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Thema: PCO-Syndrom

  1. Avatar von nanammm
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    PCO-Syndrom

    Hallo,

    auf dem Weg zur Kinderwunschbehandlung wurde bei mir das PCO-Syndrom diagnostiziert. Der Verdacht darauf bestand sozusagen schon "immer", weshalb ich "schon immer" die Pille nehmen musste. Mein Frauenarzt erklärte mir damals, entweder die Pille und der Zyklus bleibt erhalten - oder keine Pille, dann tut sich gar nichts mehr.
    In der Kinderwunschklinik wurde der Verdacht bestätigt - die Pille nehme ich seit zwei Jahren nicht mehr, muss aber die Blutung durch andere Hormone immer mal wieder auslösen.
    Gibt es hier auch Betroffene? Ich würde mich gerne mit Euch darüber austauschen, wie Ihr es festgestellt habt, wie Ihr damit umgeht und was Ihr evtl. sogar dagegen unternehmt...
    Ich habe beispielsweise gelesen, dass Abnehmen helfen würde - aber gerade das Abnehmen besonders schwer fällt, weil die Zellen durch das PCO erst recht Energie einspeichern!?
    Ein anderes Problem ist die Haut, schon immer habe ich Akneprobleme, aber seit Absetzen der Pille sehe ich schlimmer aus als in der Pupertät! Wie geht Ihr damit um?
    Natürlich ist da auch noch der Kinderwunsch - es hieß zu mir, ich habe extrem viele Eibläschen und könnte die ganze Stadt mit Eizellen versorgen... ja, hörte sich ja zugegebenermaßen toll an, da brauche ich mir also darum keine Sorgen (für ICSI) zu machen... aber jetzt habe ich gelesen, dass das unreife Eizellen sind, die dann verkümmern und sich so quasi ansammeln!?
    Sind hier Betroffene, die sich gerne austauschen möchten?

    Lieben Gruß von Nana

  2. VIP Avatar von xanidae
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    AW: PCO-Syndrom

    Ich bin nicht betroffen, aber meine Cousine und diese nimmt seit Jahren Metformin und hat seit dem einen regelmäßigen Zyklus und auch andere Symptome des PCOs haben sich verbessert, außerdem hat sie in der Zeit erfolgreich eine Gewichtsreduktion durch geführt. Dies war ohne Metformin wohl schwieriger...
    Metformin ist eigentlich ein Medikament zur Diabetes-Behandlung und nicht für PCO zugelassen. Dies ist eine Off-Label Behandlung und muss selbst bezahlt werden.
    Nicht alle Ärzte unterstützen das und sie ist einmal umgezogen und musste den Arzt wechseln und es war sehr schwierig, einen Arzt zu finden, der diese Form der PCO Behandlung unterstützt.
    Die subtilste Form des Terrors ist die Betreuung. Man hat für ihn auch noch dankbar zu sein.
    G. Haack


  3. Registriert seit
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    AW: PCO-Syndrom

    Ich habe ebenfalls PCO, aber erst durch den Kinderwunsch davon erfahren. Ich habe recht jung mit der Pille angefangen und vorher hat es keinen erstaunt, dass ich keinen regelmässigen Zyklus habe.

    Metformin ist zwar geeignet zur Zyklusregulierung. Man weiss aber seit einiger Zeit, dass es die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft nicht erhöht. Drum verwenden KiWu-Ärzte es eigentlich nicht mehr.

    Ich habe eine Schwangerschaft durch Eintitrieren von Clomifen auslösen können. Drei weitere (davon eine FG) entstanden mehr oder weniger "spontan" durch Absetzen der Pille nach einer gewissen Einnahmezeit. Der erste Zyklus nach Absetzen der Pille hat jeweils gute Chancen für einen Eisprung. Bei mir hat es zwar stets > 100 Tage gedauert, aber dann kam der ES tatsächlich.

    Gewichtsreduktion kam für mich nicht wirklich in Frage, da ich ohnehin untergewichtig bin (anderer Phänotyp). Mit unreiner Haut habe ich aber auch zu kämpfen.

    Mein Frauenarzt sagte mir, dass eine langfristige Zyklusregulierung sinnvoll sei, um das Risiko für das metabolische Syndrom zu senken, das oft als Folge von PCO entstünde. Ich bin aber noch nicht sicher, ob ich die Hormontherapie will, denn bei der letzten Pilleneinnahmezeit ging es mir gar nicht gut (heftige Migräne und Stimmungsschwankungen).

