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  1. Avatar von nana04
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    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Mailine: die Auslöser - hmmm - Also ich werde wohl mein leben lang eine sehr ambivalente Beziehung zu Ultraschallgeräten haben Sobald ich neben so einem Gerät liege, werde ich total nervös.......
    Ich bin quasi mehrfach traumatisiert, was dieses Gerät angeht Nein im Ernst - während der Behandlungen war die ewige Nervosität, ob und was sich da entwickelt in meinen Eierstöcken. Dann in meiner ersten Schwangerschaft wurde der 'Missed Abortion' auch per Ultraschall entdeckt. Während meiner folgenden Schwangerschaften war dieses Gerät im Vorfeld immer mit totaler Angst verbunden - im Anschluss an die Untersuchung natürlich auch wieder die Rettung. Wie einige von euch wissen, hatte mein erster Sohn nach der Geburt grosse gesundheitliche Schwierigkeiten...... in den ersten Monaten kam wiederum dieses Gerät xfach zum Einsatz. Immer und immer wieder musste er sein Herz und seine Lunge untersuchen lassen - und ich jedesmal in Panik, es könnte schlimmer werden.......
    Schwangerschaftsmeldungen können auch ein Auslöser sein....... nicht immer..... aber manchmal vergesse ich in diesem Moment, dass ich ja selber zwei Kinder habe..... und ich frage mich, wie den diese anderen Frauen einfach so mal schwanger werden........??? Gefühlsmässig fühle ich mich in solchen Momenten einfach einsam.
    Es macht mich ohnmächtig, wenn ich in den Foren von Frauen lese, welche ein Kind verlieren.....
    Und ich kann nicht an der ersten Kiwu-Praxis vorbei gehen, ohne mich irgendwie elend zu fühlen.
    Aber es gibt auch andere positive Gefühle - zum Beispiel die absolute Überwältigung - wenn ich nach dem zitternden Anruf in die KIWU KLinik hörte: Herzlichen Gratulation Frau Nana sie sind schwanger!!!! Ich werde dieses Gefühl nie vergessen.......

    Es ist auch nicht so, dass ich täglich daran denke........ es sind Momente, Erinnerungen, Gespräche etc. welche diese Geschichten (verbunden mit vielen Gefühlen) rauf holen.
    Aber ich empfinde das auch nicht als negativ (selbst wenn die Gefühle manchmal schwierig sind). Ich bin in meinem Leben nie gut gefahren, wenn ich meine Gefühle weggesteckt habe. Es ist ein Teil meiner Geschichte - ein Teil von mir, welcher mich sicherlich mit geprägt hat in meinem erwachsenen Leben. Fast 12 Jahre davon auszugehen, dass man keine Familie haben wird - und sich die Familie trotzdem immer wieder sehr zu wünschen....... hat viel Auseinandersetzung mit mir und dem Leben gefordert.
    Heute bin ich fast sicher, dass ich es auch ohne Kinder geschafft hätte, zufrieden zu sein...... aber es war ein langer Weg dort hin.

    Das ich im Kinderzimmer stehe und meine schlafenden Kindern bestaune - passiert mir noch heute - obwohl mein Grosser schon 3.5 jährig ist.
    Das es selbstverständlich ist, dass ich zwei Kinder habe - das ist auch immer häufiger so.

    Ich glaube, dass alle ihren Weg haben, mit Herausforderungen umzugehen....... da ist wohl nichts richtig, falsch oder komisch

    Ja - ich habe Kontakt zu einigen der 'alten Strangfrauen'. Ich würde mich jedoch nicht trauen über sie zu schreiben...... Sie müssten sich wohl schon selber melden. Ich denke einige lesen hier noch still mit und melden sich sogar ab und zu.

