumt hat. (Marie von Ebner-Eschenbach)


  4. Registriert seit
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    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Hallihallo,

    hier die FS wieder.

    Danke für Eure Beiträge. Aber schon komisch, dass sich nicht mehr angesprochen fühlen (oder doch nicht komisch?).

    Und ja:
    Auch ohne Kinder ist ein glückliches Leben erlaubt und möglich!!! Ich glaube nur leider, dass etwas Wehmut immer bleiben wird ...

    Viele Grüße
    Metaline

  5. Avatar von Loop1976
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    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Zitat Zitat von Metaline Beitrag anzeigen
    Auch ohne Kinder ist ein glückliches Leben erlaubt und möglich!!! Ich glaube nur leider, dass etwas Wehmut immer bleiben wird ...
    das muss nicht sein. im gegenteil. manchmal passieren im weiteren leben dinge, die dazu führen zu sagen, gut, dass ich keine kinder habe. mir passiert. was bin ich froh, keine kinder zu haben.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht


  6. Registriert seit
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    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Ja, ich dachte auch, dass dieses Thema bzw. diese Frage (mit ü 40 noch eine KiWu-Behandlung, ja oder nein) viele beschäftigen würde... Tatsächlich kann ich in meinem privaten Umfeld darüber aber auch mit kaum jemandem sprechen. Zum einen hat ein Großteil mit Ende 30 die Familiengründung (erfolgreich) abgeschlossen- viele, die ich kenne, haben ihre Kinder zwischen 36 und 39 bekommen. Da gibt es sicher noch weniger Probleme, zumindest altersbedingte. Dann habe ich mir eine Liste mit Frauen gemacht, die ü 40 erfolgreich Mutter geworden sind, um mich selber zu ermutigen und Hoffnung zu bewahren. Auf der Liste stehen etliche Frauen, z.T. Kolleginnen, entferntere Bekannte oder Promis/Politikerinnen- aber alle kann ich nicht fragen, wie es geklappt hat, ob spontan oder mit Hilfe, dafür kenne ich sie nicht genug. Und es hilft mir persönlich jetzt nicht mehr unbedingt weiter, da ja jede eigene Chancen hat, je nach Hormon- und Gesundheitszustand. Eine Freundin habe ich, die mit Ende 44 Mutter geworden ist- da könnte ich mir auch eine Eizellspende vorstellen, hab mal gefragt, ob es einfach so geklappt hat, die Antwort war ein kurzes ja, da hake ich erstmal nicht weiter nach.
    Das Alter alleine wäre aber für mich kein K.-O. Kriterium (mehr). Klar, anfangs dachte ich auch, mit 40 ist die Grenze. Nach der ersten Fehlgeburt hab ich gesagt, jetzt höre ich aber nicht auf, es kann ja klappen, wozu eine künstliche Altersgrenze setzen. Und so gehen die Limits, was das Alter angeht, schnell immer weiter nach oben, genauso wie bei den ggfs. denkbaren Hilfsmaßnahmen. Zuerst sagt man sich, entweder spontan oder gar nicht, dann zieht man Hormonspritzen in Erwägung, dann ggfs. eine IVF und/oder Eizellspende. Das Thema entwickelt einen Sog... und dann hat man/frau schon so viel investiert, an Kraft, Zeit, Emotionen, eventl. Geld, dass das Loslassen sehr schwerfallen würde.

    Da ich nicht so viele Gesprächspartnerinnen habe, habe ich viel dazu gelesen, das hat mir auch geholfen, u.a. von Martin Spiewack " Wie weit gehen wir für ein Kind", so wie Erfahrungsberichte von IVF-Patientiennen (die kinderlos geblieben sind) und aktuell lese ich auch Literatur zum Thema Abschied vom Kinderwunsch.
    Ja, Fragen und Ängste beschäftigen mich auch viele: Falls es klappt, vor einer weiteren Fehlgeburt, vor stiller Geburt, Behinderungen. Vor Ausgrenzung, weil älteste Mama weit und breit etc. Falls es nicht klappt, vor Einsamkeit im Alter, wer wird sich kümmern, wer wird mich beerdigen (vor kurzem ist mein Vater nach schwerer Krankheit gestorben , das hat noch mal viele Fragen aufgeworfen). Egal, wie es also weitergeht- einfach und unbeschwert wird es nicht sein. Ich versuche, Ängste und Grübeleien zur begrenzt zuzulassen, mir Argumente auch aufzuschreiben, damit ich in Stunden des Zweifels nachlesen kann, was ich mir mit klarem Kopf dabei gedacht habe, und mit Autogenem Training, Achtsamkeitkursen usw. zu lernen, mich auf den Augenblick zu fokussieren und mich nicht von Ängsten dominieren zu lassen. Das klappt mal mehr, mal weniger. Natürlich habe ich auch Angst, mir mit 45 vorzuwerfen, nicht alles versucht zu haben. Das ist sicher auch ein Grund, weshalb viele Frauen mit geringer Erfolgsaussicht dennoch noch IVFs machen. Für die Psyche. Das ist aber auch ein harter Weg, für den ich nach den ganzen Mißerfolgen kaum noch die Kraft hätte. Sehe ganz ehrlich auch nicht den Sinn, meinen Körper nochmals so zu quälen. Er hat ja schon einiges hinter sich.

