Hallo zusammen,
vor ca. 6 Wochen habe ich bereits in dem Thread „Aufgezwungene Beziehungspause“ von meinem plötzlich drohenden Beziehungsende geschrieben.
http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=59998
Seitdem hat sich viel ereignet und ich hoffe noch einmal auf eure Lesegeduld und eure Meinungen.
Für Neulinge einmal ganz kurz: 5-jährige Beziehung (sie 30, ich 37), sehr harmonisch, sehr große Liebe und starkes Zusammenhörigkeitsgefühl bei beiden. Sie kommt aus einem Kurzurlaub wieder und bittet (für mich urplötzlich) einige Tage später um eine Beziehungspause. Ein anderer Mann aus dem Ausland spielt dabei auch eine Rolle, zu dem sie per Mail und Telefon Kontakt hat. Ich weiß, dass sie „Phantasien“ für ihn hat und ihn noch einmal treffen will – das hat sie mir von sich aus gesagt, OHNE dass bislang etwas zwischen ihnen gelaufen ist.
Ich habe anfänglich versucht zu kämpfen. War erst bereit mich auf eine „offene Beziehung“ einzulassen und hatte ihr das auch gesagt. Dann dachte ich, dass ich das doch nicht kann und ruderte zurück, sagte (schrieb) ihr, ich könnte das doch nicht ertragen, zumindest nicht solange zwischen uns eine solche Distanzzeit besteht. Ich könne doch nicht einfach abwarten, ob sie sich dann vielleicht richtig in ihn verliebt. Wo ich denn dabei bleiben würde und meine Bedürfnisse?
Sie hatte ihn dann daraufhin von sich aus angerufen und gesagt, dass sie erst mal kürzer treten müssten und sich nicht treffen könnten. In einem weiteren persönlichen Gespräch sagte sie mir das. Ich fragte sie dann, was sie dazu bewogen hätte (in der Hoffnung zu hören, dass ich ihr im Zweifelsfalle erst mal wichtiger sei als ein Seitensprung). Sie sagte, die große Angst, mich für immer zu verlieren. Und dass sie aber auf der anderen Seite nun Trotz dagegen spüren würde, weil sie das „jetzt nicht darf“. Daraufhin bin ich sehr wütend geworden und das Treffen war schnell beendet, da es zu nichts mehr führte und ich nicht will, dass sie aus „Angst“ bei mir bleibt. Sie soll uns wenn eine Chance geben, weil sie mich liebt, schätzt und begehrt! Alles andere ist für mich indiskutabel. Das habe ich ihr auch gesagt.
Der letzte Stand war, dass wir danach noch gemeinsam einen Ausflug gemacht und zwei kulturelle Veranstaltungen besucht haben. Nach dem letzten Treffen sind wir dann noch zu ihr gegangen, haben etwas Wein getrunken und geredet. Sie sagte dann aber wieder, dass sie denkt, es könnte auf diese Art (also so unmittelbar) nicht weitergehen mit uns. Ich habe daraufhin sofort vorgeschlagen, dann besser jetzt sofort einen Schlussstrich zu ziehen.
Wir haben uns dann etwa 9 Stunden unterhalten (die ganze Nacht und den ganzen Morgen). Wir haben uns zwischendurch immer wieder innig geküsst (nicht miteinander geschlafen), dann geweint, uns gegenseitig unsere Liebe bekundet, noch mal in einem Bett geschlafen – alles war extrem widersprüchlich und emotional kaum zu ertragen. Ich habe aber keinen Zweifel daran, dass sie mich nach wie vor unvermindert liebt. Ich habe es gespürt, gesehen, gehört und erfahren.
Fakt ist wohl, dass sie für sich glaubt, noch einmal das Gefühl zu brauchen, eine Zeit lang Single zu sein, frei zu sein, noch einmal neue Erfahrungen sammeln zu können, dass alles offen sein müsste, dass sie mit ihrem Leben einmal ganz allein klarkommen müsste, sich selbst genügen müsste, sich entwickeln müsse. Dass sie eine Entwicklungszeit für sich bräuchte. Der „Typ“ im Ausland spiele dabei nur eine Randnotiz. Sie hätte keinerlei Interesse an einer Beziehung mit ihm oder mich durch ihn zu ersetzen – sie wolle ihn aber auf jeden Fall noch einmal oder vielleicht auch zweimal besuchen, da sie das Gefühl hätte, dort sei noch etwas „unerledigt“. Sie könne dabei dann nichts ausschließen. Sie sei vielleicht etwas verschossen, liebe aber mich – und ich müsste mich dadurch nicht bedroht fühlen.
Sie sagte, dass sie vielleicht auch einfach mal eine Zeit lang das Gefühl bräuchte, dass sie mich vermisst, dass ich nicht wie selbstverständlich immer da sei. Dass sie mal das Gefühl der Distanz zu mir überhaupt kennen lernen müsste. Dass sie für die Zukunft nichts ausschließen möchte, und dass ich das auch nicht tun soll, dass sie im Grunde mit mir zusammen sein will aber dass es im Moment nicht gehen würde.