    NANA
    mit kleinem prinzen (01.2010) - einer kleinen trödel(wunder)tüte (03.2012)
    und einer Seele irgendwo im universum

  2. Inaktiver User

    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Mailine, Deine Zeilen finde ich sehr wichtig und ich will sie noch kurz bestätigen. Häufig haben Frauen im alten Strang geschrieben, wie sehr ihnen die Kinderwunschzeit, auch nach erfolgreichem Abschluss, noch hinterherhängt. Bei mir hat es immer zur Verbitterung geführt, das zu lesen, weil ich dachte ¨Na prima, da macht man schon so viel Mist mit, und im besten Fall hat man zwar ein Kind aber bleibt sein Leben lang quasi traumatisiert.¨

    Deswegen will ich auch kurz bemerken, dass die emotionale Verbindung zu den letzten Jahren sich schon in der Schwangerschaft total relativiert hat und nun kaum noch vorhanden ist. Klar, war ich eine ängstliche Schwangere, aber die wäre ich als völliger Hypochonder, deren Lieblingshobby es ist, sich Schauergeschichten aus dem Internet zu Gemüte zu führen, sowieso gewesen. Nun tangieren mich Schwangerschaftsmeldungen null, auch wenn es wieder obligatorisch heißt, wie flott es passiert sei, wie wenig man so schnell damit gerechnet hätte, da denke ich nur, herrjeh, wen interessieren solche Details. Und wenn ich höre, dass diese Paare sich dann sehr auf ein Geschlecht fixieren und enttäuscht sind, wenn es das nicht geworden ist, oder wenn sie ein Kind auf eine bestimmte Jahreszeit hin planen, oder der Kleine wird Akademiker, Professor, hochbegabt, na, das tut mir eher leid für sie, als dass es mich wütend macht. Dieses vorbehaltlose Annehmen ist halt der große Vorteil von uns Kinderwunschfrauen. Unsere Kinder werden davon profitieren. Und mit ¨unsere¨ meine ich natürlich auch und insbesondere alle Neu-Strangbabies, die hier in den nächsten Monaten und Jahren purzeln werden. Es werden ne Menge.

    Und ob der Schmerz bei den Behandlungen für ein zweites Kind genauso intensiv ist, nein, das glaube ich nicht. Ich denke, man denkt dann immer noch voller Empathie an die Frauen, die ihr erstes noch planen und nimmt sich dann aus guten Gründen nicht mehr so wichtig.

    Das was bei mir geblieben ist, ist komischerweise eine gewisse Begeisterung für die moderne Wissenschaft und Medizin. Ich verfolge ganz eifrig die Fortschritte auf dem Gebiet der Repromedizin und fiebere richtig mit, wenn es heißt, dies oder jene Verfahren ist vielversprechend und wird gerade ausprobiert. Nicht in Hinblick auf mein evtl. zweites Kind, sondern in Hinblick auf die vielen Paare, die von den gerade entwickelten Methoden profitieren werden (Embryoscope ist so ein Stichwort, da sollen Frauen Mitte/Ende Dreißig plötzlich Chancen haben wie Endzwanzigerinnen, das ist doch toll!). Insofern war die Zeit also fast eine Bereicherung. Leid tut es mir natürlich um die vielen Freunde und Verwandte, denen ich irgendwann durch quasi Kontaktabbruch vor den Kopf gestoßen habe, weil es für mich zu schmerzhaft war, auf glückliche Familien zu treffen. Aber zum Glück haben diese Familien eigentlich alle großes Verständnis für mich gehabt und bauen aus eigener Initiative gerade wieder den Kontakt zu mir auf. Ich habe von ihnen zur Geburt so viele liebe Karten und Päckchen bekommen, da denke ich, dass auch das Verständnis und der Support von ¨Otto Normalreproduzierern¨ durchaus da ist, auch wenn man das nicht immer sieht, während man gerade durch die Behandlungen muss und diese sich vielleicht während der Kinderwunschzeit unbeholfen ausdrücken oder aus Unwissen die falschen Sprüche bringen. Erst fühlt man sich als Aussätziger, aber spätestens, wenn man das Happy End liefert, steht man wieder hoch im Kurs und jeder will ein bisschen an dem Wunder teilhaben, das es ¨doch noch geklappt hat¨.

