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  1. Moderation
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Zitat Zitat von Wolkenschaf3 Beitrag anzeigen
    Ich habe ein Kind aus einer künstlichen Befruchtung, aber eine Eizellspände hätte ich mir nie vorstellen können, weil es gefühlt nicht 100% mein Kind gewesen wäre. Es wäre mir deutliche schwerer gefallen, Schwangerschaft, berufliche Nachteile etc. auf mich zu nehmen. Und ich hätte es mir auch schwierig vorgestellt zu wissen das das Kind genetisch nicht meins ist aber seins schon.Bist du der sicher das es am Verlust der Freiheit liegt oder kommst du mit der Eizellspende nicht klar.
    Das würde ich für mich unterschreiben. Ebenso wie bei einem adoptierten Kind hätte ich bei dieser Behandungsmethode auch die Sorge gehabt, das Kind nicht durchweg als meines ansehen zu können.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  2. Avatar von Mailine
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Liebe Wings,
    ich bin entsetzt. Es ehrt Dich, ihm zuliebe doch ein Kind bekommen zu wollen. Es ehrt Dich sehr!
    Doch wo bleibst Du dabei?
    Vier ICSIs und eine Eizellenspende (!) in Deiner Situation sind der Hammer! Ich selbst war lange in der Kinderwunchhölle, wie Du schreibst. ABER: ICH hatte einen irrsinnigen Kinderwunsch. Ich habe alles dafür getan, meinen und unseren Wunsch zu erfüllen. Ich hätte noch mehr getan. Vermutlich hätte ich meine Seele verkauft. Ich hätte auch eine Eizellenspende in Erwägung gezogen, wenn es schließlich nicht doch geklappt hätte.

    Mit etwas Widerwillen, Respekt und Scheu wäre ich auch das Projekt Eizellspende angegangen. Das jedoch nur, weil mein Kinderwunsch mächtig war. Wegen meiner großen Sehnsucht nach einem Kind, habe ich ICSIs über mich ergehen lassen. Den Gedanken an eine Eizellespende zugelassen... All das habe ich als Chance gesehen.
    Sehr genau hatte ich gemerkt, was das mit mir machte.
    Man macht nicht eben mal so eine ICSI. Man macht nicht eben so mal eine Eizellspende.

    Was Du tust, liebe Wings, so kommt es bei mir an: Du verbiegst Dich für ihn komplett, Du drehst Dein Inneres nach Außen, Du lässt in Deinen Körper eingreifen, obwohl Du es aus tiefstem Herzen überhaupt nicht wollen kannst.
    Du mißbrauchst Dich selbst. Entschuldige bitte den harten Ausdruck.
    Allein Deine Reaktion kurz vor der Eizellspende ist mehr als deutlich.
    Für mich ist Deine Reaktion absolut und voll und ganz nachvollziehbar.
    Es klingt schon fast traumatisch. Wenn ich mich in Dich hinein versetze, kann ich fast nachfühlen, wie es Dir ergangen sein muss. Furchtbar.

    Allein der Gedanke, da lässt man sich eine Eizelle einer fremden Person einsetzen....
    Es wäre ja nichts von DIR gewesen. Von ihm, ja, von Dir.... was? Die Eizelle hätte sich in Deinem Körper einnisten können, Du hättest schwanger werden können. Wie hättest Du die Schwangerschaft erlebt? Hättest Du das Kind lieben können? Hättest Du ihn weiter lieben können, später... ? Welche Gefühle hätte eine Schwangerschaft und eine Mutterschaft bei Dir ausgelöst?
    So viele Fragen....
    So eine weitreichende und wichtige Entscheidung.


    Liebe Wings,
    ich meine aus der Ferne sagen zu können: Verbieg Dich nicht für ihn.
    Wenn es sein größter Wunsch ist, ein Kind zu bekommen, warum hat er noch keins?
    Auf den letzten Drücker Dir all diese körperlichen und psychischen Strapazen zuzumuten, ist schon arg....