Jedenfalls verabschiedeten wir uns dann beide völlig aufgelöst und in einem Meer aus Tränen. Es war einer der schlimmsten Tage meines Lebens. Ein Schlussstrich war gezogen – aber es fühlt sich noch immer grundfalsch an. Das ist nun 2 Wochen her. Wir verabredeten, dass ich ihr noch einmal einen Brief schreiben würde (den ich schon vorbereitet hatte) und dass ich mich freuen würde, auch noch einen Brief von ihr zu erhalten, so dass ich vielleicht ihre Gründe noch besser verstehen könnte.
Ihr Brief erreichte mich dann einige Tage später. Es war eine 10-seitige Liebesbekundung (!) an mich, in dem sie keinen Zweifel an ihren Gefühlen für mich aufkommen ließ. Sie wüsste, dass ich ihr Mann fürs Leben sei, dass wir zusammen gehören, dass sie so noch nie empfunden hätte, dass sie bei einem Blick in meine Augen keinen Zweifel hätte, dass sie mich will. Dass sie die Vorstellung von endgültigem „Abschied“ zerreißen würde, dass sie sich nicht im Geringsten vorstellen kann, dass ich aus ihrem Leben für immer verschwinde, dass sie nicht glauben kann, dass es das nun war mit uns, dass sie sich gar nicht „entlieben“ wolle. Aber eben auch, dass sie nicht wüsste, wie es JETZT (unmittelbar) gehen könnte. Dass sie erst das Gefühl bräuchte, dass alles offen sei, dass wir beide frei seien, uns entwickeln könnten, dass sie mal eine Zeit lang von mir entfernt sein müsste.
Sie schrieb von Strömungen, die einen auch mal für eine Zeit lang von einem geliebten Menschen entfernen können, und dass sie hofft, dass nach der Distanz wieder die Anziehung kommt und dass wir in der Zukunft eine Beziehung führen werden, in der nicht nur Nähe herrscht sondern auch Abstoßung, dass man sich mal streitet, dass mehr Energie entsteht, dass man sich des anderen nicht immer so sicher sein könnte usw. Sie schrieb aber auch, dass sie nichts garantieren könnte und mir auch keine falschen Hoffnungen machen will. Dass sie für die Zukunft aber nichts ausschließen will und dass ich das bitte auch nicht tun soll. Man wüsste ja nicht, was die Zukunft bringt und dass sie eigentlich mit mir zusammen sein will, dass ich nun aber erst mal „Loslassen“ soll, weil ich sonst mit der Situation nicht leben könnte und sie doch eigentlich nur will, dass ich glücklich bin... Und sie entschuldigte sich an vielen Stellen dafür, dass sie mir nun so weh tut und derzeit ein so erbärmlicher Mensch sei.
Ich erkannt den Brief erst nicht als Liebeserklärung an mich, sondern nur als reinen Widerspruch, Humbug und reagierte entsprechend erbost.
Ich schrieb ihr daraufhin eine ziemlich böse Mail, in der ich ihr „verbot“ mir weiterhin ihre Liebe zu bekunden, dass ich nur noch beruflich mit ihr verkehren wolle, dass ich nichts privates mehr von ihr hören oder ihr von mir mitteilen möchte, dass sie doch machen soll was sie will usw. Letzten Endes war die Mail nur voller impliziter Vorwürfe und Ausdruck meiner verletzten Gefühle und meiner Unfähigkeit mit dieser extrem ambivalenten Situation umzugehen.
Erst nach mehrmaligem Lesen des Briefes erkannte ich ihn als Liebesschwur und bereute den harten Wortlaut meiner Mail schon am nächsten Tag. Eigentlich stand ich auch gar nicht hinter dem Inhalt dieser Mail. Also rief sie 2 Tage später noch einmal an, um mich für einiges aus der Mail zu entschuldigen (nicht für alles) und sagte ihr, dass ich zwar stinksauer sein, es mir bislang aber auch noch nicht gelungen sei, mich mal in ihre Perspektive zu versetzen, und dass sie mir das auch nicht gerade einfach machen würde. Ich sagte „wenn alles offen“, dann bitte auch ob wir privat miteinander reden wollen, uns vielleicht irgendwann mal wieder treffen wollen usw. Und das finde ich eigentlich auch heute noch richtig so (eine Woche später).
Sie sagte, meine „Entschuldigung“ überrasche sie, sei nicht nötig gewesen und zeuge von menschlicher Größe, und dass sie davon meilenweit entfernt sei.
Wir sind nun so verblieben, in den nächsten Wochen oder Monaten erst mal nur noch beruflich zu kommunizieren, dass aber auch private Gespräche zumindest nicht verboten seien. Sie soll nun auch einmal die Chance haben festzustellen, ob ich ihr überhaupt fehle oder nicht. Außerdem schrieb sie mir in dem Liebesbrief „dass ich schon in den letzen Wochen starke Erkenntnisprozesse durchlaufen hätte, was bei uns wohl hinter der harmonischen Oberfläche schiefgelaufen ist, z.B. dass ich sie definitiv will, dass ich bereit sei „an uns zu arbeiten“ usw. und dass sie diese Prozesse noch gar nicht selbst richtig durchlaufen hätte. Dass sie dazu einfach mehr Zeit brauchen würde als ich. Dass sie nicht so „reif“ sei wie ich. Dass sie in den letzten Wochen in einem Strudel der Verwirrung und extremen Gefühle existiert hätte (auch große Angst mich für immer zu verlieren).