    So, ich hoffe nun, niemandem weh getan zu haben. Ich war zu meiner aktiven Zeit hier selbst alles andere als begeistert über die ¨Hallo, ich habe jahrelang hier nicht geschrieben, habe nun 8 liebreizende Zwillingspärchen im ersten Versuch bekommen, alles toll und super, viele Grüße an die anderen Muttis!¨ Posts und verstehe auch jede Frau, die ¨uns¨ hier nicht haben will, denn das ist ja Euer Strang. Aber das man aus den Behandlungen lebenslange Schäden mitnimmt, das wollte ich doch nicht so stehen lassen und habe ich eben die selben Erfahrungen gemacht wie meine geschätzte Mailine.

    Euch alles Gute!

  3. Avatar von luna83
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    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Hallo ihr Lieben,

    zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich es total schön finde, dass im Zuge dieses Strang"endes" sich so viele der früheren Mitschreiberinnen gemeldet haben und v.a. auch, dass gerade so ein schöner Austausch stattfindet, der über die konkreten medizinischen Fragen der Kiwu-Behandlung hinausgeht. Gerade als ich noch eine stille Mitleserin war, fand ich diese Abschnitte des "philosophierens" besonders bereichernd.

    Leandra28 - du hast einen guten Punkt angesprochen auch die vielen Frauen, die die Hoffnung irgendwann aufgeben mussten zu würdigen. Auch mich würde es interessieren wie es diesen ergangen ist, aber natürlich werden die meisten nicht mehr in diesem Forum unterwegs sein, wo sie ständig mit der Wunde konfrontiert wären.
    Marseille fiel mir da als erstes ein, ich glaube sie hatte sich dann nach längerer Zeit auch nochmal gemeldet.
    Zu irgendeiner Zeit kam auch der Vorschlag, einen Strang für diejenigen zu eröffnen, die die Hoffnung leider aufgeben mussten, weiß aber nicht, ob daraus was geworden ist.

    Nana - wenn du zu einigen Frauen noch Kontakt hast, vielleicht kannst du sie ja mal zum vorbeischauen einladen, falls sie mögen. Ich hab damals von Anfang an gelesen, war länger krank geschrieben und konnte dann einfach nicht mehr aufhören zu lesen, es war wie ne Sucht und irgenwann nach paar Monaten war ich dann in der Gegenwart angelangt. Da ich überhaupt noch nicht wusste, ob es überhaupt jemals zu einer Behandlung kommen würde, hab ich aber erst später mitgeschrieben.

    Fröschle - ich weiß, hab schon wieder 10 schritte voraus gedacht Der Arzt meinte gestern er vermutet, dass Punktion gegen Ende nä Wo sein wird. Bis Mo stimuliere ich genauso weiter (Gonal 150, Menopur 75) und dann wird es wohl langsam reduziert.

  4. Avatar von Mailine
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    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Hallo Ihr Lieben


    Ich möchte ungerne euren Strang sprengen und hoffe, dass noch einige Gedanken willkommen sind.Schön, dass sich noch ein paar Frauen zum Philosophieren eingefunden haben.

    @luna: Wegen des Philosophierens hatte ich damals den Strang überhaupt angefangen zu lesen. Es dauerte schon länger mit der Hibbelei und gerade alle philosophierenden Gedanken der Schreiberinnen halfen mir schon damals. Es half, sich mit dem Warten auf die Schwangerschaft und den ersten "Problemchen" reflektierend zu beschäftigen.
    Übrigens Hut ab, dass du den Strang von Anfang bis Ende gelesen hast. Das ist mir nie gelungen. Ich denke, es ist ein spannender Strang und man könnte ihn wie ein Buch lesen. Sicher ist er auch spannender als manche Bücher so sind.

    @nana: Danke Ich kann dich nun besser verstehen. Es ist verständlich, dass bei deiner besonderen Geschichte das Ultraschallgerät eine besondere Bedeutung, leider eine negativ besetzte, eingenommen hat. Einen 12 jährigen Kinder und Familienwunsch kann ich nicht überbieten. Im Vergleich erscheinen mir meine paar Jahre wie Nix, wenn ich von deinen 12 Jahren lese. Ich glaube, das hat dann eine andere Tragweite und geht noch tiefer. Es ist ja doch ein unglaublich langer Zeitraum. Umso schöner, dass du deine 2 Jungs hast!
    Die Erlebnisse haben uns verändert und uns zu denen gemacht, die wir heute sind. Insofern waren sie für unsere Entwicklung wichtig. Die Erkenntnisse möchte ich nicht missen, wohl aber die Emotionen, die ich damals zwangsläufig zu durchleben gezwungen war.

