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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Für mich ist es z. B. Unvorstellbar, das es Menschen gibt, die nicht wissen, wie man eine Waffe abfeuert.

    Da ist kein hexenwerk oder Fachkenntnisse von nöten.

    Nur weil du dir das nicht vorstellen kannst, muss es nicht unwahr sein.
    ich bin hier nur zufällig rein- und drübergestolpert: Tatsächlich konnte ich in früher Jugend mit Waffen umgehen, nicht nur auf dem Jahrmarkt - mein Vater und mein Cousin haben es mir gezeigt. Heute wüsste ich nicht mehr, wie man so ein (schweres) Teil entsichert und ich bin absolut sicher, dass das in meinem Umfeld niemand könnte, außer den paar Männern, die noch "gedient" haben. Und wo man eine Waffe kriegt? ich wüsste nicht mal, wo man in meiner Welt Gras kriegt. Auch da bin ich sicher keine Ausnahme.

    Was nicht heißen soll, dass ich andere soziale Realitäten leugne

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Wo ein Wille da auch ein Weg.

    Du willst weder Gras noch eine Waffe. Du hast dich damit nicht beschäftigt und daher weißt du auch nicht woher.

    Wenn du aber irgendwann das dringende Bedürfnis bekommst, einen joint zu rauchen.....

    Wirst auch du den Stoff finden ;)
    When a man tells you A and does B, believe B because A is what hes trying to get you to believe, B is who he is

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Ja, wenn ich unbedingt will; wenn ich die Diskussion richtig verstanden habe, ging es auch grade um Vorsatz. und um die Aussage, es sei (für dich) unvorstellbar, dass es Menschen gebe, die nicht wüssten, wie man mit einer Waffe umgeht. Mein Mann wüssste nicht mal, wo vorne und hinten ist

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Mambi Beitrag anzeigen
    @TE:
    Hast du eigentlich seine Eltern oder andere Familie schon kennengelernt?
    Kennst du seine Freunde?
    Seine Eltern sind beide schon gestorben.
    und @agathe13: Nein, ich habe mir nicht die Sterbeurkunde vorlegen lassen. Ich glaube ihm das ganz einfach.

    Sein Bruder lebt in Amerika und er hat kaum Kontakt zu ihm (Folge der damaligen Ereignisse).

    Zwei Freunde von ihm kenne ich. Ganz normale, nette Typen. Durch die räumliche Distanz sind unsere Freundeskreise separat. Und wir sind seit dem Sommer 2019 zusammen, d.h. ein großer Teil unserer gemeinsamen Zeit war Corona-Zeit. Da waren die Gelegenheiten, wo man normalerweise in den Freundeskreis eines neuen Partners reinschnuppern kann (Geburtstagspartys, Grillfeste etc.) halt eher dünn gesät.

    Ansonsten kenne ich aus seinem Umfeld noch seine Exfrau (sehr oberflächlich) und natürlich seine Kinder.

  5. gesperrt

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von agathe13 Beitrag anzeigen
    Ich gehe nachts durch Neukölln.
    Dein "Wissen" scheint mehr auf Hörensagen zu beruhen.
    Schöneberg. Anjenehm. Noch Fragen?

  6. Moderation

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Hases_Frau Beitrag anzeigen
    Also, ich gehe echt langsam mit Komplexen aus diesem Strang raus.

    Wie kommt Ihr denn nur Alle auf die Idee, es wäre irgendwie leicht, in Deutschland an eine Schusswaffe zu kommen ? Wer von Euch hat das denn tatsächlich schon versucht ?
    Wir sprechen doch von einer Zeit von vor über 20 Jahren.

    Ich z.B. hätte nur einen Kumpel fragen brauchen, der hätte sie mir direkt rüberreichen können.
    Nicht vergessen, das waren noch ganz andere Zeiten, früher brauchte man nur Kontakte und ja, das wäre für einen jungen Mann in der Situation in meinem Umfeld leicht gewesen.