    Zur Erklärung der PCO an sich hat mein FA mir Folgendes erzählt:
    PCO ist eine Störung im einem Regulierungskreis für den Zyklus. Normalerweise reift im Eileiter ein einzelnes Eibläschen. Dies wird durch ein Hormon (FSH) zur Reifung angeregt.
    Während es immer grösser wird, schüttet das Eibläschen immer mehr eines anderen Hormons aus. Dieses unterdrückt dann irgendwann die Bildung von FSH. So weiss der Körper, dass das Ei reif ist und es springt.

    Bei PCO bilden sich nun gleichzeitig viele kleine Eibläschen. Diese schütten gemeinsam soviel vom Unterdrücker-Hormon aus, dass die Entstehung von FSH gestoppt wird. Zum Eisprung kommt es aber nicht, weil die Eibläschen ja nicht wirklich reif sind, sondern nur gemeinsam Reife vortäuschen.

    Unterbrechen lässt sich das, wenn eines dieser Eibläschen mal einen kleinen Vorsprung vor den anderen Winzlingen erhält. Dann kann sich dieses tatsächlich bis zur Reife weiterbilden.

    Das lässt sich auf verschiedene Arten erreichen:
    1. Pille
    Die Pille unterdrückt die Entstehung der Follikel. Nach Absetzen kann es sein, dass sich nicht so viele gleichzeitig bilden. Drum hat eine PCO-Patientin jeweils im ersten Zyklus nach Absetzen bessere Chancen auf einen Eisprung.

    2. Clomifen
    Das inhibiert die Rezeptoren für das "Unterdrücker-Hormon". So checkt der Körper nicht, dass schon Eibläschen da sind und produziert weiter FSH. Dadurch können die Bläschen dann wachsen. Man muss allerdings sehr genau mit US kontrollieren wie viele wachsen und die Dosis sorgfältig Eintitrieren. Sonst kann es zu unerwünschten Mehrlingsschwangerschaften kommen.


    3. FSH
    Das Hormon kann auch direkt gegeben werden.


    Bezüglich Gewichtsreduktion habe ich folgendes gelesen:
    der unglücksselige Kreislauf ist irgendwie auch mit dem Insulinkreislauf gekoppelt (daher wahrscheinlich auch das erhöhte Risiko für metabolisches Syndrom). Ausser der Gewichtsreduktion soll auch eine kohlenhydratarme Diät (Glyx) helfen.


    Konnte ich mich nie zu durchringen…

    Bei einigen Frauen verschwindet PCO spontan wieder, anscheinend häufig nach einer Schwangerschaft.


  4. Registriert seit
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    AW: PCO-Syndrom

    Hallo Nana,

    ich bin ebenfalls betroffen. Bei mir wurde das PCO zufällig von einer sehr fähigen FA entdeckt. Die Pille habe ich eher selten genommen, weil sie für mich mit den Nebenwirkungen nicht gepasst hat. Als ich aufgrund eines Umzuges bei einer neuen FA war und auf meine langen Zyklen, mehr als 5 Monate und dann nur Schmierblutung, hingewiesen habe, kam sie gleich auf PCO. Bis dahin hatte ich eine ganz oke Haut, Gewicht war auch ok.

    Im Anschluss war es dann leider so, dass auch mich die Akne erwischt hat (ich benutze spezielles Akenwaschzeug) und auch die "männliche" Behaarung zugenommen hat Hinsichtlich der Akne hilft wohl der regelmäßige Gang zur Kosmetikerin, wenn man sich das leisten kann.

    Wir haben einen einjährigen Sohn, der das Ergebnis einer KiWu Stimmu + GVnP ist. Ich habe vor jeder Stimmu einen Zyklus Pille eingelegt, um die vielen kleinen Bläschen zu vermeiden. PCO ist, laut meinem damaligen KiWu Doc, gut zu behandeln. Daher hat bei uns GVnP gereicht, in Kombi mit der Stimmu.
    Im Erfolgszyklus bin ich jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit und zurück (Einfach 17km) und meine Ernährung war so lala. Auf etwaige Maßnahmen um Folgekrankheiten zu vermeiden, wurde ich nicht hingewiesen.

    Mitte des Monats hab ich einen Termin bei einer neuen FA (wir sind inzwischen zwei mal umgezogen) und werde sehen, ob es zu einer "Spontanheilung" gekommen ist oder nicht. Bei uns steht aktuell der Gedanke an ein zweites im Vordergrund.