    Wenn Du Dir eigentlich von Herzen ein Kind wünschst, würde ich doch versuchen zu prüfen, ob die Gegenargumente, die Du auflistest, nicht (nur) vom Verstand kommen. Verstand ist gut, kann und sollte aber Herz und Bauch nicht dominieren. Dann ist das keine runde Sache, es wird sich vermutlich nicht gut anfühlen. Das kannst Du vielleicht jetzt schon tief in Dir spüren.
    Meine Freundin, die mit 44 schwanger wurde, hat mir mal eine Postkarte geschenkt, auf der steht: "Glaube an Wunder, Liebe und Glück. Schaue nach vorn und nicht zurück. Tu was Du willst und steh dazu, denn dieses Leben lebst nur Du." Finde ich sehr schön, egal für welchen Weg man sich entscheidet.
    Liebe Grüße!

  7. Moderation
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    6.261

    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Liebe Claudita, dein Bericht berührt mich sehr!

    Ich hatte im Alter zwischen 34 und 37 auch vier Fehlgeburten. Ein Grund war dafür nicht auszumachen. Damals sagte mir eine Kinderwunschärztin: Sie müssen einfach so oft schwanger werden, wie es geht, dann ist vielleicht irgendwann das eine dabei, das bleibt. Sie hatte recht: ich hab mit 38 ein Kind bekommen und dann, ganz überraschend, mit fast 41 das zweite hinterher.

    Aber ich hatte zwischendurch einen "Plan B" ausgearbeitet, der reichte von der Weltreise bis dahin, zb Mentorate zu übernehmen, um Wissen und Wertschätzung weitergeben zu können.

    Raten kann ich nicht wirklich, ich wünsche dir viel Glück, egal welcher Weg vor dir liegt!
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"


  8. Registriert seit
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    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    @Cariad, Deine Geschichte macht Mut!

    Ich habe leider gerade wieder einen frühen Abgang. Nachdem ich an mehreren Tagen hintereinander morgens starke Übelkeit mit Erbrechen hatte und hinterher sofort wieder unbändigen Hunger hatte und meine Regel noch nicht da war, habe ich einen Test gemacht, obwohl ich eigentlich noch ein paar Tage warten wollte. Der digitale Test zeigte an, dass ich in der 4.-5. Woche schwanger sei. Erst war ich schockiert, aber nach 2 Stunden habe ich angefangen, mich zu freuen. Meine ganzen Bedenken waren wie weggeblasen. Nachmittags bekam ich ein starkes mensartiges Ziehen und eine leichte Schmierblutung. Abends wurde daraus aber eine rote Blutung, dazu starke Menskrämpfe. Die Schmerzen sind besser, aber die Blutung ist noch da. Ich bin nur tieftraurig.

    Und wie erwähnt empfinde ich die ganzen Bedenken, die ich habe, auf einmal als völlig nebensächlich.
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  9. Avatar von twix25
    Registriert seit
    13.01.2009
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    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Liebe Schreiberinnen,

    ich bekomme seit Längerem im engen Umfeld mit, wie eine junge Frau versucht schwanger zu werden.
    Sie hatte mehrere Fehlgeburten, bzw auch musste sie ins KH, weil das Kleine nicht mehr lebte.

    Was ich ganz schrecklich finde u nicht verstehen kann, sind die Reaktionen im Umfeld u dass sie kaum mit jemandem sprechen kann, da die Kommentare eher unangemessen sind.

    "Erschwerend" kommt hinzu, dass sie bereits ein Kind hat und "sich damit begnügen solle"

    Ich weiß auch von mir, wie groß mein Kinderwunsch war und auch nach dem ersten Kind, nicht einfach mit "Hobbys" wegging..

    Ich wünsche Euch, dass ihr Menschen habt oder findet, die achtsam mit euren Befindlichkeiten umgehen

    Frau Klein
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"


  10. Registriert seit
    03.03.2015
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    8.070

    AW: Gegen Kinderwunschbehandlung entscheiden

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    ich bekomme seit Längerem im engen Umfeld mit, wie eine junge Frau versucht schwanger zu werden.
    Sie hatte mehrere Fehlgeburten, bzw auch musste sie ins KH, weil das Kleine nicht mehr lebte.
    Oh mein Gott, das ist ja furchtbar!

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Was ich ganz schrecklich finde u nicht verstehen kann, sind die Reaktionen im Umfeld u dass sie kaum mit jemandem sprechen kann, da die Kommentare eher unangemessen sind.
    So etwas musste ich leider auch erleben. Ich denke, wer das nicht selbst erlebt hat, kann es nicht nachvollziehen. Aber statt "gescheit daherzureden", wäre es besser, wenn die Leute dann einfach nichts sagen würden oder einen einfach in den Arm nehmen würden.

    Ich musste mir u.a. Folgendes anhören: "Warum trauerst Du denn, das war doch nur ein Zellhaufen und kein Mensch." - "Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Vor zwei Monaten ist meine Katze gestorben." Und das Beste war "Sei nicht traurig, sondern freue Dich lieber, dass Cousine ABC nach ihrem ersten Kind noch ein zweites bekommen hat - übrigens ein ganz süßes Baby."

    Mein Mann und ich haben bewusst niemandem gesagt, dass wir es nochmal versuchen wollen. Ich habe weder Lust auf Kommentare à la "Dafür seid Ihr doch viel zu alt" noch will ich alle paar Wochen die Frage hören, ob ich jetzt schon schwanger bin. Das heißt im Umkehrschluss natürlich, dass wir alles alleine durchstehen müssen.

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Ich weiß auch von mir, wie groß mein Kinderwunsch war und auch nach dem ersten Kind, nicht einfach mit "Hobbys" wegging..
    Das kann ich gut nachvollziehen. Hobby sind schön und wichtig, aber doch kein Ersatz für ein Kind!

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Frau Klein
    Danke Dir!
    Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser. (Sokrates)

    Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind.
    Wirklich arm ist nur, wer nie geträumt hat. (Marie von Ebner-Eschenbach)

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