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  1. Registriert seit
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    Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Hallo Ihr wunderbaren starken Frauen,

    schon lange lese ich immer mal wieder bei euch rein. Anfangs aus dem Gefühl heraus, "das wird mir bestimmt nicht blühen", irgendwann mit einer gewissen Vorahnung… Und nun ist es für uns traurige Gewissheit geworden, dass wir, wenn wir nicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten wollen, medizinische Unterstützung brauchen um irgendwann einmal das zu erleben, was für die Menschheit eigentlich das natürlichste der Welt ist… (irgendwo las ich hier mal von jemandem, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen kann, dass man "einfach so" schwanger wird - mir geht es genau so…)

    Ich bin 33, mein Mann 35 und wir versuchen nun seit fast drei Jahren ein Kind zu bekommen. Bisher ohne Behandlung, allerdings bei meinem Mann mit einer Varikozelen-OP vor einigen Monaten. Leider hat die OP keinen Erfolg gezeigt, sein Spermiogramm zeigte nach wie vor keine normalen Spermien...

    Der erste Schock ist verdaut, nun heißt es Warten bis zum ersten Termin in der Kinderwunschklinik. Mich beschäftigen so viele Gedanken, dass ich mir nun ein Herz fasse und hier einen Thread eröffne, in der Hoffnung, dass Ihr mit mir Eure Erfahrungen teilt. Die Hoffnungsstränge sind ja mittlerweile doch sehr weit gediehen und ich finde die Antworten auf meine Fragen dort wahrscheinlich nur über Jahre verteilt in den Postings, von daher hoffe ich es ist okay hier noch einmal frisch zu starten, vielleicht hilft das auch anderen Neulingen auf diesem Gebiet weiter.

    Die medizinischen Abläufe sind für mich erstmal gar nicht so entscheidend, sondern vielmehr interessieren mich Eure Erfahrungen in Hinblick auf folgende Fragen:

    - wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?
    - was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?
    - wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
    - wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)
    - wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?

    Also eher die Dinge, die die Rahmenbedingungen ausmachen. Denn ich habe weniger Angst vor der Behandlung an sich, sondern vielmehr davor, was das ganze mit mir und uns macht. Ob ich das alles so tapfer schaffe wie ihr und nicht mittendrin schreiend davonlaufe, da bin ich mir wirklich noch nicht sicher.

    Auf der einen Seite finde ich es zum dass ich jetzt auch hier hingehöre … auf der anderen Seite freue ich mich auf den Austausch mit euch.

    Danke schon einmal für Eure Antworten und seid lieb gegrüßt

    Moi-meme

  2. Avatar von sputnik33
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Hallo Moi-meme,

    erstmal herzlich willkommen hier! Du hast ja viele Fragen und ich will Dir ein paar vor dem Schlafengehen noch beantworten.

    1. bei mir wissen es nur 2 gute Freundinnen, wovon die eine auch in Behandlung ist und ein guter Freund, der Frauenarzt ist und mich auch berät.
    2. was die Hormone auf die Psyche machen, kann ich nicht sagen, aber die ganze Behandlung mit dem Hoffen und Bangen und vielen Ängsten ist schon sehr belastend. Für mich mehr psychisch als körperlich. Trotzdem, ich hab zugenommen, es zwickt im Bauch mal mehr mal weniger, man ist sehr müde...zum positiven: bei bestimmten Medis hatte ich weniger Kopfschmerzen als sonst. Bei anderen werden sie erst ausgelöst dadurch. Also für mich ist die psychische Belastung wesentlich schlimmer....
    3.nach dem Erstgespräch hatte ich einen Zyklus Pause, da am Anfang auch immer Untersuchungen gemacht werden und dann ging es los. Im Vorfeld planen ist total blöd. Es hatte bei mir grossen Einfluss auf die Urlaubsplanung, denn man denkt ja immer, da bin ich in Behandlung oder vielleicht schon schwanger. Ich habe einige Urlaubssachen nicht gemacht in der Hoffnung schon schwanger zu sein und dann war es nicht so. Auch andere Planungen sind schwierig, vor allem wenn es nicht viele wissen....so kleine Dinge, wie Verwandte weiter weg besuchen: könnte ja sein, man muss in der Zeit zum Ultraschall.
    3.Arbeit war bei mir auch sehr schwierig, da die Praxis bei mir 1h Fahrtzeit entfernt ist. Dafür hatte ich flexible Möglichkeiten beim Ultraschall.
    4. die Behandlung hat sich eigentlich nur positiv auf unsere Beziehung ausgewirkt. Manchmal konnte mein Partner vielleicht meine Reaktionen nicht so ganz verstehen, aber das ist auch normal. So als Mann sich in eine Frau hineinversetzen ist ja auch schwierig. Aber er hat trotz widriger Umstände (Fernbeziehung noch) immer alles mitgemacht und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Und ist immer sehr lieb zu mir. Also es hat uns eher gestärkt.