Für mich besonders schwierig: Ich weiß ja, dass sie den Kontakt zu dem anderen Mann im Ausland noch hat und ihn ja auch besuchen will (wann weiß ich nicht – vermutlich aber in den nächsten 6-12 Wochen).
Ich habe meine Eifersucht zwar inzwischen etwas in den Griff bekommen – aber bin natürlich sehr verunsichert durch diese Situation. Ich trauere derzeit sehr intensiv und habe folgende Befürchtung: Wenn sich meine Trauer fortsetzt und vielleicht in einigen Wochen oder wohl eher Monaten „abgeschlossen“ ist, dann wird es für mich kein Zurück mehr geben. Das weiß ich aus Erfahrung und das fühle ich auch irgendwie jetzt schon. Egal wie groß die Liebe auch ist. Dann ist sie für mich praktisch „gestorben“, denn dann habe ich meine Gefühle von ihr abgezogen.
Wenn die Situation also so bleibt wie sie jetzt ist (völliger Kontaktabbruch außer beruflich) dann werde ich mich „austrauern“ und dann gibt es kein Zurück mehr für mich. Aber genau davor habe ich auch Angst. Das will ich eigentlich nicht!! Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass wir „zusammen gehören“ und dass wir unsere Probleme in den Griff bekommen können und dann besser miteinander sind als vorher - wahrhaftiger.
Diese Probleme, die wir haben (u.a. beide großes Harmoniebedürfnis, Trennungsangst und daher auch Angst unsere Bedürfnisse klar auszudrücken oder etwas einzufordern) sind mir inzwischen bewusst. Ich hätte daher auch JETZT das Bedürfnis mit ihr darüber zu reden. So viel ist noch unausgesprochen. Wieso noch Wochen oder Monate warten – dann wird es von meiner Seite aus zu spät sein.
Aber wenn sie noch nicht so weit ist? Macht es dann Sinn ihr meine Erkenntnisse jetzt schon mitzuteilen? Ihr zu sagen, dass es NIE mehr ein Zurück geben wird, wenn nun alles so bleibt wie momentan?
Außerdem weiß ich durch die intensive Beschäftigung mit meinen Gefühlen, einigen Büchern zum Thema „Verlassen“ und „Außenbeziehung“ sowie durch meinen „siebten Sinn“, dass unsere Beziehung auch dann keine Chance mehr haben wird, wenn ich ihr den Kontakt zum anderen Mann „verbiete“ (was ich auch eigentlich nie wirklich wollte).
Ich glaube, dass ihr „Seitensprungdrang“ auch Instrument dazu ist, aus der zu eng empfunden Bindung zu mir einmal auszubrechen und sich darüber ein Stück weit wieder selbst zu entdecken und sich (evt.) auch mir gegenüber anders zu positionieren. Klingt vielleicht seltsam, macht aber wohl psychologisch durchaus Sinn und ist laut meiner Literaturrecherche durchaus typisch für Beziehungen wie unsere, die durch große Nähe und Harmonie geprägt sind.
Jedenfalls hadere ich nun mit mir, ob ich sie in den nächsten Tagen noch einmal um ein Gespräch bitten soll (danach ist sie eine Woche mit Freunden am Meer), oder ob ich ihr erst diese Woche noch Zeit lassen soll, sich selbst einige Gedanken zu machen.
Der Vorteil vorher mit ihr zu reden wäre, dass sie im Urlaub vielleicht in Ruhe darüber nachdenken könnte. Der Nachteil wäre, dass ich sie vielleicht damit bedränge. Im Zweifelsfall sollte ich sie wohl einfach fragen, ob sie zu einem Gespräch noch einmal bereit ist.
Ich würde ihr dann gern mitteilen, zu welchen Erkenntnissen ich gekommen bin (was schief gelaufen ist), dass ich befürchte, mich komplett zu entlieben, wenn der totale Kontaktabbruch fortbestehen bleibt, und dass ich auch befürchte, dass es kein „Zusammen“ mehr gibt, wenn ich ihr den Kontakt zu dem anderen Mann verbiete oder sie den Eindruck hat, dass ich das tue..
Die einzige Möglichkeit die ich derzeit sehe ist, dass wir uns beide zunächst als „Singles“ positionieren, dass jeder (ich auch) alles machen kann, was er will, dass es keine Vorwürfe und Einforderungen gibt, dass wir uns aber auf freiwilliger Basis dennoch (wenn wir es denn beide wollen) mal verabreden können. Und dass egal was dann passiert (also auch bei Knutschen oder Sex) auch daraus keine weiteren Forderungen entstehen.
Ob ich dann damit umgehen KANN weiß ich nicht, aber ich denke, das ist die einzige Möglichkeit uns allen wenigstens halbwegs eine Chance zu geben. Ich sehe keine andere – ansonsten werde ich mich wohl "automatisch" entlieben.
Und nun hoffe ich sehr auf eure Fragen, Ideen und Meinungen...