    Das ist eine gute Überleitung zu Wolkenschafs Post:

    @Wolkenschaf: Mir ist ein entscheidender Satz aufgefallen:
    Aber wenn ich jetzt aufschreibe, wie schliecht ich mich gefühlt habe, dann kann ich das nicht mehr nachfühlen. ich weiß, dass es damals so war, aber ich fühle es nicht mehr.
    Danke dafür
    Heute morgen konnte ich es nicht gut einfangen und in Worte fassen, was mir vorschwebte. Das ist es nämlich. Ich weiss wie du, dass es es so war, aber nachfühlen kann ich es auch nicht mehr.
    Und das obwohl die Gefühle damals die intensivsten meines Lebens waren. Gerade der Gedanke an ein Leben ohne Kind und Abschiednehmen vom Kinderwunsch erzeugten Traurigkeit. Ich kann mich anstrengen, so viel ich will, das Gefühl kann ich nicht reaktivieren.

    Krass war während der Schwangerschaft dann die Ambivalenz zwischen "ich kanns nicht glauben, es ist der totale absolute Wahnsinn" und "es ist auf kuriose Weise selbstverständlich schwanger zu sein". Äusserst merkwürdiger gedanklicher Spagat.

    Wie dem auch sei, es ist Vergangenheit. Ob ich wieder Behandlungen machen würde kann ich heute noch gar nicht sagen. Es ist Ü40 eine Kostenfrage, keine Frage. Ich sprech ungern im Zusammenhang mit Kindern drüber doch mal eben 7000 Euro, um nur mal eine Zahl zu nennen, aus dem Ärmel schütteln als Selbstzahler ist schon heftig. Wenn ich mein Baby sehe weiss ich wiederum, jeder Euro, der ja dann noch nicht mal bezuschusst würde !!Danke *ironie* auch!!, wäre es hundert mal wert und wenn ich Haus und Hof verlieren würde, wäre es mir das wert.

    @Coralie: Vielen Dank für deine Bestätigung!Das ist schön, dass es bei dir auch nicht gefruchtet hat insofern, als du jetzt eine Traumatisierung davon getragen hättest. Ich seh das auch nicht ein, warum uns die Schrecken der Behandlungen noch verfolgen sollten. Damals im jeweiligen Moment war es oft Horror, traurig, nervend, das muss reichen. Mich erstaunt das, weil ich eher der Mensch bin, der Vergangenes gern alle paar Jahre reflektiert. Seltsamerweise habe ich mit der Schwangerschaft und dem Baby das Buch "Kiwu" zugeschlagen.
    Die medizinischen Wundermittel und Taten hatten mich währenddessen fasziniert. Heute muss ich sagen, auch da ist alles fern. Zum jetzigen Zeitpunkt interessiert es mich schlicht nicht, weil es fernab meiner Realität ist. Das Kapitel ist vorerst geschlossen und bleibt es auch.


    Aber das man aus den Behandlungen lebenslange Schäden mitnimmt, das wollte ich doch nicht so stehen lassen und habe ich eben die selben Erfahrungen gemacht wie meine geschätzte Mailine.



    Dein Satz ist sehr gut, denn lebenslange Schäden müssen ja nicht zwangsläufig sein. Wenn man eine "größere", lebensverändernde Krankheit hat, die verheilt, hängt man hinterher auch nicht ständig dran. Es verblasst mehr und mehr. Der Vergleich hinkt möglicherweise arg, da ich aber auf diesem Gebiet auch Erfahrung habe, wage ich es, den Vergleich zu ziehen. Man weiss, da war was und gut ist. Leben ist das, was heute statt findet. Egal, was das Leben einem grad mal wieder Nettes oder weniger Nettes auftischt.


