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  1. Registriert seit
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    2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Hallo ihr Lieben,

    ich lese schon eine Weile still hier mit und nun schreibe ich auch einmal, weil ich mir alles von der Seele schreiben muss und ein paar aufmunternde Worte bräuchte.
    Wir haben bereits eine dreijährige Tochter und warten seit über einem Jahr auf Wunschkind Nr. 2. Da es bis jetzt nicht geklappt hat, haben wir nach Forschen herausgefunden, dass mein Mann aufgrund einer Leisten-OP auf natürlichem Wege nur mit minimaler Wahrscheinlichkeit noch Kinder zeugen kann.
    Eine medizinische Unterstützung kommt für mich nicht in Frage. Ich gehe ungern zu Ärzten und es fühlt sich sich für uns als Weg nicht richtig an. Wir haben bereits eine Tochter und sind absolut glücklich mit ihr. Mein Mann kann sich leichter damit abfinden, dass es bei diesem einen Kind bleibt. Ich sehe es vom Kopf her wie er und will das Glück auch nicht herausfordern - zumal ich da etwas esoterisch angehaucht bin und denke, dass alles im Leben einen Sinn hat- wohl auch, dass wir nur ein Kind haben sollen. Mein Herz weint aber ständig. Ich bin so unendlich traurig, dass uns kein zweites Kind vergönnt ist. Um uns rum haben alle zwei oder mehr Kinder. Ständig drängen alle mit Fragen nach dem zweiten Kind. Die offiziielle Version ist : Schauen wir mal. Dass es nicht klappt wissen nur mein Mann und ich. Ich will mich nicht jedem erklären und weiß wie schlimm das Umfeld sein kann mit gutgemeinten Ratschlägen. Ich habe auch schon gehört, dass Menschen, die eine künstliche Befruchtung ablehnen dann auch nicht jammern müssen, wenn sie kein Kind bekommen. Da das ja auch für uns nicht der richtige Weg ist, will ich mir diese (Rat)schläge aus dem umfeld sparen.
    Ich weiß auch gar nicht genau warum ich das hier schreibe.... Ihr könnt mir ja keinen Rat geben. Ich muss meine Gedanken nur mit irgendwem teilen. :-(

  2. Avatar von youtas
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Eine geringe Wahrscheinlichkeit ist keine NullProzent Wahrscheinlichkeit.

    Ich wurde 10 Jahre nach der Diagnose "unmoeglich" schwanger.

    Mein Tipp, versuch es mehr in Richtung, klappt oder klappt nicht zu sehen, entspann die Situation, wenn du kannst. 1 Jahr ist ja noch keine Ewigkeit zum Probieren, auch bei ganz "normalen" Umstaenden kann es laenger als ein Jahr dauern.
    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
    Youtas

    Das Schönste an mir bin ich.


  3. Registriert seit
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    mhhh, dass ist schwer und zu sagen ein Kind ist besser als keines halte ich für Blödsinn, denn der Wunsch ist ja in Dir mehr Kinder in Dein Leben zu lassen....

    Ich kann Dir nur raten Abschied von Deinem Wunsch zu nehmen, Dich zu verabschieden, Step by Step, in Deinem Tempo um wehmütigen Momenten in der Zunkunft keinen Raum mehr zu geben sondern Dein akuelles Leben als wunderbar annehmen zu können.
    Nicht alle Wünsche im Leben erfüllen sich, dass ist leider so....


    Wenn Du die Frage nach einem 2. Kind gestellt bekommst, antworte ehrlich, dass ist doch kein Drama zu sagen die Chancen sind sehr gering nochmal schwanger zu werden und Du es nicht auf klinischem Wege versuchen möchtest da das für Dich kein gangbarer Weg ist.

    Guten Freunden kann man das so sagen und anderen kann man antworten ist nicht geplant und das Gespräch somit tod stellen und das Thema wechseln.

    Und sollte es doch einen glücklichen Zufall geben dass ein forscher Schwimmer Deine Eizelle erreicht, dann ist das eine tolle Überraschung und ein wunderbares Geschenk.

    Fühl Dich einfach mal in den Arm genommen und ja, na klar darfst Du traurig sein, aber ich hoffe es wird Dich nicht übernehmen ....
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  4. Registriert seit
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Ich danke euch- deine Geschichte macht Hoffnung youtas. Und trotzdem bin ich nicht sicher, ob ich noch Hoffnung haben soll. Ich kämpfe sehr damit. Schon seit Weihnachten versuche ich abzuschließen, aber es ist so schwer. In der nahen Familie werden ständig alle schwanger. Ich muss so tun, als würde mich das alles nicht stöndig treffen und mich rechtfertigen, wie ich das unserer Tochter antun kann, dass sie Einzelkind bleibt - alle denken ja wir wollen keines mehr. Das Verhältnis zu meinem Mann leidet sehr. Er kann mich nicht verstehen, meint ich solle froh sein, unsere Tochter zu haben. Er meint, wir sollen das offen sagen, dass es nicht mehr klappt, aber ich will nicht, dass jeder mich dann mitleidig ansieht wenn die Schwangerschaften und Geburten weitergehen.
    Ich hasse mich selbst dafür, in diesem Wunsch zu versinken statt die Zeit mit unserer Tochter zu genießen. Ich kann mit niemandem drüber reden. Alle meine Freundinnen haben jetzt das zweite Kind bekommen, meinem Mann kann ich nicht anvertrauen. Ich bin einfach so unendlich traurig und habe Angst, dass das niemals enden wird.

