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    AW: Affäre mit Folgen

    Guten Abend,

    das "Kind" wird sich irgendwann folgende Fragen stellen, wer bin ich, warum wollte mein Erzeuger nicht mein Vater sein, was ist an mir so falsch, so schlecht, dass er kein Vater für mich sein wollte.

    Wer ist dieser Mann ? Charakterschwach, egoistisch, egozentrisch...,habe ich etwa diese hässlichen Eigenschaften von ihm geerbt ?

    Wie kann er so leben, als würde ich gar nicht existieren. Wie kann er so weiterleben als wäre nie etwas passiert ? Wie kann man nur so ein verlogenes Leben ein Leben nennen ? Krass die Frau, mit so einem Mann, der hat auch noch tatsächlich jemanden gefunden, die dumm genug ist, bei ihm zu bleiben und nennt das Liebe.

    Wie konnte er meine Mutter nur so verletzen. Warum wurde sie so schäbig benutzt. Warum hat sie sich so benutzen lassen. Was hat seine Frau, was meine Mutter nicht hat.

    Ich hätte so gerne einen anderen Vater gehabt. Einen der mich liebt, der auf mich achtet, der mich begleitet, der mich unterstützt, der mir meine Ängste nimmt, der mich in den Arm nimmt, wenn ich nachts schlecht geträumt habe. Der einfach für mich da ist. Einen Vater der mich in die Luft schmeisst und wieder auffängt.

    So mein Lieber, das waren die Worte einer fast 50-jährigen Frau an ihren eigenen Vater. Vielleicht ist etwas dabei, was du verwenden möchtest. Ich hatte zwar keinen Vater, habe jedoch für meinen Sohn auf wundersame Weise den besten Vater der Welt gefunden. Darauf bin ich ein bisschen stolz.

    A.
    Geändert von Avocados (26.04.2021 um 21:51 Uhr)

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    AW: Affäre mit Folgen

    Zitat Zitat von AutarkieMan Beitrag anzeigen
    Sorry wenn ich mal was negatives ablassen muss. Du hast mit einer Affäre rum gemacht, sie wurde schwanger, das Kind adoptiert und du distanzierst dich soweit, dass du hier schreibst, dass es ja ihr Kind, nicht mehr deins. Krass.
    Wenn dieses Kind dich tatsächlich kennenlernen wollte (du bist an seiner Entstehung beteiligt gewesen!) und du abwiegelst, um deine Frau nicht zu kränken, dann hast du nicht mal aus der ganzen Geschichte etwas dazu gelernt.
    Man möge im Leben mal falsche Entscheidungen getroffen haben, aber man hat dazu zu stehen. Gerade wenn es um ein Kind geht.
    Wenn das Kind für dich ein großer Fehler war, so bleibt eins aber bestehen - dieses Kind ist ein Teil deiner Vita. Auch wenn du rechtlich nicht mehr der Vater bist, so war dein Sperma und nicht der des Adoptivvaters dafür verantwortlich, dass es den Jungen gibt.
    Ich finde deine Einstellung leicht daneben. Rum machen, Kind zeugen und abhauen, sich tot stellen.
    Möge der Junge Verständnis haben, ich finde es echt respektlos von einem erwachsenen Menschen, so zu reagieren. Wenn es echt sein Wunsch war, so weiß er hoffentlich, dass Erzeuger sein keinerlei Leistung ist. In meinen Augen ist es ...
    Das finde ich auch. Für mich gibt es auch nur das Einstehen für seine Taten und Handlungen. Das sind erwachsene Menschen mit starkem Charakter.

    Alle anderen, die sich selbst in den Arm nehmen und für sich Rechtfertigungen finden, das Richtige nicht zu tun und standzuhalten... nun ja, schwach. Sehr schwach.

    @Avocado. Danke für deine Offenheit.

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    AW: Affäre mit Folgen

    Zitat Zitat von Avocados Beitrag anzeigen
    Ich hätte so gerne einen anderen Vater gehabt. Einen der mich liebt, der auf mich achtet, der mich begleitet, der mich unterstützt, der mir meine Ängste nimmt, der mich in den Arm nimmt, wenn ich nachts schlecht geträumt habe. Der einfach für mich da ist. Einen Vater der mich in die Luft schmeisst und wieder auffängt.

    So mein Lieber, das waren die Worte einer fast 50-jährigen Frau an ihren eigenen Vater. Vielleicht ist etwas dabei, was du verwenden möchtest. Ich hatte zwar keinen Vater, habe jedoch für meinen Sohn auf wundersame Weise den besten Vater der Welt gefunden. Darauf bin ich ein bisschen stolz.