    Als Jugendliche mit 14 (noch länger als 20 Jahre her ) war ich zeitweise nah an einem Millieu, in dem ein 18 Jähriger nach einem Totschlag schon wieder aus dem Knast raus war.
    Leichtere Jugendstrafen hatten fast alle.
    Alle außer 3 (die, wie ich, nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten waren) waren im größten Brennpunkt in kaputten Familien aufgewachsen und suchten im Cliquenkreis den Halt, den ihr Leben und ihre Familien ihnen nicht schenkten.

    Bandenkriege mit regelmäßigen Polizeieinsätzen waren an der Tagesordnung, die meisten Jungs hatten einen Schlagring und/oder Totschläger immer dabei und saßen auch immer mal wieder im Bau.

    Mir fehlt hier in diesem Strang noch ein ganz anderer Aspekt, nämlich der, daß Dein Freund nicht nur Täter, sondern auch Opfer ist. Das kam hier doch ein bißle arg kurz.

    Kam aber schon auch von einigen Seiten.

    Das Wissen, das ein geliebtes Familienmitglied "ermordet", erschossen wurde und dann auch noch ewig wie Dreck rumlag, das macht doch was mit einem.



    Ich hatte viele Jahre einen Mann in meinem sehr nahen Umfeld, dessen Schwester als 16-jährige in ihrem eigenen Kinderzimmer ermordet wurde und dieser überlebende Bruder war für's Leben gezeichnet von dieser Tat.
    Ich kürze Dein Zitat, aber die ganze Beschreibung seines Lebens ist herzzerreißend.

    Einen Aspekt, den ich in dieser Diskussion wichtig finde und den ich gerade beim Googlen gefunden habe "Im Gegensatz zum Mord, welcher nicht verjährt, verjährt der Totschlag in 20 Jahren." Wikipedia

    Was bedeutet, daß dieselbe Tat rein rechtlich heute sogar verjährt und damit gesellschaftlich nicht mehr "relevant" bzw. vollstreckbar wäre, hätte er sich nie gestellt und wäre nicht gefaßt worden.

    Mit diesem Gedanken und den Fakten (und allem, was @tinamare über ihn schrieb) hat so ein Mensch doch das Recht darauf, daß seine Tat irgendwann wirklich "verjährt" ist.

    Gerade auch, weil er das Gespräch und den Kontakt mit der Mutter seines Opfers suchte, sich also wirklich in allen Konsequenzen seiner Tat stellte.

    Übrigens nun auch noch das Gedankenspiel, das zumindest ich bei den hier bekannten Fakten habe:
    Wer weiß, wieviele Eltern ihre Kinder vielleicht noch umarmen können, weil diese Tat geschah (so unrecht und falsch sie war!)!
    Wieviele Familien nicht zusätzlich leiden mußten, weil der Drogendealer sich wieder so entschieden hätte...

    Ein Drogendealer, der sich betrogen fühlte (oder es wurde, das ist mir nicht klar) und eine junge Frau erschoß, der hätte nach der Entlassung vielleicht weitergemacht.
    Die Verbrechenshistorie vieler solcher Typen hört doch mit dem Gefängsnis - leider - nicht auf, sondern startet oft erst richtig.
    Neue Kontakte, mehr Wissen, wie man den Behörden entgeht.
    Aber das ist natürlich nur Spekulation.



    Wäre die Tat jetzt z.B. erst die Zeitspanne her, die tinamares Freund eingesessen hat, dann wäre er vielleicht auch nicht mehr derselbe Mensch (dafür reicht ja manchmal ein einziger Augenblick), aber ich würde trotzdem nicht dasselbe schreiben wie in meinen Beiträgen hier.

    Dann wäre mir das Ganze "zu nah dran", noch zu sehr Lebensrealität, fast "Alltag".

    Aber der Mann hat sich selbst sofort gestellt, seine Strafe abgesessen, verbüßt, nicht die Auseinandersetzung mit der Familie seines Opfers gescheut, sondern den Kontakt offensichtlich sogar forciert.

    Hat später dann geheiratet, eine Familie gegründet, ist seinen Kindern ein guter Vater, wie es @tinamare beschreibt und ihr ein ehrlicher Partner, der sich ihrem Urteil nun vollkommen gestellt und anvertraut hat.

    Klar kann man sowas nie mit kompletter Sicherheit sagen, aber bei diesen Fakten sieht die Sozialprognose meiner Meinung nach gut für ihn aus.

