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    Frage Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Hallo!

    Ich würde gerne über meine (Ex)-Beziehung erzählen und hoffe, durch euch ein paar neue Anregungen oder auch Gleichgesinnte zu finden.

    Vor über 1,5 Jahren habe ich meinen (Ex)-Freund (33, ich 32) über eine Dating-App kennengelernt. Er kommt aus einem anderen Kulturkreis (Asien), ist aber schon seit 7 Jahren in Deutschland. Die Beziehung war von Beginn an schwierig: Ich wollte immer mehr Zeit mit ihm verbringen, etwas gemeinsam planen, wogegen er sich sträubte. Eine Zeit lang fühlte ich mich wie ein Booty-Call … Er rief an und kam v.a. spät nachts betrunken nach dem Feiern zu mir (mich nahm er nie mit), und ich war so verliebt, dass ich das auch zuließ. Im Laufe der Beziehung änderte sich dies aber: Es wurde inniger, wir kochten zusammen Abendessen, verbrachten das Wochenende meistens zusammen, ich lernte auch mal seine Freunde kennen (außer beim Feiern, da war ich nie eingeladen).

    Unsere Beziehung hat mehrere Trennungen hinter sich. Das erste Mal trennte ich mich bzw. initierte es nach 3 Monaten, nachdem er sich nach einer Meinungsverschiedenheit stark zurückzog, mich vermied und ich ihn zudem bei einer Singlebörse entdeckte: Ich fühlte mich hingehalten und warf ihm alles in einer Kurzschlussreaktion an den Kopf, dass ich auch was Besseres verdiene etc. Ich muss sagen, ich habe recht starke Verlustängste bzw. war davor auch 1,5 Jahre in einer Beziehung, in der ich mich recht "ohnmächtig" gefühlt habe. Das führte dann alles zu dieser Kursschlussreaktion, auf die ich nicht stolz bin.

    Schon nach ein paar Tagen trafen wir uns aber wieder (ging von ihm aus), verbrachten die Nacht miteinander, worauf er sich wieder zurückzog zum „Nachdenken“. Das Spiel wiederholte sich ca. einen Monat, bis er sich sicher war, dass er es noch mal richtig versuchen möchte. Ich war schon misstrauisch, weil er sehr „rational“ redete („Ich möchte, dass die Beziehung klappt.“ Und nicht: „Du bist mir so sehr wichtig“). Auf jeden Fall starteten wir erneut, bis wir wieder an den Punkt kamen, dass er sich ausweichend verhielt und mich wenig sehen wollte: Vorschläge für gemeinsame Unternehmungen meinerseits waren nicht interessant genug für ihn, er meldete sich von sich auch wenig, wollte Silvester mit seinen Kumpels verbringen etc. Ich war natürlich enttäuscht, und bekam ein komisches Bauchgefühl, als ich ein Zugticket in eine andere Stadt fand, wie er mir eigentlich zuvor erzählt hatte (wo er angeblich einen Freund getroffen hatte). Er schaute mir dabei aber tief in die Augen und versicherte mir, dass er keine andere Frau trifft (auf meine Frage hin). Ich versuchte, trotz meines komischen Gefühls, zu vertrauen. Letztendlich ging es dann hauptsächlich darum, meinem Gefühl nach, dass ich meine „irrationalen“ Ängste ablege und er mir Zeit gibt (er war leider teilweise schon etwas genervt davon). Ich habe auch eine erneute Therapie angefangen, weil ich die Beziehung mit meiner Verlustangst nicht sabotieren und mich selbst unabhängiger fühlen wollte ….