    A.
    Tja, manchmal kann ein Kind nichts dafür, dass sein Vater die Flucht in die Feigheit und ins Verdrängen erfolgreich antritt und darauf noch stolz ist inkl. seiner alten Familie. Ich habe mir bei dem Strang auch meinen Teil gedacht. Offenheit, Aufarbeitung und zu den selbst verursachten Problemen und damit verbundenen Aufgaben stehen, sieht für mich anders aus. Aber gut, wenn man dafür mal einen Blick hat, dann weiß man wie viele so agieren nicht nur in Bezug auf uneheliche Kinder. Der größte Teil der Menschheit ist einfach feig und weit weg davon Probleme anzupacken. Kinder sind dabei am wenigsten geschützt. Gut, hier wird es damit gerechtfertigt, dass ihr Mann die Vaterrolle hat, aber irgendwann wird die Wahrheit ans Licht kommen. Es hätte auch hier einfach Besuche und Offenheit geben können, aber man hatte Sorge, dass dann die Ursprungsfamilie zerbricht. Durch Verdrängen und Gras drüber wachsen lassen, hat man dies verhindert.

    @Avocados Allerdings wird man als Kind solcher Eltern auch irgendwann erwachsen und damit unabhängig von ihrer Fürsorge und Bewunderung. Man darf dann auch ruhig mal auf sie blicken und sich sagen, dass sie in einigen Punkten echt Mist gebaut haben und eben keine Heiligen sind sowie keine Haltung und Verantwortung gezeigt haben sonder vertuscht. Ihre Liebe wäre sicherlich schön gewesen, aber im Leben gibt es eigentlich genug davon, gerade wenn man erwachsen ist, eigentlich schon einen guten Blick für wahrhafte Menschen hat und selbst wählen kann. Für mich wäre die Haltung zu solch einem Vater klar, brauche ich nicht mehr und habe auch keinerlei Interesse an ihm, ist ein fremder Mensch für mich dessen Werte ich nicht teile.
    Geändert von noprincess (27.04.2021 um 08:59 Uhr)

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    AW: Affäre mit Folgen

    @noprincess Da hast du natürlich absolut Recht. Aber das sind die Erkenntnisse einer sehr langen Reise mit vielen schmerzhaften Einsichten, über Jahrzehnte. Wie gesagt ich bin inzwischen 50.

    Es ist eine Zumutung. Eine solche Zumutung. Was sind das für Menschen, was sind das für Männer. Es geht sogar in die nächste Generation. Häufig stelle ich mir die Frage, wird mein Sohn auch so ein Mann sein, mit diesen schlechten Charaktereigenschaften. Wird er sich auch "drücken", wird er ein Feigling sein, ein Drückeberger, Verantwortung auf jemanden abschieben, der seinen Job übernommen hat, um sein Gewissen zu beruhigen. Ist das vererbbar ?

    Es zieht sich wie ein roter Faden durch ein Leben. Ich habe viele Kontakte zu anderen vaterlosen Menschen, es sind häufig Identitätsprobleme. Die Hälfte von einer Person liegt im verborgenen. Und damit auch dessen ganze Familie. Es endet nie wirklich. Wenn man sich dem stellt und nicht verdrängt. Es sagt sich so leicht. Es ist nicht leicht so eine Haltung zu gewinnen. Es ist eine Sehnsucht, die immer wieder aufflammt, an verschiedenen Ecken des Lebens, unverhofft und unerwartet, so ähnlich wie eine Trauer zu einem geliebten Menschen, die auch nicht immer da ist. Dabei nicht den Anspruch hat wirklich realistisch zu sein. Ein Traum.

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    AW: Affäre mit Folgen

    Zitat Zitat von Avocados Beitrag anzeigen

    Es zieht sich wie ein roter Faden durch ein Leben. Ich habe viele Kontakte zu anderen vaterlosen Menschen, es sind häufig Identitätsprobleme. Die Hälfte von einer Person liegt im verborgenen. Und damit auch dessen ganze Familie. Es endet nie wirklich. Wenn man sich dem stellt und nicht verdrängt. Es sagt sich so leicht. Es ist nicht leicht so eine Haltung zu gewinnen. Es ist eine Sehnsucht, die immer wieder aufflammt, an verschiedenen Ecken des Lebens, unverhofft und unerwartet, so ähnlich wie eine Trauer zu einem geliebten Menschen, die auch nicht immer da ist. Dabei nicht den Anspruch hat wirklich realistisch zu sein. Ein Traum.
    Ach doch, manches kann enden. Irgendwann ist man selbst erwachsen, hat sein Leben in der Hand und auch die eigenen Kontakte.