    Vielleicht sogar besser als für Max Mustermann, der noch gar nicht weiß, wozu er unter schrecklichen Umständen fähig ist.
    Geändert von Sternenfliegerin (22.01.2021 um 12:40 Uhr)
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

  7. gesperrt

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Danke, dass Du das, was ich zu sagen meinte, viel besser in Worte gefasst hast, @Sternenfliegerin. :-)
    Ich bin in Berlin 36 aufgewachsen, direkt am Kotti (Kottbusser Tor). Wer nicht weiß, wie es da schon in den 70ern/80ern zuging, wird auch nicht verstehen, warum mir dieses Milieu nicht fremd ist. Was man draus macht, steht auf einem anderen Blatt.

    Ich halte es da lieber mit den alten Indianern und den Mokassins.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen
    Seine Eltern sind beide schon gestorben.
    und @agathe13: Nein, ich habe mir nicht die Sterbeurkunde vorlegen lassen. Ich glaube ihm das ganz einfach.
    Warum diese Spitze? Du hast nach Meinungen gefragt, ich sage dir meine.

    Sein Bruder lebt in Amerika und er hat kaum Kontakt zu ihm (Folge der damaligen Ereignisse).
    Mich verwundert das nicht.
    Andere Verwandte gibt es sicher auch nicht?

    Ich sage nicht, dass dein Freund ein schlechter Mensch ist.
    Aber das hier erscheint mir zu dick aufgetragen:

    Als er dann nachts in seine Wohnung kam, war mein Freund schon da. „Ich hab ihm gesagt, wer ich bin, damit er weiß, warum er jetzt gleich sterben wird. Dann hab ich ihm in den Kopf geschossen. Das war’s.“ So hat er es wörtlich erzählt.

    Was wäre denn, rein theoretisch, wenn er tatsächlich wegen eines Tötungsdelikts oder ähnlichem im Knast gesessen hat, aber das Opfer und das Motiv anders war? Wie würdest du dazu stehen?
    "Never take things personally. [...] Always give the benefit of doubt, until evidence to the contrary. Never assume malice. We are all going through things and you never know the inner battles some of us fight, so it‘s best to check your ego at the door.“

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Naja, aber es gibt schon ein paar Leute in D, die nicht in Berlin aufwachsen, für die "das Milieu" gedanklich weiter weiter weg ist als der Mond, über dessen Rückseite sie besser Bescheid wissen

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Mal ein Gedankenspiel in Anlehnung an die Argumentation einiger user*innen:

    Der Drogendaler hatte seine Strafe abgesessen. Er kommt aus dem Gefängnis heraus. Er hatte seine Strafe verbüßt. Somit sollte das als erledigt betrachtet werden. Er hat ein Recht auf eine zweite Chance (wie für den Freund der TE gefordert) Doch dieses Recht auf ein zweites Leben auf eine zweite Chance wurde ihm genommen.
    Genommen von einem jungen Mann, der die Tat lange Zeit plante. Nach Amerika fuhr, eine Waffe kaufte, diese illegal nach Deutschland einführte, zerlegt und versteckt unter Werkzeug, damit es nicht auffällt. Er baute diese Waffe zusammen, spionierte aus, wann der Dealer freigelassen wird und wo seine Wohnung ist. Und dann wartet er einige Tage im dunklen Gang vor der Wohnungstür um diesen vor dem Gesetz nun straffreien (weil Strafe abgesessen) Menschen nach kurzer Ansage abzuknallen, zielgerichtet mit einem Schuss in den Kopf. Dazu gehört eine Menge krimineller Energie.

    Was ist mit dem Recht auf eine zweite Chance für den Dealer?

    Ich ! hätte Sorge, dass dieser Mann wieder totschlägt / mordet, wenn ihm etwas gegen den Strich geht und er meint für Gerechtigkeit sorgen zu müssen.
    Nicht jeder Katholik ist rechts, nicht jeder Rechte ein Nazi-Gewalttäter. Nicht jeder Moslem ist Islamist/Terrorist. Jede Verallgemeinerung schafft Gewalt. Stop it.

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