    Weihnachten war dann sehr schön. Er war bei mir und meiner Familie dabei, nachdem wir zuvor für ein paar Tage im Urlaub waren (Er war hatte den Urlaub alleine geplant, rief mich aber betrunken an: Er möchte, dass ich auch komme, er zahlt den Flug, weil er mich so vermisst: …Hab ich natürlich gemacht…). Silvester lud er mich dann ein, zusammen mit seinen Freunden zu feiern. ENDLICH hatte ich das Gefühl, er lässt sich mehr auf mich ein und die Beziehung wird tiefer. Dann wurde ich jedoch stark krank und bekam während dieser Zeit kaum Unterstützung von ihm, obwohl ich auch noch im Stress mit meiner Masterarbeit war: Er holte mir zwar was von der Notfallapotheke, haute aber nach 10 Min wieder ab..., blieb nur bei sich, schrieb mir erst Abends gegen 20 Uhr etc. Kurzum: Ich fühlte mich total ungeliebt und allein gelassen. Meine Angst und mein schlechtes Bauchgefühl waren wieder da und deshalb schaute ich beim nächsten Mal, als er bei mir übernachtete, in sein Handy: Raus kam, dass er mich bereits 2-3 Wochen zuvor betrogen hatte (das von mir entdeckte Zugticket war eine Fahrt zu einer anderen Frau). Nur 3 Wochen, nachdem er es noch mal versuchen wollte….Außerdem hat er mehrere Versuche gestartet, eine Frau zu sich nach Hause zum Sex einzuladen (in der Zeit, wo ich krank bei mir war). Ich war super enttäuscht, warf ihn in der Nacht noch raus und beendete es.

    Nach 1-2 Wochen erhielt ich eine Mail, wo er sich entschuldigte und die volle Verantwortung übernahm. Er liebe mich, aber sei noch nicht bereit, sich niederzulassen. Wir trafen uns dann wieder und versuchten es noch mal, v.a. weil ich trotz allem noch so verliebt war und nicht wollte, dass es komplett zu Ende ist …

    Es folgte eine sehr schwere Zeit für mich mit großer Unsicherheit, vielen Diskussionen, On-Off, er immer noch bei Singlebörse online. … Es fiel mir wirklich schwer, überhaupt wieder zu vertrauen. Ich dachte manchmal, ich werde paranoid, ich konnte mir selbst nicht mehr glauben, dazu hatte ich in manchen Situationen unangemessen starke Angst bzw. ein Gefühl, es nicht auszuhalten, machte ihm dann Vorwürfe und kontrollierte, weil ich so unsicher war. Ich hätte mir in dieser Zeit viel mehr Zusicherungen und Sicherheit von ihm gewünscht und gebraucht, aber wenn ich fragte, wo er gerade sei, fühlte er sich eingeengt und genervt und hin und wieder zweifelte er dann wieder an der Beziehung und zog sich für ein paar Tage zurück. Ich wusste dann nie: Trennt er sich jetzt, oder nicht?…. Was das Ganze noch schwerer machte: Mit Alkohol ist er teilweise ein ganz anderer Mensch. Entweder ist er sehr lieb, kuschelbedürftig, sagt mir, wie sehr er mich liebt, redet von der Zukunft. Andererseits kann er aber auch sarkastisch, gemein und trotzig wie ein Kleinkind werden. Ob er Dr. Jekyll oder Mr. Hyde wird, ist für mich nicht vorhersehbar und diese Situationen haben mich teilweise ziemlich durcheinander gebracht und überfordert. Ich sollte dann am nächsten Tag am besten nicht mehr über Zukunftsversprechungen reden, weil ihm es unangenehm war. Leider hab ich sowas dann immer sehr persönlich genommen und mich sehr abgelehnt und ungeliebt gefühlt.

    Generell ist die Kommunikation bei uns schwierig, was nicht an der Sprache liegt, sondern, dass er wenig darüber redet, was er eigentlich möchte, wie er sich eine Beziehung vorstellt, wie er sich gerade fühlt und ich selber aus Angst, hin und wieder Dinge nicht aktiv, offen und ruhig anspreche, sondern erst, wenn ich schon fast explodiere... Deshalb kam auch erst nach einem Jahr richtig raus, warum er sich eigentlich so extrem wankelmütig verhält: Seine Familie würde unserer Beziehung nicht zustimmen und ihn wahrscheinlich verstoßen. Dazu kam auch, dass er sich selbst nicht sicher ist, ob er überhaupt hier in Deutschland bleiben möchte. Es kam auch mal zur Sprache, ob ich mit ihm nach Asien gehe.