    Ist bei euch die Icsi fest? Bist du normalgewichtig? Ich bin leider etwas über dem BMI und müsste dringend Abnehmen, kann mich jetzt mit noch nicht durchschlafendem Kind aber noch weniger Motivieren als vor der Schwangerschaft.

    LG

    PS: Ich hab gleich mit FSH angefangen in der Stimmu, was laut Doc nur ging, weil ich privat versichert bin. Dazu hatte mir eine anderen KiWu Ärztin geraten, die mir eindeutig sympathischer war, als der mich dann behandelnde Arzt, der leider aufgrund Umzugs aber der einzige Vorort war. Der hätte lieber mit Clomi angefangen.

  5. Avatar von nanammm
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    AW: PCO-Syndrom

    Erstmal herzlichen Dank für Eure ausführlichen Antworten, Tipps und Erfahrungen!!

    Das mit dem Metformin hört sich ja interessant an!! Vielen Dank für diesen Tipp, Xanidae, den werde ich bei meinem Arzt ansprechen!!

    Bedenken habe ich, weil es "off-label-use" ist und vlt hat das auch einen guten Grund, dass das nicht für PCO zugelassen ist!?!?
    Hach, wie schön wäre das, wenn ich leichter (habe echt schon viel versucht, nichts hat geklappt - wobei ich wohl nicht alles auf das PCO schieben kann ) abnehmen könnte oder die Symptome verschwinden...
    Von meiner KiWu-Ärztin wurde mir Clavella empfohlen - soll den Zyklus verbessern und die Nebenwirkungen sollen die Haut besser machen. Naja, ich dachte schon, dass es hilft, aber "gut" ist die Haut leider nicht.

    Clomifen habe ich auch einen Zyklus lang ausprobiert. Das war beim "normalen FA" und hat leider nichts gebracht. Bei uns ist nicht nur das PCO das Problem... das schlechte SG lässt uns nun auf den Erfolg bei einer ICSI hoffen...
    Schön, dass es bei Dir mit Clomi bzw. Absetzen der Pille geklappt hat, Mistrel! Dann scheint bei Euch ja "nur" der unregelmäßige Zyklus das Problem zu sein und GvnP ausreichend?! Warst Du dann dafür beim FA oder in der KiWu?
    Das mit der Hormontherapie bedeutet, dass Du weiterhin die Pille nehmen solltest? So wie mein FA damals meinte, damit es "da unten" im Zyklus bleibt? Ich würde die Pille sofort wieder nehmen, wenn dadurch die Symptome (wieder) verschwinden! Nur mit Kinderwunsch momentan natürlich besser nicht

    Herzlichen Dank auch für die ausführliche Erklärung, Mistrel - es hat tatsächlich endlich mal Sinn in meinem Kopf ergeben! Ich hab das nie wirklich verstanden, warum es nicht gut sein soll, so viele Eibläschen zu haben -gerade jetzt in der KiWu-Behandlung fand ich die Diagnose erst mal super, weil viele Eibläschen = viel Hoffnung...
    Jetzt habe ich die Hoffnung auch noch, dass wenn es mit einer Schwangerschaft klappt, dass danach auch das PCO verschwindet

    Fernweh, als bei Dir PCO entdeckt wurde, hattest Du noch keine Begleiterscheinungen des PCOs? Wieso dann auf einmal? Das würde mich interessieren... natürlich ist bei mir jetzt durch die KiWu-Behandlung sowieso alles anders, aber so schlimm wie gerade war zumindest meine Haut noch nie! Mit dem Abnehmen hatte ich ja schon immer Probleme...
    Auch schön zu lesen, dass es bei Dir geklappt hat mit Stimu und GvnP! Und natürlich wünsche ich Dir, dass das PCO tatsächlich weg ist! Dann wäre das mit dem Zweiten noch einfacher, oder!? Am SG scheint es ja bei Euch nicht auch noch zu liegen. Bei uns kommt ja beides zusammen, daher haben wir nur ICSI als Chance auf ein Kind.

  6. VIP Avatar von xanidae
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    AW: PCO-Syndrom

    Wie sind deine Schilddrüsenwerte? Mir wurde ja ein PCO-Syndrom angedichtet, weil der Endokrinologe sich keinen Reim auf meine Werte machen konnte (!). Ich bin jetzt bei einem anderen Arzt, der mit mir eine Umstellung der Medikamente bezüglich meiner Schilddrüsenunterfunktion macht. Er sagt, dass die Standardtherapie bei einer Schilddrüsenunterfunktion für manche nicht richtig ist und genau auf die Werte und auf die Menschen geschaut werden muss.