  5. Inaktiver User

    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Zitat Zitat von Amalia2 Beitrag anzeigen
    Ich muss so tun, als würde mich das alles nicht stöndig treffen und mich rechtfertigen, wie ich das unserer Tochter antun kann, dass sie Einzelkind bleibt - alle denken ja wir wollen keines mehr.
    Aber das musst du ja nicht. Ich bin immer für Offenheit, anders kann man dann auch kein Verständnis erwarten. Ich fände es belastend, auch noch eine Rolle spielen zu müssen. Wenn du sagst wie es dir geht dann kann man auch besser auf dich eingehen. Dass dich das traurig macht werden die meisten doch sehr gut nachvollziehen können.

    Ich würde nach einem Jahr auch nicht aufgeben, vielleicht kannst du dahin kommen dir zu sagen, wenn es sein soll wird es auch sein.

    Übrigens bin ich auch so ein unmöglicher Fall, meine Mutter konnte angeblich auch keine Kinder bekommen.


  6. Registriert seit
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Ich wäre auch für offen sagen, zumindest im Familienkreis. Dann hören die Kommentare auf.
    Einer meiner Brüder und seine Frau hatten auch grosse Probleme und warteten sehr lange aufs erste Kind, während rundrum ein Kind nach dem anderen kam.
    Ich denke, niemand von uns hat meine Schwägerin mitleidig angesehen.

  7. gesperrt
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Ich verstehe dieses Umfeld nicht, dass ein Einzelkind als etwas negatives empfindet. Was sind das für Leute?

    Und ich schließe mich den anderen an, kommuniziere die Wahrheit und vor allem: Erlebe es selber nicht als Verlust. Ich glaube du lässt dich viel zu sehr von Dritten beeinflussen, zumindest kommt das in deinem Beitrag in jedem zweiten Satz zum Vorschein.

  8. Avatar von Oaxa
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Ich stand vor nicht allzulanger Zeit vor dem gleichen Problem und habe es mit künstlicher Befruchtung versucht.
    Das sollte aber natürlich nicht zur Diskussion stehen, weil du dir anscheinend sehr sicher bist, was der Umgang damit angeht.

    Ich kann dich aber total verstehen, was die Trauer angeht und die Stiche, die man verspürt, wenn man wieder die ganzen Babys purzeln sieht.
    Auch die Kommentare zum Thema "Einzelkind? Das arme Kind...." kenne ich zu Genüge, weil ich halt auch nicht offen mit dem Thema umgegangen bin.
    Mittlerweile würde ich aber auch dazu raten, zumindest in der Familie und im engsten Freundeskreis offen mit der Thematik umzugehen.
    Einfach schon weil du dich sonst ständig rechtfertigen musst und deine Trauer nicht zeigen darfst, wenn wieder eine Schwangerschaft verkündet wird.

    Und der Weg der Trauer und des Abschließens mit dem Thema Zweitkind wird bestimmt nicht einfach sein. Natürlich kannst du froh sein ein gesundes erstes Kind zu haben, aber trotzdem musst du einen Herzenswunsch begraben.So einfach ist die ganze Sache halt nicht!
    Denn ein Kinderwunsch ist so existenziell und kann nicht einfach bei Seite geschoben werden, auch wenn das Außenstehende, selbst dein Mann, gerne so sehen würden.

    Lass ich mal umarmen und lass dir ein bisschen Kraft für den Abstand von der Meinung anderer geben. Und dann viel Glück und Erfolg beim Verarbeiten deiner Trauer!
    Geändert von Oaxa (11.08.2016 um 19:47 Uhr)

  9. Avatar von Eteterfon
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Liebe Amalia,

    ich plädiere auch für Offenheit, ich kann mir vorstellen, dass es das evtl leichter macht für dich, wenn du dich nicht immer verstellen musst und auch sagen kannst, dass medizinisch Nachhelfen halt nicht euer Weg ist?

    Ich selber bin immer relativ offen damit umgegangen, als unser KiWu nicht "planmäßig" verlief (auf unseren Großen haben wir 3 Jahre gewartet und waren auch in der KiWu Praxis, die Kleine kam wundersamerweise trotz meines Alters von 39 dann im 3. Zyklus). Wir haben immer offen gesagt: wir hätten gern zwei, aber wir schauen mal, ob das noch klappt, wir sind ja keine 25 mehr. Im Umfeld war das nie ein Problem und ein "armes" Einzelkind wurde aus unserem Zwerg auch nicht gemacht.
    [CENTER]“Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
    in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)


  10. Registriert seit
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    AW: 2. Kind will nicht kommen- die Traurigkeit ist groß

    Offenheit: Ja wir haben das alles oft durchgedacht und durchgespielt.
    Wir kommen beide aus großen Familien und niemand hat ein Einzelkind. "Kinder brauchen Geschwister", "Ein Kind ist kein Kind" "Ihr werdet es bereuen nicht alles für ein weiteres Kind getan zu haben" usw usw usw
    Dazu noch das ewige Getratsche bei Familienfeiern über Leute, die kein Kind bekommen können und ob es wohl an "ihm" liegt oder an "ihr". Glaubt mir, wir haben das oftmals durchgespielt, aber wie wir hier leben, in dieser ländlichen Dorfgemeinschaft - nein, das ist für mich kein Weg. Da äußere ich mich lieber gar nicht und jeder soll das denken, was er will.
    Es stimmt, wenn niemand weiß, dass wir traurig sind, dann kann es ja keiner ahnen, aber ich will hier nicht "gebrandmarkt" sein und das ist man in dieser dörflichen Gemeinschaft und vor allem unseren großen Familien mit Tanten/Onkel usw schnell. Ich müsste mir glaube ich mein Leben lang von der Mutter meines Mannes anhören, was man nicht alles machen könnte und müsste mich ständig rechtfertigen warum wir das nicht wollen.
    Bamboo82: Ja das stimmt, ich lebe sehr viel im Außen. Es ist schrecklich.

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