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    Hallöle,

    bin mal gespannt, was ihr über meine Geschichte sagt.....

    kurz zu mir…bin einundfünfzig, zwanzig Jahre verheiratet, zwei Kinder.

    Ich versuche mich kurz zu halten.
    Mein Mann und ich sind grundverschieden. Er ruhig, nicht auffallen wollen, Perfektionist, sehr ordentlich, mag nicht unter Leute, zudem ist er unter der Woche nicht da sondern nur am WE, was ich ihm aber nie zum Vorwurf machte und beruflich immer hinter ihm stand.
    Und auf der anderen Seite bin da ich, kontaktfreudig, lustig, flexiblel, voller Ideen, optimistisch, hab alles für meine Kinder gegeben, so gut es ging.

    Nun zum eigentlichen Problem… die Kommunikation zwischen mir und meinem Mann war, seitdem wir als Ehepaar zusammenzogen (das erste mal zusammen wohnen), nie so richtig gut. Man hat zwar gesprochen, aber auf sehr oberflächlichem Niveau. Anfänglich war es noch besser, aber seitdem wir vor zehn Jahren in unser eigenes Haus zogen, läuft das nicht mehr gut. Versuche ich ein Gespräch anzufangen, heißt es entweder „siehst du nicht, dass ich lese“, „siehst du nicht, dass ich am Computer sitze“, etc immer die selben Sprüche. Meine Arbeit, egal ob im Beruf oder mit den Kindern oder im Haushalt war nicht wirklich viel wert, meine Tätigkeiten wurden immer belächelt. Muss noch dazu sagen, dass meine Tochter ein Förderkind ist und mich sehr gefordert hat, die Arbeit mit ihr stemmte ich allein zusammen mit Eltern, Freunden, Schwiegereltern.

    Streiten ging und geht bis dato gar nicht.
    Entweder er läuft davon oder er wird gemein…. Zitat vor drei Jahren„Das beste was du kannst, ist auf der Terasse sitzen und rauchen.“
    Bis vor einigen Jahren endeten Streits bei uns mit mindestens drei/vierwöchigem Schweigen seinerseits. Ich wurde ignoriert, durch mich wurde hindurchgesehen, als wäre ich nicht existent. Da half kein Reden, er schwieg. Eines der grässlichsten Gefühle ist es, ignoriert zu werden. Ich hielt das nicht mehr aus und schwor mir eines Tages, nicht mehr zu streiten. Mit Erfolg, was im Nachhinein betrachtet der größte Fehler war.

    Ist mein Mann am WE dann zuhause, geht er jedes WE in sein selbsternanntes Kino im Keller. Da bin ich jahrelang, jedes WE unten gesessen und hab mir mit ihm zumindest einmal am WE einen Film angesehen. Er hat mich nie eingeladen. Ich machte es, um das, was noch von unserer Beziehung übrig war, zu retten. Umgekehrt setzte er sich nie zu mir/uns in Wohnzimmer zum Fernsehen. Seiner Meinung nach sähen wir nur Mist.

    Und dennoch liebte ich meinen Mann. Ich hatte bis letztes Jahr im Dezember immer Angst, mein Mann könnte mich eines Tages verlassen.

    Im Dezember 2018 kam dann für mich gefühlsmäßig die Wende. Ich habe meinem Mann am ersten Dezember einen Weihnachtskalender geschenkt, von Rittersport, da ist die Schokolade eingepackt und er hätte sie gut transportieren können.
    Sein Kommentar: „Warum bekomme ich einen Weihnachtskalender? Ich bin die ganze Woche nicht da.“ Das wars. Angeschaut hat er ihn auch am folgenden Wochenende nicht.