    Interessant wie unterschiedlich wir alle mit dem Thema umgehen.
    Von deinen Gedanken zu lesen, hat mich gefreut.

    @leandra28: Du hast im alten Strang noch angesprochen, dass man die Vielen nicht vergessen darf, die leider nicht mit einem Kind aus den Behandlungen hervorgegangen sind. Das ist ein wichtiger Hinweis und das darf man nicht vergessen. In der Schwangerschaft sind mir Frauen begegnet und auch jetzt mit Baby, bei denen ich nicht sicher war, ob das eine oder andere für sie ein Problem war. Es hängt was in der Luft, ich registrierte traurige oder anders gefärbte Blicke, die nicht leicht zu deuten waren. Ich trag auf der Stirn keinen Aufkleber auf dem steht "ehemalige Kiwu Patientin". Es mag für andere leicht und easy aussehen, dass Frau Mailine einen Kinderwagen vor sich herschiebt. Als wäre mal kurz ein Storch über mein Haus geflogen und hätt was ui, was für ne Überraschung wie schnell das ging, dagelassen. Das sieht nach aussen so aus, mag sein. Ich erinnere mich an den Blick einer Dame, die mir im Drogeriemarkt meines Vertrauens meine Schwangerschaftsbox mit Proben drin, überreichte. Sie guckte traurig, guckt weg, nach unten. Es war urplötzlich greifbar, dass es für sie schwierig war, mir diese Box zu überreichen. Da stand ich mit meinem beginnenden Bäuchlein und fühlte dermassen mit, dass ich am liebsten in Tränen ausgebrochen wäre. So berührt war ich von der Frau, die ja auch ich locker hätte sein können und warum auch nicht, meine Chancen standen mehr als sehr sehr gut dafür!
    Ich war nur mal eben an der Kinderlosigkeit vorbeigeschrappt.
    Das finde ich, darf man nicht vergessen, dass man auf der anderen Seite steht, ist ein grosses Wunder und gar nicht die Selbstverständlichkeit, nach der es aussehen mag. Das hält für mich persönlich dann die Verbindung zu meiner Vergangenheit, eben das Bewusstsein, dass es alles andere als easy peasy selbstverständlich ist. Dieser kleine Zwischenmoment zwischen den Seiten, der anderen Seite und der wiederum anderen Seite, ist mein persönliches Dankbarkeits- und Demutbarometer.


    Vor den Frauen, die den Strang leider kinderlos verlassen mussten, habe ich den grössten Respekt. Es gibt öfter Ereignisse, Bemerkungen oder sowas, die die Wunden aufreissen. Selbst in hohem Alter sagen wir 60 hört es nicht auf, weil es weitergeht. Dann bekommen die Freunde Enkel und wieder reissen Wunden auf. Ich habe eine Freundin in dem Alter, mit der ich gute Gespräche geführt hatte daher weiss ich, wie schmerzhaft auch diese Phasen sein können.
    Ich bin in Gedanken bei den Frauen und ich persönlich glaube, dass es eine der schwersten Aufgaben und grössten Herausforderungen für eine Frau sein kann, sich mit dauerhafter Kinderlosigkeit auseinander setzen zu müssen.

    Bevor es jetzt ausufert und da ich mich leider nicht kurz fassen kann, möchte ich euch allen noch viel Glück wünschen und noch reichen Kindersegen für diesen Strang!
    Ihr habt es mehr als verdient, daher von Herzen toi toi toi und alles Gute für jede Einzelne!

    @nana: Es wäre schön, wenn die früheren Schreiberinnen mal wieder schreiben würden. Ich kann es aber verstehen, wenn jemand es nicht möchte. Es wär schön, einfach mal wieder zu von ihnen zu hören.

    LG
    Mailine
    Geändert von Mailine (13.09.2013 um 17:02 Uhr)


  5. Registriert seit
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    1.298

    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Hallo, ich geselle mich dann auch mal dazu, wenn ich darf.

    Ich habe gerade mit meiner ersten ICSI Behandlung angefangen... Mein Mann ist sterilisiert und ich habe auch so meine Probleme, so dass ICSI unsere einzige Alternative ist.

