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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von _Magdalena Beitrag anzeigen

    Woher kann er so gut schießen? Er musste ja mit Gegenwehr rechnen, der Andere hatte schon zumindest einen Menschen umgebracht und war ein Dealer, kein angenehmer Zeitgenosse. Ich und viele andere hätten sicher Schwierigkeiten eine Kugel direkt in den Kopf zu schießen. Und dann noch dazu in so einer Situation.
    Man braucht Mut, um sich solch einem Menschen in Mordabsicht entgegenzustellen, Mut und eine gewisse Abgebrühtheit, die nicht jeder aufbringt.
    Er hat in der Wohnung gewartet. Wie ist er hineingelangt? Er ist eingebrochen. Nicht jeder verfügt über das Wissen, wie man gut und von außen unbemerkt in eine Wohnung gelangt. Das Ziel war auch ein Verbrecher, der in diesen Dingen geschult ist und getäuscht werden muss. Eine geplante und kaltblütig durchgeführte Aktion.
    Ich wäre mit all dem überfordert und mit mir sicher sehr viele Menschen.

    Es war nach seiner Schilderung also Mord. Warum bekam er dafür nur sechs Jahre? Die Strafe hätte höher ausfallen müssen, selbst mit guter Führung und dadurch bedingte vorzeitige Entlassung ist es erstaunlich, dass er nach nur 6 Jahren wieder frei ist.
    Das führt nochmal zu der Frage, wie er die letzten 20 Jahre verbracht hat.
    Sorry, aber du gehst hier eindeutig zu weit. Die Justiz hat darüber geurteilt, wie kommst du darauf, das anzuzweifeln? Das Wort der Gerechten? Zweifelst du an unserem Rechtsstaat?

    Was ihn getrieben hat war WUT! Wir waren nicht in dieser Situation und es steht uns nicht zu, zumal bereits verurteilt und strafrechtlich beendet, hier weiterhin das Prozedere in Frage zu stellen.

    Ich kann mich nur wiederholen: du gehst hier eindeutig mit deinen Fragen, die strafrechtlich schon abgehandelt sind, zu weit. Und vor allem: wenn sich die TE - wie du - davon treiben lässt, was "viele Menschen" denken, wird sie mit ihm nicht glücklich werden.


    Zitat Zitat von _Magdalena Beitrag anzeigen
    Sorry, da gibt es viele Ungereimtheiten. Deinen Worten entnehme ich, dass dein Bauchgefühl bereits angeschlagen hat. Vermutlich zu recht.
    Du hast zwei Kinder, für die du Verantwortung trägst. Ich würde meine Kinder dem Einfluss eines solchen Mannes nicht aussetzen.
    Diese Ungereimtheiten sind deine subjektiven Empfindungen, die nichts mit der Sache zu tun haben, weil du nicht in seiner Haut steckst. Du läufst hier leider - wie viele, die sich in die Materie nicht hineinversetzen können - Gefahr, jemanden oberflächlich abzuurteilen, und nicht Personenbezogen. Die Justiz ist da schon einen Schritt weiter. Mord bleibt Mord, trotzdem werden äußere Umstände, der Täter und das Motiv im Kontext gesehen.

    Zitat Zitat von _Magdalena Beitrag anzeigen
    Die wichtigste Frage zum Schluss: Fühlst du dich in seiner Gegenwart sicher? Fühlst du dich sicher, wenn du neben ihm im Bett einschläfst? Fühlst du dich sicher, bzw denkst du , dass deine Kinder sicher sind, wenn er sie stundenlang beaufsichtigt? Von der Schule abholt?
    Diesen Eindruck vermittelt die TE. Sie fühlt sich sicher.
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von overknee Beitrag anzeigen
    Mein Got, so viele Mußmaßungen, nachrechnen, in Zweifel ziehen...
    Also, die TE hatte die Urteilsbegründung gelesen. Und fand es schlüssig.
    Er hat es bereut.
    Was denn noch mehr?
    Ich würde da nicht mehr so viel drinnen rumrühren.
    Du kennst ihn als zuverlässigen und liebevollen Partner. Di wirst aufmerksamer sein als vor der Offenbarung.

    Aber ich finde, man kann durchaus damit leben.
    Viele verurteilen Selbstjustiz und sind doch mit ihrem (Ver)Urteilen selbst mittendrin.
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

  3. Moderation

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Passt aber trotzdem nicht, wenn man die Haftzeit des Dealers noch mit berücksichtigt.
    Ich gehe mal davon aus, dass aus Gründen der Verfremdung und der Anonymität bestimmte Daten verändert worden sind - deshalb stimmt es nicht, wenn man nachrechnet. In meinen Augen ist das aber vernachlässigbar.