    Für mich stand dann fest, dass ich so nicht mehr weitermachen möchte. Ach ja…bis zu diesem Tag hatten wir im Übrigen guten Sex! Und genau diesen entzog ich. Er fragte warum und ich nannte ihm den Grund dafür, dass es so nicht mehr weiter geht, wir die ganze Woche allein sind (hab es ihm nie zum Vorwurf gemacht!) und am WE aber leider auch. Er würde nirgends mitgehen, er macht nirgends mit, er entscheidet für sich allein (wir fragten ihn immer ober mit mir oder den Kindern mit will, auf Fußballplatz, etc etc. vorallem mein Sohn litt als Kind sehr darunter) und ich sagte ihm, wir müssen was ändern und darüber reden. Ich möchte so nicht mehr weiter machen. Das sagte ich ihm zwei mal im Abstand von eingen Wochen.

    Beim dritten mal vor rund drei Wochen, bin ich dann deutlicher geworden. Ich habe ihn gefragt, wie viel ihm noch an unserer Ehe, an mir im Speziellen und an den Kindern liegt. Ob er noch gerne heimfährt und sich hier überhaupt wohl fühlt. Keine Antwort. Nichts.
    Ich habe ihn auch gefragt, ob er eine andere hat. Er verneinte.

    Er meinte nur „Wir reden nicht mal miteinander“. Oh ja, konnte ich nur bestätigen und nannte ihm obige Gründe, warum es schwierig ist mit ihm zu reden, weil er halt alles abblockt. Dieses Abblocken geschieht so, dass er sich nach wenigen Minuten unsere Infos zum Tage/Woche nicht mehr anhören will. Es heißt dann, „es passt, habe die Grundinformation erhalten“.
    Das Gespräch vor drei Wochen dauerte rund zehn Minuten. Das einzige was er zu sagen hatte, war, „wir reden nicht mal miteinander“ und abschließend „siehst du nicht dass ich aufräume“… dann verschwand er.
    Es geht aber noch weiter…..die darauffolgenden WE stellte er sich vor mich hin und meinte „Ich fahre jetzt Rad“….“Ich fahre nach xy da ich dort spazieren gehen will“….. „ich fahre ins Möbelhaus zum Shoppen“…. Auf eine Einladung hätte ich nach meiner deutlichen Ansage gewartet, aber nichts. Ich war dann zu stolz, mich selbst einzuladen.

    Letzten Montag hat er sich dann nicht mal von uns verabschiedet, als er zur Arbeit fuhr. Da wurde ich dann sauer und geigte ihm per WhatsApp die Meinung, dass ich das nicht wirklich gut finde und warum er das macht. Absichtlich schriftlich, damit er nicht auflegen kann, falls ich angerufen hätte. Er meinte es hätte pressiert, ausserdem ist alles mühselig. Er würde uns ja immer fragen, ob wir mit ihm was unternehmen wollen, aber er ist immer der einzige, der was alleine machen muss. Er müsse sowieso immer alles allein machen, wie z.B. Rasen mähen (stimmt, denn wenn die Kids oder ich mähe, ist es ihm nicht schön genug und er mäht nochmals drüber! Also haben die Kinder und ich irgendwann aufgehört zu mähen) Ich hielt standhaft dagegen. Nach kurzer Zeit, antwortete er nicht mehr.

    Am vergangenen Sonntag dann kam von ihm die Ansage, und er kündigte uns an, dass er am nächsten Tag bis zum Freitag zur Arbeit fahren würde, für all diejenigen, die es noch nicht mitbekommen hätten. Ich sagte ihm, dass wir das schon wüssten und dass es darum nicht geht, sondern darum, wie er am vergangenen Montag das Haus verließ…..uns nicht mal eines Blickes und eines Wortes des Abschieds würdigend. Wie immer kein Kommentar. Und auch der Rest des Abends verlief schweigend.

    So, das wars. Ende der Geschichte. Leute, jetzt ist es etwas viel geworden . Hab mir das mal von der Seele schreiben müssen.

