Ja Camaine, genauso hab ichs gemacht Bin bei schönem Sonnenschein in die Klinik gelaufen. Leider hatte ich eine relativ lange Wartezeit, nicht wegen des Wartens an sich, das bin ich ja gewohnt , sondern weil ich so megadoll auf Toilette musste... Nach dem ersten Transfer, der wegen anteflektiertem Uterus nur mit Anhaken und viel Gemurkse vonstatten ging, bin ich letztes und dieses Mal mit voller Blase hin. Und siehe da, wunderschön gestreckte Cervix. Hab weder vom Probetransfer noch vom richtigen viel mitbekommen (außer meiner Blase ). Faszinierend, wie sich die Stimmung im Raum verändert, wenn die Biologin mit dem Katheter und den zwei Embryonen kommt... ich hatte die Augen geschlossen und ein schönes Lied im Kopf, dann der Satz "die zwei sind angekommen". Ich durfte noch liegenbleiben, so lang ich wollte, aber nach 15min musste ich dann tatsächlich sehr dringend...

Auf dem Heimweg (zu Fuß, kein Taxi ) war ich überrascht über meinen Gemütszustand und bin es noch. Da ist gerade sehr viel Ruhe und Dankbarkeit. Ich habe keinerlei Einfluss auf den weiteren Verlauf. Da ist weder ein "bitte bitte bleibt, Ihr müsst bleiben, wir wünschen es uns doch so sehr, enttäuscht uns nicht, Ihr seid unsere Hoffnungsträger" o.ä....
Nein, sie müssen gar nichts.
Und sie tragen auch nichts. Weder die Verantwortung für unser Glück, noch die große Bürde der Hoffnung. Sie sind da, und mein Mann und ich sind da, und ich bin dankbar, dass wir es bis hierher geschafft haben. Aber die Natur allein entscheidet, ob beide oder einer sich weiter teilen können und es sich bei mir gemütlich machen.
Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen und mit Hilfe lieber Menschen gute Voraussetzungen geschaffen, um ein Bleiben zu ermöglichen. Aber ich kann es nicht erzwingen. Ich kann nur versuchen, weiterhin gut nach mir, nach meinem Mann, einem guten Leben zu schauen.
Ich hatte sogar dieses Stimmchen im Ohr: "mach du deins, wir machen unseres. Sieh zu, dass es dir gutgeht." Woher diese Stimme kommt... keine Ahnung. Ein weitsichtiger Persönlichkeitsanteil in mir... eine Schutzfunktion des Unterbewussten.. ich hinterfrage es nicht weiter.

Irgendwie liest sich das, als wäre mein Kinderwunsch nicht sehr groß, als wäre mir das alles fast egal. Aber das ist es definitiv nicht. Mutter werden zu dürfen ist nach wie vor ein tiefer, sehnlicher Wunsch. Ich sehne mich danach, Liebe zu geben, auf eine Art, die ich bisher noch nicht kennenlernen durfte. Ich sehne mich danach, meinen Mann als Vater erleben zu dürfen.
Sollte dieser Versuch wieder negativ ausgehen, so werde ich sehr sehr traurig sein. Und es werden auch wieder Zeiten des Haderns, Kämpfens, Wollens und Verzweifeltseins kommen, da bin ich sicher.
Für heute genieße ich die Ruhe, Abgeben zu dürfen. Nicht länger die Verantwortung haben zu müssen (die hat man ja in dem ganzen Stimu-Prozess schon, pünktlich und korrekt spritzen etc.). Kerzlein brennt hier weiterhin, das sorgt auch für friedliche Stimmung.

Ich wünsche Euch allen, bei denen es in den nächsten Tagen spannend wird, von Herzen das Allerbeste, reibungslose Punktionen, viele schöne Eierchen und Befruchtungsraten, und denen, die gerade auf der Suche nach dem für sie stimmigen nächsten Schritt sind, ganz viel Kraft und gangbare Wege.
Alles Liebe vom Vögelchen+