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  1. Registriert seit
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    Comeback oder Rückfall

    Hallo zusammen,

    ich brauche ein paar Zweitmeinungen, auch wenn die eine Beurteilung für Aussenstehende natürlich schwierig ist.

    Die Ehe meiner Frau 47 und mir 49 besteht seit 19 Jahren. Wir haben zwei Jungs mit 17 und 15 Jahren.
    Ich bin Alleinverdiener (selbstständig, gut situiert), meine Frau ist zu Hause, hat aber 2 durchaus gefragte Berufausbildungen. Wir sind beide unter solch einer Familiensituation aufgewachsen, so dass das nie in Frage gestellt wurde.Allerdings war/bin ich keineswegs der Hauspascha. Ich habe schon immer einen vielleicht 30% Anteil an der Hausarbeit übernommen.

    Finanziell hatte meine Frau das Kindergeld zur freien Verfügung sowie Zugriff auf mein Konto. Es galt die eigentlich die Vereinbarung, dass Sie mit dem Kindergeld machen kann was Sie will, der Haushalt ohne Budgetvorgabe aus meinem Konto finanziert wird und wir über andere nennenswerte Anschaffungen miteinander sprechen.

    Erste Probleme gab es vor etwa 6-7 Jahren, als sich Streitigkeiten häuften.
    Vor allem ging es um Überforderung durch Haushalt und Kinder, unmäßiges Konsumverhalten ihrerseits, Abnahme an Intimität beiderseits und mangelnde Aufmerksamkeit meinerseits.
    Ein extremer Aufreger aus Sicht meiner Frau war an Ihren 40. Geburtstag eine von Freunden in Liedform vorgetragene Parodie, in der Sie u.a. auch als konsum-orientiertes Luxusweibchen dargestellt wurde.

    Leider kennt meine Frau auch bei noch so sachlicher und konstruktiver Kritik nur 3 Abwehr Mechanismen:
    -Konsequentes Leugnen bis zum Beweis des Gegenteils, dann aber auch nur den nachgewiesenen Part zugeben.
    -die (ironische) Opferrolle: "ich mache halt alles falsch", "ich bin halt die Böse".
    -der Gegenangriff: "Du hast aber...", bis hin zu Drohungen "Dann ziehe ich halt aus..." inkl. Kofferholen usw.
    Freundschaften, die auch nur leise Kritik an ihr anstimmen, hat sie alle beendet.
    Wenn ich da versuche auszugleichen heisst es, "Du stehst nicht hinter mir".

    Ich selbst bin eher der tolerante Charakter und habe bei diesen Diskussionen dann die letzte Konsequenz immer gescheut. Meine Kinder waren damals 11 und 9 und ich wollte keine zerstörte Familie. Um die "heile Welt" zu erhalten, habe noch mehr Familienaufgaben übernommen (Wocheneinkauf, in der Spitzenzeit 3x die Woche Essen von Restaurants geholt, Kinder zu Terminen gefahren, mein Haushaltsanteil bei 50% usw.), den Kontakt mit einigen Freunden, die Sie nach der Aktion 40. Geburtstag nicht mehr treffen wollte eingeschränkt. Allerdings habe ich auch mehr Einzelaktivitäten vor allem in Sachen Sport vorangetrieben.

    In den zurückliegenden Jahren nahmen die offenen Konflikte ab, allerdings haben wir uns zunehmend entfernt. Sie in Richtung Kultur mit neuen Freundinnen, Shopping (sehr oft heimlich), noch weniger Haushalt machen. Ich in Richtung Sport. Die gemeinsame Bindung durch die Kinder wurde langsam schwächer, weil die Ihre Eltern nicht mehr brauchen. So hatten wir bis vor 2 Jahren noch sehr viele gemeinsame Unternehmungen. Inzwischen gehen die Kinder hauptsächlich Ihrer eigenen Wege.

    So richtig eskaliert ist das ganze dann letzten Winter. Auslöser war wieder ihr Konsumverhalten (inkl. regelmäßiger Vertrauensbrüche), ihre inzwischen regelrechte Trägheit sowie die mangelnde Zuwendung durch mich. Im Grunde war für mich der Punkt gekommen, dass unsere Ehe nur noch von meiner Gutmütigkeit und Toleranzbereitschaft getragen wird, wozu ich nicht mehr bereit war.
    Den erneuten Streit habe ich daher eskalieren lassen, so dass es zur Trennung kam. Ich bin dann im Januar 2018 in eine eigene Wohnung in der Nachbarstadt gezogen.

