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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Hallo, nochmal Danke für eure Reaktionen ...

    muss gleich zur Arbeit, aber ein paar Gedanken muss ich noch loswerden.

    - Einen Teil der Urteilsbegründung habe ich in der Tat gelesen (er hat wirklich noch ein paar Akten). Verurteilt wurde er tatsächlich wegen Totschlag (er hat das auch nie abgestritten). Allerdings in einer psychischen Ausnahmesituation. Trauer und Verzweiflung haben sich über die Jahre so aufgestaut, dass sie zu der Tat geführt haben. So hat es der Richter damals gesehen und so sehe ich es ehrlich gesagt auch.

    - Sich eine geschönte Geschichte zurechtzuzimmern ist in dem Fall unnötig. Ich habe es ja nicht irgendwie rausgefunden und er brauchte eine Ausrede. Er hätte mir einfach irgenwas anderes oder gar nichts erzählen müssen.

    - Das ganze ist ja fast zwanzig Jahre her, irgendwelche Gefährdungen sehe ich nirgendwo. Und in kriminellen Milieus bewegt er sich auch nicht (soweit ich das beurteilen kann).

    - Selbstreflxion hat durchaus stattgefunden, auch in einem Opfer-Täterausgleich mit der Familie des Opfers.

    - Das Selbstjustiz scheiße ist und keine zivilisierte Gesellschaft so funktionieren kann ... sehe ich ganz genauso.

    - Ob psychische Schäden heute noch zum Tragen kommen ... keine Ahnung. Ich hab noch nie was bemerkt, aber ausschliessen kann man sowas natürlich nicht.

    Liebe Grüße
    Tinamare
    Geändert von tinamare (19.01.2021 um 21:55 Uhr)

  2. Moderation

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen
    - Einen Teil der Urteilsbegründung habe ich in der Tat gelesen (er hat wirklich noch ein paar Akten). Verurteilt wurde er tatsächlich wegen Mord (er hat das auch nie abgestritten). Allerdings in einer psychischen Ausnahmesituation. Trauer und Verzweiflung haben sich über die Jahre so aufgestaut, dass sie zu der Tat geführt haben. So hat es der Richter damals gesehen und so sehe ich es ehrlich gesagt auch.

    - Sich eine geschönte Geschichte zurechtzuzimmern ist in dem Fall unnötig. Ich habe es ja nicht irgendwie rausgefunden und er brauchte eine Ausrede. Er hätte mir einfach irgenwas anderes oder gar nichts erzählen müssen.

    - Das ganze ist ja über zwanzig Jahre her, irgendwelche Gefährdungen sehe ich nirgendwo. Und in kriminellen Milieus bewegt er sich auch nicht (soweit ich das beurteilen kann).

    - Selbstreflxion hat durchaus stattgefunden, auch in einem Opfer-Täterausgleich mit der Familie des Opfers.

    - Das Selbstjustiz scheiße ist und keine zivilisierte Gesellschaft so funktionieren kann ... sehe ich ganz genauso.

    - Ob psychische Schäden heute noch zum Tragen kommen ... keine Ahnung. Ich hab noch nie was bemerkt, aber ausschliessen kann man sowas natürlich nicht.
    Er ist offensichtlich offen und ehrlich dir gegenüber. Dass man mit so einer Geschichte nicht nach dem 2. Treffen rausrückt, ist nachvollziehbar.

    So wie ich dich lese, kannst du das als "Jugendsünde" für dich abheften. Da hat er sich nicht mit Ruhm bekleckert, hat dafür seine Strafe angenommen - auch dass er sich sofort gestellt hat, spricht ja auch dafür - und seither ein "bürgerliches, anständiges" Leben gelebt. Das spricht alles für ihn.

    Du erlebst ihn im Hier und Jetzt. Das gefällt dir. Warum solltest du es dann beenden? Ob dieses Wissen für dich toxisch ist und eure an sich schöne Beziehung zerstört, wird die Zeit zeigen.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern
    In einer Stunde ruhigen Sitzens verbrennt man 73 Kilokalorien.
    - Ich habe meinen Sport gefunden.