    Ich bin total erschöpft. Ich hab das Gefühl keine Energie mehr zu haben. Ich weiß nicht ob ich weiter kämpfen soll und will und wenn ja wie. Wobei mir zum Weitermachen mometan echt die Luft fehlt.

    Danke für’s Lesen und für den ein oder anderen Kommentar.

    Liebe Grüße von lila_maus


  2. Registriert seit
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    Bei sowas wüsste ich immer gerne mal (ja ich weiß, Du auch!) wie die andere Seite die Geschichte erzählen würde - er kann sich ja kaum selbst so beschreiben?


    Bist Du mal auf die Idee gekommen ihm Deinen Eingangsbeitrag zu zeigen?

  3. Avatar von silberklar
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    Du schreibst ihr seid 20 Jahre verheiratet.

    Wie lange seid ihr schon zusammen? Und wie war euer Start? Welchen Mann hast du kennengelernt, in welchen Mann hast du dich verliebt?

    Warum und wann meinst du, kam es so, wie du ihn jetzt empfindest?
    Durchsage:

    "Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."


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    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Bei sowas wüsste ich immer gerne mal (ja ich weiß, Du auch!) wie die andere Seite die Geschichte erzählen würde - er kann sich ja kaum selbst so beschreiben?


    Bist Du mal auf die Idee gekommen ihm Deinen Eingangsbeitrag zu zeigen?
    Ganz ehrlich, nein. Eigentlich wäre nichts dabei, denn über das, was ich geschrieben habe, habe ich ja auch geredet mit ihm oder es versucht. Ich hab öfters mal eine Paartherapie vorgeschlagen. Er lehnt aber immer ab. Ich bin dann mal allein hin. Bekam Tips, die mir geholfen haben. Aber jetzt nicht mehr.


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    Zitat Zitat von silberklar Beitrag anzeigen
    Du schreibst ihr seid 20 Jahre verheiratet.

    Wie lange seid ihr schon zusammen? Und wie war euer Start? Welchen Mann hast du kennengelernt, in welchen Mann hast du dich verliebt?

    Warum und wann meinst du, kam es so, wie du ihn jetzt empfindest?
    Wir sind vor knapp 30 Jahre zusammengekommen. Mich hat dieses Geheimnisvolle an ihm fasziniert. Er ließ sich nicht in die Karten schauen. Ich musste es mühsam kennenlernen...und kenne es irgendwie anscheinend immer noch nicht. Er kam anfänglich cool rüber, was sich aber als Unsicherheit herausstellte.
    Dennoch faszinierte er mich, er war sehr romantisch, konnte gut schreiben, wir haben uns unzählige von Liebesbriefen und Karten geschrieben. Es war das Gegensätzliche, das mich anzog. Ich war total anders. Viele meiner Freunde prophezeiten mir, dass das eher schief als gut gehen würde, da wir zu gegensätzlich wären. Das wollte ich nicht glauben.

    Ich weiß nicht genau, was dazu beigetragen hat, warum es so weit gekommen ist. Auf der einen Seite sicher die Tatsache, dass ich von Mo bis Fr allein war und mir am WE mehr Zuspruch erhoffte. Jemand, der sich freut, wenn er am Freitag heimkommt zu seinen Kindern und zu seiner Frau. Und ja, wir freuten uns, wenn er kam. Hofften immer, jetzt wirds besser. Wie oft hat mein Sohn gefragt, ob sein Papa zu diversen Veranstaltungen mitkommt. Nichts.
    Und das neue Haus uns sein Kinokeller, die haben ganz stark dazu beigetragen. Früher teilten wir uns einen Fernseher und eine Couch. Meine Meinung kennt er hierzu. Habe oft versucht mit ihm zu reden. War ihm egal.

    Mittlerweile bin ich froh wenn das WE irgenwie schadlos vorbei ist.