    Während der 4 Monate Trennung war der Kontakt zu meiner Frau überwiegend professionell sachlich. Finanzthemen wurden mittels Anwälten ausgehandelt. Leider neigte sie dazu, die Kinder in unsere Probleme voll einzubeziehen. Fand ich weniger gut. In dieser Zeit haben ich mit Freunden über die Situation gesprochen. Am meisten beeindruckt haben mich die Erfahrungen eines ebenfalls Getrennten, der schon 1 Jahr weiter war. Er riet mir, nochmal auf meine Frau zuzugehen. Das habe ich dann getan. Sie hat sich für Ihr Verhalten entschuldigt, ich für mein kompromisloses Durchziehen der Trennung ebenso.
    Kurzum seit Juni wohnen wir wieder zusammen.

    Anfangs war alles super. Ich hatte den Eindruck, dass meine Kritikpunkte verstanden wurden und habe versucht, Ihren Anforderungen gerecht zu werden. Seit August nehmen die Diskussionen aber wieder zu und ich merke an Ihrem und leider auch meinem Verhalten als Reaktion dazu, dass wir langsam wieder ins alte Fahrwasser abgleiten.
    Inzwischen streitet meine Frau das eigene Fehlverhalten ab und schiebt mir die alleinige Verantwortung für die Trennung zu. Sie beklagt Überforderung durch den Haushalt und finanzielle Kontrolle durch mich.
    Im Haushalt bin ich derzeit wieder bei 30%, zudem helfen nun die Kinder mit. Sie hat keinen Zugriff mehr auf mein Konto. Wenn auf Ihrem nichts mehr ist, überweise ich wieder ~1/2 Monats Budget. Wenn ich bei Einkäufen dabei bin, zahle ich.
    Auch der Vorwurf, ich stehe nicht hinter ihr, weil ich nach wie vor Kontakt zu Leuten halte, die Sie nicht mag, kommt wieder.

    Ich finde ihre Vorwürfe unzutreffend. Wir machen jede Menge gemeinsam ohne Kinder. Ich versuche, täglich eine Aufmerksamkeit zu platzieren. Auf manchen langjährigen Freund(in) mag ich halt nicht verzichten, bloß weil er/sie ihr nicht passt. Ich mache Ihr auch keine Vorschriften zu Ihren Freund(inn)en.
    Auf Kontrapositionen reagiert sie zunehmend wie früher (siehe oben).

    Dritte potentielle Partner gibt es keine.
    Keine Frage, ich liebe meine Frau, aber ich befürchte, dass diese Ehe über kurz oder lang wieder nur dank meiner Gutmütigkeit weiter bestehen wird und ich die Entscheidung, zurückzukommen bereuen werde. Weil meine Vertrauen missbrauchen und mich ausnützen lassen brauche ich nicht mehr.

    Ich bin etwas ratlos im Moment.
    -bin ich zu konfliktscheu?
    -bringt ne Paartherapie etwas?
    -braucht die Gute nen Job, um sich abzulenken und externe Wertschätzung zu erfahren?
    -??

    Danke vorab

  2. Avatar von Kleinfeld
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Ich machs kurz..Rückfall.
    Warum arbeitet deine Frau nicht? Die Kinder sind doch bereits groß.

  3. Avatar von Tirili
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Zitat Zitat von elektro_23 Beitrag anzeigen
    Keine Frage, ich liebe meine Frau, aber ich befürchte, dass diese Ehe über kurz oder lang wieder nur dank meiner Gutmütigkeit weiter bestehen wird und ich die Entscheidung, zurückzukommen bereuen werde. Weil meine Vertrauen missbrauchen und mich ausnützen lassen brauche ich nicht mehr.
    Ich finde, das fasst es sehr gut zusammen. Im Grunde ist dir klar, dass es auf dem besten Weg dahin ist.


  4. Registriert seit
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Schick die Holde zur Arbeit, die hat einfach zu viel Zeit für sich selbst und ihr Luxus leben....
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  5. Avatar von schafwolle
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Zitat Zitat von elektro_23 Beitrag anzeigen
    -bin ich zu konfliktscheu?
    -bringt ne Paartherapie etwas?
    -braucht die Gute nen Job, um sich abzulenken und externe Wertschätzung zu erfahren?
    Ich schätze Dich aufgrund Deiner Zeilen nicht als konfliktscheu ein.
    Aber es ist ja immer die Frage, WIE Konflikte ausgetragen werden.

    Was mir bei Deinen Schilderungen auffällt:
    Du sprichst von dem Konflikt lediglich aus Deiner Warte.
    Wie ist denn die Sicht Deiner Frau auf die Kritikpunkte?

    Eine Paartherapie kann etwas bringen, wenn Beide gleichsam
    an einer Lösung interessiert sind.

    Was den Job Deiner "Guten" angeht - eigentlich sollte sie selbst
    die Bereitschaft dazu erbringen. Was hält sie davon ab, arbeiten
    zu gehen?