    Du hast es für ihn versucht. Du kannst nicht mehr geben.
    Es ist in Ordnung.

    Jetzt wäre es an ihm, zu akzeptieren und zu respektieren, dass es für Dich Grenzen zu geben scheint.

  3. Avatar von Mailine
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Zitat Zitat von Wings Beitrag anzeigen

    Nach einer längeren Pause und aufgrund meiner mittlerweile deutlich schlechteren Eizellen entschlossen wir uns zu einer Eizellenspende im Ausland. Mittlerweile hatte ich im Job ein neues Aufgabengebiet übernommen, was mir sehr viel Spaß aber auch Stress bereitet und für das ich immer noch in Weiterbildungen stecke. Auf dem Weg zur Klinik in der am nächsten Tag der Embryonentransfer stattfinden sollte, überkamen mich auf einmal extreme Heulattacken (nein, normalerweise bin ich überhaupt nicht nah am Wasser gebaut) und eine starke Aversion gegen das, was dort stattfinden sollte. Ich hatte aufeinmal das Gefühl, mein Leben sei nun zuende. Ich sagte ihm, dass ich es nicht könne, er war natürlich absolut entsetzt und sprachlos. Ich habe ihn also alleine in die Klinik geschickt mit dem Auftrag, das Ganze abzusagen und die Embryonen einzufrieren. Auf dem Heimweg sagte er mir, er wisse nicht, was er nun denken und fühlen solle und dass das, was ich getan hätte, schlimmer sei als fremdgehen. Ich saß neben ihm und habe nur geweint. Das Ganze war vor ca. drei Wochen.


    Wings

    Wings, lass Dir da nichts einreden! Was Du getan hast, war völlig in Ordnung. Du hast Deine Meinung geändert. Das ist Dein Recht.
    Der Vergleich mit dem Fremdgehen hinkt und er ist unpassend. Lass Dich bitte nicht unter Druck setzen!

    Allein diese Situation zeigt, dass er nicht emphatisch Dir gegenüber war. Er konnte sich nicht in Dich hineinfühlen und nicht für Dich da sein, wie es seine Aufgabe in diesem Moment vor der Eizellspendenklinik gewesen wäre.
    Wie waren denn die Drei Wochen danach bezüglich der Eizellspende? Hat er es Dir nachgetragen?

    Weiter schreibst Du von anderen, die Dir sagen, was für eine gute Mutter Du wärst.
    Lass Dich auch da nicht beeinflussen.
    Nimm Dir die Zeit, zur Ruhe zu kommen. Es sacken zu lassen. Dann warte ab, und versuche heraus zu finden, wie Dein eigener Kinderwunsch ist. Wenn dabei heraus kommt, Du möchtest kein Kind, kommunizier das mit deinem Mann.

    Du schreibst viel von Fremdbestimmung und dass Du sie nicht haben kannst.

    In der Kinderfrage hast Du Dich jedoch beinah fremd bestimmen lassen.

  4. Avatar von Wolkenschaf3
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Das würde ich für mich unterschreiben. Ebenso wie bei einem adoptierten Kind hätte ich bei dieser Behandungsmethode auch die Sorge gehabt, das Kind nicht durchweg als meines ansehen zu können.
    Bei einem adoptierten Kind wäre es aber klar und eindeutig hier ist das dann so eine Zwischensituation , man gibt der Umwelt ja wahrscheinlich auch vor dass es das leibliche Kind ist.

  5. Avatar von 2believe
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Ich möchte gerne die Aussagen von mailline voll und ganz unterstreichen!

    Ein Kind zu bekommen ist etwas sehr weittragend. Diese Entscheidung fast ausschließlich dem Partner zuliebe zu treffen beinhaltet schon einiges an Selbstaufgabe. Aber verbunden mit ICSI und sogar Eizellenspende macht mich das ehrlich gesagt sprachlos. Du sollst für ihn seine Gene weitertragen und auch alle Mittel mitmachen ohne dass du überhaupt selbst möchtest. Das ist schon harter Tobak.

