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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Greenbird0 Beitrag anzeigen
    Ja ich würde mich fürchten, besonders wenn ich Kinder hätte und finde diese Tat keinesfalls menschlich, da es geplant und Vorsatz war. Das ist meine persönliche Meinung und Empfinden. Und ich bin generell ein sehr mitfühlender Mensch, nur hier bin ich raus.

    Verurteilen würde ich den Mann aber nicht, da er bereut und seine Strafe abgesessen hat. Nur als Partner würde es für mich persönlich nicht passen. Ich kann mir aber auch selbst niemals vorstellen, was es für einen Grund geben könnte, dass ich mir eine Waffe besorge und jemanden in den Kopf schießen würde, für mich so ganz unvorstellbar und darum kann ich mich hier nicht wirklich einfühlen. Aber ich denke kaum, dass ich damit ganz alleine stehe.
    Puh … da will ich jetzt doch was dazu sagen.

    Es ist ja nun nicht so, dass das Töten eines anderen Menschen völlig jenseits des menschlichen Horizonts wäre. Millionen von Männern (sorry, aber es waren nun mal großteils Männer) haben in Kriegen Millionen von anderen Männern getötet. Und das meistens nicht, weil die ihnen oder ihren Familien persönlich irgendetwas angetan hätten. Sondern weil sie die falsche Uniform trugen, aus einem anderen Land kamen, weil es ihnen befohlen wurde. Die Überlebenden lebten danach weiter. Bestimmt oft traumatisiert und mit Schuldgefühlen, aber nicht geächtet und außerhalb der menschlichen Gesellschaft.

    Ich will jetzt hier um Himmels willen keine politische Diskussion anstoßen. Ich gehöre auch sicher nicht zu der Fraktion, die in jedem Berufssoldaten einen schlechten Menschen und potenziellen Mörder sieht. Darum geht es überhaupt nicht.

    Es soll auch gar nichts verharmlost, entschuldigt oder relativiert werden.

    Es geht mir nur darum, dass Töten zwar schrecklich aber nichts völlig Absurdes, Abwegiges ist. Sondern – leider - schon immer ein treuer Begleiter der Menschheit. Dass wir in unserer mitteleuropäischen Wohlstandsgesellschaft praktisch nie damit konfrontiert werden … unser Glück. Aber geographisch und historisch nicht die Regel, sondern die Ausnahme.

    Die Aussage „So jemand käme für mich als Partner nicht in Frage“ ist natürlich völlig legitim. Das hätte ich vor einem halben Jahr vielleicht auch noch gesagt. Habe ich mir ehrlich gesagt nie Gedanken drüber gemacht bis ich mittendrin gesteckt bin.

    Nur die Absolutaussage „Ich könnte niemals, unter gar keinen Umständen, einen Menschen töten“, die finde ich … gewagt.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Ich würde dir auch raten, liebe tinamare, deine Beiträge mit wenig anonymisierten Details zu löschen.
    Alles Gute für dich��
    Geduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist.

    Gut sein ist edel. Andere lehren, gut zu sein, ist noch edler.
    Und leichter.
    (Mark Twain)

    In der Liebe und beim Singen kann man nichts erzwingen.

    Das Gedächtnis ist ein sonderbares Sieb. Es behält alles Gute von uns und alles Üble von den anderen.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Ich kann mir schwer vorstellen, dass man im Walmart einfach so rasch mal eine Waffe kaufen kann... auch vor 20 Jahren nicht. Als junger ausländischer Tourist/Student noch weniger.

    Ich frage mich auch, ob und wie intensiv sich der Täter eigentlich damit auseinandergesetzt hat, dass seine Schwester nicht ein zufälliges Opfer war, sondern eine aktive Drogendealerin, die bewusst in der Drogenszene mitgemischt hat. Das rechtfertigt eine solche Tat natürlich in keinster Weise, allerdings ist das für mich doch ein Grund, die Sache etwas differenzierter zu sehen.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Di-Di-Di Beitrag anzeigen

    Liebe TE - wahre deine Anonymität - schreib keine weiteren Details.
    Liebe TE - es ist völlig normal, dass du an der "Gesamtlebenslage" deines Freundes/Partners "herumknabberst", denn da ist eine Geschichte auf den Tisch gekommen, über die du mit niemanden reden kannst.
    Liebe TE - wenn ir das Gespräch hir etwas bringt - schreib weiter. Wenn Du das nur noch als "Schläge ins Gesicht" empfindest, dann melde dich miteiner Schlussmail ab.
    Nett, dass ihr euch Sorgen um mich macht.

    Aber das Auseinandersetzen hier bringt mir unheimlich viel. Dass negative Reaktionen und Fernverurteilungen kommen würden, war mir klar. Kann ich gut mit umgehen.