    Eigentlich sagte man uns, dass unsere Chancen soweit gut stehen, da mein Mann bereits zwei gesunde Kinder hat, und meine Probleme nicht so gravierend sind (Gestagenmangel und eine Ausschabung deshalb). Allerdings scheine ich mich jetzt sehr schwer zu tun, was die Eizellen betrifft. Auf der einen Seite habe ich eine Zyste, auf der anderen Seite 4 Eizellen (nach 18 Tagen sind sie jetzt auch endlich mal gross genug), Montag ist Punktion.
    Eigentlich bin ich recht positiv in die ganze Geschichte reingegangen, da wir ja nicht durch jahrelanges vergebliches Probieren gegangen sind (die Sterilisation war ja bekannt - manchmal wuerde ich ihn am liebsten dafuer schlagen *schaem)... trotzdem wird mein Gefuehl immer mulmiger. Wir sind im europaeischen Ausland und muessen selbst zahlen, also wird es nur eine sehr begrenzte Anzahl an Versuchen geben...

    Auch die Klinik treibt mich in den Wahnsinn, da sie total unorganisiert sind, nicht richtig zuhoeren, ich auch schon zweimal umsonst da war, weil sie was verpeilt haben... und ich jedes Mal einen anderen Arzt habe, dem ich die ganze Geschichte wieder von vorne erzaehle (Datenbank ist nicht). Und ich bekomme langsam echt Panik. Was, wenn sie das Sperma vertauschen (so unorganisiert wie die sind)? Argh. Ich koennte nur rumheulen oder wahlweise was kaputt machen... Das bin so gar nicht ich...

    Viele Gruesse,
    Mokey


  6. Registriert seit
    16.07.2013
    Beiträge
    253

    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Herzlich Willkommen, Mokey!
    Für Deine gerade laufende ICSI drücke ich Dir ganz sehr die Daumen!

    Deine zeitweilige ohnmächtige Wut ist wirklich absolut verständlich ... man ist sowieso schon irgendwie ausgeliefert und machtlos, und sich dann auch noch Gedanken machen zu müssen, ob die Klinik alles richtig macht ...

    Ich weiß, jetzt steckst Du mittendrin ... hättest Du denn evtl. die Möglichkeit, danach zu wechseln, sofern sich ein weiterer Versuch als nötig/machbar erweisen sollte?

    Darf ich fragen, wo Ihr seid? Wir - mein Mann und ich - sind auch im europ. Ausland, in Frankreich. Und mitten in der ersten ICSI mit Punktion am Montag.


    @Fröschle,
    wenn ich das von Deinem Kliniktermin lese, könnte ich sofort die Wände hochgehen! Wie KANN jemand nur derart roh mit Menschen umgehen, die sowieso schon so ein sensibles Thema mit sich herumtragen?! Da kommt mir echt die Galle hoch! ... wenn ich darf:


    Liebe Mailine,

    Deine Zeilen vor allem im letzten Beitrag haben mich sehr berührt
    Vor allem, als Du über Dein Erkennen von Kinderwunschfrauen geschrieben hast (und ich bin sicher, dass Du richtig gelegen hast). Als Du von der Dame im Drogeriemarkt geschrieben hast, bin ich in Tränen ausgebrochen. Das ist so ein stilles Leid, von dem niemand will, dass es andere sehen.
    Ich zumindest habe im RL diesbezüglich so eine Art Maske auf ... wahrscheinlich wäre es ohne leichter; Freunde/Familie hätten bestimmt Verständnis (bei mir weiß es nur meine Schwester) - aber ich bringe es partout nicht über mich, es jemandem zu erzählen aus Angst vor ganz sicher gutgemeinten oder hilflosen Kommentaren, die schmerzen.