    Tinamare hat gesagt, dass sie einen Einblick in die Akten erhalten hat - damit ist zumindest für sie klar, dass das, was er ihr erzählt hat, sich so zugetragen hat. DAS ist wichtig. Es ist weiterhin wichtig, ob dieses Verhalten in der Vergangenheit für sie in der Gegenwart noch bedeutsam ist. Das kann nur sie entscheiden.
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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Hallo ihr Lieben,

    erstmal (schon wieder) vielen, vielen Dank für eure Reaktionen. Eine Antwort auf irgendeine konkrete Frage habe ich nicht erwartet. Ist wahrscheinlich auch unmöglich. Anregungen, wie ich mit der Situation klarkommen kann … verschiedene Blickwinkel … dass ist es, was ich brauche.

    Ich werde jetzt einfach mal den Post von Magdalena beantworten, weil da viele Fragen auftauchen, die auch woanders gestellt wurden. Ich hoffe alle anderen, die Antworten gepostet haben, sind mir nicht böse. Ich bin jedem dankbar!


    er hat es dir von selbst erzählt. das spricht für ihn. Hätte Gefahr bestanden, dass du es herausfindest? Dann könnte es vorauseilendes Gestehen sein.
    Vielleicht hätte ich es irgendwann durch einen dummen Zufall herausgefunden (da gibt’s ja die unglaublichsten Sachen), höchstwahrscheinlich nie. Die konkrete Gefahr einer Aufdeckung bestand jedenfalls nicht.
    Es ist 20 Jahre her. Wie hat er in diesen 20 Jahren gelebt und wovon? Er hat drei Kinder, schreibst du. Warum wurde die Ehe geschieden? bzw waren die zwei überhaupt verheiratet? Warum kam es zurTrennung? Sind alle drei Kinder von derselben Frau? Sieht er seine Kinder regelmäßig? Darf er Sie sehen?
    Genau genommen ist es 18 Jahre her … Anfang 2003 (seine Tat). 2011 hat er dann eine Frau geheiratet, die er schon von der Schule kannte und bei einem Abitreffen wiedergetroffen hatte. Die beiden haben sich wohl auseinandergelebt, irgendwann hat sie einen anderen kennengelernt und sie haben sich vor vier Jahren getrennt. Ganz unspektakulär, so wie es jeden Tag überall passiert. Alle Kinder sind von derselben Frau, sie haben geteiltes Sorgerecht, die Kinder wohnen zur Hälfte bei ihm. Und was Verantwortungsbewußtsein seinen Kindern gegenüber angeht … mein Ex könnte sich eine ganz dicke Scheibe abschneiden.
    Was er schilderte war Mord. In Amerika Mord 1. Grades. Langfristig geplant und heimtückisch (warten in der Wohnung, Ansage und bumm, in den Kopf geschossen)
    Mit den juristischen Feinheiten habe ich mich ehrlich gesagt noch nie auseinandergesetzt. Verurteilt wurde er wegen Totschlag (hab es nochmal nachgelesen), weil die Tat zwar geplant war aber in einer psychischen Ausnahmesituation stattfand (steht so im Urteil). Er hat 8 Jahre bekommen und wurde nach 6 wegen guter Führung und einer günstigen Sozialprognose entlassen.

    Woher kann er so gut schießen? Er musste ja mit Gegenwehr rechnen, der Andere hatte schon zumindest einen Menschen umgebracht und war ein Dealer, kein angenehmer Zeitgenosse. Ich und viele andere hätten sicher Schwierigkeiten eine Kugel direkt in den Kopf zu schießen. Und dann noch dazu in so einer Situation.
    Man braucht Mut, um sich solch einem Menschen in Mordabsicht entgegenzustellen, Mut und eine gewisse Abgebrühtheit, die nicht jeder aufbringt.
    Er hat in der Wohnung gewartet. Wie ist er hineingelangt? Er ist eingebrochen. Nicht jeder verfügt über das Wissen, wie man gut und von außen unbemerkt in eine Wohnung gelangt. Das Ziel war auch ein Verbrecher, der in diesen Dingen geschult ist und getäuscht werden muss. Eine geplante und kaltblütig durchgeführte Aktion.
    Ich wäre mit all dem überfordert und mit mir sicher sehr viele Menschen.

    Das hat mich auch beschäftigt und ich kann hier nur das wiedergeben, was er mir gesagt hat. Er meinte, heutzutage in seinem „normalen“ Leben kann er sich gar nicht mehr vorstellen, wie er das hinbekommen hat. Jede Einzelheit würde ihn überfordern. Aber wenn man genug Hass in sich hat und einem gleichzeitig alles (einschließlich des eigenen Lebens) egal ist, werden solche Dinge zu Randproblemen, die sich irgendwie von selbst erledigen lassen. So wie Menschen in Lebensgefahr zu körperlichen Leistungen fähig sind, die sonst unmöglich wären. So hat er es mir geschildert, ich war gottseidank noch nie in so einer Situation und kann es schlecht nachvollziehen.