    Also ... alles gut.

    (Vorläufiges) Schlussmail kommt trotzdem ... aber erst morgen.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Alles Gute für Dich und bleibt im Gespräch! Wenn Du mehr Infos von ihm möchtest, oder ihm Deine Ängste mitteilen willst (die völlig verständlich sind!), dann mach das!

    PS: Es war schon immer verdammt leicht, an Waffen zu kommen, wenn man das will! Egal, ob hier oder in Amerika.

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen



    Nur die Absolutaussage „Ich könnte niemals, unter gar keinen Umständen, einen Menschen töten“, die finde ich … gewagt.
    Doch da bin ich mir ziemlich bzw 100% sicher, dass ich niemals bewusst geplant ,einen Menschen töten könnte. Ich sagte nicht, unter gar keinen Umständen. Wäre mein Leben in Gefahr oder das meines Kindes, würde ich natürlich aus Notwehr dazu in der Lage sein.

    Alles Gute für dich und ich denke auch, man kann es erst wirklich beurteilen, wenn man selbst in der Lage steckt. Natürlich zählt, was er heute für ein Mensch ist und in wieweit er für sich alles richtig aufgearbeitet hat in Form von Therapien. Ganz sicher ist er trotz des Verbrechens ein netter Mann und was ich lese, hört sich auch wirklich gut an. Darum drücke ich beide Daumen, dass ihr das hinbekommt. Generell finde ich auch, kein Mensch sollte sein ganzes Leben für alte Vergehen bestraft werden und wieder neu anfangen dürfen, soviel sagt jedenfalls mein Verstand.
    Glaube nicht alles, was du denkst

    Elliot bzw Daylong

    R.I.P Mama 22.04.2019

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von Sternenfliegerin Beitrag anzeigen
    Allerdings würde ich in diesem Fall noch stärker auf das Thema Eifersucht schauen.
    Wenn ich das Gefühl hätte, daß von so einer Seite in keinen Fall zukünftige Gefahr droht, dann ok. Da wäre es z.B. vielleicht interessant, wie die Trennung von seiner Exfrau lief und ihr Verhältnis jetzt sich gestaltet.

    Immerhin hatte diese Frau genug Vertrauen in ihn, ihn zu heiraten und Kinder mit ihm zu bekommen und hat noch heute Kontakt.
    Also alles relativ "normal".
    Die Idee, mal mit der Exfrau zu reden, die hate ich tatsächlich auch schon mal. Ich hab sie dann wieder verworfen, weil ich nicht glaube, dass da was rauskommen würde, was mich weiterbringt. Wenn sie überhaupt mit mir reden würde.

    Was meinst du mit "auf Eifersucht schauen". Das habe ich nicht so ganz verstanden, sorry? Also ... ich weiß schon, was Eifersucht ist ... aber in dem Zusammenhang? Kannst du vielleicht noch mal näher erläutern, wenn das ok für dich ist?

  8. Moderation

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Für mich lesen sich Deine Beiträge sehr sortiert, liebe tinamare -
    und sogar so, als hätten Dir die teils kritischen Beiträge eher sogar geholfen, Dich für Dich selbst besser zu sortieren und positionieren.

    Du verteidigst ihn und "Euch" in meiner Wahrnehmung wie eine Löwin und auch wenn es sicher emotional manchmal auch in Zukunft schwer werden oder sein wird, so liest Du Dich für mich wirklich so, als würdest Du damit zukünftig klarkommen.

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen
    Was meinst du mit "auf Eifersucht schauen". Das habe ich nicht so ganz verstanden, sorry? Also ... ich weiß schon, was Eifersucht ist ... aber in dem Zusammenhang? Kannst du vielleicht noch mal näher erläutern, wenn das ok für dich ist?
    Gar nicht schlimm, klar kann ich das nochmal ausformulieren.


    Es gibt ja Menschen, die zu massiver, krankhafter Eifersucht neigen, ob nun in einem begründeten oder auch unbegründeten Fall.

    Und oft hätten die Frauen und Familien das auch schon kommen sehen können, eben durch das Verhalten weit vorher, wenn sie bereit gewesen wären, genau hinzuschauen.

    Kontrollsucht, mangelndes Selbstbewußtsein, die Vergangenheit nicht ertragen, den Partner bewußt kleinmachen und im Umfeld isolieren und vieles mehr.
    Im schlimmsten Fall verbale oder gar körperliche Gewalt gegen die Kinder und/oder die Partnerin.

    Nichts von dem, wie Du ihn beschrieben hast, liest sich nach Anzeichen, aber aufgrund seiner Tat und der gezielten Planung wäre es mir in dem Fall sehr wichtig, auf solche Indizien noch aufmerksamer zu achten als bei jedem anderen potentiellen Partner.