    Dieses Thema hing dann immer über uns, wobei ich selbst es gut ausblenden konnte. Ich wollte unsere Probleme nicht wahrhaben und dachte mir auch, dass ich wenigstens noch eine schöne Zeit mit ihm verbringe, solange er noch da ist. Im Dezember hat er nun seinen Eltern von unserer Beziehung erzählt. Sie sind natürlich dagegen und setzten ihn daraufhin auch ziemlich unter Druck (emotionale Erpressung). Leider erfuhr ich das alles von ihm auch nur übers Internet, als ich in der Arbeit war. Ich war dann wieder mal total fertig, v.a. weil er meinte, ohne die Unterstützung seiner Eltern nicht glücklich zu werden in der Beziehung und nicht zu wissen, ob er noch in der Beziehung bleiben könnte. Er blieb in der Opferrolle, anstatt mir Rückhalt zu geben und für uns zu kämpfen. Trotzdem verbrachten wir noch die Weihnachtsfeiertage miteinander. Nach Weihnachten fing er dann damit an, ob ich mit einer Trennung klar kommen würde ... Ich war natürlich aufgelöst und am nächsten Tag fuhr er zu sich (ließ jedoch seine Kleidung hier). Er hielt es nicht mehr aus, weil er zu starke Schuldgefühle hätte, nachdem, was ich alles für ihn tue und immer noch bei ihm bin, wo er doch immer noch nicht wisse, wie es in seinem Leben weitergeht. Er sei unglücklich und könne so die Leute um sich herum nicht glücklich machen.

    Nun haben wir uns nicht mehr gesehen seit fast einem Monat. Anfangs habe ich mich noch öfters gemeldet, weil ich schwer loslassen kann. Er ruft auch mich immer wieder an, wenn er betrunken ist, da er mich vermisst, jetzt zu mir kommen möchte, er das Fremdgehen auch bereut und ich ihm vertrauen soll. Ich blieb jedoch hart, weil ich genau wüsste, dass er am nächsten Morgen wieder unsicher ist und mir das dann auch mitteilt und ich dann nur wieder verletzt werden würde. Am nächsten Tag habe ich dann dennoch meist ein schlechtes Gewissen und bin traurig, weil ich ihn trotzdem gerne gesehen hätte.

    Ich vermisse ihn sehr, da wir, trotz aller Probleme, sehr innig miteinander waren und stundenlang kuscheln konnten. Wir haben auch zusammen, schon so viele Höhen und Tiefen erlebt. Es tut mir unglaublich weh, dass wir uns nicht mehr sehen. Die ganze Anspannung und Angst ist jetzt zwar von mir abgefallen, aber ich bin auch total enttäuscht, dass er nicht mal nüchtern anruft und mich sehen will. :(
    Er denkt nun wieder mal intensiv nach und fährt demnächst für einen Monat in die Heimat, das erste Mal seit 2 Jahren, um zu fühlen, was er möchte. Einerseits kann ich die Situation mit seiner Familie und seinem Heimweh auch verstehen und möchte ihn gar nicht überreden, hier bei mir zu bleiben…Andererseits frage ich mich auch, ob die Beziehung, auch wenn er entscheidet hierzubleiben, jemals irgendwie zur Ruhe kommen könnte, ob er nicht immer wieder diese Zweifel bekommen würde... Es ist schon so vieles vorgefallen und ich glaube, ich hätte immer Angst, dass er es sich doch wieder anders überlegt.

    Mittlerweile halte ich es fast nicht mehr aus, in dieser Warteposition zu sein, mich so hilflos zu fühlen. Ich dachte daran, demnächst meine Sachen und meinen Schlüssel abzuholen und den Kontakt für 1-2 Monate ganz zu pausieren, aber irgendwas hält mich zurück, irgendwie hab ich die letzte Hoffnung noch nicht aufgegeben. Ich habe auch Angst, ihn mit dieser Aktion ganz von mir wegzustoßen … Dabei möchte ich mich vor allem endlich selbstbestimmt fühlen! Ich dachte auch daran, ob ich nicht in die Co-Abhängigkeit geraten bin und überlege, vielleicht zu einer CoDA- oder AlAnon-Gruppe zu gehen.

    Hat jemand vielleicht schon mal etwas Ähnliches erlebt? Eine Beziehung mit jemandem aus einem anderen Kulturkreis, wo die Familie so starken Einfluss hat bzw. so wichtig ist? Mit so einem wankelmütigen und unsicheren Mann? Kann es jemals (mit dieser Person) besser werden? Eigentlich wünschen wir uns beide eine Beziehung, die für immer hält (in seiner Kultur gibt es quasi keine Scheidungen), aber er verhält er sich doch total kontraproduktiv dazu?