    Tatsache ist, dir geht es nicht gut dabei.

    Ich wünsche dir, dass du den Weg findest dir über deine Wünsche klar zu werden. Nur diesen Weg kannst du authentisch gehen!

    Alles Gute

  6. Avatar von Aen
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Zitat Zitat von Wings Beitrag anzeigen

    Nun weiß ich nicht, was ich tun soll.
    Ich würde sagen, auf die innere Stimme hören, die seit geraumer Zeit Nein brüllt.


    Gruß,
    Aen
    Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag. -- A. Tschechow


  7. Registriert seit
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    @ Cariad
    ich glaube, sein Kinderwunsch war immer schon da, was mir auch seine alten Freunde erzählt hatten. Nur, dass er wohl bisher nie die richtige Frau dazu hatte bzw. wohl nie eine bereit war, aufgrund seiner Problematik diesen Weg zu gehen, den ich bereit war zu gehen. Weiter hatte er sehr lange an einer Beziehung festgehalten, bei der die Frau ewig herumeierte und sich nie wirklich zu ihm bekennen wollte.

    Zu den Nebenwirkungen einer Schwangerschaft: ich glaube, er stellte sich das ungefähr so vor "die Frau wird schwanger, kotzt am Anfang ein wenig, sieht irgendwann so aus, als hätte sie nen Fußball verschluckt, dann ist der Fußball weg und das wonnige Kindchen da und alles ist schön". Das war jetzt sehr polemisch, aber so kommt es mir eben vor. Bzgl. der Stimmungsschwankungen müsse man sich eben zusammen reißen! Nachdem er noch nie ernsthaft mit Kindern zu tun hatte, hat er keine Vorstellung von deren Irrationalität. Ich dagegen durchaus, da ich AuPair für drei Jungs zwischen 2 und 7 war :-)

    @Mailine
    ich glaube, du hast mit Allem Recht, was du schreibst. Ich wäre mir vorgekommen, als hätte man mich vergewaltigt, hätte ich die Embryonen angenommen. Ich konnte mir rational noch so sehr vorstellen, diesen Weg zu gehen, wenn es auf anderem Weg nicht funktioniert, aber dann hat meine Seele ganz laut protestiert. So laut, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte.

    Die Schwangerschaft hätte ich wohl nicht als Genuss erlebt (aber mit meinen eigenen Eizellen wohl auch nicht), ich hätte es irgendwie ertragen und gehofft, keine Langzeitschäden davon zu tragen. Vor allem wäre ich jedem an die Gurgel gegangen, der mir dann noch Verhaltensregeln "meinst du, der Sport ist gut in deinem Zustand?", "meinst du, du solltest jetzt noch fliegen?" etc. aufgedrückt hätte. Für die Mordrate in meiner Stadt würde ich dann nicht mehr garantieren

    Das Kind hätte ich wohl schon geliebt. Es kann ja nichts dafür und wie gesagt, mein Herz ist nicht aus Stein, ich finde Kinder grundsätzlich prima, nur kann ich mich mit dem Gedanken an jahrelange Fremdbestimmung überhaupt nicht anfreunden. Ich scheue nicht die Verantwortung, ich verabscheue andere Menschen, die es "nur gut" meinen, KiGa, Schule, zahlreiche Zwänge, denen ich mich nun unterwerfen muss, ständiges Be- und Verurteilen durch Menschen, die mir am Allerwertesten vorbeigehen...Ich fürchte, mich in dieser Mühle selbst zu verlieren und nur noch ein Bedürfniserfüllungsroboter zu werden.