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 534
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04.07.2007, 20:01
Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
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04.07.2007, 21:13
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Lieber Martin
Zitat von Martin_36
Alles was ich hier lesen kann sind Verzweiflung und Drohung. Bitte versteh mich nicht falsch. Aber Deine Gedanken scheinen nur darum zu kreisen, ihr mitteilen zu wollen, dass Du Dich entliebst wenn sie nicht....
und
dass du gefälligst auch single sein darfst, wenn sie es ist.
Ich kann Dir nur raten, Deine Lehre für Dich aus dieser Beziehung zu ziehen. Sie scheint sehr ehrlich mit Dir zu sein, was Dir immerhin ermöglicht (vielen von uns hier gehts nicht so) Dich mit Tatsachen auseinander zu setzen.
Sei ehrlich:
Du liebst diese Frau. Du willst weder mit einer anderen flirten, noch willst Du knutschen etc..
Ganz geschweige vom "entlieben". Das willst Du auch nicht.
Das einzige was Du willst, ist diese Frau! Du willst sie lieben und mit ihr eine wunderschöne Beziehung führen.
Leider scheint sie noch nicht ganz bereit zu sein. Was nicht gleichzeitig heisst, dass sie es nicht sein wird.
Ich denke sie muss dies jedoch für sich rausfinden. Ohne Druck von Dir und ohne Drohungen von Dir.
Meiner Meinung nach ist die einzige Chance die alt bekannte:
LOSLASSEN
Gott, wenn das scheiss Wort (oder sind es eigentlich doch zwei?) bloss nicht so weh tun würde.. aber Martin, nur was man loslassen kann und freiwillig zurück kommt hat man auf "sicher"..
Gib der Frau Zeit, versuch dich auch dich zu konzentieren. Denk in aller Liebe an sie. Wünsche ihr, dass sie ihren inneren Frieden kriegt. Glaube daran, dass sie immer einen Platz in Deinem Herzen haben wird, aber sei gewiss, dass Dein Leben auch weiter geht.
Dein Wunsch (so interpretier ich das), Dich zu entlieben.. da kann ich nur sagen:
Alles was man versucht zu ändern, wird sich verstärken.. das heisst, je mehr Du Dich zwingst, Dich zu entlieben, desto mehr wirst Du "meinen" sie zu lieben..
Drum, versuch in Liebe los zu lassen.. versuch ihr ihre Erfüllung zu wünschen, was immer ihr Weg sein wird.
Nur dann kannst Du Sie auch voller Liebe zurück nehmen, sollte sie merken, dass Sie nur Dich will..
Gott, mir liefen die Tränen bei Deinem Posting. Ich hoffe alles kommt wie du es wünscht. Aber jetzt ist Geduld angebracht. Klar, da draussen warten zig 1000 hübsche Mädels.. aber die willst Du nicht...
Robyn
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04.07.2007, 23:34
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Lieber Robyn,
danke für Deine Anteilnahme und ehrliche Einschätzung. Mit vielem liegst Du richtig, mit manchem nicht.
Ich WILL mich NICHT entlieben. Nicht im Geringsten. Ich will eigentlich einfach mein Leben leben und abwarten, ob es uns irgendwann wieder zusammen führt oder nicht.
Zitat von Robyn
Aber ich trauere sehr stark (bin kraftlos, verzweifelt, weine usw.). Und das nun schon seit mehreren Wochen. Dabei glaube ich nun erstmals zu spüren (oder zu antizipieren), dass diese Trauer dazu dient, meine Liebe "auszutrauern". Ich habe mir dann einige Fachliteratur besorgt um herauszufinden, ob mein Verdacht stimmt. Und das scheint zu stimmen. Die Trauer dient ja dazu, sich vom anderen emotional zu distanzieren und letzlich "loszulassen". Dieser Prozess ist bei einer Trennung durchaus ähnlich einem Verlust durch "Tod" des Partners. Und somit "stirbt" der Partner auch für einen mit dem Ende der Trauer. Das ist aber das Gegenteil von dem was ich hoffe und möchte. Es ist aber einfach Realität. Nach diesem Prozess ist es in der Regel so, dass einem der Partner dann fremd vorkommt und man sich eigentlich nicht mehr neu (zumindest körperlich) auf ihn einlassen möchte. Das meinte ich mit "gestorben für mich".
SIE glaubt aber fest daran (auch wenn sie sagt, dass sie nichts garantieren kann), dass wir irgendwann wieder zueinander finden. Sie wollte auch erst, dass ich die "Beziehungspause" einfach abwarte. Sie sagte mir, dass sie aus dieser Hoffnung, dass wir wieder zueinander finden die Kraft schöpft, das alles überhaupt durchzustehen.
ICH glaube aber nicht, dass das so geht. Weil ich glaube zu spüren, dass ich mich in den nächsten - sagen wir Monaten - entlieben werde, OHNE dass ich das möchte. Ich glaube nicht, dass ich dagegen etwas tun kann. Es scheint ein "natürlicher" Prozess zu sein.
Und daher denke ich, dass sie das wissen sollte. Ich will damit überhaupt keinen Druck ausüben - aber vermutlich passiert das dann trotzdem.
Ja, das stimmt. Genau das alles will ich. Das hast Du richtig erkannt. Im Moment möchte ich auch keine andere Frau, schon gar nicht vorerst eine andere Beziehung. Aber in einigen Monaten... wer weiß... ein Flirt, ein Abenteuer, warum nicht?