    Wie komme ich aus dieser „Warteposition“ raus? Es ist mir bewusst, dass ich dort selbstverantwortlich drin bleibe (weil ich schwer loslassen kann und meine Verlustängste groß sind). Oder muss ich das einfach aushalten und abwarten? Wie kann ich selbstbestimmter und emotional unabhängiger werden?
    Geändert von Adamanta (20.01.2020 um 20:14 Uhr)


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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Liebe Adamanta,

    das hört sich nach einer emotionalen Achterbahn sondergleichen an. Ist es das, was du wirklich willst?

    Deine Fragen finde ich allesamt mehr als berechtigt.
    Nimm dir für dich selbst erstmal die Zeit, sie alle in Ruhe für dich zu beantworten. Das geht mit Abstand immer am besten. Nimm dir acht Wochen Zeit. Am besten bei kompletter Funkstille. So bekommst du einen klaren Kopf, dein gebeuteltes Herz kann mal zur Ruhe kommen und es lässt sich besser denken.
    Auch wenn so eine Funkstille schwer ist, ist sie doch die beste Möglichkeit, so eine on-off-Geschichte für sich selbst zu klären. Immerhin hat er sich so einiges geleistet, was ich zum Beispiel nicht verzeihen könnte. Sich ungeliebt und allein gelassen zu fühlen, betrogen und belogen zu werden und sich sowieso von vielem ausgeschlossen zu fühlen... das sind ziemliche Gefühlskiller in meiner Welt.

    Nimm dir Zeit

  3. Avatar von silberklar
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Ich schließe mich _ThirdThought an.

    On-Off ist nie eine gute Variante, egal in welcher Kultur. Ich würde dir sehr wünschen das du den jungen Mann ziehen lassen kannst.

    Dich betrügen, mit anderen Frauen Sex haben wollen, auf Singlebörsen rumturnen, dich lieblos behandeln, dich im Ungewissen halten ist zudem ganz unabhängig von jeder Kultur extrem schlechter Stil. Als Partner sollte sich jemand dadurch völlig und schnell disqualifizieren.
    Messe dir selbst den Wert zu, dass niemand das mit dir machen darf und trotzdem von dir geliebt werden kann.
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."

  4. Avatar von Loop1976
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Nein, sie macht keinen Sinn.
    Das weißt Du doch schon sehr lange.
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht

  5. Avatar von Beate53
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Ich war 18 Jahre mit einem Asiaten verheiratet,der allerdings nicht so wankelmütig war wie Deiner.Auch ihm war seine Familie sehr wichtig,die allerdings mit mir einverstanden war.
    Die Trennung ging von mir aus,obwohl die Kinder erst 8 und 11 Jahre alt waren.
    Wir haben uns auseinander gelebt:er besann sich immer mehr auf die Werte aus seiner Kultur und ich mich auf meine.Wir haben nebeneinander und nicht mehr miteinander gelebt.90% der Ehe,mit einem Partner aus diesem Land,sind geschieden.
    LG Beate
    Geändert von Beate53 (24.01.2020 um 14:48 Uhr)


  6. Registriert seit
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Danke euch allen für eure Antworten. Das Thema ist jetzt eh erledigt, weil er dauerhaft zurück in die Heimat geht... Natürlich habe ich das nur über online Kommunikation erfahren.

    Ist ja auch nicht angemessen, nach 1,5 Jahren Beziehung auch mal persönlich solche Dinge mitzuteilen... Was für ein Scheiß!

    Ich hoffe, es geht mir bald besser und ich kann irgendwann positiver auf die Zeit zurückschauen, aber im Moment bin ich nur traurig und vor allem wütend!!


  7. Registriert seit
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Ach Du Arme *Taschentuch_rüber_reich*

    Es ist bitter - und vielleicht kannst du in ein paar Wochen sehen, dass das für euch beide die richtige Lösung ist. Wein dich aus, mach es dir ein wenig schön, fühl dich mal in den Arm genommen - unbekannterweise - und halt die Ohren steif. Es wird sicher wieder besser


  8. Registriert seit
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Zunächst ist Asien ja nun einmal sehr groß, und ein Südkoreaner wird etwas anders ticken als ein Inder, wobei aber in beiden Kulturen die Familie hoch geschätzt wird. So pauschal möchte ich auf das Thema binationale Beziehung mit einem "Asiaten"also gar nicht antworten.