    Das führt nochmal zu der Frage, wie er die letzten 20 Jahre verbracht hat.
    Er ist Programmierer (weitgehend autodidaktisch beigebracht) und wohl ganz gut darin, jedenfalls verdient er ziemlich gut. Also nichts Illegales. Spaß macht ihm das nur bedingt, Musiktherapie wäre eher sein Ding aber mit einer solchen Vorstrafe bekommt man im Erziehungssektor natürlich keine Festanstellung. Ansonsten hatte er mit seiner Frau zusammen ein Reihenhaus, jetzt eine Eigentumswohnung. Ganz normal und spießig eigentlich.

    Sorry, da gibt es viele Ungereimtheiten. Deinen Worten entnehme ich, dass dein Bauchgefühl bereits angeschlagen hat. Vermutlich zu recht.
    Mein Bauchgefühl ist ziemlich planlos gerade. Das ist ja mein Problem.

    Du hast zwei Kinder, für die du Verantwortung trägst. Ich würde meine Kinder dem Einfluss eines solchen Mannes nicht aussetzen.
    Hab ich überhaupt kein Problem damit. Ich hab ein viel besseres Gefühl, wenn sie mit ihm unterwegs sind, als wenn sie übers Wochenende bei meinem Ex sind. Der hat nämlich keine Lust drauf und kümmert sich nur sehr bedingt.

    Die wichtigste Frage zum Schluss: Fühlst du dich in seiner Gegenwart sicher? Fühlst du dich sicher, wenn du neben ihm im Bett einschläfst? Fühlst du dich sicher, bzw denkst du , dass deine Kinder sicher sind, wenn er sie stundenlang beaufsichtigt? Von der Schule abholt?
    Die Frage ist ganz leicht zu beantworten: Riesengroßes JA. Ich hab mich noch bei keinem Mann so sicher gefühlt und hatte noch keinen Augenblick Angst. Daran hat auch das Wissen um seine Vergangenheit nichts geändert.

    Liebe Grüße
    Tinamare
    Geändert von tinamare (18.01.2021 um 16:37 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von _Magdalena Beitrag anzeigen
    Er hat drei Kinder, schreibst du. Warum wurde die Ehe geschieden? bzw waren die zwei überhaupt verheiratet? Warum kam es zurTrennung? Sind alle drei Kinder von derselben Frau? Sieht er seine Kinder regelmäßig? Darf er Sie sehen?

    Was haben denn diese Fragen mit dem Anliegen von tinamare zu tun?

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Sorry, hatte mich vertippt... 2011 geheiratet.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Tinamare, Du machst das schon. Admaros langes Post spricht mir direkt aus der Seele.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Liebe Tinamare,

    Du findest den Mann gut, er hat eine schwere Straftat begangen und dafür gebüßt.
    Und Du magst diesen Mann, Du fühlst Dich sicher, also steh zu ihm. Er hat es wohl verdient. Und vor allem Du hast es verdient.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  9. Moderation

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Liebe tinamare,

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen
    Sorry, hatte mich vertippt... 2011 geheiratet.
    Dann ändere das doch bitte am besten noch in Deinem Beitrag, denn so irritieren die Jahreszahlen.

    Wichtig wäre mir tatsächlich die Frage, ob Dir und Deinen Kindern (und auch ihm) von Seiten der Familie des Opfers Deines Freundes noch Gefahr droht.

    Ja, das ist keine leichte Geschichte -
    aber so wie Du ihn - jetzt - schilderst und auch seine Offenheit und das absolute Stehen zu seiner Tat, so würden für mich wohl die positiven Aspekte überwiegen. Er hat seine Strafe rein rechtlich verbüßt, er war Dir gegenüber (offensichtlich ohne Grund) aufrichtig.
    Ich glaube, ich bräuchte in so einem Fall noch einige Gespräche, um sowas so gut wie möglich zu verstehen und - gemeinsam - aufzuarbeiten, aber ich sehe da durchaus eine Chance für Euch als Paar.

    Allerdings war M. Bachmeier für mich eine Art Heldin meiner Kindheit und so wenig Selbstjustiz und Rache in einen zivilisierten Rechtsstaat gehören, so kann ich sie - in Teilen - menschlich doch zumindest nachvollziehen.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Opelius Beitrag anzeigen
    Liebe Tinamare,

    Du findest den Mann gut, er hat eine schwere Straftat begangen und dafür gebüßt.
    Und Du magst diesen Mann, Du fühlst Dich sicher, also steh zu ihm. Er hat es wohl verdient. Und vor allem Du hast es verdient.
    Dem schließe ich mich an, so schlimm ich den Mord auch finde und ich selbst nicht wissen würde, ob ich damit umgehen könnte. Es ist für mich unvorstellbar, einen anderen Menschen vorsätzlich in den Kopf zu schießen, bei allem Verständnis für Trauer und Wut. Aber jeder Mensch hat natürlich eine Chance verdient und wenn du dich mit ihm wohl fühlst und glücklich bist, würde ich die Vergangenheit ruhen lassen.
    Glaube nicht alles, was du denkst

    Elliot bzw Daylong

    R.I.P Mama 22.04.2019

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