Zitat von Robyn
Ja, das sehe ich genauso und ich will auch keinen Druck mehr aufbauen. Aber sollte sie nicht wissen, dass es wohl reell keine Möglichkeit mehr geben wird, wenn ich so weiter trauere? Ich glaube sie hat da etwas naive Vorstellungen. Oder bin ich jetzt naiv, dass ich glaube, es sei meine Pflicht, sie darauf hinzuweisen (weil das vermutlich dann ja doch wieder Druck macht?)
Zitat von Robyn
Das ist doch leider auch nur ein Spruch. Wir (ich) sollten wohl alle am besten einsehen, dass man in der Liebe und in einer Beziehung niemals echte Sicherheit haben wird. Das ist letzten Endes nur Illusion - wie ich es derzeit schmerzlich erfahren muss.
Zitat von Robyn
Das alles versuche ich auch. Ich hasse sie nicht, ich verachte sie nicht, ich liebe sie und würde das auch gern aufrechterhalten. Aber Loslassen ohne Entlieben scheint durch die Trauer nicht zu funktionieren (oder gibt es hier jemanden, der das wirklich hinbekommen hat?) Ich kann mich nur wiederholen - auch die psychologische Literatur scheint meinen Eindrücken da Recht zu geben. Oder sehe ich in meinem Trennungsschmerz einfach nicht mehr klar?
Zitat von Robyn
Würde mir das wirklich gelingen, in Liebe loszulassen, dann würde ich doch aus dieser Liebe heraus in ständiger Sehnsucht nach ihr vergehen und könnte nie mein eigenes Leben wieder zu 100% in die Hände nehmen. Ich würde es gern, aber ich halte es für unmöglich.
Zitat von Robyn
Aber nochmal zurück zu meiner eigentlichen Frage: Meint ihr, ich sollte sie besser nicht noch einmal um ein Gespräch bitten? Ich halte es eigentlich für wichtig über die Gründe unserer Probleme zu sprechen, über meine ANGST mich zu entlieben (nicht den Wunsch - ich möchte das ja eigentlich auf keinen Fall), über die Einsicht, dass ich ihr den Kontakt zu ihrem Lover nicht verbieten kann und will und über die Idee, uns zunächst als "Singles" zu begegnen. Ich will ja, dass sie glücklich ist, sich entwickelt, frei fühlt - ich will niemanden, der an meiner Seite verkümmert.
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05.07.2007, 04:17
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Hallo Martin
ein langer Text - und ich gebe zu, ich muss ihn wohl nochmal Zeile fuer Zeile lesen.
Nur eben vorab ein paar Gedanken, die mir spontan einfielen:
Hast du schon mal drueber nachgedacht, dass du vielleicht nicht um sie trauerst, sondern um eure gemeinsame Zeit? Sie (die Frau) ist doch noch da, nur nicht greifbar, zur Zeit.
Um eure bisherige gemeinsame Zeit trauern ist ja auch ok, in gewissem Masse - die kommt so nicht wieder. Wenn ihr wieder zusammenkommen koennt, dann wird das sowieso alles neu sein, du bekommst nicht die gleiche Frau wieder. Es ist eher wie ein Neukennenlernen.
Du legst zuviel im Kopf fest - und Gedanken koennen sich festfressen und dir den Blick auf neue oder andere Wege verstellen. Du trauerst, also wirst du dich entlieben. Das ist fuer dich Fakt. Aber ist es wirklich so?
Ich weiss selbst aus eigener Erfahrung, dass sich der Schmerz bei Trennung koerperlich genauso anfuehlen kann wie bei Trennung durch Tod.
Doch bei euch ist ja noch so vieles offen - ich wuerde momentan weniger Energie in die Trauer legen als in Arbeit an mir selbst (oder auch mal in angenehme Freizeitbeschaeftigungen).
Loslassen in Liebe geht - aber dem geht ein gewaltiger Entwicklungsprozess voraus.
Wenn man sagen kann, dass man dem anderen ganz ehrlich das Beste der Welt wuenscht, egal was er tut und wie er sich entscheidet, und trotzdem ein warmes Gefuehl im Bauch und Herz bleibt, wenn man an ihn denkt - dann hat man in Liebe losgelasssen.
Ein "Aber" gibt es von meiner Seite dennoch: sie sollte nicht mit dir spielen und endlos warten, bis sie sich eine Meinung gebildet hat. Das quaelt dann doch nur und verzoegert ein Weiterkommen auf beiden Seiten. Dass sie Unsicherheiten verspuert, halte ich fuer normal, dass sie nicht innerhalb einer Woche sagen kann, was sie will, auch - aber zu lange duerfte es auch nicht dauern.
Ich wuerde nochmal mit ihr reden - aber ihr ein Datum setzen, vielleicht in 14 Tagen, 3 Wochen oder so.
Alles Gute
frangipani"I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves
Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.