    Es hört sich aber so an, als ob der Mann zwischen allen möglichen Stühlen steht, der weiß weder vor noch zurück. Und anscheinend bist du ihm nicht so wichtig, dass er sich bewusst für dich und dein Leben entscheiden würde. Die Familie und die Tradition hat für ihn Vorrang. Der hat bestimmt auch Heimweh. Was hat er die letzten sieben Jahre hier gemacht, u.a. studiert? Dann war absehbar, dass er nicht bleiben kann oder will.

    Deine Schilderung geht schon in Richtung Co-abhängigkeit und Alanon ist dafür eine gute Adresse.

    Meine Einschätzung ist, dass du ihn gehen lassen und dich dafür intensiv um dich selbst kümmern solltest. Es wird on-off weitergehen, bis er letztendlich ganz verschwindet.


  9. Registriert seit
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    @Third_Thought

    Danke für deine lieben Worte!
    Rational betrachtet, denke ich auch, dass es für ihn auf jeden Fall besser ist, zurückzugehen: So richtig glücklich und angekommen wirkte er hier leider nie...

    @Zuta

    Er kommt aus einem Nachbarland Indiens, ebenfalls hinduistisch geprägt.

    Er hat zwar ab und zu davon geredet, dass ich mitkommen könnte in sein Heimatland (was ich mir durchaus vorstellen könnte: ich bin, mal unabhängig von der Abhängigkeit in der Beziehung, sehr selbstständig, finde leicht neue Freunde, habe viel Freude an kleinen Dingen, bin sehr dankbar und probiere gerne neue Dinge aus).
    Allerdings will er das gar nicht so wirklich, denn er möchte nicht, dass ich diesen Kompromiss eingehe und ich käme nicht in seinem Land zu recht, weil ich zu sensibel bin :( Dabei wäre das doch meine Entscheidung....

    Mich macht das echt traurig und wahrscheinlich hast du recht, dass er mich gar nicht so richtig will. Ich frage mich oft, was ich falsch gemacht habe. In meinen bisherigen Therapien ging es auch oft darum, dass ich aus Verlustangst klammere und somit die Männer wegtreibe. Denke ich daran, fühle ich mich nur noch schlechter und als Versagerin was Beziehungen angeht. Ich habe natürlich auch schon selbst ein paar Beziehungen beendet, aber immer wenn ich den Mann besonders toll fand und zb zusammenziehen wollte, wollten diese Männer nicht so wirklich, hatten noch Interesse an anderen Frauen, wollten nicht mit mir in den Urlaub alleine, kam ich nicht an die Ex ran - Irgendwas war immer.

    Natürlich habe ich meinem Ex heute noch geschrieben, dass ich möchte, dass er glücklich ist und gehen soll, wenn das sein Wunsch ist. Aber ich würde natürlich mitkommen...

    Das war wahrscheinlich wieder falsch und ich habe mich damit nur selber klein und anhänglich gemacht und deshalb mag er mich sicher noch weniger.

    Bin gerade etwas hoffnungs- und ratlos und mein Selbstbewusstsein ist sonst wo.
    Geändert von Adamanta (24.01.2020 um 16:39 Uhr) Grund: Was hinzugefügt


  10. Registriert seit
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    AW: Chaotische interkulturelle On-Off-Beziehung - Macht sie noch Sinn?

    Irgendwie kommt mir das ganze bekannt vor. Hattet Ihr schon länger Probleme, dass er dich nicht heiraten will, sich nicht wirklich festlegen will, jetzt keine Kinder auf die Welt setzen, etc? Du hingegen klammerst und machst Druck?

    Lass ihn los. Er WILL nicht, er hat dir das auf viele verschiedene Arten klargemacht, doch du klammerst, setzt ihn unter Druck und rennst ihm nach.

    1.5 Jahre on-off, purer Stress. Weshalb tust du dir das an? Du kommst ja keinen Millimeter weiter. Du schreibst von vergangenen Beziehungen. Ich habe den Eindruck, du klammerst dich an einen Mann nach dem anderen, damit er deine emotionalen Defizite ausgleicht.

    Ich denke, es wäre mal gut, wenn du eine zeitlang ohne Mann verbringst, deine psychischen Probleme löst und selbständig wirst. Aber das weißt du ja inzwischen längst selbst...

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