Ich finde auch, du vermischst da zweierlei Ebenen. Es ist doch klar, dass du dir über die finanzielle Absicherung im Alter Gedanken machen musst. Wenn er ohne dich nicht leben will, kann ihm das doch nicht egal sein? Das ist doch eine völlig überzogene emotionale Reaktion, sich dann zu betrinken?! Kann er sich einfach nicht vorstellen, dass er mal stirbt und dich zurücklässt? Kann man darüber nicht sachlich sprechen? Angenommen, er stirbt, dann bist du auf den guten Willen deiner Kinder angewiesen, um noch ein Dach überm Kopf zu haben? Versteht er diesen Punkt nicht?
Ist leider verzwickt, wenn du gerade deshalb eine Trennung in Erwägung ziehst. Denn dabei kämst du nicht gut weg, wie du schreibst.
Es hat keinen Sinn, jetzt die letzten 40 Jahre zu "bereuen", es ist, wie es ist. Ich würde sagen, lass dich von kompetenter Seite beraten und mache deinem Freund dann einen Vorschlag, wie du dir das vorstellst. Du scheinst ja selbst auch keine rechte Idee davon zu haben, wie genau diese Absicherung aussehen soll. Selbst wenn du jetzt in einen gutbezahlten Job gehst, so richtig viel Rentenansprüche wirst du dir nicht mehr erwerben. Dabei hast du ja all die Jahre ihn unterstützt und selbst zurückgesteckt.
Vielleicht lässt du Reue, Vorwürfe, Selbstzweifel einmal, so gut es geht, beiseite und versuchst, ihm ohne Vorwürfe klar zu machen, dass du nicht in der Altersarmut landen willst.
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Ergebnis 11 bis 20 von 148
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22.05.2021, 00:38
AW: Muss ich nach fast 40 Jahren an der Beziehung zweifeln? (Sorry - lang!)
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22.05.2021, 00:43
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22.05.2021, 06:11Inaktiver User
AW: Muss ich nach fast 40 Jahren an der Beziehung zweifeln? (Sorry - lang!)
Ich auch nicht.
Die Überschrift der TE und das Verhalten ihres Freundes impliziert für mich das alte Spiel, was mit zu netten sich selbst hinterfragenden Frauen gespielt wird und das lautet: Ihr bloß nicht freiwillig einen ebenbürtigen Platz einräumen, aber von ihr alle Tätigkeiten verlangen, mit denen sie keinen Preis gewinnen kann und wenn sie etwas dafür verlangt, total blöd fragen, ob sie denn kein Vertrauen hat.
Ich würde das Thema mit den Kindern zusammen auf den Tisch bringen und ihnen klarmachen, dass sie dann ggf. zahlen werden.
Solch ein Mann, der das Geld quasi als seinen Monopol betrachtet, kann auch noch bestimmen, ob über ein Thema geredet wird. Furchtbar. Da kann man echt verstehen, weshalb Bücher wie Bitter..otze geschrieben wurden.
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22.05.2021, 06:43
AW: Muss ich nach fast 40 Jahren an der Beziehung zweifeln? (Sorry - lang!)
Und somit ist es sein Haus - und nicht Eures, oder?
Es sei denn, das ist per Eintrag im Grundbuch anders geregelt.
Welche Rolle spielt die räumliche Nähe zu seinen Eltern?
Das klingt sehr sonderbar.Deshalb habe ich für den Handwerksbetrieb meines Partners eine Bürotätigkeit in Teilzeit angenommen. Das läuft jetzt so seit 25 Jahren, ich muss nicht viel Zeit investieren, da ich eher für die einfacheren Dinge zuständig bin, Anspruchsvolles wollte/konnte er nicht aus der Hand geben, was für mich aber okay war.
Warum ist es für Dich in Ordnung, dass Du Dich mit *einfachen* (= anspruchslosen?) Tätigkeiten zufrieden gibt? Wo Du doch Deine beruflichen Qualifikationen in der Vergangenheit so betonst?
Für mich klingt das nach einen Downgrading, in das Du aber bewusst eingewilligt hast.
Warum habt Ihr diesen Plan nicht umgesetzt?Mein Partner ... hat mir auch ganz am Anfang unserer Beziehung gesagt, er möchte heiraten
Mit welchem Ziel?Wir haben es mit Paartherapie versucht
So in etwa kommt es bei mir ebenfalls an.
Die TE hinterfragt offenbar aber erst jetzt - sie hätte im Laufe von immerhin 40 Jahren reichlich Gelegenheit gehabt.
Dem Mann die Schuld für den Lebensverlauf in die Schuhe zu schieben wird dem Thema mit Sicherheit nicht gerecht. Ist sogar ausgesprochen unfair.
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22.05.2021, 06:50Inaktiver User
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22.05.2021, 07:00
AW: Muss ich nach fast 40 Jahren an der Beziehung zweifeln? (Sorry - lang!)
Mal einfach und direkt gefragt:
Sieht die Situation so aus, dass du dich trennen willst aber noch zögert, weil du dann finanziell sehr schlecht aufgestellt bist?
Hast du eine konkrete Trennungsabsicht?
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22.05.2021, 08:47Inaktiver User
AW: Muss ich nach fast 40 Jahren an der Beziehung zweifeln? (Sorry - lang!)
Wolfgang,
das war wohl schon immer mal ein Thema bei ihr. Und auch immer die selben Gründe - weshalb es nicht dazu gekommen ist.
Aber, ich gehe mal davon aus, dass das Beschriebene jetzt von einer gewissen Melancholie getrübt ist.
Es müssen auch schöne Jahre gewesen sein.
Da bliebe nur zu hoffen, dass für die TE nicht alles den Bach runter geht.
Dass sie nicht auch noch für die Kinder die Dienstmädchenrolle "scheinbar" gespielt hatte.
So sieht dann nämlich Großzügigkeit im Nachhinein aus.
Ich würde der TE das raten was ich letzten Endes getan habe: nimm dein Leben in die Hand und renn....
Gerade für eine selbständige Tätigkeit braucht man zuverlässige Mitarbeiter. Der Freund der TE hatte sie umsonst, ach so, Kost und Logis hatte ich vergessen.....
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22.05.2021, 09:36
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22.05.2021, 09:41Inaktiver User
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22.05.2021, 09:52
AW: Muss ich nach fast 40 Jahren an der Beziehung zweifeln? (Sorry - lang!)
Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie


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