    Bei mir hat sich das auch so mit der Zeit entwickelt. Anfangs dachte ich auch noch völlig naiv, dass ich nach ein paar Zyklen schon schnell schwanger werde und am Ende konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, jemals schwanger zu sein.
    Also nur Mut, es kein einfacher Weg, aber Du/Ihr schafft das schon!

    Herzliche Grüsse, Sputnik


  3. Registriert seit
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Liebe Sputnik,

    vielen Dank für deine liebe Antwort! Ich habe großen Respekt, dass Ihr das sogar mit einer Fernbeziehung und so weit entfernt von der KiWu-Klinik schafft! Ich habe wirklich Bammel vor der zeitlichen Komponente und hoffe nur, dass die Termine so flexibel sind, dass ich das weitestgehend aus der Arbeitszeit raushalten kann. Ich habe zum Glück Gleitzeit und wie gesagt, die KiWu ist sehr gut erreichbar für mich, aber wenn's mir mal nicht gut geht den ganzen Tag noch am Schreibtisch zu sitzen… puh!

    Vor einem "Negativ" habe ich eigentlich gar nicht so viel Angst momentan, da ich mir wie gesagt mittlerweile schon gar nicht mehr vorstellen kann, irgendwann mal positiv zu testen. Ich möchte die Behandlung nur nicht noch weiter rausschieben, damit wir einfach noch genug Luft nach hinten haben, bis die Ovu-Uhr aufhört zu ticken. Aber ich glaube fast nicht daran, dass ich nach der ersten oder zweiten Behandlung schwanger sein werde… Ich weiß noch nicht ob es mir da an Zuversicht fehlt oder vielleicht sogar ganz gut ist, dass ich nicht von einer 100igen Erfolgschance ausgehe…

    Ich bin bisher mit dem Thema sehr offen umgegangen, in meinem Umfeld wissen viele Bescheid, da ich auch irgendwie das Bedürfnis habe darüber zu reden. Nur mit meiner Familie kann ich absolut nicht drüber sprechen. Die wissen zwar, dass wir wollen und es nicht klappt (da schreibe ich dann nochmal im Thread "Dumme Sprüche…"), aber mit ihnen über die neueste Diagnose und die anstehende Behandlung zu sprechen, das bringe ich irgendwie nicht fertig.

    Naja, erstmal starte ich jetzt in den vorerst noch normalen Alltag.

    Liebe Grüße, Moi-meme

  4. Avatar von Camaine
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Liebe Moi-meme,

    herzlich willkommen! Auch wenn der Anlass nicht schön ist...
    Ein paar Antworten auf deine Fragen:

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    - wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?
    Wir sind sehr offen damit umgegangen und haben es fast allen gesagt. Ob das eine gute Idee war, kann ich dir nicht sicher beantworten. Einerseits haben wir sehr viel Unterstützung, das kann ein echter Seelenstreichler sein. Besonders jetzt, wo ich auf das Ergebnis warte, finde ich es sehr schön zu wissen, dass ich ganz viele Leute habe, die mir die Daumen drücken, Care-Pakete schicken, alle möglichen Glücksbringer haben usw. Das tut einfach gut. Andererseits muß man natürlich auch allen immer den Stand der Dinge melden, und das ist bei einem Negativ richtig richtig doof. Ich habe drum gebeten, dass niemand anruft und fragt, ich melde mich, wenn ich soweit bin. Das klappt bisher ganz gut.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    - was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?
    Ordentlich Bauchzwicken habe ich gehabt! Meine Eierstöcke sind gut angesprungen und ich hatte eine leichte Überstimu. Das war allerdings nicht so schlimm wie die psychische Belastung - was zeigt das FolliTV, wie läuft die PU, wie viele EZ lassen sich befruchten... Ich war in der Zeit schon sehr schräg drauf, aber wie viel davon an den Hormonen lag, kann ich dir nicht sagen. Jedenfalls geht es mir jetzt mit meiner Kryo im natürlichen Zyklus (fast ohne Hormone) viel besser.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    - wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
    Da wir ja wußten, woran es liegt (grottenschlechtes Spermiogramm) und ich schon beim normalen FA Hormonstatus etc. gemacht hatte, waren bei uns keine großen Untersuchungen mehr nötig. Blutabzapfen für nochmal Hormone, Rötelntiter etc. und ein KontrollSG. Es hätte also schnell losgehen können, aber wir haben allerdings noch schnell die Krankenkasse gewechselt (2 Monate Kündigungsfrist), dann war Weihnachten, dann haben wir knapp ZT 1 verpaßt - letztlich mußten wir fast 4 Monate warten.
    Planung - ist einfach doof! Besonders die Urlaubsplanung. Wir hängen auch grade fest... Wochenendplanung usw. kriegt man ganz gut unter, wenn man weiß, wann die Behandlung beginnt kann man ja einigermaßen planen. Spritzen kann man zur Not mitnehmen, um die Punktion herum würde ich mir freihalten.


    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    - wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)
    Ich habe es meinen engen Kolleginnen gesagt, die halten mir den Rücken frei. Chef etc. weiß nichts, aber da alles mit meinen Kolleginnen abgesprochen ist und der Laden also läuft fällt ihm das kaum auf. Und wenn sonst jemand mal fragt, dann sag ich "Was gynäkologisches..." - da fragt keiner weiter nach.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    - wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?
    Bisher positiv. Es hat uns enger zusammengeschweißt. Allerdings ist es wirklich so wie Sputnik gesagt hat, Männer können manche Reaktionen nicht verstehen, zumindest nicht das Ausmaß. Als Frau erlebt man alles so direkt körperlich, ich glaube, das kann ein Mann nur bedingt nachvollziehen. Aber Herr Camaine trägt es mit Fassung.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    Also eher die Dinge, die die Rahmenbedingungen ausmachen. Denn ich habe weniger Angst vor der Behandlung an sich, sondern vielmehr davor, was das ganze mit mir und uns macht. Ob ich das alles so tapfer schaffe wie ihr und nicht mittendrin schreiend davonlaufe, da bin ich mir wirklich noch nicht sicher.
    Die Tage, an denen man schreiend weglaufen möchte kennen wir glaube ich alle. Aber man überlebt auch die, und irgendwann wird es besser.

    Viele Grüße
    Camaine

  5. Avatar von Spatz22
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Die engsten Freunde und meine Eltern wussten es.

    Die Hormone haben mich reizbar gemacht, ich war viel empfindlicher als sonst, was auch zu gelegentlichen Streitereien mit meinem LG führten. Schmerzen hate ich eigentlich nicht.

    Aber das dauernde Gespritze war nervig. Man gewöhnt sich daran, aber trotzdem ist es heftig. Andere haben einfach Sex, ich muss mir Spritzen in den Bauch rammen.

    Mit der Arbeit war es teilweise schwer, weil die Termine vormittags lagen, wegen der Blutabnahme, wo es schwer war, freizunehmen. Zweimal die Woche beim Arzt? Wieso geht das nicht nachmittags, durfte ich mir immer wieder anhören... geht halt nicht, hab ich gesagt, sind Blutuntersuchungen... mehr habe ich nicht rausgelassen.

    Nach dem ersten Gespräch dauerte es noch 2 Monate, bis wir loslegen konnten.

    Mein Partner war mir nicht wirklich eine Hilfe, aber das wird bei jedem Paar anders sein.
    Das schlimmste aber war die Kiwupraxis selbst.

    Ständig ein anderer Arzt, der kaum einen Blick in das Krankenblatt warf, jedesmal musste man dieselben Fragen beantworten, ich kam mir vor wie eine Nummer.