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    Ist es moeglich, dass er sich einerseits durch den Job sehr ueberfordert fuehlt.?Ich denke, dadurch dass er immer weg ist, ist er am Wochenende zu kaputt gewesen, um noch was zu machen. Er wollte einfach mal zu Hause sein. Wenn er jetzt was unternehmen will, verzichte auf deinen Stolz. Sag einfach, wir kommen mit. Dein S. Entzug ist eine ganz schlechte Idee. Man hoert es immer wieder, wenn das fehlt und es ihm wichtig ist, dann hat er frueher oder spaeter eine andere Frau. Und wenn er unterwegs ist, gibt es sicher auch Gelegenheiten.

  7. Avatar von overknee
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    Das klingt ja alles unglaublich traurig.
    Erinnert mich auch ein bisschen an meine Ehe. Ich habe es auf 33 Jahre gebracht, heute weiß ich, ich hätte viel eher gehen sollen. Immer nur geduldet. Auch diese Disziplinierung mit Sprüchen und eisigem Schweigen kenne ich.
    Da hilft ja nur die Frage: Wäre ich allein glücklicher? Wenn ja, dann würde ich Dir gern einen symbolischen Tritt geben, endlich zu gehen.
    Immer klein machen, die eigenen Bedürfnisse unterordnen, immer das Gefühl haben, nicht geliebt, sondern nur geduldet zu sein...
    Warum?


  8. Registriert seit
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    Zitat Zitat von lila_maus Beitrag anzeigen

    Ach ja…bis zu diesem Tag hatten wir im Übrigen guten Sex! Und genau diesen entzog ich.


    Das Gespräch vor drei Wochen dauerte rund zehn Minuten. Das einzige was er zu sagen hatte, war, „wir reden nicht mal miteinander“ und abschließend „siehst du nicht dass ich aufräume“… dann verschwand er.
    Es geht aber noch weiter…..die darauffolgenden WE stellte er sich vor mich hin und meinte „Ich fahre jetzt Rad“….“Ich fahre nach xy da ich dort spazieren gehen will“….. „ich fahre ins Möbelhaus zum Shoppen“…. Auf eine Einladung hätte ich nach meiner deutlichen Ansage gewartet, aber nichts. Ich war dann zu stolz, mich selbst einzuladen.

    Also hat sich trotz "Zahlungseinstellung" deinerseits nichts geändert, er bleibt weiterhin so, wie er schon immer war.

    Hoffst Du tatsächlich noch auf eine Veränderung seinerseits, das kann ich irgendwie nicht glauben.

    Die Entscheidung über dein Leben liegt ganz alleine bei Dir, Du musst aktiv werden, wenn Du eine glücklichere Zukunft anstrebst.

    lg jaws
    Es gibt keinen Weg zum Glück -

    glücklich sein ist der Weg.


  9. Registriert seit
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    Kann es sein, dass Dein Mann vielleicht eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat? Dieses wochenlange Bestrafen durch Ignorieren erinnert mich ganz stark daran. Vielleicht googlest Du das mal und guckst, ob Du Deinen Mann wieder erkennst?

    Die ganze Geschichte tut mir sehr sehr Leid für Dich. Im Grunde ändern Menschen sich nicht. Weißt Du das Leben ist doch viel zu kurz. Und Du bist alles andere als glücklich. Ich wünsche Dir, dass Du aktiv wirst und Dein Leben anpackst und es so gestaltest, dass Du wieder glücklich wirst (unabhängig von Deinem Noch-Ehemann).
    Denke Deinen Kindern könnte das auch gut tun.
    Es ist egal wie kaputt man ist. Wenn der Sohnemann einen fragt, ob man zu Veranstaltung XY mitkommt, hat man als Vater auch mitzugehen! Schlimm genug, dass er fragen musste!

  10. Avatar von Kleinfeld
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    Zitat Zitat von Mondkatze80 Beitrag anzeigen
    Kann es sein, dass Dein Mann vielleicht eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat?
    Och nö.....
    Mein liebstes Wintergemüse ist die Marzipankartoffel.

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