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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Tinamare,

    lass Dich nicht verunsichern, niemand von hier steckt in Deinen (oder seinen) Schuhen. Hör die nächsten Wochen in Dich rein und ziehe Deine Konsequenzen. Wenn Du für Dich zu dem Schluss kommst dass Du damit leben kannst schließe aber auch wirklich damit ab - nichts erodiert eine Beziehung mehr als das immer-wieder-auf-den-Tisch bringen von wunden Punkten. Wie ich schon sagte: messe den Mann an seinen Taten im hier und jetzt.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    @Skirbifax:

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen
    Selbstreflxion hat durchaus stattgefunden, auch in einem Opfer-Täterausgleich mit der Familie des Opfers.
    Das liest sich alles gar nicht so schlecht, was du schreibst! Ich wünsch dir und euch Glück!

    (ich muss mal grade die Community hier loben. Ich finde, es werden viele sehr sehr gute Beiträge geschrieben)
    ************************************************** ******************

    „Nimm Dein Leben ein bisschen in die Hand. Wenn Du es gut behandelst, dann beisst es auch nicht! “
    [Geschenkt von Gustave]

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    @TE:
    Was ist denn eigentlich Deine Frage?
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Grüß dich

    er hat es dir von selbst erzählt. das spricht für ihn. Hätte Gefahr bestanden, dass du es herausfindest? Dann könnte es vorauseilendes Gestehen sein.

    Es ist 20 Jahre her. Wie hat er in diesen 20 Jahren gelebt und wovon? Er hat drei Kinder, schreibst du. Warum wurde die Ehe geschieden? bzw waren die zwei überhaupt verheiratet? Warum kam es zurTrennung? Sind alle drei Kinder von derselben Frau? Sieht er seine Kinder regelmäßig? Darf er Sie sehen?

    Was er schilderte war Mord. In Amerika Mord 1. Grades. Langfristig geplant und heimtückisch (warten in der Wohnung, Ansage und bumm, in den Kopf geschossen)
    Woher kann er so gut schießen? Er musste ja mit Gegenwehr rechnen, der Andere hatte schon zumindest einen Menschen umgebracht und war ein Dealer, kein angenehmer Zeitgenosse. Ich und viele andere hätten sicher Schwierigkeiten eine Kugel direkt in den Kopf zu schießen. Und dann noch dazu in so einer Situation.
    Man braucht Mut, um sich solch einem Menschen in Mordabsicht entgegenzustellen, Mut und eine gewisse Abgebrühtheit, die nicht jeder aufbringt.
    Er hat in der Wohnung gewartet. Wie ist er hineingelangt? Er ist eingebrochen. Nicht jeder verfügt über das Wissen, wie man gut und von außen unbemerkt in eine Wohnung gelangt. Das Ziel war auch ein Verbrecher, der in diesen Dingen geschult ist und getäuscht werden muss. Eine geplante und kaltblütig durchgeführte Aktion.
    Ich wäre mit all dem überfordert und mit mir sicher sehr viele Menschen.

    Es war nach seiner Schilderung also Mord. Warum bekam er dafür nur sechs Jahre? Die Strafe hätte höher ausfallen müssen, selbst mit guter Führung und dadurch bedingte vorzeitige Entlassung ist es erstaunlich, dass er nach nur 6 Jahren wieder frei ist.
    Das führt nochmal zu der Frage, wie er die letzten 20 Jahre verbracht hat.

    Ich verstehe , dass es einen Menschen wurmt, wenn der Mörder seiner Schwester auf freien Fuß kommt. Die Wenigsten würden dann allerdings zu Selbstjustiz greifen. Verständlicher wäre es, mit der Waffe im Gerichtssaal oder vor dem Gefängnistor wild drauflos zu schießen. Auch nicht okay, aber das wäre vermutlich eher, die verzweifelte Reaktion eines ansonsten Nicht-Verbrechers gewesen.