    Bei mir hat man gemunkelt, dass ich einen anderen Vater habe, die jahrzehntelange Affäre meiner Mutter. Diese hat mir den DNA-Test komplett verweigert und ich habe mich dann entschieden, es ruhen zu lassen. Ich hätte keinerlei Kontakt mit solch einem feigen Mann und seiner Frau mit Putzfimmel haben wollen, ebenfalls bestand bei mir kein Interesse an einem Bruder, der Alkoholiker ist. Diese Familie war letztendlich sehr zersetzt und hätte für mich nur eine Belastung dargestellt sodass ich mich da erst gar nicht ins Spiel bringen wollte.
    Es ist doch auch logisch, wenn man sich herzlich zugewandt ist und positiv miteinander das Leben bewältigt, dann passieren eher selten solche Klopper. Und nein, ich trauer dem allen nicht nach. Ich weiß, dass viele Kinder nicht die Kindheit haben, die sie bräuchten, geliebt und umsorgt werden. Täglich sterben Kinder auf dieser Welt an Unterernährung in absoluter Armut und insofern sehe ich mich jederzeit als privilegiert genug an und muss nicht diesem Problem nachhängen. Da habe ich andere Aufgaben und Ziele im Leben, welches ja weiter geht, auch nach der Kindheit. Und natürlich werden einen die Fehler, welche die Eltern verursacht haben, etwas begleiten bis man sich davon befreit hat.
    Geändert von noprincess (27.04.2021 um 16:28 Uhr)

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    AW: Affäre mit Folgen

    Zitat Zitat von Avocados Beitrag anzeigen
    Es ist eine Zumutung. Eine solche Zumutung. Was sind das für Menschen, was sind das für Männer. Es geht sogar in die nächste Generation.

    ....

    Es zieht sich wie ein roter Faden durch ein Leben. Ich habe viele Kontakte zu anderen vaterlosen Menschen, es sind häufig Identitätsprobleme. Die Hälfte von einer Person liegt im verborgenen. Und damit auch dessen ganze Familie. Es endet nie wirklich. Wenn man sich dem stellt und nicht verdrängt. Es sagt sich so leicht. Es ist nicht leicht so eine Haltung zu gewinnen. Es ist eine Sehnsucht, die immer wieder aufflammt, an verschiedenen Ecken des Lebens, unverhofft und unerwartet, so ähnlich wie eine Trauer zu einem geliebten Menschen, die auch nicht immer da ist. Dabei nicht den Anspruch hat wirklich realistisch zu sein. Ein Traum.
    Zitat Zitat von noprincess Beitrag anzeigen
    Ach doch, manches kann enden. Irgendwann ist man selbst erwachsen, hat sein Leben in der Hand und auch die eigenen Kontakte.

    Bei mir hat man gemunkelt, dass ich einen anderen Vater habe, die jahrzehntelange Affäre meiner Mutter. Diese hat mir den DNA-Test komplett verweigert und ich habe mich dann entschieden, es ruhen zu lassen. Ich hätte keinerlei Kontakt mit solch einem feigen Mann und seiner Frau mit Putzfimmel haben wollen, ebenfalls bestand bei mir kein Interesse an einem Bruder, der Alkoholiker ist. Diese Familie war letztendlich sehr zersetzt und hätte für mich nur eine Belastung dargestellt sodass ich mich da erst gar nicht ins Spiel bringen wollte.
    .....
    Du beschreibst doch ein ganz anderes Szenario. Offensichtlich kanntest du den potentiellen Vater plus Familie sehr gut bzw. gut genug, um dir über alle Familienmitglieder ein Urteil bilden zu können.

    Es geht aber um die Kinder, die gar nichts wissen und das die Identitäskrisen haben ist absolut nachvollziehbar. Jemand, der alles kennt, kann nicht darüber urteilen wie es sich anfühlt, wenn man einen Teil überhaupt nicht kennt.

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    AW: Affäre mit Folgen

    Zitat Zitat von Avocados Beitrag anzeigen

    Es zieht sich wie ein roter Faden durch ein Leben. Ich habe viele Kontakte zu anderen vaterlosen Menschen, es sind häufig Identitätsprobleme. Die Hälfte von einer Person liegt im verborgenen. Und damit auch dessen ganze Familie. Es endet nie wirklich. Wenn man sich dem stellt und nicht verdrängt. Es sagt sich so leicht. Es ist nicht leicht so eine Haltung zu gewinnen. Es ist eine Sehnsucht, die immer wieder aufflammt, an verschiedenen Ecken des Lebens, unverhofft und unerwartet, so ähnlich wie eine Trauer zu einem geliebten Menschen, die auch nicht immer da ist. Dabei nicht den Anspruch hat wirklich realistisch zu sein. Ein Traum.
    Danke für diese Zeilen.
    Es beschreibt sehr genau meine Gefühle.
    Gepaart mit der Wut auf einerseits meine Mutter, die den Mann nicht bei uns in der Familie haben wollte (ein ONS), andrerseits auf ihn, weil er nicht um seine Tochter gekämpft hat. Mich als Baby im Krankenhaus gesehen hat, sich dann aber abwimmeln liess.

    Es schmerzt ab und zu immer noch heftig, obwohl ich mit meiner Mutter Frieden geschlossen habe. Mit dem Vater unbekannterweise auch.

    Und ich habe einen tollen Papa, der fast von Beginn weg dabei war, er hätte es nicht besser machen können.
    Es mindert aber die oben beschriebene Sehnsucht nicht.

    Ein Mensch sollte Zugang zu seinen Wurzeln haben. Unbedingt.

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