    Irgendwo habe ich mal gelesen "wenn du dich ständig denjenigen aufopferst, die du liebst, wirst du irgendwann die hassen, die du liebst". So könnte es mir auch gehen und ja, ich würde evtl, sogar irgendwann meinen Mann hassen, weil ich es für ihn getan habe und ich nicht das zurück bekomme, was ich denke, dass ich mir dafür verdient habe. Kleiner Nebenaspekt: er sagt zwar, er würde seine Arbeitszeit reduzieren, wenn erstmal ein Kind da sei. Nun, er verpricht mir seit Jahren, weniger zu arbeiten, es ist eher das Gegenteil passiert. Wie soll diese Reduzierung aussehen: von 60h auf 40h?

    Ob er es mir nachträgt, weiß ich nicht. Jedenfalls sagt er, er müsse jetzt verarbeiten, dass er wohl keine Kinder haben wird. Er sei so nahe dran gewesen und jetzt sei ihm die Hoffnung genommen worden. Aber er sieht durchaus, dass ich meine Grenze erreicht habe, allerdings weiß ich nicht, ob er denkt, dass die Grenze noch nicht erreicht wäre, wenn ich nur etwas stärker wäre. Er hätte in seinem Leben jedenfalls immer Alles gegeben, um zu erreichen, was er wollte...
    Vor der ersten Behandlung hatten wir uns darauf verständigt, dass wir nur das tun, was ich bereit bin zu tun und dass er mir dann keine Vorwürfe machen wird. Ich fordere nun ein, dass er sein Versprechen hält.

  8. Moderation
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Eher aus Neugier: hätte er auch ein Kind per Samenspende gewollt, da ja sein Spermiogramm auch nicht gut war?
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"


  9. Registriert seit
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Grundsätzlich ja, allerdings wäre ihm eine Eizellenspende lieber gewesen, "Mann" gibt ja schon lieber seine eigenen Gene weiter.

    Ich selbst halte meine Gene grundsätzlich nicht für unverzichtbar für die Welt.


  10. Registriert seit
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    AW: Vier ICSIs, eine abgebrochene Eizellenspende und nun starke Zweifel und Konflikte

    Ich finde Mailines Beitrag toll, denn er transportiert so viele Gefühle! Gefühle, die du liebe TE nach außen transportieren solltest und darfst!

    Irgendwer schrieb, dass du dich die letzten Jahre hast fesseln lassen (sinngemäß), genau das getan hast, was ja ein Hauptgrund für dich ist,keine Kinder zu wollen. Und ich denke, es ist an der Zeit dich damit auseinanderzusetzen. Vielleicht ist es nämlich genau die Tatsache, dass du hier eine “Schwäche“ hast, nämlich dich anderen bis zur Selbstaufgabe unterzuordnen, die dich keine Kinder wollen lässt. Und vielleicht,ganz vielleicht, würdest du sogar von Herzen welche wollen, könntest du diese innere “Baustelle“ aufdröseln..

    Hier gibt es übrigens noch ganz viele Aspekte. Zum einen: wenn dein Mann sagt, er würde “alles“ dafür tun ein Kind zu haben,ist ihm klar, dass das mal glatt gelogen ist? Denn unter alles fällt auch sich zu öffnen, Beziehung- und Eigenarbeit zu leisten, der Wille zur Reflexion!! Soo wichtig war es ihm dann wohl doch nicht. Schönes Argument, was man dem anderen um die Ohren hauen kann. Aber er hatte mal gute >zehn Jahre mehr Zeit als du dieses “alles“ unter Beweis zu stellen, oder?
    Ich bin darüber hinaus aber voller Mitgefühl für seinen Kummer, den er jetzt hat. Denn ja, es kann ein tiefer Verlust sein, eine große Traurigkeit und dafür bedarf es Mitgefühl und Zeit!

    Und ja, ich sehe auch eine Teil“schuld“ bei dir. Denn du hast ihn/euch nunmal insofern “hintergangen“ als dass du nicht authentisch warst, nicht bei dir und deinen wünschen geblieben bist und so Hoffnung geweckt hast.

    Viel viel was es zu verarbeiten, bestenfalls besprechen, zu fühlen und auch zu verzeihen gibt. Dem anderen und auch sich selbst. Jeder von euch.

    Alles gute!

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