    Schilddrüsenunterfunktion tritt ja häufiger beim PCO-Syndrom auf. Ebenso wie eine Insulinresistenz -> hier kommt da Metformin ins Spiel.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du eine gute Lösung findest.
    Die subtilste Form des Terrors ist die Betreuung. Man hat für ihn auch noch dankbar zu sein.
    G. Haack


  7. Registriert seit
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    AW: PCO-Syndrom

    Nana,

    ich vermute, dass es bei mir das immer höhere Gewicht ist. Ich hatte damals unreine Haut, aber nichts im Vergleich zu heute. In der Pubertät war ich dafür pickelfrei. Seit meinem Studium nehme ich ca 2 kg pro Jahr zu. Um so schwerer, um so heftiger die PCO Begleiterscheinungen. Wobei das jetzt wirklich nur meine laienhafte Erklärung ist.

    Setzte bitte nicht al zu große Hoffnung auf Metformin, ich war zum Beginn des KiWus auch sehr froh, diese Alternative gefunden zu haben. Die Tests ergaben, dass ich keine Insulinresistenz habe und die Ärzte wollten es mir nicht verschreiben. Es hängt also am Arzt, ob die es einfach so verschreiben. Die Nebenwirkungen können wohl auch sehr heftig sein. Wenn du schon in der KiWu bist und man hat es dir noch nicht vorgeschlagen, dann hält man da wohl nicht ganz so viel von oder?

    Bei uns liegt es nur an mir, dass SG war (damals) immer super. Wenn das PCO weg ist, sollte es einfacher gehen, ja.

    LG


  8. Registriert seit
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    AW: PCO-Syndrom

    Schön, dass es bei Dir mit Clomi bzw. Absetzen der Pille geklappt hat, Mistrel! Dann scheint bei Euch ja "nur" der unregelmäßige Zyklus das Problem zu sein und GvnP ausreichend?! Warst Du dann dafür beim FA oder in der KiWu?
    Ich war zufällig sowieso bei einem KiWu Arzt, weil der mir als ganz normaler FA empfohlen wurde, als ich neu in die Stadt kam. War dann praktisch, als ich nach 4 Jahren mit dem KiWu um die Ecke kam und es nicht ganz so lief wie erhofft.
    Ja, bei uns war es wohl nur das PCO bzw. der fehlende Eisprung, der es schwierig machte.

  9. Avatar von nanammm
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    AW: PCO-Syndrom

    Naja, nach der Schilddrüse habe ich so speziell noch nie sehen lassen. Nur beim Hausarzt und da bekomme ich schon seit Jahren Tabletten verschrieben (Unterfunktion). In der KiWu haben sie die Werte im Blut auch angesehen, scheint gut eingestellt zu sein... Aber vielleicht hast Du Recht, xanidae, dass ich da mal zu einem Facharzt sollte?! Irgendwie verlässt man sich halt auf die "normalen" Ärzte.

    Fernweh, akzeptierst Du das mit dem Zunehmen oder kämpfst Du dagegen an? Fühlst Du Dich ansonsten soweit gut?
    Metformin war noch nie Thema, habe erst hier davon gelesen... vielleicht spreche ich das aber mal an und schaue, was die Ärzte dazu sagen

  10. Avatar von Historia02
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    AW: PCO-Syndrom

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    Metformin ist eigentlich ein Medikament zur Diabetes-Behandlung und nicht für PCO zugelassen. Dies ist eine Off-Label Behandlung und muss selbst bezahlt werden.
    Ich habe eine Insulinresistenz (kein PCO) und habe daher Metformin genommen, als es mit der 2. Schwangerschaft einfach nicht klappen wollte. Das Metformin ist nicht teuer, 100 Tabletten kosten ungefähr 20 EUR. Bei mir hat es meine Zykluskurven deutlich verbessert (früherer Eisprung und höhere Hochlagen).
    Ich bin übrigens noch in einem anderen Forum unterwegs und dort hat Metformin bei einigen mit PCO zu einer erstaunlichen Zyklusverbesserung geführt.

    Abgenommen habe ich damit leider nicht einfach so, sondern erst, als ich angefangen habe, Kohlenhydrate zu reduzieren. Metformin ist also leider kein "Wundermittel" zum Abnehmen ...

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