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05.07.2007, 11:52
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Hi Martin
ich sehe es auch so wie Frangipani - irgendwie siehst du dein Entlieben schon als gegeben an und machst dir deswegen selber Stress. Es ist egal ob es in der Vergangenheit auch so gelaufen ist, es MUSS nicht wieder so kommen. Wenn es dir an manchen Tagen besser geht, sodass du das Gefühl hast, du fängst schon an los zu lassen (= nach deiner Meinung gleichbedeutend wie entlieben), denk ich, das ist ... vielleicht Selbsterhaltungstrieb? Sonst würde keiner von uns nach einem Fall mehr aufstehen. Ich bin aber keine Psychologin und das kann auch Blödsinn sein.
Aber das:
könntest du vielleicht besser in einem Brief verpacken - und ihn ihr auch vor ihrem Urlaub geben. Waum ein Brief? Weil das Thema sehr schwierig ist und es würde sie vielleicht in einem einzigen Gespräch erschlagen. Als Brief könnte sie die Gedanken immer wieder lesen und in Urlaub darüber nachdenken. Es wäre in meinen Augen eine gute Hilfe für ihr Reifen. Und danach, wenn sie will, werdet ihr mit dem Thema viel Zeit damit verbringen können, weil es sich dann tasächlich um einer ganz anderen Beziehung handeln wird.Diese Probleme, die wir haben (u.a. beide großes Harmoniebedürfnis, Trennungsangst und daher auch Angst unsere Bedürfnisse klar auszudrücken oder etwas einzufordern) sind mir inzwischen bewusst.
Ich glaube, dass ihr „Seitensprungdrang“ auch Instrument dazu ist, aus der zu eng empfunden Bindung zu mir einmal auszubrechen und sich darüber ein Stück weit wieder selbst zu entdecken und sich (evt.) auch mir gegenüber anders zu positionieren. Klingt vielleicht seltsam, macht aber wohl psychologisch durchaus Sinn und ist laut meiner Literaturrecherche durchaus typisch für Beziehungen wie unsere, die durch große Nähe und Harmonie geprägt sind.
Der Vorteil vorher mit ihr zu reden wäre, dass sie im Urlaub vielleicht in Ruhe darüber nachdenken könnte. Der Nachteil wäre, dass ich sie vielleicht damit bedränge. Im Zweifelsfall sollte ich sie wohl einfach fragen, ob sie zu einem Gespräch noch einmal bereit ist.
Ich wünsche dir viel Glück.Ich habe den K(r)ampf mit den deutschen Artikel(n) aufgegeben!
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05.07.2007, 12:46
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Nein, so unterschieden habe ich das wohl nocht nicht. Aber das könnte schon stimmen. Ich glaube ich trauere insbesondere wegen des Gefühls, dass sie uns keine Chance einräumt. Sie sagt, erst mal voneinander getrennt zu sein sei die Chance. Sie wüßte es derzeit nicht besser.
Zitat von frangipani
Ich habe aber noch so viel Gesprächsbedarf. Und es ist so schrecklich, dass ich nun nicht mit ihr sprechen "darf". Obwohl es ja nicht "verboten" ist - aber ich denke eben, dass ich, wenn ich mit ihr rede ja die von ihr gewünschte Distanz breche - und das will ich ja eigentlich auch nicht.
Ich würde aber so gern besser verstehen, was da eigentlich passiert ist. Was wirklich schief gelaufen und warum. Das würde aber voraussetzen, dass sie auch dazu bereit ist, sich darüber auszutauschen - und das weiß ich eben nicht. Vielleicht will sie ja die Ursachen auch erst mal verdrängen.
Es geht mir nicht darum sie zu irgendwas überreden zu wollen. Dass es nicht geht weiß ich ja. Und ich will ja auch niemanden "überreden" mit mir (in welcher Form auch immer) zusammen zu sein. Ich will auch keinen Druck ausüben, eher im Gegenteil, den Druck wegnehmen - auch für sie.
Aber ich will verstehen - egal ob es für uns noch eine Chance gibt oder nicht. Nur wenn ich verstehe kann ich mich doch auch entsprechend damit auseinandersetzen und mich ggf. entwickeln.
Das sagt sie auch. Sie bräuchte wenn noch einmal das Gefühl mich "neu kennenzulernen". Aber geht sowas denn tatsächlich, wenn man erst einmal losgelassen hat? Ist das nicht naiv gedacht von ihr? Sie hat geschrieben "Denn ich WILL doch eigentlich wieder total neugierig auf Dich sein, ich HABE doch die Hoffnung, Dich wieder MIT NEUEN AUGEN zu sehen. Wenn die Zeit reif dafür ist.
Zitat von frangipani
An welche neuen oder anderen Wege denkst Du denn dabei? Bezogen auf "uns" oder auf das Loslassen von "uns", auf die Konzentration auf mich selbst oder irgendwann wieder jemand anderen?
Zitat von frangipani
Dass ich mich durch die Trauer entliebe ist halt ein Gefühl, welches in den letzten Tagen aufgekommen ist und mir große Angst macht, da ich das eigentlich nicht will. Vielleicht ist es aber der einzige Weg für mich um Loslassen zu können. Ich weiß es nicht.
Tja aber wie zieht man die Energie von der Trauer ab, wenn sie über einen kommt? Und ist die Trauner (z.B. Weinen) nicht auch wichtig und besser als sie zu verdrängen? Am schlimmsten ist momentan das Gefühl, nicht mehr in Kontakt treten zu dürfen. Der Kontakt (Gespräche und Austausch) fehlt mir unheimlich. Noch viel mehr als alle körperliche Verbundenheit. Das fühlt sich an, wie erstickt zu werden.