    Um eben die Gefahr eines wiederholten "emotionalen Amok-Laufes" so gut wie möglich ausschließen zu können (soweit das überhaupt im Vorfeld einschätzbar ist).

    Würdest Du also jetzt sowas schreiben wie: Du sollst Dich nicht schminken, wegen ihm bestimmte Kleidung nicht tragen, nicht allein mit Freundinnen ausgehen etc., dann würden bei mir, gerade mit der Vorgeschichte, die Alarmsirenen losgehen und ich hätte zuviel Bedenken, daß ein Mensch in einer Eifersuchtsanfall wieder durchdreht und sich jenseits aller Grenzen begibt.

    Aber so schilderst Du ihn ja nicht.
    I don´t know where I´m going- but I´m on my way... Carl Sagan

    Vielleicht geht es auf dem Weg gar nicht darum, irgendwas zu werden.
    Vielleicht geht es darum, alles abzuwerfen, was wir nicht sind,
    so daß wir das sein können, wofür wir bestimmt sind.
    Paulo Coelho



    Moderatorin in den Foren:
    Beziehung im Alltag, Der "gebrauchte" Mann und im Tierforum
    - ansonsten normale Nutzerin

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Zitat Zitat von tinamare Beitrag anzeigen

    Nur die Absolutaussage „Ich könnte niemals, unter gar keinen Umständen, einen Menschen töten“, die finde ich … gewagt.
    Die ist gewagt!!

    Selbst ein Herr von Schirach, seines Zeichens, Strafverteidiger, behauptet: jeder kann zum Mörder werden. Es ist oft nur ein Augenblick der alles verändert. Die Weltgeschichte hat dies bewiesen. Eben noch Freund, kann plötzlich Feind werden.

    Das heißt nicht, dass dies Mord relativiert, aber auch moralisch gefestigte Menschen können in diesen Strudel gelangen.

    Bei deinem Freund habe ich genau dieses Gefühl. Man muss keine Angst vor ihm haben, weil er ein seelenloser Mörder ist. Sondern er geriet in einen Strudel von Verzweiflung und Ohnmacht und hat in äußerster seelischer Not gehandelt. Hinzu kommt, dass er die Verantwortung sofort dafür übernommen hat. Es relativiert nicht seine Tat, jedoch seine Wiedereingliederung in die Gesellschaft.

    Ich kann dich verstehen, dass du ihn magst und mit ihm zusammen sein möchtest. Denn die anderen Facetten seines Charakters haben wir alle nicht kennengelernt. Aber du! Die müssen wohl alles überlagern, sonst könntest du dir keine gemeinsame Zukunft mit ihm vorstellen.

    Alles Gute
    Der Humor ist die Maske der Weisheit. Maskenlos ist die Weisheit unerbittlich. - Dürrenmatt -

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    AW: (Ziemlich) dunkler Fleck in der Vergangenheit

    Tinamare, Du schreibst sehr reflektiert und ich möchte Dir Mut machen. Ich bin sicher, Du wirst auch mit Deinem Partner reflektiert umgehen. Danke für Deine Offenheit hier im Forum!

    Kriminologen behaupten, dass JEDER Mensch unter bestimmten Umständen zum Mörder werden kann - wer will da den ersten Stein werfen?

    Ich finde auch, dass die juristischen Feinheiten hier eher ein Fischen im Trüben sind, denn wir wissen alle nicht, wie es damals zur Urteilsfindung kam.

    Fest steht, dass in unserem Rechtsstaat die Schuld und nicht die Tat bestraft wird. Und da fließen die äußeren Umstände, Geständnisbereitschaft und alles mögliche andere mit ein. Insofern sprechen die sechs Jahre eher für ihn.

    Ich kann nachvollziehen, das es schwierig ist, dass Du die Tat und den heutigen, emphatischen Menschen an Deiner Seite nicht überein bekommst. Ich weiß das, weil mein Mann als Berufssoldat, ausgebildeter Scharfschütze und Angehöriger einer Spezialeinheit auch Menschen getötet hat (zwar auf Auftrag der Bundesrepublik Deutschland, hat mich aber zunächst auch irritiert). Das war für mich ein Gedankensprung, als wir uns kennenlernten, mein Mann ist ein sehr sanftmütiger Mensch. Ist nicht ganz dasselbe, aber ich kann mir Dein Gefühl vorstellen.

    Und: man muss sich zudem den Menschen ansehen, der er damals war mit all den Befindlichkeiten, Ängsten, Trauer und der Wut - und auch das mit in die Waagschale werfen.

    Sieh genau hin, wie Dein Partner sich in bestimmten Situationen verhält, sprecht über Werte. Und wenn die Tat fast 20 Jahre her ist, sehe ich heute einen anderen Menschen neben Dir als der, der er damals war.
    ...........und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

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