    Beim ersten Versuch wäre fast etwas schiefgegangen: Zum Auslösen des Eisprungs musste ich ein Mittel besorgen, das man mit einer größeren Spritze in den Bauch geben musste. Das hatte ich zuvor noch im Internet (!) gelesen. Ich dachte, die Spritze wäre in der Verpackung. Um eine bestimmte Uhrzeit (23h ca.) musste ich auslösen, machte die Verpackung auf - keine Spritze drin. Mussten dann zur Notapotheke fahren, um noch eine Spritze zu besorgen. In der Kiwu hatte mir niemand Bescheid gesagt, welche Art von Spritze, ich bekam auch keine mit.
    Ständig passierten solche Klopse, schließlich habe ich die Klinik gewechselt.

    Jedenfalls ist es ein mühsamer Weg, meiner war lang. Aber wenn ich mir das Ergebnis ansehe... ich würde es immer wieder durchziehen!

  6. Avatar von fewa
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Hallo Moi-meme,

    herzlich Willkommen hier

    Ich hatte auch sehr grosse Angst davor, was die Behandlung mit mir macht und war lange gegen eine KiWu Behandlung. Ich konnte schon die Pille nicht vertragen, wie soll das dann mit einem regelrechten Hormon-Cocktail klappen? Auch hatte ich Angst vor den Erwartungen bzw. Angst vor der Enttäuschung, wenn es dann doch nicht klappt und dann kam auch noch der finanzieller Aspekt dazu (wir müssen alles selbst zahlen). Die letzten 2 Jahre waren voller Verzweiflung und Traurigkeit. Vor ein paar Monaten habe ich dann den Entschluss gefasst, dass ich es jetzt einfach probieren muss. Gleichzeitig habe ich mir aber auch eine Heilpraktikerin gesucht (die psychologisch ausgebildet ist) um mich mit dem KiWu auseinander zu setzen – ich wollte nicht mehr, dass der KiWu so viel Raum einnimmt. Letzteres tut mir nun wirklich gut, da ich (noch) sehr entspannt und nicht mehr so verbissen bin. Momentan habe ich eine Stimu hinter mir und hatte heute den Transfer.

    Zu Deinen Fragen:
    1. wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?
    Ein paar Freunde wissen Bescheid, darunter 2 die selbst den Weg der KiWu gegangen sind. Meine Familie weiss es bisher nicht, was das angeht bin ich sehr unsicher, wie – vor allem – meine Mutter reagieren würde.

    2. was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?
    Die Hormone haben bisher gar nichts mit mir angestellt. Von der Punktion hat ich am nächsten Tag Schmerzen aber das war erträglich. Der Transfer war nicht weiter schlimm, wie bei der Vorsorgeuntersuchung.

    3. wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
    Bei uns ging es relativ schnell, wobei ich einen Wartezyklus eingebaut hatte. Es gab allerdings auch diverse Vorbefunde, weil wir vor ca. 1,5 Jahren in einer KiWu waren, damals wollten wir aber keine Behandlung. Der jetzige Behandlungszyklus war ein absolut super timing – die US-Termine waren meist so, dass ich keinen Stress mit der Arbeit hatte. Die Punktion war am Samstag (also keine Ausreden wegen Krankheit nötig) und heute am Transfertag hatte ich eh Urlaub. Ansonsten ist bei mir die Gefahr auch gross, dass es zeitlich eng wird, hin und wieder bin ich auf Dienstreisen, etc.

    4. wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)
    Ich habe Gleitzeit und da ich öfter mal zum Arzt (Schilddrüse) muss, wundert sich erst mal keiner, wenn ich mal früher gehe oder später komme.

    5. wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?
    Im Moment entwickelt es sich sehr gut. Mein Freund war anfangs genauso gegen eine Behandlung wie ich aber als ich mich dann umentschieden habe, war es nicht leicht ihn ebenfalls umzustimmen. Es hat wirklich Nerven gekostet. Jetzt merke ich, dass er absolut dahintersteht und uns die Behandlung auch zusammenschweisst.

    >>> Also eher die Dinge, die die Rahmenbedingungen ausmachen. Denn ich habe weniger Angst vor der Behandlung an sich, sondern vielmehr davor, was das ganze mit mir und uns macht. Ob ich das alles so tapfer schaffe wie ihr und nicht mittendrin schreiend davonlaufe, da bin ich mir wirklich noch nicht sicher. <<<

    Ich bin mir sicher, Du wirst nicht schreiend weglaufen Wenn man erst mal in der Behandlung drin steckt, dann macht man einfach weiter und geht step by step da durch.