Zitat von frangipani
Sie hat doch klar gesagt was sie will. "Sie will eine gewisse Zeit, in der sie von mir entfernt ist, in der sie das Gefühl hat, nicht mehr mit mir zusammenzusein in einer festen Partnerschaft, einen „Strich zu ziehen“ unter die spezifische Art und Weise, WIE wir in der Vergangenheit zusammenwaren – um neue Erfahrungen zu machen, vielleicht wirklich noch ein einziges letztes Mal im Leben „Single“ zu sein, offen für alles, letztendlich um einen Prozess zu durchlaufen, der sie dazu bereit macht, mich wieder neu kennenzulernen, wieder diese immense Begierde nach mir zu empfinden, wieder diese überwältigende Anziehungskraft zu spüren, die sie ohne jeden Zweifel zu mir zieht, ziehen wird."
Zitat von frangipani
Aber garantieren kann sie das natürlich auch nicht. Es könnten Monate sein oder Jahre, alles müsste offen sein. Und hoffen und warten sollte ich auch nicht sondern mein Leben leben.
Aber wie soll ICH damit nur jetzt umgehen. Gibt es eine Möglichkeit dass wir nicht mehr "fest zusammen" sind, uns aber trotzdem manchmal sehen? Gibt es eine Zwischenlösung ohne diesen totalen Kontaktabbruch? Oder ist das meine Utopie?
Ich habe etwas den Eindruck, dass sie diesen "Schlussstrich" nun ziehen will, damit sie sich nicht mit ihrem schlechten Gewissen auseinandersetzen muss und damit sie mich nicht noch mehr verletzt.
Sie sagt "von Abschied" sei nun nur die Rede, weil ich schon JETZT für einen Neuanfang bereit sei, sie aber - vermutlich - erst wieder in einiger Zeit. Dies sei unser Hauptproblem.
Und sie will nicht, dass sie sich für mich verändert oder ich mich für sie. Sie will, dass wir uns beide unabhängig voneinander entwickeln.
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05.07.2007, 14:51
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Hallo Martin
Also, zusammenfassend kann man sagen, dass deine Freundin an einem Punkt angekommen ist, an dem die Sehnsucht nach einem freien, selbstbestimmten Leben grösser ist als die Freude an Eurer Beziehung. Es zieht sie zu anderen Ufern, obwohl sie dich liebt. Ganz brutal formuliert: sie liebt dich, aber ihr ist etwas langweilig.
Sie riskiert (ich gebe zu, in meinen Augen etwas leichtsinnig, aber das ist nur meine Meinung) Eure Beziehung und fordert eine Art Beziehungsexperiment mit wirklich offenem Ausgang. Heisst: solange sie nicht möglichst nah an die Kluft des "ich könnte ihn wirklich verlieren" herangetreten ist, wird das Ganze ihr nichts bringen.
Ich denke nicht, dass du ihr diese Langeweile mit Gesprächen ausreden kannst, denn damit bietest du ihr die Nähe, die sie momentan nicht will. Auch wenn du dich nicht entlieben willst - es wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben, als dich mit ihr auf das Experiment "Abenteuer" einzulassen. Momentan sind deine Theorien dass du dich gerade entliebst und dass dies ein unumkehrbarer Prozess ist, ja nur dass: Theorien. Du kannst die Zukunft nicht vorhersehen, genausowenig wie sie.
Die grösste Chance, sie wieder zu dir zu locken, ist genau der Weg, den sie dir aufzwingt: kein Kontakt. Und wenn du danach die niedergedrückte Liebe nicht mehr wieder beleben kannst - dann ist das leider das traurige Resultat. Aber momentan stellt sich die Alternative nur so dar: du rückst ihr zu nahe in dem Versuch, deine Liebe am Leben zu halten - dann wird sie davonlaufen. Oder du hältst dich zurück und entliebst dich dabei unter Umständen - dann kommt sie (vielleicht) zurück.
Viel Glück
annapaulemax
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05.07.2007, 15:36
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Chappeau! - Besser hät ich es nicht formulieren können. Nicht mal annähernd so gut!
Zitat von annapaulemax
Es sind leider nicht meine Worte (so gut kann ich mich nicht ausdrücken), dafür aber genau meine Gedanken!
Lieber Martin
Diese Antwort von Annapaulemax - die ist Gold wert!
Machs gut!
Robyn
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05.07.2007, 18:01
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Ja, das ist auch genau das, was sie mir mitgeteilt hat. Sie sehnt sich nach "intensiverem Leben", als wir es wohl im letzten Jahr hatten. Das soll nicht heißen, dass wir uns gelangweilt hätten (das haben wir wirklich nie - das hat auch sie mehrmals gesagt), aber es gab eben auch wenig Abwechslung und alles war sehr stark auf Nähe und Harmonie ausgerichtet. Daraus will sie nun einmal (?) ausbrechen.
Zitat von annapaulemax
Auch hier hast Du vermutlich Recht. Sie hat mal zu ihrer Freundin gesagt, dass sie das Gefühl hätte mich "nie verlieren zu können". Und ich hatte wohl immer ein ähnliches Gefühl. Vielleicht war genau dieses Gefühl ja unser Problem.