    Allerdings wundert es mich, dass Ihr Euch für dieses Arrangement
    lediglich deshalb entschieden habt, weil es in Euren Herkunftsfamilien
    so gehandhabt wurde. Das empfinde ich als total unzulänglichen Grund
    für einer derart überholte Einstellung.

  6. Avatar von Loop1976
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Zitat Zitat von elektro_23 Beitrag anzeigen
    Ich bin etwas ratlos im Moment.
    -bin ich zu konfliktscheu?
    -bringt ne Paartherapie etwas?
    -braucht die Gute nen Job, um sich abzulenken und externe Wertschätzung zu erfahren?
    -??
    ein punkt wäre noch: liebe ich meine frau?
    du schreibst gar nichts positives. wo ist die wertschätzung?

    Ich selbst bin eher der tolerante Charakter und habe bei diesen Diskussionen dann die letzte Konsequenz immer gescheut.
    das hat überhaupt nichts mit toleranz zu tun, du bist konfliktscheu
    Nein, mein Nickname hat nichts mit meinem Geburtsjahr zu tun

    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Schokolade stellt keine blöden Fragen - Schokolade versteht


  7. Registriert seit
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Wie jemand schon vorher schrieb, ist es ein denkbar schlechter Grund, etwas aus Gewohnheit oder weil "es schon immer so war" unreflektiert immer weiter zu machen.
    Es kann eine gute Idee sein, wenn einer von beiden Elternteilen bei den Kindern zu Hause bleibt, wenn diese klein sind. Bei euch hat das anscheinend geklappt, jetzt klappt es nicht mehr.

    Ich würde mal versuchen, herauszufinden, ob an dieser Schraube realistisch gedreht werden kann, indem sie sich vielleicht einen Job sucht. Dann wärest du aber auch nicht mehr in der Position, ihr das Geld zuzuteilen.

    Das ist mir nämlich aufgefallen: sie hat keinen Zugriff mehr auf DEIN Konto. Darüber bestimmst du allein. Ich würde mich irgendwie entmündigt fühlen, fast gedemütigt.

    Falls sie jetzt nicht direkt für ihr eigenes Geld arbeiten gehen kann, würde ich die Konten aufteilen: eins für dich, eins für sie und eins für gemeinsame Ausgaben. Die Menge des Geldes, die darauf fließen, sollten gemeinsam abgesprochen werden. Alles andere klingt für mich nach Taschengeld für Kinder.

  8. Avatar von overknee
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Ich kann ja den Unmut auf beiden Seiten verstehen.
    Sie, dass ihr das Geld zugeteilt wird, ihn, weil sinnlos das 100. Paar Schuhe gekauft wird.
    Ich halte die Konstellation der Hausfrau für ein ganz schlechtes Modell. Naja, bin auch aus dem Osten. Habe immer "trotz" 3 Kinder fast immer voll gearbeitet.-
    Das schafft Selbstbewußtsein. Ich stelle es mir ganz schön gruselig vor, den ganzen Tag als Hausfrau zu verbringen. Würde ich auch zwangsläufig Kampf-shoppen, um eine Leere zu füllen.
    Es ist ein Ungleichgewicht in Eurer Beziehung entstanden. Eine Abhängigkeit.
    Natürlich ist es erst mal bequem, sich keinerlei Zwängen im Job unterwerfen zu müssen. Aufstehen wann man will, keine Anforderungen erfüllen zu müssen...
    Warum antwortest Du nicht, warum sie nicht arbeiten geht?


  9. Registriert seit
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Ich habe den Eindruck, dass diese Situation "Mann verdient Geld, Frau ist daheim" bei euch das eigentliche Problem ist.

    Du sagst zwar, ihr seid damit groß geworden, aber vielleicht hat sie sich das doch anders vorgestellt. Habt ihr mal ehrlich darüber gesprochen, wie die beruflichen Perspektiven für euch beide (!) aussehen?

    Und sei mal ehrlich: hättest du deinen Beruf 17 Jahre lang so ausüben können, wenn sie sich nicht um die Kinder gekümmert hätte?

    Andere Frage, nicht nur speziell an den TE, aber an die anderen Userinnen hier: wer von euch konnte nach einer 17-jährigen Pause im Beruf mit fast Anfang 50 beruflich ganz toll durchstarten? Ich stelle mir das schwierig vor.

  10. Avatar von overknee
    Registriert seit
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    AW: Comeback oder Rückfall

    Hier spricht doch keiner von "ganz toll durchstarten"? Hier geht es um "Arbeiten gehen".
    Es wurde gesagt, sie hat 2 gefragte Ausbildungen. Da sollte es doch möglich sein, einen Job zu finden.

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