    Eigentlich sollte ich gerade jetzt frohen Mutes sein ... aber irgendwie ist das z Zt total weg, seit ich weiß, dass nur ein ES punktiert werden kann und ich das Gefühl habe: voller Aufwand, halber "Lohn". Ich glaube irgendwie nicht, dass es klappen könnte. Theoretisch und auch in so vielen Fällen praktisch bewiesen kann es klappen; nur dass es ausgerechnet bei MIR klappt, geht über mein Vorstellungsvermögen. Schwanger zu SEIN wiederum ist leicht vorstellbar ... nur das WERDEN - unmöglich.
    Was sagt heute leider meine Schwester: Wenn Du so ´rangehst, dann wird´s auch nichts.

    Momentan bin ich wahlweise schluchzendes Häufchen Elend oder durch´s Haus stampfende Furie mit Sehschlitzen, wutbebenden Nasenflügeln und Dampf aus den Ohren. ... so bin ich auch nicht und will es nicht sein - Mokey.


    Was ich noch sagen wollte: auch wenn ich niemandem hier die zermürbenden KiWu-Jahre gewünscht hätte, ich finde es ganz toll von Euch "alten Hasen mit Wunder im Arm", dass Ihr die Zeit und die damit verbundenen Gefühle nicht vergessen habt, auch wenn es zum Glück vorbei ist und die Gefühle z.T. nicht mehr abrufbar sind. Danke, dass Ihr das hier teilt. .

    Liebe Grüße in den Strang,
    Jaspis
    Geändert von Jaspis0815 (13.09.2013 um 18:43 Uhr) Grund: Grammatik


  7. Registriert seit
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    1.298

    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Hallo Jaspis,

    Vielen dank fuer deine Worte... wechseln waere eine Option, nur wohin... es darf ja auch nicht zu weit weg sein, so dass man die US-Termine usw gut mit dem Job vereinbaren kann (was schon schwer genug ist). Von zwei anderen Kliniken, die in Frage kommen, habe ich auch nichts gutes gehoert (Punktion ohne Narkose/Schmerzmittel... da muss man durch ). Land kommt per PN...

    Du hast auch Deine Punktion am Montag? Dann drueck ich dir die Daumen...

    LG,
    Mokey

  8. Avatar von luna83
    Registriert seit
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    2.059

    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Zitat Zitat von Mailine Beitrag anzeigen
    Ich möchte ungerne euren Strang sprengen und hoffe, dass noch einige Gedanken willkommen sind.Schön, dass sich noch ein paar Frauen zum Philosophieren eingefunden haben.
    Das sind sie, liebe Mailine und zwecks des sprengens, wir haben noch fast 50000 Beiträge offen

    Willkommen Mokey, auch ich drück dir ganz sehr die Daumen für Montag Wir sind auch im Ausland in Behandlung, bei mir ist es so, dass eine Frauenärztin in der Nähe die Ultraschalle macht. Es ist sicher nicht der Idealfall, wie wenn alles unter einem Dach ist, aber es ist ok. Bei solch chaotischen Zuständen würde ich mir auch Gedanken machen, kein Wunder, dass du durch den Wind bist


  9. Registriert seit
    04.01.2012
    Beiträge
    1.298

    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Luna, wo seid ihr denn im Ausland?
    Unsere Klinik erlaubt nicht, dass die US woanders gemacht werden....

    Vielen Dank fuer die Wuensche....

  10. Avatar von Zeehund
    Registriert seit
    25.10.2012
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    308

    AW: Die Hoffnung auch nach Jahren nicht aufgegeben (2)

    Ihr Lieben,

    ich lese immer wieder bei Euch mit und wünsche jeder von Euch alles erdenklich Gute der Welt. Was Ihr in den lezten Tagen hier geschrieben habt, war sehr berührend für mich.

    Durch Euch habe ich gelernt, daß ein Kind nichts Selbstverständliches ist und hoffe, mich auch nie so zu benehmen als wenn es das wäre. Ich stehe oft mit Demut und unsagbarar Dankbarkeit im Zimmer der Kleinen und kann mein Lebensglück nicht fassen.

    Euch wünsche ich Stärke und Mut für den Weg, den Ihr geht und liebe Menschen an Euerer Seite.

    Zeehund
    2 Seehundkinder zu Hause (6 & 3 Jahre)

    Hofft auf einen Juni-Heuler...

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