    Liebe Grüsse fewa


  7. Registriert seit
    26.01.2015
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Hallo Moi-meme 🙋

    Dann versuche ich auch mal, Dir Deine Fragen zu beantworten, auch wenn ich selbst noch nicht lange "dabei bin".

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    - wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?
    Bei mir wissen es zwei Freundinnen; das hat sich aber auch mehr oder weniger ergeben. Die eine ist auch Gynäkologin und mit der anderen wollten ich eigentlich gemeinsam schwanger werden; bei ihr hat es dann auf Anhieb geklappt. Das war am Anfang für mich sehr schwierig. So langsam klappt es wieder einigermaßen.

    Mein Mann möchte es nicht erzählen und ich respektiere das. Meiner Familie würde ich es aber auch nicht erzählen wollen, weil ich nicht möchte, dass sie sich Sorgen machen.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?
    Bis kurz vor der Punktion habe ich eigentlich*nichts gemerkt; ein leichtes ziehen, aber nicht schlimm und in jedem Fall aushaltbar. Nach der PU hatte ich eine recht heftigen Überstimulation; das hat mich dann eine Woche flach gelegt. Das war nicht schön, das schlimmste fand ich aber, dass die Kiwu mich nicht entsprechend darauf vorbereitet hatte, obwohl denen das offensichtlich klar war und ich dann leicht panisch wurde.

    Jetzt vor dem Kyro-TF merke ich bisher auch nichts.

    Mir persönlich macht es auch psychisch nicht so viel aus, weil ich das Gefühl habe, etwas zu tun und nun weiß, woran wir sind. Das "probieren" vorher fand ich schlimmer. Wie es nach einem "negativ" wird, weiß ich nicht. Aber wir haben für uns von vornherein eine bestimmte Anzahl von Versuchen festgelegt. Das hilft mir bisher auch.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
    Wir haben direkt vier Wochen nach dem ersten Beratungsgespräch angefangen und in der Zeit alle notwendigen Unterlagen besorgt. Allerdings kamen wir auch schon mit Diagnose in die Kiwu, so dass dort keine weiteren Tests gemacht wurden.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)
    Ich habe Gleitzeit und versuche die Termine alle morgens vor acht oder nach 17 Uhr zu legen. Außerdem habe ich ein gutes Verhältnis zu meinem Chef, dem es genügt, wenn ich sage, dass ich beim Arzt bin oder zwei Tage nicht komme - so habe ich auch die Krankschreibungen von der Kiwu nie einreichen müssen. Einmal hat die Kiwu einen Termin am Nachmittag vorgeschlagen, da habe ich einfach nach einem anderen gefragt und auch schon mal gesagt, wenn ich im Anschluss dringend weg musste. Beides war kein Problem.

    Zitat Zitat von Moi-meme Beitrag anzeigen
    wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?
    Ich habe nicht das Gefühl, dass es sich auf unsere Beziehung auswirkt, oder zumindest nicht negativ. Da der Grund bei uns das schlechte SG ist und Kinder für meinen Mann der größte Wunsch sind, war es bei uns auch nie ein Thema, dass er das nicht hätte mittragen wollen. Ich glaube auch für die Männer ist es in dem Fall schwierig, weil sie so wenig machen können.

    Wir machen uns aber einfach einen Spaß aus dem ganzen spritzen und Pflaster kleben 😄 Meine Hausärtzin, die das Beratungsgespräch gemacht hat, hat gesagt, es wäre wichtig, niemanden die Schuld zu geben - auf die Idee käme ich gar nicht.

    Weißt Du denn schon, wann ihr anfangen wollt? Sorry, wenn ich es überlesen haben 😰 Und ich schließe mich Fewa an: wenn man erstmal angefangen hat, kommt einfach eins nach dem anderen!