Zitat von annapaulemax
Nachdem ich ihr vor einigen Wochen klargemacht habe, dass sie da auf dem Holzweg ist und mich sehr schnell verlieren könnte, wenn sie so weitermacht, ist ja auch erst einen Schritt auf mich zugetreten. Aber als sie festgestellt hat, dass sie das im Grunde nur aus (Verlust)Angst tut, hat sie mit Trotz reagiert und sich wieder von mir entfernt.
Vielleicht muss sie das ja wirklich in den nächsten Monaten am "eigenen Leib" erfahren, wenn ich nicht mehr so einfach zur Verfügung stehe. Ich weiß es nicht.
Ja, ich sehe auch keine andere Möglichkeit. Und ausreden will ich ihr (jetzt auch) nichts mehr. Das macht keinen Sinn - und bei aller Trauer und Angst, dass es kein Zurück mehr gibt: Ich will keine Partnerin, die aus Angst oder weil sie überredet wurde bei mir bleibt. Ich will eine Partnerin, die bei mir ist weil sie mich schätzt, liebt, interessant und attraktiv findet. Bei allem anderen würde ich ja meine "Würde" aufgeben - und das geht am allerwenigsten.
Zitat von annapaulemax
Ein beschissener Zwiespalt ist das Ganze. Denn genauso sieht es wohl aus. Nur - wenn ich mich erst entliebt habe, dann glaube ich eben nicht mehr an ein "zurück". Und wenn ich mich nicht entliebe, dann glaube ich nicht an eine "von ihr befreite Zukunft" für mich. Aber wie Du schon gesagt hast, auch ich kann die Zukunft nicht sehen - wäre dem so, wäre ich wohl so oder so nicht dermaßen hin und her gerissen.
Zitat von annapaulemax
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05.07.2007, 18:41
AW: Beziehungspause -> Schlussstrich - trotz großer Gefühle?
Ich habe vorhin noch einmal mit ihr telefoniert. Ich habe ihr gesagt, dass es für mich und meine Weiterentwicklung sehr wichtig ist, das Ganze noch besser zu verstehen. Zu verstehen, warum es nun so gekommen ist, wie es gekommen ist. Und dass ich zu einigen neuen Erkenntnissen gekommen bin, die ich ihr - wenn sie will - nicht vorenthalten möchte.
Ich fragte sie dann, ob sie möchte, dass ich ihr in einem Brief davon erzähle, oder lieber nicht damit konfrontiert werden möchte. Sie fand die Idee aber gut und nun werde ich ihr noch einmal einen Brief schreiben.
Mir ist es wichtig aufzuarbeiten, woran wir nun letzten Endes gescheitert sind. Denn nur dann kann ich es eventuell in der Zukunft besser machen - egal ob mit ihr oder einer anderen Dame.
Als ich das gesagt habe (egal ob mit Dir oder irgendwann einer anderen) hat sie ganz leidvoll aufgestöhnt - so als wollte sie das lieber nicht hören.
Ich denke jedenfalls, dass wir JETZT noch einmal einige Dinge thematisieren sollten, die eben falsch gelaufen sind. Denn wenn wir das nicht tun, dann wird das, falls wir uns wirklich noch einmal näher kommen DANN ja immer noch ein Thema sein. Und ich habe eigentlich keine Lust mich dann noch einmal damit auseinanderzusetzen, wenn schon ewig Zeit vergangen ist. Und ich habe auch keine Lust DANN evt. noch einmal die gleichen Fehler zu begehen. Ich denke wenn wir JETZT verstehen, was schief gelaufen ist, DANN können wir auch besser in die "Beziehungspause" oder das "Ende" gehen. Denn dann können wir jeder, die von uns begangenen Fehler wirken lassen und sie in unserer nächsten Beziehung (egal mit wem) wenigstens vielleicht vermeiden.
Das leuchtete ihr auch ein. Sie will den Brief lesen, und mir irgendwann darauf antworten - wenn sie bereit dazu ist. Ich sagte ihr, dass ich nicht darauf zu warten stünde, und dass sie auch gar nicht antworten müsse, wenn sie nicht will. Ich will ihr hauptsächlich meine "Erkenntnisse" als Denkanstoss mit auf den Weg geben. Ob sie das dann nutzen will und kann ist natürlich ihre Sache.
Mir ist es jedenfalls sehr wichtig zu verstehen. Nur dann kann ich mich entwickeln, nach vorne sehen, die Sache vielleicht wirklich auch mal ruhen lassen (ohne mich gänzlich zu entlieben?) und meine Energie wieder auf mich und andere Dinge richten.
Im Moment gelingt mir das noch nicht, da ich ständig nachdenke, ob das nun alles so richtig ist, wie es dazu gekommen ist, was wir genau versäumt haben, wie man sich so lieben, schätzen und auch eigentlich wollen kann, aber dennoch getrennte Wege einschlagen kann usw.
In ihrem letzten Brief schrieb sie:
"Wenn ich in Deine Augen sehe, dann weiß ich ohne ein Gefühl des Zweifels, dass ich Dich will – ich weiß nur nicht, wie es IM MOMENT gehen soll."


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