    Sorry, da gibt es viele Ungereimtheiten. Deinen Worten entnehme ich, dass dein Bauchgefühl bereits angeschlagen hat. Vermutlich zu recht.
    Du hast zwei Kinder, für die du Verantwortung trägst. Ich würde meine Kinder dem Einfluss eines solchen Mannes nicht aussetzen.

    Die wichtigste Frage zum Schluss: Fühlst du dich in seiner Gegenwart sicher? Fühlst du dich sicher, wenn du neben ihm im Bett einschläfst? Fühlst du dich sicher, bzw denkst du , dass deine Kinder sicher sind, wenn er sie stundenlang beaufsichtigt? Von der Schule abholt?
    Geändert von _Magdalena (18.01.2021 um 14:57 Uhr)
    Nicht jeder Katholik ist rechts, nicht jeder Rechte ein Nazi-Gewalttäter. Nicht jeder Moslem ist Islamist/Terrorist. Jede Verallgemeinerung schafft Gewalt. Stop it.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen
    - Selbstreflxion hat durchaus stattgefunden, auch in einem Opfer-Täterausgleich mit der Familie des Opfers.

    - Das Selbstjustiz scheiße ist und keine zivilisierte Gesellschaft so funktionieren kann ... sehe ich ganz genauso.

    - Ob psychische Schäden heute noch zum Tragen kommen ... keine Ahnung. Ich hab noch nie was bemerkt, aber ausschliessen kann man sowas natürlich nicht.

    Liebe Grüße
    Tinamare
    Letztendlich kennst nur du ihn persönlich und musst die ganze Situation für dich selbst klären bzw. einschätzen. Kommt er denn sonst mit Frustrationen gut klar? Kann er seinen Anteil erkennen und selbst wenn er keinen hat, kann er dann lösungsorientiert mit den Unwegsamkeiten des Lebens und dem, was es ihm in den Weg stellt umgehen?

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Irgendwer bindet hier jemandem einen ziemlichen Bären auf:

    Wenn der Mann jetzt 43 Jahre alt ist - dann ist die Tat nicht über 20 Jahre her (die 2 Jahre ältere Schwester war Anfang 20, als sie nach Frankfurt ging, ins Drogenmilieu abrutschte und für ein Jahr verschwand; danach saß der Dealer einige Jahre in Haft...). Auch sonst geht das zeitlich allenfalls recht knapp zusammen, auch mit den Kindern.

    Wenn der Mann wegen Mordes verurteilt wurde, müsste die verhängte Strafe zwingend lebenslänglich gelautet haben, etwas anderes sieht das Gesetz nicht vor. Da kann er nicht nach 6 Jahren bereits entlassen worden sein.

    Woher hatte er als unbescholtener Student eine Schusswaffe? Woher kannte er die aktuelle Adresse des Dealers? Woher kannte er den genauen Entlasstag - den weiß in der Regel selbst der Strafgefangene erst kurz vor der Entlassung, weil sogenannte Freistellungstage abzuziehen sind etc. - und die Angehörigen seines Opfers erhalten da erst recht keine Auskunft? Wie kam er in die Wohnung des Dealers? Woher wusste er, dass dieser feiern ging und dann schon kommen würde? Der Dealer - immerhin ein hartgesottener Krimineller - merkt also nicht, dass jemand in seine Wohnung eingedrungen ist?

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Petra-Silie Beitrag anzeigen
    Wenn der Mann wegen Mordes verurteilt wurde, müsste die verhängte Strafe zwingend lebenslänglich gelautet haben, etwas anderes sieht das Gesetz nicht vor.
    Im Jugendstrafrecht sieht das Gesetz eine Höchststrafe von 10 Jahren für Mord vor, bei besonderer Schwere maximal 15 Jahre.

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