  8. Registriert seit
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Ihr Lieben,

    ich bin so dankbar für eure netten Antworten - vielen Dank! Eure Erfahrungen machen mir nun doch etwas Mut, dass das Ganze irgendwie machbar ist … "nebenbei" …

    Ich war bisher auch sehr skeptisch und auch wenn mich der KiWu schon sehr beschäftigt, habe ich immer noch daran geglaubt, dass wir den ganzen Quatsch umgehen können. Bis zum letzten Spermiogramm…
    Das hat zwar bei mir insofern den Schalter umgelegt, dass ich mich jetzt eher bereit fühle diesen Weg zu gehen (mein Mann wäre auch früher schon bereit gewesen, aber der muss die Behandlung ja auch nicht über sich ergehen lassen). Allerdings, wie ich schon schrieb, nach nunmehr drei Jahren Enttäuschung, Verzweiflung, Trotz, Wut, Trauer, Neid kann ich mir mittlerweile irgendwie überhaupt nicht mehr vorstellen, dass ich jemals schwanger werde. Schwanger werden nur die anderen…

    Ich bin sehr gespannt auf unseren ersten Termin und werde bis dahin sicherlich noch viel intensiver bei euch mitlesen und sicherlich auch hier und da mitschreiben. Ich hab das Bedürfnis darüber zu reden, aber in meinem Freundeskreis sind entweder nur junge Muttis oder Menschen ohne Kinderwunsch, die zwar auch gut trösten können, mit denen ich mich aber darüber nicht wirklich austauschen kann. Von daher tut es gut zu wissen, hier eine Gruppe von "Leidensgenossinnen" zu finden.

    Viele Grüße!


  9. Registriert seit
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Ich habe es damals nur einer Freundin gesagt, die nur mit mir befreundet war, also nicht eine aus meinem weiteren Freundeskreis. Ich hatte Angst, weil bei mir der Freundeskreis auch ziemlich mit meiner Arbeit verheddert ist. Und ich kenne das von anderen, dass dann viel gelaestert wird. Es sind eben immer ein paar in dem Kreis, die einem nicht gut gesonnen sind.

    Ich habe aber nur kuenstliche Befruchtung machen lassen, ohne Hormone. Ich war schon aelter und wollte es nicht forcieren. Ich wollte der Natur etwas auf die Spruenge helfen aber nicht zu sehr. Ehrlich gesagt hatte ich auch Angst vor Merhrlings-Geburten weil das gerade in meinem Freundeskreis sehr haeufig zu sehen war.

    Ich glaube, es hat meiner Partnerschaft gut getan. Obwohl wir nicht schwanger wurden hat es mir gefallen, wie sehr mein Partner mitgemacht hat. Wir haben dann beide beschlossen, dass es wohl nicht sein soll. Aber, ich war schon 45 und das war ja schon sehr spaet. Aber, ich hatte noch regelmaessige Eispruenge, da habe ich gedacht, man kann es ja mal versuchen.

    Manchmal bin ich traurig, dass wir nicht die ganze Show durchgemacht haben. Aber, ich dachte gerade in meinem Alter, dass ich bereit bin die Natur etwas "anzuschupsen" aber nicht mehr. Aber Du bist ja noch ganz jung, da halte ich mal die Daumen!

  10. Avatar von nanammm
    Registriert seit
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    AW: Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?

    Hallo Moi-meme und herzlich willkommen

    Es ist erstaunlich, wie sehr ich mich in den bisherigen Beiträgen wiedergefunden habe!
    Und noch erstaunlicher finde ich, wie schnell man tatsächlich Schritt für Schritt in das Thema einsteigt, mehr und mehr davon versteht... anfangs dachte ich immer, ich würde das alles nie verstehen - und auch während der Behandlung ergab es sich Schrittchen für Schrittchen für mich. Man hat immer wieder neu auftauchende Fragen und daher fand ich es gut, hier Hilfe zu bekommen. Letztendlich muss man sich doch immer selbst informieren... wobei meine KiWu da schon recht gut informiert, aufklärt und auch bereit ist, Fragen zu beantworten.
    Deine Fragen wurden hier ja schon sehr ausführlich beantwortet und ich muss sagen, auch für mich war es sehr interessant zu lesen, wie es den Anderen so ergeht/erging und wie sie damit umgehen. Ich rate Dir auch, erstmal vorsichtig mit dem Thema umzugehen. Langsam rantasten und Schrittchen für Schrittchen, je nachdem wie es Dir (momentan) geht...
    Ich bin manchmal ein bisschen zur "übereifrig" und bereue es dann später

    Dir alles Gute! Und hoffentlich ein kurzer, erfolggekrönter KiWu-Weg für Dich

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